Hallo Mathias,
da ich mit meiner ersten Antwort nicht zufrieden bin, hier eine neue.
Ich möchte einiges präzisieren, das ich zur technischen Vorgehensweise gesagt habe.
Bevor man entweder in der Technik oder in den Ingenieurwissenschaften etwas in Angriff nimmt, untersucht man ausgiebig, welche theoretischen Ansätze hilfreich sein könnten und ob irgend jemand schon etwas gemacht hat, das man für die eigene Lösung verwenden kann.
Jens versucht eine Theorie zu verwenden, die als "Induktive Statistik" bezeichnet wird.
Ich zitiere dazu aus folgender Internetseite:
https://welt-der-bwl.de/Induktive-Statistik
"Die induktive Statistik zielt darauf, von einer Stichprobe (z.B. von einer Zufallsstichprobe oder einer repräsentativen Auswahl) auf die Grundgesamtheit zu schließen."
"Die induktive Statistik begegnet einem im Alltag bei Wahlprognosen, medizinischen Studien, Marktforschung u.v.m.;
aus wenigen Daten (z.B. 2.000 befragten Wählern oder 3.000 Probanden, die ein Medikament testen, oder 100 beobachteten Kunden) sollen Schlussfolgerungen für große Grundgesamtheiten (Wähler, Patienten oder Kunden) gezogen werden.
Die Kunst liegt dann darin, mit möglichst wenig Aufwand (z.B. teuren Befragungen und klinischen Studien) ausreichend sichere Schlüsse zu ziehen."
Nun käme ich nicht auf die Idee eine Methode, die zum Beispiel bei Wahlprognosen verwendet wird, auf die Messung von Sporen zu übertragen.
Man darf das aber gerne versuchen.
Egal welche Theorie man verwenden möchte, man muss die Theorie immer auf das konkrete Problem abbilden.
Das setzt zunächst voraus, dass man das Ziel klar definiert.
Deshalb habe ich nach dessen Definition gefragt. Ich hatte folgenden Vorschlag gemacht:
Für eine Art ermitteln, wie denn Mittelwert und Streuung der Sporenmaße sind.
Als Antwort ist bei mir hängengeblieben: Die Aussagekraft von Angaben zu Sporenmaßen verbessern.
Als nächstes versucht man die einzelnen Bestandteile der Theorie in der konkreten Anwendung wieder zu finden.
Dem Techniker fällt dabei als erstes die Diskrepanz der Zahlen auf: 20 <> 2000.
Es sollte dann der Begriff "Grundgesamtheit" für die Anwendung definiert werden.
Grundgesamtheit: Alle Sporen eines Fruchtkörpers, die ich beim Aussporen erhalten habe, oder alle Sporen einer bestimmten Art, seit es diese Art gibt und so lange es die Art gibt?
Das hat dann auch Folgen für die Begriffe "Stichprobe" und "repräsentative Stichprobe":
Ich wähle von den vorhandenen Sporen eines Fruchtkörpers 20 aus
<>
Ich nehme von 20 Fruchtkörpern Sporen und messe von jedem Fruchtkörper eine.
Danach muss sowohl in der Technik als auch in der akademischen Arbeit die erfolgreiche Anwendung demonstriert werden.
Das ist naturgemäß bei Wahlprognosen nach der Wahl leicht.
In letzter Zeit ist zu beobachten, dass eine merkliche Anzahl von Instituten Umfragen machen und dass sich die Genauigkeit steigern lässt, wenn man all diese Umfragen (Stichproben)zusammenfasst.
Das ist das von mir vorgeschlagene Zusammenfassen verschiedener Stichproben, die auf unterschiedliche Art und Weise genommen wurden.
In der Technik teilt man eine große Aufgabe in viele kleine und testet die Teile einzeln aus, bevor das Gesamtobjekt fertig ist.
Zum Testen verwendet man unter anderem Zufallsgeneratoren die Zufallsdaten im gewünschten Bereich und mit gewünschter Verteilung erzeugen.
Es gibt aber leider immer wieder Menschen, die glauben, sie müssen das nicht.
Auf Grund des Wirkens von 10 solcher Menschen über 5-7 Jahre in den USA habe ich in Deutschland nach 19 Jahren Zugehörigkeit zu einem internationalen Konzern meinen Arbeitsplatz verloren.
Die Herren zogen eine Stichprobe von ca. 10 anderen Menschen weltweit, die für das Fachgebiet (Datenbanken) Expertise hatten und ignorierten, dass die gesagt habe, dass ihre geplanten Lösung nicht funktionieren wird.
Die Leute verließen freiwillig die Firma, als sie das nach 5-7 Jahren realisierten. Derjenige, der sie beauftragt hatte, bekam Besuch von mehreren kräftigen Herrschaften, die ihn aufforderten in 30 Minuten seine privaten Sachen einzupacken. Danach begleiteten sie ihn zum Werkstor.
Er wusste noch gar nicht warum.
Die Datenbank sollte übrigens dazu dienen, Erkenntnisse aus vorangegangenen Projekten für zukünftige Projekte zu nutzen.
Wissenstransfer zur Kostenreduzierung.
Das Scheitern des Projekts führe dann zu einer Betriebsschließung zur Kostenreduzierung.
Jetzt muss ich doch noch etwas zu Darwin sagen.
Er schrieb ein Buch, das "Vom Ursprung der Arten" heißt und definiert nirgendwo, was er unter einer Art versteht.
Er kritisiert ausführlich das Konzept Interfertilität zur Entscheidung, ob etwas eine Art ist.
Er war zum Beispiel der Meinung, dass es sich bei den Tauben, die er wohl eine Zeit lang gezüchtet hat, um unterschiedliche Arten handele.
Er gibt aber keine eigene Definition.
Ich war mir in der Schule nicht sicher, ob nicht die Unstimmigkeiten in seiner Theorie durch schlechte Vermittlung durch die Lehrer zu erklären sind.
Ich habe seit dem eine ganze Reihe von Büchern gelesen, die sich mit dem Ursprung der Arten befassen.
Das Positive war: die neueren Werke hatten dieselben Fragen gestellt, die ich mir gestellt habe.
Das Negative: Auch diese Autoren definieren die von ihnen verwendeten Begriffe nicht präzise.
Damit blieb mir am Ende unklar, was ihre Theorie genau aussagt.
Ich las zum Beispiel ein englisches Buch, indem "Sibling species" als Lösungskonzept präsentiert wurde.
Was das ist, wurde aber nirgendwo definiert.
Eine Suche heute zeigt, dass es Menschen gibt, die darunter verstehen, dass Arten, die nicht interfertil sind, nebeneinander leben.
Der Autor damals verstand eher darunter, dass Lebewesen zusammen leben, die interfertil sind, obwohl sie unter Umständen nicht zur selben Art gehören.
Gruß,
Marcel