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Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder) *PIC*

Pilzthomas, (vor 7347 Tagen)

Hallo in die Runde,

in einem Eichen-Hainbuchen-Wald mit Buchenanteil bin ich auf ein recht stattliches Vorkommen vom Schmarotzerröhrlingen (Xerocomus parasiticus) gestoßen. An wenigstens 7 relativ nah bei einander stehenden großen Kartoffelbovisten (S. citrina?) waren so viele Schmarotzer dran, dass eine kulinarische Verwertung schon in Betracht hätte gezogen werden können.
Daher meine Frage: Der Pilz wird in der Litratur (z.B. Gerhardt) verschiedentlich als essbar bezeichnet, was für den Wirt (Scleroderma, immer nur citrina?) mit Sicherheit nicht zutrifft.
Hat jemand Erfahrungen hierzu?
Die "befallenen" Boviste hatten eine aufgelöste mit Mycel durchsponnene Gleba (s. Bild 3). Ich vermute, dass der Röhrling dieses möglicherweise nähstoffreichere Gewebe als Nahrung vorzieht, während die Peridie intakt bleibt. Ist das immer so?
Wie häufig ist der Pilz anderswo? Dies ist mein zweiter Fund mit ca. 6 Jahren Abstand. Der Erste stammt aus einem Moorbirkenwald über Torf.

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen
Thomas

Ach so, hier die Bilder....
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Re: Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder)

Jürgen, (vor 7347 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo,

der Schmarotzerröhrling ist zwar essbar, sollte aber aus Artenschutzgründen geschont werden. Selten genug, dass man die Art mal zahlreicher antrifft. Den Korb bekommst Du auch mit anderen, viel häufigeren und kulinarisch wertvolleren Pilzen voll. Die wenigsten hier im Forum werden parasiticus schon einmal gefunden, geschweige denn verzehrt haben. Also: sich freuen - und stehen lassen!

X. parasiticus schmarotzt, soweit mir bekannt, primär auf dem Myzel des Kartoffelbovistes und "zapft" dessen Nährstoffaustausch mit den Baumpartnern an (so eine Art Huckepack-Mykorrhiza). Ob es sich bei dem "Gespinst" in der Gleba um parasiticus-Hyphen im Sinne eines Fruchtkörperbefalls handelt, müsste man erst nachprüfen. (Man darf ja nicht vergessen, dass die "Röhrlinge" und der "Bovist" nur die jeweiligen Fruchtkörper der beiden beteiligten Organismen sind). Richtig ist aber, dass Kartoffelbovist-Frkp. durch den Parasiten steril werden.

Die Art ist in Deutschland sehr ungleichmäßig verbreitet, sie kommt vor allem in Gebieten mit sauren und moorigen Böden vor. Schwerpunkte sind dem Verbreitungsatlas D zufolge das nordwestdeutsche Tiefland, die anschließende Übergangszone zu den Mittelgebirgen und das Oberrheingebiet mit Schwarzwald, Pfälzer Wald und Odenwald.

Übrigens schöne Bilder!

Grüße, Jürgen

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Re: Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder)

Pilzthomas, (vor 7347 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

danke für die Antwort und das Lob ("bescheidene Röte")!
Ich habe den Sammelreflex in diesem Falle leichten Herzens unterdrücken können und entsprechend wenig Flurschaden angerichtet. Mir geht es auch nur darum, ob es im Forum wirklich jemanden gibt, der die Dinger schon mal verputzt hat oder von jemandem weiß, der das schadlos getan hat.
Artenschutz steht bei mir auch weit oben, auch wenn man hier gelegentlich Schelte abbekommt, wenn man darauf hinweist ;-).
Also, wenn der Bovist tatsächlich steril wird, spricht doch evtl. wirlich etwas dafür, dass der Röhrling die Gleba "aufzehrt", oder?
Wo liegt eigentlich Dein Einzugsgebiet?

Gruß
Thomas

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P.S. Danke Jürgen für den Link, tolle Bilder..

Pilzthomas, (vor 7347 Tagen) @ Jürgen

die auch noch so unterscheidliche Standorte und Erscheinungsweisen zeigen.
LG
Thomas

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Re: Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder) *PIC*

ziggi, (vor 7346 Tagen) @ Jürgen

Die Art ist in Deutschland sehr ungleichmäßig verbreitet, sie kommt vor allem
in Gebieten mit sauren und moorigen Böden vor. Schwerpunkte sind dem
Verbreitungsatlas D zufolge das nordwestdeutsche Tiefland, die
anschließende Übergangszone zu den Mittelgebirgen und das Oberrheingebiet
mit Schwarzwald, Pfälzer Wald und Odenwald.

Hallo,

ich kann das Vorkommen im Pfälzer Wald bestätigen. Habe den parasiticus dort dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt (freu!) gesehen. Ein Kollege hat mir nen abgeschnittenen Fruchtkörper gezeigt. Ich hab mich schon geärgert, bis ich die anderen 100 gesehen hab.

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Gruß Markus

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Re: Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder)

Lothar Schwank, (vor 7346 Tagen) @ Jürgen

Hallo,
der Schmarotzerröhrling ist zwar essbar, sollte aber aus
Artenschutzgründen geschont werden. Selten genug, dass man die Art mal
zahlreicher antrifft. Den Korb bekommst Du auch mit anderen, viel
häufigeren und kulinarisch wertvolleren Pilzen voll. Die wenigsten hier im
Forum werden parasiticus schon einmal gefunden, geschweige denn verzehrt
haben. Also: sich freuen - und stehen lassen!
X. parasiticus schmarotzt, soweit mir bekannt, primär auf dem Myzel des
Kartoffelbovistes und "zapft" dessen Nährstoffaustausch mit den
Baumpartnern an (so eine Art Huckepack-Mykorrhiza). Ob es sich bei dem
"Gespinst" in der Gleba um parasiticus-Hyphen im Sinne eines
Fruchtkörperbefalls handelt, müsste man erst nachprüfen. (Man darf ja
nicht vergessen, dass die "Röhrlinge" und der "Bovist"
nur die jeweiligen Fruchtkörper der beiden beteiligten Organismen sind).
Richtig ist aber, dass Kartoffelbovist-Frkp. durch den Parasiten steril
werden.
Die Art ist in Deutschland sehr ungleichmäßig verbreitet, sie kommt vor allem
in Gebieten mit sauren und moorigen Böden vor. Schwerpunkte sind dem
Verbreitungsatlas D zufolge das nordwestdeutsche Tiefland, die
anschließende Übergangszone zu den Mittelgebirgen und das Oberrheingebiet
mit Schwarzwald, Pfälzer Wald und Odenwald.
Übrigens schöne Bilder!
Grüße, Jürgen

War auch sehr erstaunt das ein essbarer auf einem giftigen aufsitzt.Habe ihn auf Usedom auch schon gefunden, also besitzt der Nordosten auch schon Raitäten.

lothar

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Re: Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder)

phragmobasidie, (vor 7346 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo Thomas,

in der Online-Kartierung ist das Ding zwar weiter verbreitet, aber mein bisher einziger Fund war auch
im nordwestdeutschen Tiefland, wie im Verbreitungsatlas angezeigt (Nähe Lippstadt; nennt sich
das noch Münsterland ?). Der ganze Wald war voll mit Kartoffelbovisten und Hexeneiern, sah lustig aus.
Und an 1-2 Stellen viele FK vom Schmarotzer.

schönen Gruß
Robin