Pilze Pilze Forum
Erweitert

Schützenswerte pilze

bucki, (vor 7367 Tagen)

Hallo zusammen,

auf Grund der scheinbar riesigen Mengen an Pilzen die zur Zeit wachsen, frage ich mich langsam, ob das so in Ordnung ist, was einige Leute da momentan mit aus dem Wald schleppen. Meiner Meinung nach sind Steinpilze und vor allem aber auch Rotkappen, um nur 2 Arten zu nennen, sehr schützenswert. Von Steinpilzen sollten daher nur geringe Mengen mitgenommen werden, Rotkappen überhaupt nicht. Wenn ich da so lese, was manche Leute da kiloweise mitnehmen, dann stimmt mich das schon ein wenig nachdenklich. Es gibt ja momentan auch nur so eine Schwämme von Pilzen, weil die Bedingungen zur Fortpflanzung so optimal sind und nicht damit sich der Mensch was leckeres kocht.
Hier bei mir im Gebiet werden schon die kleinsten Embryonen mitgenommen. Ich entdecke fast jeden Tag kleine Steinpilze und am nächsten Tag sind auch schon wieder weg.
Ich denke viele sollten mal etwas nachdenklicher mit diesem Thema umgehen.

Lieben Gruß bucki

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Hirschling, (vor 7367 Tagen) @ bucki

Hi Bucki,

ist schon richtig das dieses massenweise Mitnehmen unterbunden werden sollte.
Aber den Steinpilz als seltenen Pilz zu bezeichnen halte ich für ein bissel überspannt. Wenn man die Entwicklung der letzten 15 Jahre mal verfolgt ist aus dem Gelegenheitsfund den man nur in bestimmten Waldgebieten und Regionen finden konnte, mittlerweile ein Massenpilz geworden, auch wenn`s vielleicht mancher nicht so krass hören möchte. Wenn ein Pilz auf der roten Liste steht, muss das noch lange nicht heissen, das er auch dort hingehört.
Und mal ne` Rotkappe mitnehemen tut dem Bestand auch keinen Abbruch. Nur solange vor allem Espen als unerwünschte Baumart aus den Nutzwäldern verschwinden,(aber auch Birken) werden sich die typischen Rotkappen auch nicht
mehr ausbreiten können. Hier in Thüringen gibt es eigentlich immer reichlich, muss ich dazu sagen.

LG Jörg

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Zum Steinpilz

Christoph G, (vor 7367 Tagen) @ Hirschling

Hallo Joerg,

Auf der roten Liste, zumindest in Baden Wuerttemberg stehen Steinpilze (Sommer und Fichten) meines Wissens nicht. Laut dem Werk die Grosspilze Baden-Wuerttembergs von Prof. Krieglsteiner (+) und Andreas Gminder, der ja hier sehr aktiv im Forum mitmacht, haben Steinpilze in den letzten Jahrzehnten keine Rueckgangstendenzen gezeigt. Ganz im Gegensatz zum Pfifferling, der
dort auch fuer die RL in Kategorie 3 vorgeschlagen wird.
Das Problem mit dem Rueckgang von Rotkappen hast Du genau richtig erkannt. Im Sinne einer naturnahen Waldwirtschaft, ist es aber verstaendlich, dass Espe und Birke als Pionierbaumarten in Zukunft in waldbaulichen Planungen weniger eine Rolle spielen werden, und damit sicher auch weitere Vorkommen von Rotkappen verschwinden werden.

LG Christoph

Hi Bucki,
ist schon richtig das dieses massenweise Mitnehmen unterbunden werden sollte.
Aber den Steinpilz als seltenen Pilz zu bezeichnen halte ich für ein bissel
überspannt. Wenn man die Entwicklung der letzten 15 Jahre mal verfolgt ist
aus dem Gelegenheitsfund den man nur in bestimmten Waldgebieten und
Regionen finden konnte, mittlerweile ein Massenpilz geworden, auch wenn`s
vielleicht mancher nicht so krass hören möchte. Wenn ein Pilz auf der
roten Liste steht, muss das noch lange nicht heissen, das er auch dort
hingehört.
Und mal ne` Rotkappe mitnehemen tut dem Bestand auch keinen Abbruch. Nur
solange vor allem Espen als unerwünschte Baumart aus den Nutzwäldern
verschwinden,(aber auch Birken) werden sich die typischen Rotkappen auch
nicht
mehr ausbreiten können. Hier in Thüringen gibt es eigentlich immer reichlich,
muss ich dazu sagen.
LG Jörg

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Harry B., (vor 7367 Tagen) @ bucki

Wo wir bei "Massen von Leuten" wären die momentan abseits der Wege durch den Wald trampeln.. Ich gestehe, habe diese Woche an einem Tag 500Gr z.T. sehr große Pfifferlinge gesammelt, als Kind hat man mir immer erzählt die seien im Taunus alle "ausgestorben,ausgerottet,übersammelt".. und viele wuchsen an den Stellen die ich zwar schon seit mehreren Jahren immer wieder "besammle" aber ich trete gezielt nicht auf die Stellen wo sie wachsen, es kamen u.a. auch 5 neue Stellen hinzu die mir jetzt bekannt sind, jedes Jahr mehr...
Und auch ich begegne mehrmals die Woche Leuten die ihren ganzen Kofferraum mit randvollen Pilzkörben vollstopfen, selbst mit übervollen Plastiktüten unterwegs sind. Was sie sammeln weiß ich kurioser Weise nicht, ich denke es sind momentan zu 80% Maronen, die Täublinge stehen noch alle an ihren Plätzen, Parasol ebenfalls, und wo jene Menschenmassen herumsuchen ist es meist mit Moos überzogener Nadelwaldboden, dort gibt es hier fast ausschließlich Maronenröhrlinge.. Schlimm? Relativ, die meisten "Sammlerkollegen" sind eher vom Typ "Bloß nicht weit laufen, ja nicht auf schlammige Waldwege, in Straßennähe wächst genug". Tja, und notorische KMläufer, wie ich, werden dann mit Steinpilzen, Pfifferlingen, Flockis und allen anderen zu findenden Arten direkt neben dem Waldweg belohnt, oft keine 20m von so einem "Dauerbesuchtem" Pilzsammelparkplatz entfernt, nur lustigerweise nicht auf Moos wachsend.

Was die Masse der Sammler betrifft, so tendiere ich zu einer Mixtur, die Medien, leider auch das Internet, tragen sicherlich dazu bei das die Sammler immer mehr werden und viele davon Interessieren sich wenig für die Natur, leider. Ich habe bei einigen auch den Eindruck sie sammeln um bei ihren meist (Rentner)Freunden, das Jahr über mit vollen Gefriertruhen protzen zu können, daher auch die rauhen Mengen die sie an einem Tag sammeln.

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Werner, (vor 7367 Tagen) @ bucki

Hallo,

auf Grund der scheinbar riesigen Mengen an Pilzen die zur Zeit wachsen, frage
ich mich langsam, ob das so in Ordnung ist, was einige Leute da momentan
mit aus dem Wald schleppen.

Da gebe ich Dir recht. Insbesondere, wenn es Mengen sind, die kein vernünftiger Mensch essen kann. So las ich erst vor Kurzem, wie einer stolz in einer Lokalausgabe der "Augsburger Allgemeinen" (http://www.augsburger-allgemeine.de/index.php?sptnid=1081&puid=1®id=2 und dann nach Steinpilz suchen) davon berichtet, wie er 20 kg aus dem Wald auf 2x geschleppt hat, weil er es auf 1x nicht tragen konnte. Dazu ist er noch auf allen Vieren durch die Schonung gekrochen, wollte sich aus einem 1,5 kg Steinpilz eine Suppe kochen (pfui Teufel) und wollte das, was er nicht selbst verdrücken kann an ein Restaurant verkloppen. Das Foto des 1,5 kg Exemplars (die übrigens zur Zeit hier gar nicht so selten sind) war so überzeugend, daß man schon fast die Würmer auf der Zeitung kriechen sah.

Allerdings bin ich auch ein Gegner von Kontrollen, wo Leute - wie hier schon erwähnt - damit schikaniert werden, weil sie angeblich nur 250 g sammeln dürfen. Tatsache ist lediglich die langjährige Schweizer Forschungsarbeit, in der festgestellt wurde, daß Pilzesammeln praktisch keinen Einfluß auf die Pilzfruktifikation in kommenden Jahren hat. Dagegen hat das dauernde Zertrampeln des Waldbodens durch Leute immerhin einen geringen Einfluß.

Meiner Meinung nach sind Steinpilze und vor
allem aber auch Rotkappen, um nur 2 Arten zu nennen, sehr schützenswert.

Also, bei Steinpilzen sage ich mal definitiv "Nein" zu schützenswert. Es ist ein häufiger Pilz. Wenn man mit schützenswert allerdings meint, daß man davon nicht unbegrenzt aus dem Wald schleppen sollte, sehe ich das auch so. Ein generelles Sammelverbot hielte ich aber für völlig daneben.

Bei Rotkappen sehe ich es differenziert. Auch da bin ich gegen ein totales Sammelverbot - siehe der Vermerk oben auf die Schweizer Studie, die hier auch schon mehrfach besprochen wurde. Allerdings fände ich bei solchen relativ seltenen Arten ein Bußgeld für eher angebracht, wenn jemand die 1 kg - Grenze überschreitet. Andererseits ist es auch so, daß lokal Rotkappen durchaus häufig sein können - so sah ich erst vorgestern davon ca. 5 kg (allerdings die meisten in überaltertem Zustand) rumstehen.

Von Steinpilzen sollten daher nur geringe Mengen mitgenommen werden,
Rotkappen überhaupt nicht. Wenn ich da so lese, was manche Leute da
kiloweise mitnehmen, dann stimmt mich das schon ein wenig nachdenklich. Es
gibt ja momentan auch nur so eine Schwämme von Pilzen, weil die
Bedingungen zur Fortpflanzung so optimal sind und nicht damit sich der
Mensch was leckeres kocht.

Naja, ich sehe es im Prinzip zwar so wie Du, nur fände ich ein totales Sammelverbot für eine Art daneben. Das würde uns auch die Kartierung seltener Arten zumindest theoretisch unmöglich machen und wir würden uns bei der Mitnahme von Bestimmlingen jedesmal strafbar machen.

Hier bei mir im Gebiet werden schon die kleinsten Embryonen mitgenommen. Ich
entdecke fast jeden Tag kleine Steinpilze und am nächsten Tag sind auch
schon wieder weg.

Das ist allerdings auch in meinen Augen ein Frevel.

Ich denke viele sollten mal etwas nachdenklicher mit diesem Thema umgehen.

Was mich stört ist die Raffgier einiger Leute. Aber das Gesetz sollte m.E. da nicht unbedingt weiter verschärft werden. Wichtig fände ich eher, daß man solche Leute - wenn man ihnen begegnet - auf ihre unheimliche Raffgier anspricht und sowas als nicht "in" gilt. Hier im Forum hatten wir auch schon den ein oder anderen Fall, wo stolz Unmengen präsentiert wurden. Ich glaube, daß die negativen Reaktionen darauf eher ein Umdenken bewirken als kaum kontrollierbare Gesetze. Unbelehrbare werden sich weder vom Gesetz noch von negativen Reaktionen beeindrucken lassen. Genausowenig, wie die Autobahndrängler und Linksfahrer durch die härteren Gesetze der letzten Jahre verschwunden sind.

Viele Grüße,

Werner

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Lütte, (vor 7367 Tagen) @ Harry B.

Hallo!

Ich finde es zwar auch nicht gut, wenn alles massenhaft aus dem Wald getragen wird, was nicht niet- und nagelfest ist (besonders Unmengen junger Pilze), jedoch finde ich es bei der derzeitigen Menge an Pilzen übertrieben, peinlichst genau auf jedes Gramm zu achten. Zudem finden sich bei den viel zitierten Steinpilzen auch schon viele Fruchtkörper, die ihre Sporenmasse losgeworden sind bzw. vom Sammler unendeckt das zeitliche gesegnet haben.
Ich denke, wenn man vernünftig sammelt, dann kann man auch was in der Gefriertruhe haben, ohne der Natur zu schaden.
Zum Schluss möchte ich noch ein Wort zu der Moral loslassen. In einem Forumist es immer leicht den moralischen Finger zu erheben, ob es jedoch eingehalten wird, wird den meisten Lesern nicht offenbart werden.

Lütte

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Saftling, (vor 7367 Tagen) @ Werner

Ich glaube, daß die negativen Reaktionen darauf eher ein Umdenken
bewirken als kaum kontrollierbare Gesetze. Unbelehrbare werden sich weder
vom Gesetz noch von negativen Reaktionen beeindrucken lassen.
Genausowenig, wie die Autobahndrängler und Linksfahrer durch die härteren
Gesetze der letzten Jahre verschwunden sind.
Viele Grüße,
Werner

Hallo Werner,

dass negative Reaktionen jemand zum Umdenken (oder besser anders handeln) bringt, ist wohl eher eine Ausnahme. Mancher Massensammler, der hier im Forum mit Kritik überhäuft wurde, zieht daraus wohl nur die Konsequenz, dass er seine Ausbeuten hier nicht mehr bekannt gibt.
Ich bin davon überzeugt, dass positive Argumente Andere eher zum Umdenken bringen. Zum Beispiel kann man ja beim entspannten Plaudern mit einem Massensammler einige Vorzüge "beiläufig erwähnen", die die Selbstbeschränkung hat. Ich habe früher selbst oft aus dem Wald geholt, so viel ich tragen konnte. Heute ist mir das zu blöd. Ein Großteil der Ausbeute landete dann doch nur im Müll, ich war oft stundenlang mit Putzen beschäftigt, habe mich an den Pilzen überfressen und was da noch alles an rückblickend eher lästigen Folgen der großen Mengen waren. Heute genügen mir kleine Mengen, Qualität statt Masse und so ist das Pilze sammeln, kochen und essen viel genussvoller als es je war. Wer das einmal begriffen hat, wird bei den Mengen automatisch bescheidener und gewinnt dadurch mehr Freude. Diese Erfahrung ist lehrreich. Ich hätte mich durch negative Kritik nicht belehren lassen.

LG
Saftling

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Werner, (vor 7367 Tagen) @ Saftling

Hallo Saftling,

dass negative Reaktionen jemand zum Umdenken (oder besser anders handeln)
bringt, ist wohl eher eine Ausnahme.

Du hast sicher mit dem meisten recht, was Du gesagt hast. Ich versuche es auch erst mal positiv. Ich bin aber jetzt grade von den Hardcore-Sammlern ausgegangen, die Bewunderung-erheischend z.B. an Stammtischen sitzen. Hatte ich erst letztens. Die prahlen mit ihren Kilos und denken, sie sind die Größten. Wenn ich dann doch mal die negativen Aspekte dieser Sammelwut anspreche, erreiche ich vielleicht nicht beim Wut-Sammler etwas, aber bei den danebensitzenden Normalos habe ich wohl schon ein Nachdenken erreicht. Und der Kofferraum-Vollmacher wurde auch nicht als der große Macker gesehen, der er gerne sein wollte.

Ich rechnete den Leuten nur mal vor, wieviel man für eine 2-Personen-Mahlzeit an Steinpilzen braucht. Und dann kann man leicht ausrechnen, wieviele Mahlzeiten aus beispielsweise 10 kg rauskommen. Wenn man dann noch das Fassungsvermögen der Tiefkühltruhe (wo ja auch noch was anderes gelagert werden soll) und vor allem die Haltbarkeitsdauer eingefrorener Pilze dazurechnet, kommt man schnell drauf, daß wirklicher Pilzgenuß bei den allermeisten Menschen erstens nicht täglich zu erreichen ist (denn selbst das beste Steinpilzgericht wird bei Dauergenuß langweilig) und zweitens auch nicht 2 Jahre eingefrorene Pilze der Weisheit letzter Schluß sind. Wenn man die gleichen Leute dann fragt, ob sie 2 Jahre lang eingefrorenes Fleisch noch gerne im Gasthaus serviert bekämen, ist das ein Zusatzargument.

Das leuchtet den meisten schon ein.

Schlimm finde ich halt z.B. an dem von mir zitierten Artikel, daß in der Presse solche Helden, die 20 kg aus Schonungen rausschleppen, groß rauskommen. Dadurch fühlen sich andere angespornt, es denen gleichzutun oder die sogar noch zu übertreffen. Wenn öfters dagegen mal was in der Zeitung stünde, daß einer mit Unmengen gesammelter Pilze Strafe zahlen mußte und daß sowas absoluter Unsinn ist, wäre viel geholfen. Andererseits halte ich nichts von der Bestrafung von kleinen Überschreitungen der 1-2 kg Menge, weil das den Trotz und das "darum-kümmert-sich-der-Staat-aber..."-Syndrom rauskitzelt. Für viel wichtiger halte ich auch, daß in solchen Artikeln z.B. darauf hingewiesen wird, daß jeglicher Verkauf und damit kommerzielles Sammeln verboten sind. Wenn das aber auch noch lobend oder unkritisch erwähnt wird, bringt das Leute bloß auf Ideen.

Gruß,

Werner

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze - Thüringen

Franziska, (vor 7367 Tagen) @ Hirschling

Hallo Jörg, wo gehst du denn suchen? Im Schiefergebirge ist so gut wie nix los. Letzte Woche war ich an meiner Lieblingsstelle: Pustekuchen! Dabei hatte ich letztes Jahr einige Großväter extra stehenlassen...

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze - Thüringen

Franziska, (vor 7367 Tagen) @ Franziska

Ähm, Nachtrag: Ich meine natürlich Rotkappen, Steinpilze sind ja dieses Jahr phänomenal! Franziska

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Erkenntnisse... warum es keine seltenen Pilze gibt

Harry B., (vor 7367 Tagen) @ Lütte

Hallo Lütte, kann dir allen Punkten nur voll zustimmen! Was die behandlung der Natur betrifft, ich glaube keiner von uns weiß wirklich wieviele mini Pilze er auf einer Pirsch ins jenseits befördert, wieviele Speisepilze er unterm Laub zermatscht..

Bezüglich der Pfiffis muss ich mich ab heute (nochmals 600Gr gesammelt) korrigieren: Es gibt sie in rauen Massen, zumindest momentan so häufig das sie den ganzen Gebiete regelrecht bedecken, überall leuchtet es Eiergelb im Laub und selbst im Nadelwald, Steinis sind momentan sehr selten, Flockis gibt es im Moment häufiger.

Daher ziehe ich ebenfalls meine Schlüsse, ich denke von Seltenheit eines best. Pilzes kann man kaum reden, es muss der richtige Tag, im richtigen Jahr, nach richtigen Wetterlagen mit entsprechend richtiger Regenmenge, im richtigen 10-100qm Stück sein um zu sehen was dort im Boden steckt. Dabei kann schon 30m weiter ein Fruchtkörper der selben Art wachsen der dort wo man gerade ist erst in mehreren Wochen das Tageslicht erblickt. Welcher Biologe bzw. Naturschützer hat sich je die arbeit gemacht und das über 4 Monate jährlich und über mindestens 5 Jahre beobachtet? Aussagekräftig wären dabei sicherlich mehrere Hektar, bei einem gemischten Baumbestand und entsprechender Bodenbeschaffenheit für jede Pilzart, in verschiedenen Gebieten einer Waldregion, und diese qm für qm abgelaufen, täglich.. Ich glaube es hat bislang niemand gemacht, aus den Pilzkörben der meisten Sammler kann man nicht erkennen ob eine Art selten ist, ebensowenig bei "mal ab und an durch den Wald gehen und sich die Arten anschauen".
Ich schreibe das weil mir immer mehr auffällt das die angeblich seltenen "schützenswerten" Arten direkt an den Wegen wachsen, und nicht zu wenige, vom abseits gelegenen Flecken will ich gar nicht sprechen, da ist noch mehr.

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Milchbrätling, (vor 7367 Tagen) @ Werner

Hallo,
@Werner: m.M. nach sehr gute differenzierte Betrachtungsweise.

Ich kenne dieses geierhafte in den Wald rennen auch zu genau. Ich gehe mit meiner Frau und Tochter auch gerne in die Pilze, die Mädels haben den Korb dabei, ich den Foto. Wenn wir, wie zur Zeit, wirklich schöne Röhrlinge etc. stehen sehen, dann kommt es auch vor, daß wir den Korb mal vollmachen. Das passiert 2-3 mal in der Saison. Öfter nicht, der limitierende Faktor ist dabei aber weniger die freiwillige Selbstkontrolle als vielmehr das Veto meiner Frau, die einfach nicht genug Platz in der Truhe erübrigen will oder kann. Im Übrigen ists so wie Werner sagt, wer will schon ständig Pilze essen.
Dies gilt für die guten Pilzjahre, so wie es heuer eines ist. Sind die Pilze selten anzutreffen, sammeln wir auch nicht, gehen aber trotzdem in den Wald, gibt auch sonst genug zu erleben.

Ich stimme aber zu, daß selbst mir, der auch ein hektisches Gefühl hat, wenn er im Büro sitzt und nicht pilzen kann, manche Zeitgenossen fürchterlich auf den Keks gehen. Dies gilt insbesondere für die Leute, die meinen sie müßten die ganze Siedlung mit ihren Funden beglücken und jedem Pilze anbieten weil sie im Ernterausch Massen an Pilzen mitgenommen haben, die man unmöglich alle selbst verwerten kann. Ebenso mag ich nicht das bei uns auch schon beobachtete prof. Sammeln mit 8-10 nebeneinander laufenden Leuten, die nach Art der poliz. Spurensuche wirklich jedes Blatt umdrehen und meist mit Plastiktüten und Sprachproblemen unterwegs sind.

Mittlerweile habe ich mir persönlich in der Beziehung die Hörner abgestoßen und ich kann auch an einer Kolonie Parasol vorbeilaufen, ein zwei Bilder machen und ihnen ein angenehmes absporen wünschen.
Noch eine Bemerkung allerdings zu den immer wieder hier zu lesenden Hassthreads gegenüber anderen Sammlern:

Viele Leute sind selbst wie die Geier unterwegs, kritisieren aber andere die:

a. vor ihnen die Steinistelle abgeweidet haben--> Ganz böse..
b. vermeintlich Pilze umtreten,
c. sowieso alles nur Ahnungslose sind die sich nicht wirklich auskennen und nur Pfifferlinge und Steinpilze sammeln. Auch böse.
Das geht dann soweit, wie ich hier auch schon lesen musste, daß den Leuten gehässig guten Appetit gewünscht wird, wenn offensichtlich ungenießbare Exemplare genommen worden sind.
Oft ist es Wild oder Wetter odder Fäulnis, was die Pilze umwirft, die meisten "Edelpilze" gehen eh durch Schneckenfraß drauf. Wann startet denn mal einer einen Flame gegen die miesen hinterlistigen Schnecken?
Ich habe letztens in einem gut frequentierten Eichenwald den eher seltenen gelbporigen Rauhfuß entdeckt. Rundherum sah man Steinpilzschnittstellen und Putzreste. Dieser Piz wurde unbehelligt stehen gelassen, vermutlich weil man ihn (so wie ich auch) nicht einordnen konnte. Deshalb: gesammlt wird doch meist nur daß was auch oft gefunden wird, was die Leute halt kennen, und oft auch nur da wo man leicht hinkommt.
Nur meine Meinung, jetzt dürft ihr draufhauen.. ;-)

Grüße Ralf

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Schützenswerte pilze

Werner, (vor 7366 Tagen) @ Milchbrätling

Hallo,
@Werner: m.M. nach sehr gute differenzierte Betrachtungsweise.

Danke.

Ich kenne dieses geierhafte in den Wald rennen auch zu genau. Ich gehe mit
meiner Frau und Tochter auch gerne in die Pilze, die Mädels haben den Korb
dabei, ich den Foto. Wenn wir, wie zur Zeit, wirklich schöne Röhrlinge
etc. stehen sehen, dann kommt es auch vor, daß wir den Korb mal
vollmachen.

Klar, wer kennt das nicht. Aber man kann ja dazulernen. Heute lasse ich sogar junge Maronen oft stehen, einfach weil ich weiß, daß ich gar nicht so viel Appetit auf so viel Pilze habe. Außerdem hatte ich früher (vor etlichen Jahren) auch 2-3 Mal in meiner Karriere gefrevelt - will heißen ca. 5-7 kg Speisepilze auf einmal gesammelt. Nur eines unterschied mich doch immer. Ich habe immer schön die Klappe gehalten und war nicht wirklich stolz auf mich. Ich wußte schon, daß das übertriebenes Sammeln war. Und ich wäre nie auf die Idee gekommen, so etwas in einer Zeitung oder am Stammtisch mit stolzgestählter Brust zu erzählen.

Noch eine Bemerkung allerdings zu den immer wieder hier zu lesenden
Hassthreads gegenüber anderen Sammlern: Viele Leute sind selbst wie die
Geier unterwegs, kritisieren aber andere die: a. vor ihnen die
Steinistelle abgeweidet haben--> Ganz böse..

Sehe ich auch so.

b. vermeintlich Pilze umtreten,

Da muß ich widersprechen. Hier in der Münchner Gegend ist das leider Usus. Flockis werden oft ausgerissen oder abgeschnitten und hingeworfen. Bei einem Exemplar kann ich das verstehen, denn der Finder weiß nicht, was es ist und schmeißt ihn wieder hin. Aber leider finde ich auch recht oft Stellen, wo 5 oder mehr Flockis in unmittelbarer Nachbarschaft ausgerissen oder abgeschnitten rumliegen. Und das ist doch wirklich nicht notwendig - so blind kann doch keiner sein - insbesondere wenn man grade bei Flockis schon von der Weite die roten Stiele sieht. Einmal traf ich einen Oberknaller im Wald, der mir sagte, daß man diese giftigen Pilze rausreißen müsse, um andere vor Vergiftungen zu bewahren. Mit dem Typen war nicht zu reden und als ich dem sagte, daß ich die esse, blickte er mich nur ungläubig an. Dem beizubringen, daß man auch Grüne Knollis nicht rausreißt wäre zwecklos gewesen.

c. sowieso alles nur Ahnungslose sind die sich nicht wirklich auskennen und
nur Pfifferlinge und Steinpilze sammeln. Auch böse.

Sehe ich auch so. Allerdings muß ich schon sagen, daß ich in meinem Freundeskreis einen habe, der seit 30 oder mehr Jahren Pilze sammelt (so ca. 5 Arten) und der auch hin und wieder mit mir in die Pilze geht. Ein bißchen "merkwürdig" finde ich es schon, daß er nicht das geringste Interesse hat, etwas dazuzulernen.

Oft ist es Wild oder Wetter odder Fäulnis, was die Pilze umwirft, die meisten
"Edelpilze" gehen eh durch Schneckenfraß drauf.

Klar. Nur bei uns werden halt fast nur Flockis umgestoßen und das fällt schon auf, besonders wenn das "Wild" Messerschnittstellen hinterläßt :-)

Im Prinzip sind wir uns aber einig.

Gruß,

Werner