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Re: H. xanthochroa? H. glutinipes?

Karl-Heinz ⌂, (vor 7320 Tagen) 3.176 Beiträge @ Philipp

Grübel....

Lieber Philipp,

auch Dir vielen Dank für die tiefgehenden Ausführungen.
Es motiviert noch mehr sich mit diesen wunderbaren Pilzen näher zu beschäftigen.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Lieber Karl-Heinz,
bei deinem schönen Saftlingsfund handelt es sich meiner Meinung nach um
Hygrocybe glutinipes var. glutinipes. Typisch dafür ist neben dem
schmächtigen Habitus der weiss ausgeblasse Hutrand (Bild 1 und 2), der in
dieser Untergattung einzigartig ist (Das siehst du auch gut auf dem Photo
im Boertmann S. 143). H. chlorophana ist eigentlich nur selten so klein
und fragil; der Stiel ist nicht rund, sondern hat eine breite und eine
schmale Seite und die Lamellen sind vor allem frei bis schmal angewachsen.
Diese beiden Arten gehören der UG Hygrocybe mit den langen Tramahyphen an.
Ein weiterer "kleiner" gelber ist H. ceracea, der im Habitus H.
glutinipes ähnlich sieht (breit angewachsene Lamellen), aber zur UG
Pseudohygrocybe gehört, d.h. kurze, parallele Tramahyphen hat. Ein Blick
durchs Mikroskop schafft hier Klarheit.
Beim dritten Bild tippe ich auf die rote Form von H. glutinipes: var. rubra.
Boertmann zweifelt allerdings daran, ob die beiden Varietäten nicht ein
und dasselbe sind...
Vom Bild her hast du recht, dass H. xanthochroa "passen würde" -
nur bedenke: H. xanthochroa kommt in alpinen/arktischen Habitaten vor und
hat ein irreguläres Lamellentrama. Und das müsste man erst nachweisen,
bevor es passt! ;-) Ich hatte diese Saison ein genaugleiches Exemplar in
einer Kollektion glutinipes gefunden und dachte erst auch an H.
xanthochroa - aber das Trama war regulär mit langen Hyphen...
liebe Grüsse,
Philipp

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