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Pilze Pilze Forum Archiv 2012-13
Re: Ein neuer Röhrling (Boletus) für Deutschland!?
Geschrieben von: Andreas Antwort auf: Re: Ein neuer Röhrling (Boletus) für Deutschland!? (Toffel)
Datum: 30. Mai 2012, 08:31 Uhr
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Hallo, : Wenn Fruchtkörper mit einer bestimmten Ausprägung der Hutfarben an bestimmte
da könnte man natürlich exzessive Diskussionen führen. Eine Bindung an verschiedene Bäume könnte durchaus für ein und dieselbe Art einen jeweils etwas anderen Stoffwechsel mit sich bringen, der sich dann auch in etwas verschiedenem Chemismus der Fruchtkörper äußern würde. Mal auf uns Menschen übertragen: Wenn man sich vorwiegend von Möhren ernährt, wird man mit der Zeit einen deutlichen Gelbton in der Haut wahrnehmen können. Könnte bei Pilzen doch auch so sein. Das wäre für mich dann aber keine Varietät oder sonstwas bennenenswürdiges. Wenn aber eine Bindung exklusiv an eine bestimmte Baumart vorliegt, mit der die anderen verwandten Arten nicht mykorrhizieren, und zusätzlich noch ein weiteres Merkmal (gelber Hut) vorliegen würde, dann könnte man durchaus auch von einer Art sprechen. Man könnte auch eine Varietät draus machen, vor allem weil es sicherlich nicht einfach zu begründen wäre, dass das Merkmal "gelber Hut" unabhängig vom Merkmal "anderer Mykorrhizapartner" ist. Man könnte aber ebenso gut von einer Subspezies ausgehen, weil der gelbhütige Pilz ja andere Biotope besiedelt. Eine Subspezies ist definiert als Varietät mit eigenem Areal. Wobei Areal geographisch gemeint sein kann, aber auch aufs Biotop bezogen.
Im konkreten Fall der edulis-Gruppe gibt es kaum eine Art, die exklusiv in ihrer Mykorrhizapartnerwahl ist. B. edulis kann mit Laub- und Nadelbäumen (Mindestens Buche, Eiche, Birke, Fichte), B. reticulatus auch (mindestens Buche, Eiche, Linde, selten Fichte), B. pinophilus ist beileibe nicht nur bei Kiefern zu finden (Fichte, Kiefer, selten Linde) und nur B. aereus scheint ein reiner Laubbaumbegleiter zu sein. Ferner gibt es noch den nordosteuropäischen Boletus pinetorum, erst 2009 beschrieben obwohl schon lange bekannt, der im Sand unter Kiefer in Strandnähe wächst und nach bisherigem Kenntnisstand exklusiv an Kiefer gebunden ist.
beste Grüße,
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