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Re: Hallimsch, Tintlinge und etwas OT

Jochen Girwert ⌂, (vor 7348 Tagen) 582 Beiträge @ Ingo

Hallo Ingo,

vor Jahren hatte ich zu Bestimmungszwecken eine Segge im Glas mit Wasser gepeppelt. Da erschienen dann kleine weiße Tintlinge am Stängel. Die hat Udo Luhmann damals als Coprinus friesii bezeichnet. Ich habe die Bestimmung nicht nachvollzogen und weiß auch nicht, wie viele vergleichbare Arten existieren.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Pilzfreunde!
Endlich mal wieder Hallimasch! Nein, im Wald standen sie nicht. Zuhause wurde
ich fündig!
In der Tiefi, begraben unter etlichen Morchelschollen, konnte ich noch einen
Portionsbeutel
ausfindig machen. Weil es der allerletzte war – hier ist der Gute:
Wenn nicht bald ein paar neue wachsen, muss ich wohl mit den Morcheln bei
irgendeiner
Tauschbörse vorstellig werden. Vielleicht erbarmt sich ja Jemand.
Den Kiefernwald habe ich am Wochenende dann doch noch heimgesucht. Es war
ganz lustig,
wenn man denn ein dickes Fell hat. Da wir in den letzten Wochen kaum
Luftfeuchtigkeit hatten,
standen noch etliche Dörrpilze herum. So versuchten wir einfach
herauszufinden, um welche
Arten es sich bei den Wracks handelte. Bei einigen Täublingen, wie dem
schwarzroten Speitäubling
und dem Apfeltäubling, gelang das sogar ganz gut.
Wie der Zufall so spielt, machten wir dann aber auch an diesem Wochenende
unseren Exotenfund.
Nicht auf dem Campingkompost! Der hatte bereits vor einer Woche komplett den
Betrieb eingestellt.
Zuhause wuchsen sie! Nicht im Tiefkühlschrank, sondern im Blumentopf am
abgestorbenen Bambus.
Zum ersten mal wurden nun auch wir von den mysteriösen Blumentopfpilzen
heimgesucht, die hier
seit geraumer Zeit im Forum herumgeistern.
Ich wage gar nicht erst zu fragen, ob sie uns irgendwie schaden könnten und
wie man sie am besten
entsorgt. Ein Bild von gestern Abend möchte ich aber dennoch zeigen:
Wie man sieht, sind es keine birnbaumii und auch keine, der üblichen, weißen
Faltenschirmlinge.
Ich würde hier eher zu Tintlingen tendieren, zumal sie auch direkt auf dem
Holz fruktizieren.
Gestern dachte ich noch für einen kurzen Moment, dass es sich um Schirmlinge
handeln könnte.
Das sollte sich dann aber heute als falsch erweisen, wie man beim aktuellen
Foto erkennen kann.

Kein Fruchtkörper hatte sich aufgeschirmt. Sie sind allesamt so
“eingebrochen“, wie man es von
Tintlingen erwarten kann.
Nun weiß ich, dass es hier im Forum einige ausgemachte Tintlingsexperten
gibt. Allerdings sollte es
sich hier vermutlich um einen reinen Tropenvertreter handeln, der hierzulande
sicher nicht so bekannt ist.
Ich hoffe aber, dass ich mich im Irrtum befinde, und trotzdem jemand etwas
zum Fund sagen kann.
Übrigens, die Hutgröße bei den ausgewachsenen Exemplaren betrug etwa 5 mm.
Letztendlich bleibe ich dabei, dass es das wohl war mit der Freilandsaison in
unserer Region.
Von den Niederschlägen der Vorwoche ist hier nichts angekommen, und auch
diesmal sieht es nicht
so aus, dass etwas durchkommt. Ich hoffe, dass es wenigstens in anderen
Regionen wieder etwas
besser wird, so dass ich mich hier wenigstens noch eine Weile an schönen
Bildern erfreuen kann.
Nebenbei! Zum Teleskoptreffen bin ich dann doch nicht gefahren. Ich hatte
einfach keinen Bock, bei
knapp 30°C fünf Stunden über Land zu gurken. Ich habe dann aber die super
Gelegenheit genutzt, mein
eigenes Teleskoptreffen zu veranstalten. Auf dem Bild sieht man mich mit
meinem “Chinaböller“,
einem 6 – Zoll Linsenteleskop (Refraktor) mit 1200 mm Brennweite.:
Damit lässt sich bei guten Bedingungen schon was anfangen. Und die hatte ich
in der Nacht zum
Samstag. Einen superklaren Himmel mit einer Durchsicht, wie man sie sonst nur
in den Bergen
erleben kann. Dazu noch die warmen Temperaturen und keine Spur von Tau. So
tolle Bedingungen
hatte ich bisher noch nie. Zumindest nicht im Herbst. Im Frühjahr gab es in
den vergangenen 10 Jahren
schon so 2 – 3 Beobachtungsnächte, die an diese herankamen. Nur war es da
immer bitterkalt.
Übrigens, wer jetzt über die Größenverhältnisse rätselt. Meine Bauhöhe ist
192 cm.
Ich hoffe, dieser kleine Abstecher war nicht zuviel des OT. Pilze sind ja
bekanntlich nicht alles, vor
allem wenn es kaum welche gibt.
Beste Grüße! Ingo

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