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Marzipan-Täubling-Problem (4 jpgs) *PIC*

Pilzthomas, (vor 7344 Tagen)

Hallo zusammen,

aus aktuellem Anlass...
Auf Waldwällen in einem leicht bodensauren Eichen-Hainbuchen-Wald (in meiner geliebte Friesischen Wehde) stieß ich unter Hainbuchen auf einen Täubling mit Marzipangeruch allerdings mit unangenehmer Beinote. Dies ist ein Erstfund für mich und wie ich aus der Online-Kartierung für Niedersachsen entnehme sind Funde von "Mandel-Täublingen" bei uns großräumig eher die Ausnahme.

Geht der hier als Morse-Täubling (Russula illota) durch (s. Lamellen-Bild mit Strich-Punkt-Muster)??

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen
Thomas

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Nachtrag: 2 Sporenfotos *PIC*

Pilzthomas, (vor 7344 Tagen) @ Pilzthomas

So, nun habe ich Zeit gehabt, das Mikro zu bemühen.

Die Sporen sind in Melzers Reagenz gefärbt und messen (ohne Ornament) zwischen
7-8,5 x 6,5-8 µm. Das weist für mich auf R. illota hin, da die Varietäten um den R. laurocerasi (R. grata) nach BK (PDS), Band 5, größere Sporen haben.

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Re: Nachtrag: 2 Sporenfotos

Thüringer-Holz, (vor 7344 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo,

habe mal schnell geschaut,

Falls noch die Sporenpulverfarbe 20Y,2M (nach PDS) stimmt, wird es wohl der Morse-Täubling sein. Laut PDS unterscheidet sich die HDS noch.
Allerdings habe ich solch eine zarte Zeichnung der "Morsezeichen" noch nicht gesehen.

MFG
FELIX

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Re: Nachtrag: 2 Sporenfotos

Pilzthomas, (vor 7343 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

Danke für die Mail. Die Soprenfarbe nach BK, Band 6 natürlich (nicht 5!), haut hin. Aber gerade da unterscheiden sich die Sippen des Formenkreises wohl gar nicht.
Das härteste Merkmal scheint für mich die Sporengröße zu sein.
Die angegebenen Merkmale zur Verzweigungsstruktur der Hyphen dr HDS und die Färbung der Pileozystiden finde ich schwierig zu werten, weil ja gerade die beiden Varietäten des R. laurocerasi (Mandel-Täubling) hier bereits stärker variieren und der Unterschied zu R. illota (Morse-Täubling) dadurch m.E. verwischt.
Gruß
Thomas

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Re: Marzipan-Täubling-Problem (4 jpgs)

Andreas ⌂, (vor 7343 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo zusammen,
aus aktuellem Anlass...
Auf Waldwällen in einem leicht bodensauren Eichen-Hainbuchen-Wald (in meiner
geliebte Friesischen Wehde) stieß ich unter Hainbuchen auf einen Täubling
mit Marzipangeruch allerdings mit unangenehmer Beinote. Dies ist ein
Erstfund für mich und wie ich aus der Online-Kartierung für Niedersachsen
entnehme sind Funde von "Mandel-Täublingen" bei uns großräumig
eher die Ausnahme.
Geht der hier als Morse-Täubling (Russula illota) durch (s. Lamellen-Bild mit
Strich-Punkt-Muster)??
Über Rückmeldungen würde ich mich freuen
Thomas

Hallo thomas,

ich würde eher auf den Mandel-Täubling plädieren.
Zum einen hat der Morse-Täubling aber auch gar keine Mandelkomponente im Geruch, zweitens sind die Lamellenschneiden viel auffallender und dichter punktiert-gestrichelt und drittens hat er bei jungen ilzen einen recht deutlich violettlich getönten Hutschleim. Den kann ich beim Farbton des Hutes deines 4. Bildes auch nicht ansatzweise entdecken.
Aus mäßig sauren bis neutralen Eichen-Hainbuchenwäldern auf Lehmboden (Schönbuch) kenne ich Russula grata sehr wohl und auch nicht allzu selten, die Russula illota dagegen habe ich nur einmal im Schwarzwald auf saurem Boden unter Fichten gefunden.

beste Grüße,
Andreas

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Madelduftkomponente

Thüringer-Holz, (vor 7343 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ich widerspreche dir ungern,
aber Jochen und ich haben vorige Woche den Morse-Täubling gefunden und der hatte eine Madelduftkomponente.

MFG
Felix

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Ja stimmt,

Andreas ⌂, (vor 7343 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Andreas,
ich widerspreche dir ungern,
aber Jochen und ich haben vorige Woche den Morse-Täubling gefunden und der
hatte eine Madelduftkomponente.
MFG
Felix

.... das war ein Irrtum meinerseits. Der Morse-Täubling hat tatsächliuch eine deutliche Mandelkomponente, ebenso eine deutliche foetens-Komponente. Beim Mandel-Täubling dagegen fehlt dieser eher unangenehme foetens-Anteil.

Was an Unterschieden bleibt, ist die Schleimigkeit des Hutes (nicht schleimig beim Mandel-Täubling, schleimig beim Morse-Täubling) und die Stärke des Sporenornamentes (niedriger, bis knapp über 1 µm und wenig flügelartig bei illota, dagegen 1,5-2 µm hoch und deutlich flügelig bei grata).

beste Grüße,
Andreas

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Re: Ja stimmt,

Pilzthomas, (vor 7342 Tagen) @ Andreas

.... das war ein Irrtum meinerseits. Der Morse-Täubling hat tatsächliuch eine
deutliche Mandelkomponente, ebenso eine deutliche foetens-Komponente. Beim
Mandel-Täubling dagegen fehlt dieser eher unangenehme foetens-Anteil.
Was an Unterschieden bleibt, ist die Schleimigkeit des Hutes (nicht schleimig
beim Mandel-Täubling, schleimig beim Morse-Täubling) und die Stärke des
Sporenornamentes (niedriger, bis knapp über 1 µm und wenig flügelartig bei
illota, dagegen 1,5-2 µm hoch und deutlich flügelig bei grata).
beste Grüße,
Andreas

.. tja, das mit den Unterschieden ist eben so eine Sache.

Schleim kann ich (trotz der trockenen Großwetterlage) bestätigen. Der junge war schlüpfrig beim Einfassen und beim alten Exemplar in Bild 1 kann man eine eingetrocknete Schleimschlicht an der Huteinrissstelle noch erkennen.

Was das Sporen-Ornament betrifft, so gibt es in BK(PDS) Band 6 folgende "orakelhafte" Ausführungen:

R. illota: Ornament bis 1,3 µm vorstehend aus kräftigen teilweise verschmelzenden, fast gratig aussehenden Warzen.
R. laurocerasi var. laurocerasi (= R. grata): ..bis 1,4 µm vorstehend aus mehrheitlich isolierten Warzen sowie einzelnen kräftigen Rippen, die teilweise miteinander verbunden sind.
R. laurocerasi var. fragrans (= R. fragrans): .. bis 1,8 µm vorstehend aus einzelnen kräftigen Warzen sowie dicken, vielfach flügelartig angeordneten Rippen (diese Sippe kommt deshalb m.E. nicht in Frage!).

Probleme macht somit allein die Unterscheidung zwischen R. grata und R. illota und da bleibt m.E. fast nur das Strich-Punkt-Muster auf den Lamellenschneiden.

Gruß
Thomas