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Rißpilz-Frage *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7346 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
ich habe noch eine Rißpilz-Altlast, gefunden im August auf einer kleinen Lichtung in einem Fichten-Stangenwald. Entfernt ein paar junge Eichen. Ohne Knolle (der Pilz).

[image]

Mikroskopisch bot der folgendes:

[image]

Sporen: 6,9-8,1 x 5,6-6,2 µm
Cheilozystiden: Überwiegend Blasen, dicht gedrängt, 16-41 x 9,6-27 µm, größere mit leicht verdickten Wänden. Wenige metuloide Zystiden, 50-82 x 22-27(33) µm, Wände 1-1,5 µm und in Ammoniak gelblich (!). Keine Kristalle gesehen.
Pleurozystiden: Nicht sehr häufig, ähnlich den Cheilos, wenige mit Krsitallen.
Kaulozystiden: Keine, nur gegliederte keulige Elemente.
Ich habe mich zu Inocybe transitoria durchgewurstelt. Was meint ihr dazu?
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Rißpilz-Frage

Peter W., (vor 7346 Tagen) @ pilzmel

Lieber Andreas,

wenn dein Pilz keine Knolle hat und die Sporen so vorgezogene Höcker, dürfte das Inocybe pseudoasterospora var. microsperma sein.

Gruß Peter Welt

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Re: Rißpilz-Frage

pilzmel ⌂, (vor 7346 Tagen) @ Peter W.

Hallo Peter,
vielen Dank! Darauf wäre ich vermutlich mein Lebtag nicht gekommen. Ich habe im Stangl nachgeblättert und nach einer Art mit eckigen Sporen und ohne Kaulozystiden gesucht. Vor allem nach einer mit zahlreichen Blasen in der Schneide. I. transitoria erschien mir "am wenigsten falsch".
Der Pilz stammt übrigens aus deiner Nachbarschaft: Chemnitztal, "Bodenwald".
Beste Grüße! Andreas

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Andere Meinung

Helmut, (vor 7345 Tagen) @ pilzmel

Servus Pilzmel,

vom Aussehen her hätte ich in Richtung I. soluta / I. subcarpta getippt. Zu soluta würde auch die Sporengröße sehr gut passen. Was nicht passt:
- die Sporen sind zu stark ausgezogen höckerig
- die Hymenialzystiden sind zu dickwandig.

I. pseudoasterospora würde von der Sporenzeichnung her schon hinkommen, aber die Sporengröße ist etwas zu klein und auch Zystidenform und die Makroskopie gefallen mir für diese Art nicht.

Sind die Sporen immer so stark ausgezogen höckerig?

Die Angaben zur Wandstärke der Zystiden bei Stangl als "dünnwandig" ist nicht ganz korrekt. Besser wäre m. E. "nur schwach dickwandig" (im Gegensatz zu den Rimosae oder den Mallocyben).

Also insgesamt tendiere ich mehr zu I. soluta, aber ohne selbst in Mikroskop geschaut zu haben, lege ich mich da nicht fest.

Gruß

Helmut

Hallo Pilzfreunde,
ich habe noch eine Rißpilz-Altlast, gefunden im August auf einer kleinen
Lichtung in einem Fichten-Stangenwald. Entfernt ein paar junge Eichen.
Ohne Knolle (der Pilz).

Mikroskopisch bot der folgendes:
Sporen: 6,9-8,1 x 5,6-6,2 µm
Cheilozystiden: Überwiegend Blasen, dicht gedrängt, 16-41 x 9,6-27 µm,
größere mit leicht verdickten Wänden. Wenige metuloide Zystiden, 50-82 x
22-27(33) µm, Wände 1-1,5 µm und in Ammoniak gelblich (!). Keine Kristalle
gesehen.
Pleurozystiden: Nicht sehr häufig, ähnlich den Cheilos, wenige mit
Krsitallen.
Kaulozystiden: Keine, nur gegliederte keulige Elemente.
Ich habe mich zu Inocybe transitoria durchgewurstelt. Was meint ihr dazu?
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Andere Meinung

pilzmel ⌂, (vor 7344 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,
vielen Dank für deine Meldung zur Sache. Autsch, nun bin ich völlig verwirrt. Die beiden von dir genannten Arten hatte ich eigentlich ausgeschlossen. Aber ich muß gestehen, den Pilz ein wenig stiefmütterlich behandelt zu haben, weil nicht im "Heimat-Quadranten" gewachsen. Die Sporengröße ist vielleicht zu gering bemessen (kein Abwurf), aber die Form stimmt schon. Eigentlich hatte ich gehofft, die Art gut einzirkeln zu können. Mir erschienen die eckigen Sporen, die fehlenden Kaulos und die gering beschopften, mäßig dickwandigen Zystiden sehr repräsantativ. Auch die Elemente der Lam.schneide!
Aber wie heißt es so schön? Irren ist männlich.
Beste Grüße! Andreas

Servus Pilzmel,
vom Aussehen her hätte ich in Richtung I. soluta / I. subcarpta getippt. Zu
soluta würde auch die Sporengröße sehr gut passen. Was nicht passt: - die
Sporen sind zu stark ausgezogen höckerig
- die Hymenialzystiden sind zu dickwandig.
I. pseudoasterospora würde von der Sporenzeichnung her schon hinkommen, aber
die Sporengröße ist etwas zu klein und auch Zystidenform und die
Makroskopie gefallen mir für diese Art nicht.
Sind die Sporen immer so stark ausgezogen höckerig?
Die Angaben zur Wandstärke der Zystiden bei Stangl als "dünnwandig"
ist nicht ganz korrekt. Besser wäre m. E. "nur schwach
dickwandig" (im Gegensatz zu den Rimosae oder den Mallocyben).
Also insgesamt tendiere ich mehr zu I. soluta, aber ohne selbst in Mikroskop
geschaut zu haben, lege ich mich da nicht fest.
Gruß
Helmut