Becherchen und Öhrlingsfrage *PIC*
Im Spechtshart sind Rudi, Thomas und ich heute auch über Becheriges gestolpert (und ich meine durchaus nicht das gute Keiler-Weizen).
Der erste Fund war makroskopisch nicht zu klären, hat sich aber unter dem scharfen Glas rasch geoutet:
![[image]](http://www.logos-marketing.de/DivData/Myko/Ascocoryne/Ascocoryne.jpg)
Bei Sporenmaßen von 25 - 28 x 5 µm sollte es sich um Ascocoryne cylichnium, den Großsporigen Gallertbecher, handeln.
Der zweite Becher schien zunächst einfacher zu sein:
![[image]](http://www.logos-marketing.de/DivData/Myko/Ascocoryne/Ot1.jpg)
Rudi hat ihn als Nadelwald-Öhrling Otidea abietina angesprochen. Das erschien in vieler Hinsicht plausibel und ich habe ihn eigentlich nur zu Dokumentationszwecken unters Mikroskop gelegt. Die fädigen Paraphysen kommen auch (ungefähr) hin.
![[image]](http://www.logos-marketing.de/DivData/Myko/Ascocoryne/Ot2.jpg)
ABER die Sporen passen nicht:
![[image]](http://www.logos-marketing.de/DivData/Myko/Ascocoryne/Ot3.jpg)
Unser Öhrling hat Sporenabmessungen: (11 -) 12,5 (-14,2) x (6,6-) 7,6 (-8,5) µm. O. abietina aber wird BK 1,59 mit 17,5 - 20 x 9,5 - 10 µm angegeben (noch krasser in den NordMacrMyc 1,108 unter O. propinquata mit 16 - 20 x 9 - 11 µm).
Wenn ich dem Otidea-Schlüssel NMM 1,108 folge, komme ich ziemlich schnell und ziemlich eindeutig bei O. leporina, dem Hasen-Öhrling, heraus (allenfalls mit der Alternative O. myosotis). Die Habitat/Substrat-Beschreibung passt: "Among mosses in coniferous forests; autumn". Aber ich habe zu wenig verifizierbare Belege; lediglich Enderle erwähnt den Hasen-Öhrling (S.88) mit knappen Funddaten.
Was sagen die Experten?
Gruß
Hans-Jürgen