genau das isses!
Was das Sammeln von Fruchtkörpern betrifft, gebe ich Dir Recht.
Allerdings hat der Lennebergwald - Kalkflugsande mit lichtem Kiefernbewuchs
und eingestreute Sand-Magerrasen - einen Unterwuchs, der recht
trittempfindlich ist. Und Pilzsammler, die von der Gier nach Parasolen
geleitet werden, kümmern sich nicht um Küchenschellen und Adonisröschen,
die an eben denselben Standorten vorkommen (zumal sie nicht blühen, und
daher vom Pilzsammler gar nicht erst erkannt werden).
Ebenso kann ich aus eigener Anschauung feststellen, dass eine Trittbelastung
sich sehr stark auf die (im Lennebergwald besonders ausgeprägte)
Rötlingsflora auswirkt. Ich vermute, dass einige Arten auf ein ganz
spezielles Kleinklima angewiesen sind, das sich nur unter hohem Gras
ausbildet.
Hallo Wolfgang,
habe mich ja neulich als Gegner von Sammelverboten weit aus dem Fenster gelehnt und dazu stehe ich auch (Saftlingsfresser sind trotzdem Banausen, jawohl *g*). Aber das Begehen mancher Biotope richtet Schaden an und hier muss an das Verantwortungsbewusstsein der Naturfreunde appelliert werden. Gerade in extremen Biotopen (hinbsichtlich Naehrstoffarmut, Trockenheit etc.) reagiert die Vegetation sehr empfindlich. Daher sollte man um diese Lebensraeume, die es in DEutschland ja nur (noch) auf verschwindend kleinen Flaechen (meist in Naturschutzgebieten) gibt, einen Bogen machen. In einem Hochmoor, einem Cladonia-Rasen oder Felsspaltenvegetation hat selbst einmaliges Betreten noch jahrelang sichtbare Folgen. Wer das ignoriert, macht was Horst Stern vor Jahren mit "wir toeten was wir lieben" auf den Punkt brachte!
LG
Dieter