Pilze Pilze Forum
Erweitert

Acker-Champignons

UmUlmHerum, (vor 4 Stunden, 43 Minuten) 2.534 Beiträge

Hallo miteinander!

Dieses Thema habe ich am Donnerstag im DGfM-Forum gepostet: Acker-Champignons + invasive Zuchtpilze
Ich denke, es könnte die hiesige Leserschaft auch interessieren. Und mich würde interessieren, ob Ihr schon mal Wiesen-Champignons auf einem (konventionellen) Acker gesehen habt? Ihr könnt gerne hier antworten.

Hier der Text von meinem Eingangsbeitrag:

Letzte Woche kam ich an einem großen Acker (ca. 300m x 110m) vorbei, auf dem gerade die Saat eines Wintergetreides aufging. Ich staunte nicht schlecht, als ich über das ganze Feld verteilt große Champignonhüte entdeckte! Einige Hundert Fruchtkörper auf einem konventionell bewirtschafteten Getreidefeld – da brauchen wir über einen Verzehr gar nicht reden! Dort wird seit Jahren nur verschiedenes Getreide im Wechsel mit Mais oder mal Raps angebaut.

Aber wie kommen die Champignons dort hin? Und wie überlebt das Myzel das Pflügen, die ganzen Spritzungen und Düngungen?

Meine erste Idee war, es könnte sich um entfleuchte Zuchtchampignons handeln. Die hiesige Pilzzucht-Firma hat in einem Interview erklärt, dass sie ihr "ausgebrauchtes" Substrat aus der Plastikfolie nehmen und einem Bauern geben, der das Zeug zur Düngung unterpflügt. – Das wäre generell mal ein wichtiges Thema für die DGfM: Freisetzung von nicht-heimischen Arten durch professionelle sowie auch private Pilzzucht. In den USA soll der Zitronenseitling als invasive Art bereits Probleme bereiten, siehe https://www.waldwissen.net/de/waldwirtsch…htpilze#c122599

Schon allein deswegen wollte ich genau wissen, welche Agaricus-Art sich da so wohlfühlt. Aber es gab Entwarnung: Weitgehend 4-sporige Basidien! Auch der Rest sah sehr eindeutig nach Wiesen-Champignon Agaricus campestris aus: jung schön rosa Lamellen, lange eingerollt-überstehende Huthaut, flüchtiger Ring, meist leicht zugespitzte Stielbasis. Zum Abgleich kaufte ich dann im Laden noch einen echten Zuchtchampignon Agaricus bisporus und verglich die Mikro-Merkmale: meist 2-sporige Basidien. Die Sporen selbst unterscheiden sich nur marginal.

Und ein paar Fotos dazu – keine Hexenringe!
[image]
[image]
[image]
[image]
[image]

Viele Grüße – Rika


gesamter Thread: