Hi Andreas,
: Einige Häublinge haben ein erkleckliches Potential an Phalloidin und können
: in größerer Menge genossen durchaus ernsthafte Schäden hervorrufen.
: In Amerika gilt Pholiotina filaris als tödlich giftig, und soll nach einer
: Statistik für ich-weiß-nicht-mehr-welches Jahr immerhin für 3 verschiedene
: Vergifdtnmgsfälle MIT TODESFOLGE in selbigem jahr verantwortlich gewesen
: sein, jeweils wegen Verwechslung mit Psilos.
stimmt fast ;-) in amerikanischen Conocybe filaris wurden in den 1970er-Jahren
Amatoxine nachgewiesen. Phalloidine wurden bis vor kurzem nur in Amanita-Arten
nachgewiesen.
Von Todesfällen aufgrund C.filaris-Genusses weiß ich aber nichts.
Was aber wichtiger ist:
Kürzlich (August 2003) wurde eine Studie veröfentlicht, nach der im
Milchweißen Samthäubchen (Conocybe lactea) geringe Mengen an Phalloidinen
enthalten sind. Es ist dies der erste Fall, in dem diese außerhalb der
Amanitaceae nachgewiesen wurden. Sie spielen beim Phalloidessyndrom
(der Knollenblätterpilzvergiftung) keine Rolle, da sie hitzelabil
sind und beim Kochen zerstört werden. Beim Rohgenuss (wie bei
Psilokonsum meist der Fall) könnte es aber durchaus zu Vergiftungen kommen.
Kompliziert wird die Sache dadurch, dass es auch psilocybinhaltige
Conocyben gibt (z.B. Conocybe cyanopus). Eine sehr interessante Gattung!
Georg