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Unbekannter Röhrling an seltsamen Ort *PIC*

Armin Groß, (vor 7368 Tagen)

Hallo Pilzfreunde
Fund aus einem Biergarten bei Trier im reinen Splitt- Schotter unter Kastanie und Linde.
Hut alt matt-hellbraun, glatt- samtig, leicht rissig im Randbereich, Durchmesser ca. 80mm.
Röhrenmündungen unregelmäßig eckig verzogen, jung gelblich (nicht leuchtend) später oliv-grün.
Stiel extrem kurz zugespitzt, glatt, gelblich, zur Stielspitze rötlich geflammt.
Fleisch gelblich, rötet im Schnitt sofort nur im Hut (Bild 4), Stielfleisch blaut nach 2-3 min und schwächt nach ein paar Stunden ab. Stiel blaut nach Verletzung nach ca.2 min.
Kein besonderer Geruch.
Viele junge Exemplare wuchsen fast büschelig direkt aus dem Split (Bild 3).
Hüte der kleinen Fruchtkörper waren dunkler und runzeliger. Myzelfilz an der wurzelartigen Stielverlängerung gelb.

Was könnte das sein?
Gruß Armin

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Wiederum Xerocomus communis (Eichen-Filzröhrling) *oT*

Jürgen, (vor 7368 Tagen) @ Armin Groß

- kein Text -

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Re: Wiederum Xerocomus communis (Eichen-Filzröhrli

Armin Groß, (vor 7367 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
danke für die schnelle Antwort.
Ich habe die Stielbasis bzgl. „flam red dots“ überprüft , und konnte jedoch leider keine rote Punkte feststellen. Mein älteres Exemplar war jedoch schon leicht überständig und auch die sehr kleinen Fruchtkörper hatten schon Würmer in der Stielbasis, so dass das Fleisch in diesem Bereich nicht mehr schön gelb sondern schon recht dunkel unansehnlich war. Wie du schon öfters betont hast, ist dies Merkmal auch nicht immer leicht festzustellen.

Interessieren würde mich noch folgendes:
Welche äußere Merkmale und Beschreibungen unseres Fundes waren für dich eigentlich ausschlaggebend für X. communis bzw. welche Arten im Umfeld X. communis lassen sich durch die Beschreibung und Fotos ausschließen.
Kommt eigentlich der extrem kurz zugespitzte Stiel öfters bei X. communis vor, oder hat diese Wuchsform mit dem steinig, harten Boden zu tun und kann somit bei anderen Arten genauso vorkommen. Dazu ist mir noch folgender Link in Erinnerung der ja auch communis darstellt:
Beitrag 102043

Die Sporengröße werde ich die nächsten Tagen noch überprüfen. Ich glaube ich habe noch irgendwo die Angaben von dir bzgl. X. communis.

Wir waren bei diesem Fund eine Kleingruppenexkursion von Pilzsachverständigen. Bei diesem Röhrling hatten wir jedoch keinen Plan was das sein könnte (wie so oft bei den „Experten“). U.a. wurde der Goldröhrenschwamm Boletus fragrans ins Spiel gebracht, der in der Literatur von südlichen Länder beschrieben wird und auf manchen Abbildungen ( z.B. Dähncke 1200 Seite 70) schon an unseren Fund erinnert (Fruchtkörperform, Stielform, büschelige Wuchsform,). Ist diese Art völlig abwegig und warum? Wurde diese Art eigentlich in Deutschland schon gefunden?
Hat B. fragrans auch noch im Alter diese kleinen Röhrenmündungen?

Versteh diese Fragen bitte nicht als Beanstandung von B. communis, sondern wir wollen halt nur noch dazulernen.
Gruß Armin

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Re: Wiederum Xerocomus communis (Eichen-Filzröhrli

Jürgen, (vor 7367 Tagen) @ Armin Groß

Hallo Armin,

danke für die schnelle Antwort.
Ich habe die Stielbasis bzgl. „flam red dots“ überprüft , und konnte jedoch
leider keine rote Punkte feststellen. Mein älteres Exemplar war jedoch
schon leicht überständig und auch die sehr kleinen Fruchtkörper hatten
schon Würmer in der Stielbasis, so dass das Fleisch in diesem Bereich
nicht mehr schön gelb sondern schon recht dunkel unansehnlich war. Wie du
schon öfters betont hast, ist dies Merkmal auch nicht immer leicht
festzustellen.

bei starkem Madenbefall in der Stielbasis kann man die "dots" makroskopisch meist vergessen. Sie sind aber das zuverlässigste Merkmal, um communis von ähnlichen Arten wie subtomentosus, chrysenteron, cisalpinus, pruinatus, porosporus, ripariellus, moravicus/leonis etc. zu trennen. Einzig rubellus kann das Merkmal noch teilen (der aber jung durch einheitlich rote Hut- und Stielfarben und kräftiger gelbes Fleisch festgelegt ist). Also am besten auf besser erhaltene Frkp. warten.

Interessieren würde mich noch folgendes: Welche äußere Merkmale und
Beschreibungen unseres Fundes waren für dich eigentlich ausschlaggebend
für X. communis bzw. welche Arten im Umfeld X. communis lassen sich durch
die Beschreibung und Fotos ausschließen.

X. communis ist eine extrem variable Art (die Variationsfreude v. a. bei der Hutfarbe ist geradezu arttypisch!). Die von dir gezeigte Farbform mit jung bräunlichen, gerunzelten Hüten und blassgelblichen stielen trifft man aber recht häufig an. Evtl. spielt auch der Untergrund eine Rolle, da ich gerade diese Form auch von kalkgeschotterten Wegrändern kenne. Auch das im Schnitt rosaliche Hutfleisch ist bei communis häufig zu beobachten.

Kommt eigentlich der extrem kurz zugespitzte Stiel öfters bei X. communis
vor, oder hat diese Wuchsform mit dem steinig, harten Boden zu tun und
kann somit bei anderen Arten genauso vorkommen. Dazu ist mir noch
folgender Link in Erinnerung der ja auch communis darstellt:
Beitrag 102043

Ausspitzende Stiele sind für die Art recht charakteristisch (genau hier von außen nach den "dots" kratzen!). Gute Hinweise gibt auch oft der Standort. Die Art bevorzeugt ruderale, stickstoffbeeinflusste Standorte (Gärten, geschotterte Friedhöfe, Parks, Brennnesselgebüsche an Wegrändern), insofern überrascht mich der Biergarten nicht wirklich.

Die Sporengröße werde ich die nächsten Tagen noch überprüfen. Ich glaube ich
habe noch irgendwo die Angaben von dir bzgl. X. communis.

Auch wichtig, wenn man sich makroskopisch nicht sicher ist (es ist ja auch verwirrend mit den kleinen Filzröhrlingen). Merke: Sporen im Mittel weniger als 2,5 mal so lang wie breit und nicht abgestutzt deuten in unseren Breiten immer auf communis (oder rubellus). (abgesehen von moravicus, der aber durch andere Merkmale hinreichend abgegrenzt ist).

Wir waren bei diesem Fund eine Kleingruppenexkursion von
Pilzsachverständigen. Bei diesem Röhrling hatten wir jedoch keinen Plan
was das sein könnte (wie so oft bei den „Experten“). U.a. wurde der
Goldröhrenschwamm Boletus fragrans ins Spiel gebracht, der in der
Literatur von südlichen Länder beschrieben wird und auf manchen
Abbildungen ( z.B. Dähncke 1200 Seite 70) schon an unseren Fund erinnert
(Fruchtkörperform, Stielform, büschelige Wuchsform,). Ist diese Art völlig
abwegig und warum? Wurde diese Art eigentlich in Deutschland schon
gefunden?
Hat B. fragrans auch noch im Alter diese kleinen Röhrenmündungen?

Ja, fragrans ist abwegig. Die Art ist im Normalfall viel größer und robuster, kräftiger maronenbraun und hat leuchtender gelbe, kleinere Röhren/Poren (auch im Alter). Dazu kommen auch mikroskopische Unterschiede. Die Art ist in Südeuropa verbreitet, bei uns aber extrem selten. Letztes Jahr wurde sie bei Wien gefunden (das Bild habe ich im Web gesehen). Aus Deutschland gibt es zwar eine Handvoll Angaben, aber keine aus jüngerer Zeit, die umfassend belegt und dokumentiert wären. Ich habe fragrans noch nie leibhaftig gesehen, communis jedoch sicher 100fach und öfter in allen möglichen Variationen, die bei ungenauer Beobachtung locker einem halben Dutzend verschiedener Arten zugeordnet worden wären.

Gruß Jürgen

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Re: Wiederum Xerocomus communis (Eichen-Filzröhrli

Armin Groß, (vor 7366 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
Vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen zu X. communis und Umfeld.
Ich denke wir können uns jetzt unter dem Eichenfilzröhrling etwas (mehr) vorstellen.
Es ist schon nicht einfach mit den Filzröhrlingen bei diesen verschiedenen Erscheinungsformen. Aber zum Glück haben wir ja immer einen kompetenten Spezialisten den man fragen kann.
Gruß Armin