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Heiteres Pilzeraten - ohne Bild

Birgit, (vor 9506 Tagen)

Hi,

jetzt mal ein Rätsel, bei dem nur ihr die Auflösung liefern könnt, ich weiß sie nämlich nicht.

Gestern im Fichtenwald auf Kalk fand ich ca. 5 m vom Waldrand weg zwei weiße Champignons (1 noch geschlossen, der andere gerade voll aufgeschirmt mit ca. 6 cm Durchmesser), die im Schnitt ganz leicht röteten. Lamellenfarbe lebhaft rosa wie beim Wiesenchampignon. Ich glaub aber eigentlich nicht an versprengte Wiesenchampignons, da meine hiesigen Exemplare nur in total durchnäßtem Zustand minimalst über den Lamellen röten, trocken und fest wie die gestrigen Exemplare waren, röten die Wiesenchampignons hier überhaupt nicht. Hat jemand vielleicht eine Idee was das gewesen sein könnte?

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Heiteres Pilzeraten - ohne Bild

Huperzia ⌂, (vor 9506 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,#

wenn er sonst wie ein Wiesenchampignon aussah, dann war es wohl auch einer.
Laut meiner Literatur soll er auch rötlich anlaufen dürfen.

War die Hutoberfläche völlig glatt und schneeweiß?

A. campestris gibt es wohl in ziemlich vielen Erscheinungsformen.

Gruß, Huperzia

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Re: Heiteres Pilzeraten - ohne Bild

Wolfgang F., (vor 9506 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

campestris kann rötliches, aber nicht rötendes Fleisch haben, beachte den Unterschied!!

Leider lassen sich auch die 70-80 Agaricus-Arten nicht sicher per Ferndiagnose bestimmen. Aber die Kombination: rein weißer Hut, stark rosa Lamellen und rötendes Fleisch gibt es - glaub ich - nur bei sehr seltenen Arten wie A. deylii.

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rötende Wiesenchampignons?

Birgit, (vor 9505 Tagen) @ Wolfgang F.

Hallo Wolfgang,

campestris kann rötliches, aber nicht rötendes Fleisch haben, beachte den
Unterschied!!

Verstehe ich das jetzt richtig, deiner Erfahrung nach röten Wiesenchampignons nicht, sondern besitzen höchstens leicht rötliches Fleisch? Wenn du das meintest, deckt sich das haargenau mit meinen Erfahrungen, nie hab ich bisher einen rötenden Wiesenchampignon gefunden, allerhöchstens war bei totaler Durchnässung/Alter das Fleisch über den Lamellen rötlich. Das widerspricht sich jetzt ein bißchen mit meinen vorherigen Ausführungen, aber das kann ich auch erklären. Sowohl im Bon, als auch im Gerhardt (BLV für unterwegs, 1200 Pilze), als auch in Dähnckes 1200 Pilzen, steht drin, daß Wiesenchampignons im Schnitt rosa bis rötlich anlaufen, daher hab ich die rötliche Färbung über den Lamellen als Röten mißgedeutet. Was stimmt denn nun? Bei den Agaricus-Arten kann ich mich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, daß das etwas Verwirrung bzgl. der Merkmale herrscht, z.B. finde ich hier manchmal vermutliche Schafchampignons auf der Wiese, die auch nicht erkennbar gilben, ganz zu schweigen von einem Geruch nach ANis (meine Nase ist aber auch nicht gerade die beste).

Leider lassen sich auch die 70-80 Agaricus-Arten nicht sicher per
Ferndiagnose bestimmen. Aber die Kombination: rein weißer Hut, stark rosa
Lamellen und rötendes Fleisch gibt es - glaub ich - nur bei sehr seltenen
Arten wie A. deylii.

Danke für die Auskunft, leider ist mir weiterführende Agaricus-Literatur nicht zu gänglich, so daß ichs leider nicht weiterverfolgen kann.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Heiteres Pilzeraten - ohne Bild

Birgit, (vor 9505 Tagen) @ Huperzia

Hallo Huperzia,

wenn er sonst wie ein Wiesenchampignon aussah, dann war es wohl auch einer.
Laut meiner Literatur soll er auch rötlich anlaufen dürfen.

Ja, er darfs wohl, aber alle meine bisherigen Exemplare tatens nicht und weitere Diskussion siehe bei meiner Antwort auf Wolfgang oben. Außerdem stand der Champi nicht auf der Wiese, sondern noch im Wald (kein Jungwald, daher kein altes "Wiesenmycel" mehr), geht das überhaupt bei Wiesenchampignons?

War die Hutoberfläche völlig glatt und schneeweiß?

Ja, was ich vergessen hatte: Der Stiel war eigentlich auch zu lang für einen Wiesenchampignon (frag mich aber bitte nicht wie lang ;-))

A. campestris gibt es wohl in ziemlich vielen Erscheinungsformen.

Kann sein, auf jeden Fall danke für deine Infos.

Ciao

Birgit

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Re: rötende Wiesenchampignons?

Wolfgang F., (vor 9505 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Du hast mich richtig verstanden, aber ich muß meine Aussage revidieren. Ich verlasse mich bei Agaricus ziemlich blindlings auf

A. Capelli: Agaricus, Funghi Europaei Band 1, Saronno 1984

das ist die meines Wissens einzige ausführliche Gattungs-Monographie, es gibt eine deutsche Übersetzung des Schlüssels von Meusers in

AMO: Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas II (1989) 29 - 56

Wir finden zum Thema Röten:

in der Originaldiagnose von Fries steht:

"subinde rubens", bisweilen rötend

Lange beschreibt die Art als :

im Anschnitt Fleisch weiß oder schwach rosa,

wo Hut und Stiel zusammenwachsen
Dieser Artauffassung schließt sich Capelli an.

In Nordic Macromycetes steht:

flesh pale grey pink when cut

In den Pilzen der Schweiz steht:

weder gilbend noch rötend (nur ausnahmsweise sehr schwach)

offensichtlich kann auch campestris schwach röten, auch wenn ich selbst das noch nie gesehen habe.

Wolfgang F.