Re: Fragen zum Schmarotzerröhrling (3 Bilder)
Hallo,
der Schmarotzerröhrling ist zwar essbar, sollte aber aus
Artenschutzgründen geschont werden. Selten genug, dass man die Art mal
zahlreicher antrifft. Den Korb bekommst Du auch mit anderen, viel
häufigeren und kulinarisch wertvolleren Pilzen voll. Die wenigsten hier im
Forum werden parasiticus schon einmal gefunden, geschweige denn verzehrt
haben. Also: sich freuen - und stehen lassen!
X. parasiticus schmarotzt, soweit mir bekannt, primär auf dem Myzel des
Kartoffelbovistes und "zapft" dessen Nährstoffaustausch mit den
Baumpartnern an (so eine Art Huckepack-Mykorrhiza). Ob es sich bei dem
"Gespinst" in der Gleba um parasiticus-Hyphen im Sinne eines
Fruchtkörperbefalls handelt, müsste man erst nachprüfen. (Man darf ja
nicht vergessen, dass die "Röhrlinge" und der "Bovist"
nur die jeweiligen Fruchtkörper der beiden beteiligten Organismen sind).
Richtig ist aber, dass Kartoffelbovist-Frkp. durch den Parasiten steril
werden.
Die Art ist in Deutschland sehr ungleichmäßig verbreitet, sie kommt vor allem
in Gebieten mit sauren und moorigen Böden vor. Schwerpunkte sind dem
Verbreitungsatlas D zufolge das nordwestdeutsche Tiefland, die
anschließende Übergangszone zu den Mittelgebirgen und das Oberrheingebiet
mit Schwarzwald, Pfälzer Wald und Odenwald.
Übrigens schöne Bilder!
Grüße, Jürgen
War auch sehr erstaunt das ein essbarer auf einem giftigen aufsitzt.Habe ihn auf Usedom auch schon gefunden, also besitzt der Nordosten auch schon Raitäten.
lothar