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Platzwahl: das gewisse "Etwas" *g*

Kattugla, (vor 7337 Tagen)

...sollte es schon sein. ;o)

Ich habe mich nicht von den Horrormeldungen hier (leere Wälder, krachtrockener Boden...) beeindrucken lassen und wollte heute selbst wissen, ob tatsächlich alles wech ist aus den heimischen Buche-Eiche-Forsten, oder ob der etwas mickrige Regen in der letzten Woche nicht doch etwas ausgerichtet hat.
Und weil ich Erfolgserlebnisse liebe, suche ich mir an so zweifelhaften Tagen Waldstücke zum Wandern aus, die eben nicht nur Pilze zu bieten haben.
Lustigerweise finde ich da dann zum Beispiel auch Pilze, mit denen ich dort nieniemals nicht gerechnet habe. Was Wunder. Sooo viel Ahnung hab ich ja auch nicht. *g*

Der Hintertaunus ist üppig bestückt mit Hügelgräbern, einigen Menhiren und Ringwällen aus der Keltenzeit, ergo dachte ich mir heute: die Keltenschanze ein paar Kilometer weiter liegt ja mitten im Wald, ist so gut wie nie von anderen Wanderern frequentiert (kein Weg dahin) und ich konnte mich außerdem noch gut an den wildgemixten Baumbewuchs im Innern des gut 33m im Quadrat großen Walls erinnern.

Fazit:
Der Wald drumherum ist Tatsache völlig milchlings-, täublings- und röhrlingsbefreit, selbst die müden Hallimasche an den reichlich vorhandenen Baumstümpfen hatten sich offenkundig schon vor Wochen in die ewigen Jagdgründe begeben. Ein paar Schleimpilze und Porlinge, ein einzelner Rettich-Helmling - das war's.
Semmelstoppelpilze - sonst hier überreichlich vorhanden - fand ich ganze 2 (!).

Dann also den immernoch nach 2500 Jahren gut einen Meter hohen Ringwall überklettert und hinein ins Innere des Gevierts.
Ich fand: Graugrünen Milchling in Massen (davon einige Exemplare in Monster-Ausmaß, Hut ungefähr Kuchentellergröße), Safran-Scheidenstreifling (Erstfund!), tatsache den ersten Birkenröhrling für mich in diesem Jahr (allerdings gerademal daumengroß, der hatte sich wohl kurz vorher extra für mich aus der Erde gewurschtelt), jede Menge Anis-Zählinge (auch Erstfund) und bei genauerem Hinsehen nahmen wohl auch die Täubinge die paar Regentropfen der letzten Tage zum Anlaß, wieder zu schieben. Auch da ganz viele gerademal daumengroße Babys. Ansonsten noch jede Menge kleiner Milchlinge, die genauer zu untersuchen ich nicht mehr die Muße hatte - denn es goß urplötzlich in Strömen.
Es regnet - jetzt drei Stunden später - noch immer.

Fotos muß ich leider schuldig bleiben, ich bin hoffnungsloser Analog-Kamera-Fan, und für die EOS war es heute zu dunkel.

Ergo macht sich bei mir jetzt hemmungsloser Optimismus breit, was den kommenden freien Dienstag angeht, ich verlege mich wohl künftig nur noch auf die Suche rund um jahrtausendalte Hinterlassenschaften.
Vielleicht finde ich ja demnächst den berühmten Hinkelsteinpilz. :o)

regendurchgeweichte und wieder aufgewärmte Grüße
Kattugla

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Nachtrag

Kattugla, (vor 7337 Tagen) @ Kattugla

...eins noch:

...und ich
konnte mich außerdem noch gut an den wildgemixten Baumbewuchs im Innern
des gut 33m im Quadrat großen Walls erinnern.

Die 33m waren ein Tippfehler. Das Ding mißt gute 200m im Quadrat und gehört damit wohl zu den etwas größeren Exemplaren

Und der heute "gerufene" Regen hat sich mittlerweile zu einem handfesten Gewitter ausgewachsen. Was 'ne Lightshow! *strahl*

Mal überlegen: es gab doch auch Pilze, die laut Aberglauben aus Blitzeinschlägen entstehen... ?

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Re: Platzwahl: das gewisse "Etwas" *g*

Melli, (vor 7337 Tagen) @ Kattugla

Das ist ja lustig - wir waren heute auch im Taunus unterwegs, und das einzige, was wir in nennenswerten Mengen und noch in bestem Zustand gefunden haben, waren gerade die Semmelstoppeln! Einige davon trocknen gerade im Backofen, die anderen werden morgen mit den Supermarkt-Champignons gemischt.

Viele Grüße
Mellia

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Re: Nachtrag

Harry B., (vor 7337 Tagen) @ Kattugla

Ich ahne zwar wo du gewesen bist.. Ich selbst bin vorgestern ca 6km durch unsere schönen Wälder gelaufen, Massenweise Leichen gesehen und sonst nichts, dabei war es egal ob an historischen Orten (Bergwerk/Limes/Kastelle/Höhlen) oder sonst wo.. nur eines viel mir einen Tag vorher auf, es gibt noch immer Pfifferlinge ;) Zwar nur dort wo sich Feuchtigkeit halten konnte, aber sie sind noch minimal präsent, sonst höchstens noch ein paar Boviste.. außer dort wo es dauerhaft Feucht ist, dort wächst wirklich noch viel, solch ein Wall hindert das Wasser sicherlich daran einfach "den Berg runter" zu fließen, daher auch der Pilzreichtum den du schilderst ;) Aber das momentane Wetter lässt auf besseres hoffen, seitdem jeden Morgen leichte Nebelschwaden in den Tälern liegen ist das Moos bereits wieder grün geworden.. beim jetzigen Regen verflüchtigen sich die Leichen und hoffentlich wirds nächste Woche mal wieder mit was leckerem, habe schon lange keine Maronen mehr auf dem Teller gehabt ;)

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...stimmt

Kattugla, (vor 7337 Tagen) @ Harry B.

...zumal die Keltenschanze dort überm Weiltal nicht ganz auf der Hügelkuppe, sondern leicht an einem Nordwesthang liegt. Und das Wasser kann durch die Bodenverdichtung unter dem Wall nur schwer aus dem Innenraum raus.
Die Vegetation da drin unterscheidet sich auch sonst ganz dramatisch vom Wald rundum: Birken, Ebereschen, Holunder, Süntelbuchen, Weißdorn...
Ich glaube gelesen zu haben, dass solche Schanzwerke von den Kelten wohl auf hydrologisch spannenden Plätzen errichtet wurden - auch deshalb wollte ich das mal überprüfen. Mit Erfolg *g*
Bei den Hügelgräbern (ähnlich pilzpotente Plätze, vor allem am Fuß des Hügels) vermute ich da ähnliche Effekte...

Übrigens hat es bislang jedes Mal gewittert, wenn ich an solchen Orten Pilze pflücken war. *grins* - heute auch.

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Re: Platzwahl: das gewisse "Etwas" *g*

Kattugla, (vor 7337 Tagen) @ Melli

Das ist ja lustig - wir waren heute auch im Taunus unterwegs, und das
einzige, was wir in nennenswerten Mengen und noch in bestem Zustand
gefunden haben, waren gerade die Semmelstoppeln! Einige davon trocknen
gerade im Backofen, die anderen werden morgen mit den
Supermarkt-Champignons gemischt.
Viele Grüße
Mellia

Vor einer Woche war das hier auch noch so. Aber so todesmutig, wie ich sie da glaubte, sind die Semmelstoppels wohl dann doch nicht. Selbst meine üblichen "Findeplätze" sind im Moment leer. Aber der Taunus ist 'ne Wetterscheide, da gibt es Riesenunterschiede sowohl in der Bodenfeuchte als auch bei der Witterung innerhalb weniger Kilometer. Vorder- und Hintertaunus scheinen mir manchmal wie zwei verschiedene Planeten. *g*

Allerdings hege ich den Verdacht - so wie es gerade regnet - daß ich bloß das Ohr auf die Erde legen bräuchte und ich könnte die Pilze wieder wachsen hören... :o))))))

Semmelstoppels kannte ich übrigens bis vor zwei Jahren nur aus Büchern. Rund um Berlin und in der Lausitz scheinen sie fast komplett zu fehlen.
Seit ich in Hessen wohne, haben sie sich zu einem festen Bestandteil meines Bratpfanneninhalts gemausert...

auch liebe Grüße
Kattu

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Re: Platzwahl: das gewisse "Etwas" *g*

Der Juergen, (vor 7337 Tagen) @ Kattugla

Hallo Kattugla,

danke für den kleinen, nicht nur pilzigen, sondern auch humorigen Ausflug:-) Gern gelesen!

Grüßle
Juergen

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...ahhh! DER Jürgen... *g*

Kattugla, (vor 7337 Tagen) @ Der Juergen

...schön, wieder von Dir zu lesen. *grins*

*knicks* - gern geschehen.