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Agaricus-Problem *PIC*

Werner, (vor 7363 Tagen)

Hallo,

vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen. Diesen Agaricus verfolge ich schon seit ein paar Jahren und komme einfach auf kein Ergebnis. Dieses Jahr fand ich ihn zu Hunderten in einem kleinen Waldstück - naturbelassen - zwischen Brennesseln (also nitratreich) und auf sehr viel verrottendem Material. Begleitbäume waren primär Kiefern und Eichen, aber auch Fichten und Eschen.

So vom bloßen Ansehen her hielt ich ihn für A. phaeolepidotus. Der Pilz ist jedoch ein Problem. Erstens habe ich eine positive Schäffer-Reaktion. Kann da was schiefgehen mit den Chemikalien (Alterung von Anilin?, HNO3 dürfte ja eher unkritisch sein)?

Der Pilz erreicht beachtliche Größen, die größeren deutlich über 10 cm Hutdurchmesser. Trotz des hohen Pflanzenbewuchses werden die Stiele aber nicht sonderlich lang, normalerweise kürzer als der Hutdurchmesser. Beim Aufschneiden ist kaum eine Farbveränderung feststellbar. Ich meinte zwar, ein minimales Röten oder Bräunen im Stiel zu sehen, aber das ist bestenfalls minimal. Die Stielbasis verfärbt bei den jungen Exemplaren auch nicht sichtbar. Die älteren sind leider alle so verwurmt, daß ich eine mögliche leichte (!) Gelbfärbung in der Basis nicht unbedingt ausschließen kann, aber nicht gesehen habe. Die St.basis ist außerdem leicht knollig. Lamellen wie gezeigt jung rosa, alt das übliche dunkelschokoladenbraun. Geruch eher keiner, bestenfalls leicht unangenehm.

Cheilozystiden (bauchig-umgedreht birnenförmig) konnte ich erkennen. Sporen (5,7)-6,2-(6,5)x(3,3)-3,5-(3,8).

Mit positiver Schäffer-Reaktion kommt praktisch nichts Brauchbares heraus. Und wenn man davon ausgeht, daß trotz 3-maligen Versuchen die Sch.reaktion doch negativ wäre, ist ebenfalls nicht wirklich bei den Rubescentes was zu finden. Irgendwie stimmen immer mindestens 2 Merkmale nicht. A. augustus kann ich wg. des fehlenden Anis-Geruchs und der viel zu kleinen Sporen wohl ausschließen. Außerdem kenne ich den anders.

Auch die italienische Agaricus-Monografie bringt mich nirgendwo hin.

Bilder:

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den habe ich nur wegen der witzigen Wuchsform - weitere Lamellen auf dem Hut - mit reingetan
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Viele Grüße und Dank im Voraus für evtl. Hilfen,

Werner

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Re: Agaricus-Problem

Waldschrat, (vor 7363 Tagen) @ Werner

Hallo,
vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen. Diesen Agaricus verfolge ich
schon seit ein paar Jahren und komme einfach auf kein Ergebnis. Dieses
Jahr fand ich ihn zu Hunderten in einem kleinen Waldstück - naturbelassen
- zwischen Brennesseln (also nitratreich) und auf sehr viel verrottendem
Material. Begleitbäume waren primär Kiefern und Eichen, aber auch Fichten
und Eschen.
So vom bloßen Ansehen her hielt ich ihn für A. phaeolepidotus. Der Pilz ist
jedoch ein Problem. Erstens habe ich eine positive Schäffer-Reaktion. Kann
da was schiefgehen mit den Chemikalien (Alterung von Anilin?, HNO3 dürfte
ja eher unkritisch sein)?
Der Pilz erreicht beachtliche Größen, die größeren deutlich über 10 cm
Hutdurchmesser. Trotz des hohen Pflanzenbewuchses werden die Stiele aber
nicht sonderlich lang, normalerweise kürzer als der Hutdurchmesser. Beim
Aufschneiden ist kaum eine Farbveränderung feststellbar. Ich meinte zwar,
ein minimales Röten oder Bräunen im Stiel zu sehen, aber das ist
bestenfalls minimal. Die Stielbasis verfärbt bei den jungen Exemplaren
auch nicht sichtbar. Die älteren sind leider alle so verwurmt, daß ich
eine mögliche leichte (!) Gelbfärbung in der Basis nicht unbedingt
ausschließen kann, aber nicht gesehen habe. Die St.basis ist außerdem
leicht knollig. Lamellen wie gezeigt jung rosa, alt das übliche
dunkelschokoladenbraun. Geruch eher keiner, bestenfalls leicht unangenehm.
Cheilozystiden (bauchig-umgedreht birnenförmig) konnte ich erkennen. Sporen
(5,7)-6,2-(6,5)x(3,3)-3,5-(3,8).
Mit positiver Schäffer-Reaktion kommt praktisch nichts Brauchbares heraus.
Und wenn man davon ausgeht, daß trotz 3-maligen Versuchen die Sch.reaktion
doch negativ wäre, ist ebenfalls nicht wirklich bei den Rubescentes was zu
finden. Irgendwie stimmen immer mindestens 2 Merkmale nicht. A. augustus
kann ich wg. des fehlenden Anis-Geruchs und der viel zu kleinen Sporen
wohl ausschließen. Außerdem kenne ich den anders.
Auch die italienische Agaricus-Monografie bringt mich nirgendwo hin.
Bilder:

den habe ich nur wegen der witzigen Wuchsform - weitere Lamellen auf dem Hut
- mit reingetan


Viele Grüße und Dank im Voraus für evtl. Hilfen,
Werner

Hallo Werner,
wenn ich die Merkmale Deines Champignon in mein Rasterfahndungs-Programm eingebe, erhalte ich die Meldung: So einen Pilz gibt es nicht. Dasselbe passiert mir allerdings auch oft mit meinen Funden. Das ist normal. Trotzdem habe ich das Gefühl, im Champignonswald herrscht noch dichter Nebel.
Gruß - Waldschrat

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Re: Agaricus-Problem

Werner, (vor 7363 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Werner,
wenn ich die Merkmale Deines Champignon in mein Rasterfahndungs-Programm
eingebe, erhalte ich die Meldung: So einen Pilz gibt es nicht. Dasselbe
passiert mir allerdings auch oft mit meinen Funden. Das ist normal.
Trotzdem habe ich das Gefühl, im Champignonswald herrscht noch dichter
Nebel.

Tja, habe nun festgestellt, daß die Schäffer-Reaktion mit meinen Chemikalien nicht mehr zuverlässig funzt. Habe heute A. augustus und A. silvaticus extra für den Test gesammelt und beide waren positiv! A. silvaticus dürfte das auf keinen Fall sein, sogar wenn man annimmt, daß man ihn mit einem anderen aus der Sektion Rubescentes evtl. verwechselt hätte.

Trotzdem bleibt das Problem, ob ich meinen Pilz nun einen untypischen A. phaeolepidotus oder was anderes nennen soll.

Gruß,

Werner