Hallo Thomas,
klein aber fein, was will der Mensch denn mehr.Hast Du gut gemacht und die Resonanz spricht für sich. Glückwunsch und auf ein Neues nächstes Jahr.
Herzliche Grüße Detlef
: Moin zusammen,
: ich hatte vor dem Wochenende ja geschrieben, dass mir eine „spontane“
: Pilzausstellung auf der Herbstmesse in Nachbardorf Süderstapel
: bevorstünde. Und wie Ismene ja in ihrem Posting andeutete, es war eine
: wahre Improvisationsschlacht ;-)
: Was bekommt man zusammen, wenn man zwischen dem Wissen um die Ausstellung und
: Beginn etwa 20 Stunden Zeit hat?
: Donnerstag Abend: Auf dem Heimweg mit dem Zug stöberte ich ein wenig auf der
: Festplatte meines „Schlepptops“ herum. Oha, das Teil hat ja „Powerpoint“
: installiert. Das war nicht schlecht: Pilzfotos habe ich genug, und Texte
: dazu zu schreiben – naja, ihr wisst ja, was mein Beruf ist. Das Problem:
: Von Powerpoint-Präsentationen hatte ich bis dato so viel Ahnung wie von
: sibirischem Oberton-Schnarchen. Ich öffnete das Programm – wow, was für
: eine Arbeitsfläche!
: Wie gut, dass meine Tochte einen neuen Freund hat, der zudem ein Crack im
: computern ist.
: 20.00 Uhr: Der Bub gibt mir einen Crash-Kurs in PP, und bis 23 Uhr habe ich
: die ersten Folien fertig.
: Freitag Morgen: Wieder beginnt ein sonniger, warmer Tag mit 0 %
: Niederschlagswahrscheinlichkeit. So langsam mache ich mir ernsthafte
: Gedanken, woher ich die Pilze für den Tisch nehmen soll, so trocken wie es
: draußen ist. Gut, hinterm Haus wachsen etwa 1 Million Schopftintlinge,
: aber ein Tisch nur mit Masse statt Klasse ist auch nicht so der Bringer.
: Den Tag in der Redaktion nutze ich neben dem Schreiben von Artikeln mit
: dem Schreiben von Pilztexten. Auf dem Heimweg sammle ich die
: entsprechenden Fotos von der CD-ROM. Zuhause sitze ich knapp am Rechner
: und bastle die Folien zusammen, da muss ich schon wieder los zu einem
: Geburtstag.
: Die Zeit läuft nicht, sie rennt!
: Samstag Morgen: Wo finde ich Pilze? Ich kreuze ziellos durch die unendlichen
: Weiten Nordfrieslands und finde mich im Ostenfelder Wald wieder. Hm, der
: Lärchenbestand – dort hatte ich doch vorige Woche ganz gut gefunden. Der
: moosbedeckte Boden dort ist immer feucht. Aber auf den ersten Blick stehen
: da nur noch Leichen rum. Ich irre durch den Wald, pflücke hier einen
: Täubling, dort einen Violetten Lacktrichterling, aber der Hit ist das
: alles nicht.
: Stehen bleiben, Zigarette rauchen, umschauen.
: Donnerwetter, hier muss es in der Nacht zuvor eine böse „Hauerei“ gegeben
: haben, der ganze Boden ist aufgerissen: Damwildbrunft! MeinBlick schweift
: ins Unterholz. Und da steht tatsächlich ein Hohlfußröhrling!
: Mit der Zeit finde ich dann doch noch so viel Pilze, dass ich auf 15
: verschiedene Arten komme.
: Ab nachhause-PP-Folien basteln!
: Sonntag Morgen, 8 Uhr: Schwer bepackt mit Inges Blumengestecken (beanspruchen
: etwa 99,8% des Autos und des Anhängers) und meinem Pilzmaterial (0,2%)
: trudeln wir in Süderstapel im Olsen-Haus ein.
: Während Inge ihren Stand aufbaut, suche ich händeringend einen Tisch. Den
: bekomme ich dann auch von einem zufällig anwesenden Schwager.
: 9.30 Uhr: Das Moos liegt auf dem Tisch, und ich kann die Pilze aufbauen.
: 10.00 Uhr: Plötzlich ist es proppenvoll und ich finde mich wieder im Dialogen
: mit Besuchern und dem Auszeichnen der Pilze.
: 17.00 Uhr: Ich hab’ Fransen am Maul und bin fix und fertig. Zwischendurch
: brachte mir ein Besucher noch einen kleinen Steinpilz, und nach einem Tipp
: eines Ehepaars war ich noch auf eine Koppel gefahren. Dort wüchsen viele
: große braune Pilze. Riesenschirmlinge? Es waren Riesenschirmlinge, etwa 40
: Stück mit Hutdurchmessern bis 30 cm. Die gab es dann am Abend zur
: Belohnung.
: Fazit: Die Ausstellung war, obwohl ich kaum etwas zeigen konnte, ein voller
: Erfolg. Etwa 150 bis 200 Besucher hatten sich insgesamt an meinem Tisch
: gedrängt. Viele wiesen spontan auf meine Schopftintlinge: „Die wachsen
: auch bei uns!“ Worauf ich zu antworten pflegte: „Einsammeln und aufessen –
: superlecker.“
: Auch die anderen Arten wurden mal mehr, mal weniger misstrauisch, aber immer
: hochinteressiert begutachtet. Niemand ging wirklich achtlos an dem Tisch
: vorbei. Vor allem die Kinder waren von der PP-Präsentation begeistert und
: blätterten auch in dem Ordner mit Fotos, den ich bereit gestellt hatte.
: Fazit: Dienstlicher Befehl des Bürgermeisters, nächstes Jahr wieder so einen
: Tisch zu bauen.
: Ziel erreicht, trotz oder wegen Improvisation!
: Hier noch ein paar Bilder: Links der Computer mit der PP-Präsentation und der
: ordner mit Pilzbildern, rechts die Ausstellungsstücke:
: Schnell noch ein Foto, bevor der Run beginnt:
: Detail: Die Schopfis waren ausgewiesene „Publikumslieblinge“. Alle Pilze, mit
: Ausnahme der Campignons fand cih im Ostenfelder Wald, die Champis bei Spar
: ;-)
:
: Grüßlis
: Thomas