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Pilzkontrolle von heute (1 Bild) *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 7327 Tagen)

Hallo

Heute, kurz nach "Betriebsschluss", brachte ein Sammler noch einen Korb voller Champignons.

Agaricus xanthodermus Karbolegerling

[image]

Lieben Gruss, Harald Andres

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Ich hoffe du hast die Schocktherapie angewendet! *oT*

Blausprödler, (vor 7327 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Re: Pilzkontrolle von heute (1 Bild)

Trüffel, (vor 7327 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo
Heute, kurz nach "Betriebsschluss", brachte ein Sammler noch einen
Korb voller Champignons.
Agaricus xanthodermus Karbolegerling

Lieben Gruss, Harald Andres

Ich muß mal ganz dumm fragen, wonach riecht Karbol eigentlich? Ich hab zwar schon gelesen, daß Karbol nach Tinte riecht, aber an den Geruch von Tinte kan ich mich auch nicht mehr erinnern. Bis jetzt habe ich an Champignons nur Wiesen-und Anis-Ch. gesammelt. Aber den Wiesenchampignon eher ungern, weil es mich immer in den Wald zieht, ich treib mich nicht gern auf Wiesen rum, ist irgendwie langweilig. Selbst wenn Steinpilze auf einmal nur noch auf Wiesem wachsen würden, ich würde das Interesse an ihnen verlieren.
Nicht umsonst hatte ich in meiner Studienzeit den Spitznamen "Waldmensch" ;-)

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Re: Pilzkontrolle von heute (1 Bild)

amanita, (vor 7327 Tagen) @ Trüffel

Ich muß mal ganz dumm fragen, wonach riecht Karbol eigentlich? Ich hab zwar
schon gelesen, daß Karbol nach Tinte riecht, aber an den Geruch von Tinte
kan ich mich auch nicht mehr erinnern. Bis jetzt habe ich an Champignons
nur Wiesen-und Anis-Ch. gesammelt. Aber den Wiesenchampignon eher ungern,
weil es mich immer in den Wald zieht, ich treib mich nicht gern auf Wiesen
rum, ist irgendwie langweilig. Selbst wenn Steinpilze auf einmal nur noch
auf Wiesem wachsen würden, ich würde das Interesse an ihnen verlieren.
Nicht umsonst hatte ich in meiner Studienzeit den Spitznamen
"Waldmensch" ;-)

Hallo!
Der riecht wie Apotheke , Labor oder wie ein Karbolmäuschen *ggg* (Laborantin)
mfg
Amanita

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Re: Pilzkontrolle von heute (1 Bild)

Trüffel, (vor 7327 Tagen) @ amanita

Hallo!
Der riecht wie Apotheke , Labor oder wie ein Karbolmäuschen *ggg*
(Laborantin)
mfg
Amanita

Sehr präzise Beschreibung ;-)) Kenne leider kein "Karbolmäuschen", sollte mich vielleicht mal umgucken? *g*
Aber falls "Krankenhausgeruch" auch zutreffen sollte, wäre ich auch gewarnt.

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@Trüffel: Geruch und andere Merkmale

Harald Andres Schmid, (vor 7327 Tagen) @ Trüffel

Ich muß mal ganz dumm fragen, wonach riecht Karbol eigentlich?

Hallo,

Geruch nach Karbol:
Desinfektionsmittel, Spital.
Geruch nach Tinte ist auch recht zutreffend.
Geruch nach Schweiss wird auch angegeben.
Du musst den Geruch der Pilze einmal in der Nase gehabt haben, dann kannst Du ihn Dir einprägen.
Das Problem in der Praxis ist, dass oktoberkalte Pilze oft nicht riechen.
Ich halte den Stiel dann oft unter warmes Wasser oder reibe genug lange daran, bis der Geruch erscheint.

Bis jetzt habe ich an Champignons nur Wiesen-und Anis-Ch. gesammelt.

Genau mit den ganzen Anischampignons kannst Du den Karbolchampignon verwechseln!
Da gibt es noch weitere Merkmale:

- Das in der Literatur angegebene Reiben der Stielbasis, die sich chromgelb verfärben soll, ist für die Praxis nicht tauglich, denn gerade diese Basis ist meist von Würmern zerfressen und man zerreibt sie nur zu braunen Krümelchen.

- Die Chromgelbe Verfärbung zeigt sich im Versuch bei geschlossenen Hüten am Schnellsten am Hutrand, der am Stiel anliegt.
An dieser schmalen Zone an der Unterseite berührt, "blitzt" das Chromgelb sekundenschnell auf.
Es ist ein metallisches, ekliges Gelb, im Gegensatz zum warmen Zitronengelb der Anischampignons.

- Das Verhältnis von Stiellänge zu Hutgrösse ist für die Praxis nicht tauglich, denn die Sammler bringen die Pilze oft mit abgeschnittenen Stielen, wie Du auf dem Bild sehen kannst.

Weitere Merkamale kannst Du gut auf meinem Foto sehen:

- Du siehst überall graue Flecken und graue Kratzer auf den Hüten.
Diese verletzten Stellen haben sich in wenigen Sekunden chromgelb verfärbt, als der Sammler sie berührte.
Typisch für Karbolchampignons ist, dass diese gelbe Verfärbung sich in ein Grau umwandelt.
Das ist bei den Anischampignons nicht der Fall, sie werden mit weiteren Berührungen immer gelber, allerdings ein sanftes, nicht leuchtendes Gelb.

- Die Huthaut bei Karbolchampignons glänzt nicht so wie bei Anischampignons. Oft haben sie etwas wie glatter Kalkverputz, düster.
Da ist jetzt das geschlossene Exemplar links vorne auf dem Foto nicht so typisch, der aufgeschirmte Pilz rechts jedoch sehr.

- Du siehst leuchtende, rosa-vielette Lamellen.
Anischampignons haben jung sanft rosa-creme-fleischfarbene Lamellen, bevor sie nachdunkeln, nie so leuchtende Farben.
Diese leuchtenden Farben kennst Du allerdings vom Wiesenchampignon, bei ihm sehen die Lamellen ähnlich aus wie beim Karbolchampignon.

- Die vielzitierte Trapez- oder Tonnenform der Hüte beim Karbolchampignon ist für Anfänger ein schwieriges Merkmal.
Man muss schon viele Karbol- und Anisegerlinge gesehen haben, um zu verstehen, was das heisst.
Die Hüte sehen oft aus, als hätte jemand eins oben drauf gehauen und sie abgeplattet.
Beim aufgeschirmten Hut rechts unten siehst Du das gut, Hutrand nach unten, oben flach.
Aber auch bei dem halb aufgeschirmten Hut ganz vorne.
Der kräftigfleischig-unförmig-verbogen gebaute Hut oben links ist auch eine typische Ausprägung der Art.

Generell:
Es ist die Kombination der aufgezählten Merkmale, die eine Bestimmung möglich macht, für Anfänger langt ein Merkmal niemals!
Karbolchampignons können oft sehr untypisch sein, einzelne Merkmale kaum zeigen und dann sind sie sehr schwierige Pilze!

Lieben Gruss, Harald Andres

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@Trüffel: und zwei Bilder dazu *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 7327 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo,

Hier noch ein Bild von mir, dass zeigt, wie ähnlich sich die Arten sein können.
Ich habe für die Aufnahme die Pilze bewusst am Hut nicht befasst.

Der Karbolegerling liegt rechts.

[image]

Und hier:
Schiefknolliger Anischampignon (zweiter von links) mit Karbolchampignons.

[image]

Gruss, Harald Andres

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Re: @Trüffel: Geruch und andere Merkmale

Monika, (vor 7327 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald

Guter Typ mit dem warmen Wasser.
Der Nachbar hat mir auch welche gezeigt und ich konnte keinen Karbolgeruch feststellen. Auf der Kontrolle hat Sepp es jedoch bestätigt.
Gruss Monika

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Re: @Trüffel: Geruch und andere Merkmale

Trüffel, (vor 7325 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Danke für die Auflistung der vielen Merkmale! Aber die wenigen Exemplare, die icg bis jetzt als Anis-Ch. eingestuft hatte, hatten einen starken Anisgeruch, wenigstens den kenne ich. Jedenfalls haben die nicht nach Apotheke, Krankenhaus oder Tinte gerochen. Reicht der Anisgeruch schon, zumal wenn er ohne Reiben stark genug ist?

Hallo,
Geruch nach Karbol: Desinfektionsmittel, Spital.
Geruch nach Tinte ist auch recht zutreffend.
Geruch nach Schweiss wird auch angegeben.
Du musst den Geruch der Pilze einmal in der Nase gehabt haben, dann kannst Du
ihn Dir einprägen.
Das Problem in der Praxis ist, dass oktoberkalte Pilze oft nicht riechen.
Ich halte den Stiel dann oft unter warmes Wasser oder reibe genug lange
daran, bis der Geruch erscheint.
Genau mit den ganzen Anischampignons kannst Du den Karbolchampignon
verwechseln!
Da gibt es noch weitere Merkmale: - Das in der Literatur angegebene Reiben
der Stielbasis, die sich chromgelb verfärben soll, ist für die Praxis
nicht tauglich, denn gerade diese Basis ist meist von Würmern zerfressen
und man zerreibt sie nur zu braunen Krümelchen.
- Die Chromgelbe Verfärbung zeigt sich im Versuch bei geschlossenen Hüten am
Schnellsten am Hutrand, der am Stiel anliegt.
An dieser schmalen Zone an der Unterseite berührt, "blitzt" das
Chromgelb sekundenschnell auf.
Es ist ein metallisches, ekliges Gelb, im Gegensatz zum warmen Zitronengelb
der Anischampignons.
- Das Verhältnis von Stiellänge zu Hutgrösse ist für die Praxis nicht
tauglich, denn die Sammler bringen die Pilze oft mit abgeschnittenen
Stielen, wie Du auf dem Bild sehen kannst.
Weitere Merkamale kannst Du gut auf meinem Foto sehen: - Du siehst überall
graue Flecken und graue Kratzer auf den Hüten.
Diese verletzten Stellen haben sich in wenigen Sekunden chromgelb verfärbt,
als der Sammler sie berührte.
Typisch für Karbolchampignons ist, dass diese gelbe Verfärbung sich in ein
Grau umwandelt.
Das ist bei den Anischampignons nicht der Fall, sie werden mit weiteren
Berührungen immer gelber, allerdings ein sanftes, nicht leuchtendes Gelb.
- Die Huthaut bei Karbolchampignons glänzt nicht so wie bei Anischampignons.
Oft haben sie etwas wie glatter Kalkverputz, düster.
Da ist jetzt das geschlossene Exemplar links vorne auf dem Foto nicht so
typisch, der aufgeschirmte Pilz rechts jedoch sehr.
- Du siehst leuchtende, rosa-vielette Lamellen.
Anischampignons haben jung sanft rosa-creme-fleischfarbene Lamellen, bevor
sie nachdunkeln, nie so leuchtende Farben.
Diese leuchtenden Farben kennst Du allerdings vom Wiesenchampignon, bei ihm
sehen die Lamellen ähnlich aus wie beim Karbolchampignon.
- Die vielzitierte Trapez- oder Tonnenform der Hüte beim Karbolchampignon ist
für Anfänger ein schwieriges Merkmal.
Man muss schon viele Karbol- und Anisegerlinge gesehen haben, um zu
verstehen, was das heisst.
Die Hüte sehen oft aus, als hätte jemand eins oben drauf gehauen und sie
abgeplattet.
Beim aufgeschirmten Hut rechts unten siehst Du das gut, Hutrand nach unten,
oben flach.
Aber auch bei dem halb aufgeschirmten Hut ganz vorne.
Der kräftigfleischig-unförmig-verbogen gebaute Hut oben links ist auch eine
typische Ausprägung der Art.
Generell: Es ist die Kombination der aufgezählten Merkmale, die eine
Bestimmung möglich macht, für Anfänger langt ein Merkmal niemals!
Karbolchampignons können oft sehr untypisch sein, einzelne Merkmale kaum
zeigen und dann sind sie sehr schwierige Pilze!
Lieben Gruss, Harald Andres

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Das sind aber nicht viele Harald Andres....

Christoph G, (vor 7327 Tagen) @ Harald Andres Schmid

.... da muss die Thurgauer Bauersfrau letztes jahr enttäuschter gewesen sein:

Beitrag 84254

LG Christoph

Hallo
Heute, kurz nach "Betriebsschluss", brachte ein Sammler noch einen
Korb voller Champignons.
Agaricus xanthodermus Karbolegerling

Lieben Gruss, Harald Andres