Pilze Pilze Forum
Erweitert

"Pilzzucht" mit Pilzresten

Ronny, (vor 7369 Tagen)

Hallo zusammen,

gerade ist mir mal wieder eine Sache eingefallen, die ich schon immermal hier im Forum erzählen wollte. Mich würde Eure Meinung dazu interessieren oder vielleicht hat der eine oder andere schonmal eine ähnliche Erfahrung gemacht:

Als Kind kam ich immer auf die tolle Idee, die Pilzreste, die vom Säubern der Pilzfunde übrig geblieben waren, bei den Bäumen (drei einzelne Fichten in exponierter Lage) hinter unserem Ferienhaus im bayrischen Wald "zu entsorgen". Und siehe da: Zwei, dreie Jahre später wuchsen doch tatsächlich mal ein Steini, mal eine Marone unter diesen Fichten. Ok, dies könnte noch Zufall gewesen sein.

Zurück in Großstadt mußte ich das "Experiment" natürlich weiterführen, Kinder sind ja neugierig: Die Pilzreste wurden immer an drei Birken, die in so etwas wie überdimensionalen Blumentöpfen mitten in der Stadt nahe der Fußgängerzone wuchsen, entledigt. Schon in dem darauf folgenden Jahr wuchsen dort eine Heiderotkappe und Birkenpilze, vereinzelte Fliegenpilze wuchsen in den Bottichen übrigens schon vorher. Das "Spektakel" dauerte noch etwa zwei,drei Jahre an, dann war es vorbei.
Das war so ungewöhnlich, das ich hier nicht mehr an einen Zufall glaube. Leider gab es damals noch keine Digi-Cams, sonst hätte ich die Beweise für die Nachwelt festgehalten.

Haltet mich für bekloppt: Seitdem schleppe ich übrigens alle Pilzreste wieder zurück in den Wald, in der Hoffnung, das die ein oder andere Spore mir dann als ausgewachsener Pilz wieder begegnet ...

Gruß, Ronny

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: "Pilzzucht" mit Pilzresten

thomyh2, (vor 7369 Tagen) @ Ronny

hallo ronny,

ich hab das als kind auch immer gemacht und bei mir ist leider nie was draus geworden :-)

aber ich war letzte woche bei der hiesigen pilzsachverständigen und die meinte nur beiläufig, dass ich die pilzreste nach möglichkeit wieder mit in den wald nehmen soll.
ich traute mich aber nicht zu fragen, warum :-))

lg
ela

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: "Pilzzucht" mit Pilzresten

Waldschrat, (vor 7369 Tagen) @ Ronny

Hallo zusammen,
gerade ist mir mal wieder eine Sache eingefallen, die ich schon immermal hier
im Forum erzählen wollte. Mich würde Eure Meinung dazu interessieren oder
vielleicht hat der eine oder andere schonmal eine ähnliche Erfahrung
gemacht: Als Kind kam ich immer auf die tolle Idee, die Pilzreste, die vom
Säubern der Pilzfunde übrig geblieben waren, bei den Bäumen (drei einzelne
Fichten in exponierter Lage) hinter unserem Ferienhaus im bayrischen Wald
"zu entsorgen". Und siehe da: Zwei, dreie Jahre später wuchsen
doch tatsächlich mal ein Steini, mal eine Marone unter diesen Fichten. Ok,
dies könnte noch Zufall gewesen sein.
Zurück in Großstadt mußte ich das "Experiment" natürlich
weiterführen, Kinder sind ja neugierig: Die Pilzreste wurden immer an drei
Birken, die in so etwas wie überdimensionalen Blumentöpfen mitten in der
Stadt nahe der Fußgängerzone wuchsen, entledigt. Schon in dem darauf
folgenden Jahr wuchsen dort eine Heiderotkappe und Birkenpilze,
vereinzelte Fliegenpilze wuchsen in den Bottichen übrigens schon vorher.
Das "Spektakel" dauerte noch etwa zwei,drei Jahre an, dann war
es vorbei.
Das war so ungewöhnlich, das ich hier nicht mehr an einen Zufall glaube.
Leider gab es damals noch keine Digi-Cams, sonst hätte ich die Beweise für
die Nachwelt festgehalten.
Haltet mich für bekloppt: Seitdem schleppe ich übrigens alle Pilzreste wieder
zurück in den Wald, in der Hoffnung, das die ein oder andere Spore mir
dann als ausgewachsener Pilz wieder begegnet ...
Gruß, Ronny

Bravo Ronny,
solche Leute braucht das Land.
weiter so - Waldschrat

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Ist nicht ganz neu...;-)

Andreas.J, (vor 7369 Tagen) @ Ronny

...mache ich schon seit Jahren, bei meinem kleinen Wald vor der Haustüre..;-) im Einzelfall scheint es tatsächlich zu funktionieren, ob es allerdings nur Zufall ist weiss ich nicht - zumal die Bodenbeschaffenheit und Sonneneinstrahlung eine zentrale Rolle zu spielen scheint - deshalb meine Frage von gestern betreff Standort von Satansröhrlingen...bis jetzt leider ohne Antwort..)-: Dafür bin ich aber zu wenig Biologe und für aufwändige Untersuchungen fehlt mir die Zeit und Know-how ..;-) Die Pilzabfälle streue ich jedenfalls meist bei Jungwuchs aus - Eichen und Buchen - selten Fichten. In nächster Zeit werde ich erstmals ein Experiment mit Spitzmorcheln versuchen....in einem kleinen Auwaldgebiet - das notwendige Substrat und der genaue Standort sind bereit...warte jetzt nur noch auf den richtigen Zeitpunkt im Herbst..;-) mal sehen, ob im nächsten Frühling oder Jahre später was wächst...;-)

Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit deinen Versuchen...

Gruässli Andreas

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: Ist nicht ganz neu...;-)

Waldschrat, (vor 7369 Tagen) @ Andreas.J

...mache ich schon seit Jahren, bei meinem kleinen Wald vor der Haustüre..;-)
im Einzelfall scheint es tatsächlich zu funktionieren, ob es allerdings
nur Zufall ist weiss ich nicht - zumal die Bodenbeschaffenheit und
Sonneneinstrahlung eine zentrale Rolle zu spielen scheint - deshalb meine
Frage von gestern betreff Standort von Satansröhrlingen...bis jetzt leider
ohne Antwort..)-: Dafür bin ich aber zu wenig Biologe und für aufwändige
Untersuchungen fehlt mir die Zeit und Know-how ..;-) Die Pilzabfälle
streue ich jedenfalls meist bei Jungwuchs aus - Eichen und Buchen - selten
Fichten. In nächster Zeit werde ich erstmals ein Experiment mit
Spitzmorcheln versuchen....in einem kleinen Auwaldgebiet - das notwendige
Substrat und der genaue Standort sind bereit...warte jetzt nur noch auf
den richtigen Zeitpunkt im Herbst..;-) mal sehen, ob im nächsten Frühling
oder Jahre später was wächst...;-)
Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit deinen Versuchen...
Gruässli Andreas

Hallo Andreas,
Es ist klar, daß sich alle Geschöpfe nur in bestimmten Bedingungen vermehren, Pilze zieren sich darin besonders hartnäckig. Aber allein das Bemühen, ihnen auf die Sprünge zu helfen, ist lobenswert, auch wenn es auch nicht ganz selbstlos ist. Ich tu es auch, stets erfolglos, aber unverdrossen. Ein sturer Bock (Pommer) gibt nicht auf.
Gut streu!
Waldschrat

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: "Pilzzucht" mit Pilzresten

Rigoletto, (vor 7369 Tagen) @ Ronny

Hallo Ronny,
auf dem Wege von verschleppten Sporen ist einst auch der Tintenfischpilz aus Australien nach Europa gekommen. Ich dachte immer es sei normal, dass man Pilzreste die beim Putzen anfallen natürlich in den Wald zurück bringt. Ich putze deshalb schon im Wald, wie ich es von meinen Onkel gelernt habe.

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: "Pilzzucht" mit Pilzresten

Werner, (vor 7369 Tagen) @ Ronny

Ich habe das gleiche Experiment auch schon gemacht. Siehe auch den alten Thread hier: Beitrag 93032

Gruß,

Werner

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

klar

aleman, (vor 7369 Tagen) @ Werner

ist doch völlig klar ,daß das geht
die pilzreste sind ja im prinzip myzel
außerdem enthalten die reste jede menge sporen
es muss nur noch der platz stimmen
ich hab sogar schon aus getrockneten pilzen lamellenteile
herauspräpariert da die meine myzelkultur vergammelt war
und siehe da die sporen haben auf nährboden relativ gut gekeimt
an den lamellen haften ja immer noch sporen
albi

Ich habe das gleiche Experiment auch schon gemacht. Siehe auch den alten
Thread hier:
Beitrag 93032
Gruß,
Werner

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: klar

Werner, (vor 7369 Tagen) @ aleman

ist doch völlig klar ,daß das geht
die pilzreste sind ja im prinzip myzel
außerdem enthalten die reste jede menge sporen
es muss nur noch der platz stimmen
ich hab sogar schon aus getrockneten pilzen lamellenteile
herauspräpariert da die meine myzelkultur vergammelt war
und siehe da die sporen haben auf nährboden relativ gut gekeimt
an den lamellen haften ja immer noch sporen

Schon klar. Aber selbstverständlich ist das nicht, daß überhaupt was kommt. Es reicht, wenn im Boden ein Mycel vorhanden ist, das stärker als alle ausgestreuten Arten ist und diese bekämpft. Dabei muß dieses vorhandene Mycel nicht mal Fruchtkörper hervorbringen. So ist es mir bisher nicht gelungen, B. edulis unter Fichten anzusiedeln. Es ist auch so, daß beispielsweise die Galerina nur einmal erschienen ist und seitdem nicht mehr.

Es macht Spaß zu sehen, wenn was kommt. Aber Erfolgsgarantie gibt es sicher keine.

Gruß,

Werner