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Psilocybe azurescens - oder nicht?

IceBird, (vor 7299 Tagen)

Hi,

hab gerade ein riesen Feld von (ich vermute mal) Psilocybe azurescens gefunden.

das meisste ist durch den ersten frost schon hinüber, aber viele schauen noch gut aus.

Nur, sind es nun welche oder giftige/unwirksame verwandte? Hab mal ein paar Bilder gemacht, Sporenabdruck ist in der mache.

Ich bin mir ncht ganz sicher ob es nicht zwei arten sind da manche nicht so ausgeprägte buckel oder kümmerlich runde kappen habn. im alter werden die meissten allerdings unkelkastanienbraun, kann aber auch daran liegen das sie schon frost hatten. ganz alte zerfrorene schauen fats schwarz aus.

Wachsen tun sie auf ca. 2-3m² als grosse kolonie auf alten riesigen Nadelholzbergen.

http://img526.imageshack.us/my.php?image=img0677af5.jpg

http://img299.imageshack.us/img299/5271/img0678op6.jpg

http://img299.imageshack.us/img299/1724/img0679ov4.jpg

http://img294.imageshack.us/img294/1676/img0682aw0.jpg

http://img294.imageshack.us/img294/4982/img0685qf2.jpg

Gruss,

IceBird

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Oh je, oh je

Werner, (vor 7299 Tagen) @ IceBird

Sorry, aber nicht jeder kleine braune Pilz ist P. azurescens oder P. semilanceata. Da die Bilder größtenteils schlecht sind, kann man nur in etwa sagen, was es ist. Es ist eine Psathyrella, ein Faserling. Vermutlich etwas in der Gegend von P. candolleana.

Gruß,

Werner

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Re: Psilocybe azurescens - oder nicht?

Axel Schilling ⌂, (vor 7299 Tagen) @ IceBird

Shit, schon wieder nichts !
Ist schon blöd wenn man nur Danach sucht und enttäuscht wird.
Freu dich über den Geselligen Schwefelkopf.

Gruß
Axel

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Machen wir ein Rätsel ohne Auflösung draus :-) *oT*

Werner, (vor 7299 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -

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Re: Machen wir ein Rätsel ohne Auflösung draus :-)

Heinz Ebert ⌂, (vor 7299 Tagen) @ Werner

Na, der Axel Schilling hat doch schon die Auflösung genannt. Ob der gesellige Schwefelkopf nun halluzinogen ist oder nicht, weiß keiner. Ich würde es jedenfalls nicht ausprobieren. Gift häubling kommt jedenfalls nicht in Frage.
Beste Grüße, Heinz Ebert

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Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Thüringer-Holz, (vor 7299 Tagen) @ Heinz Ebert

Hat Axel Schilling die Pilze in der Hand gehabt?

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Re: Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Heinz Ebert ⌂, (vor 7299 Tagen) @ Thüringer-Holz

Er hat sie sicher nicht in der Hand gehabt, aber er hat recht. PUNKT.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hat Axel Schilling die Pilze in der Hand gehabt?

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Re: Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Andreas ⌂, (vor 7299 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

das is schon Hypholoma marginatum, kannste glauben.

Die Lamellenfarbe passt überhaupt nicht zu den rostfarbenen Galerinen und der Stiel ist zwar mit weißem Velum behaftet, aber GENATTERT und nicht LÄNGSFASERIG und zudem fehlt der faserringartige Abschluss zwischen Velum und Stielspitze. Dazu auch noch die teilweise am Hutrand sichtbaren zahnradartigen Velumreste, ähnlich Hypholoma lateritium, die bei galerina nie vorhanden sind. Eher noch bei Trompetenschnitzlingen.
Dazu der Gesamteindruck, den man allerdings nicht in Worte fassen kann.

beste Grüße,
Andreas

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Ja ist ja gut..........

Thüringer-Holz, (vor 7299 Tagen) @ Heinz Ebert

der silbrige überhauchte Stiel und der Gesamteindruck haben mich das vermuten lassen.

Alles Gute
Felix

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Re: Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Heinz Ebert ⌂, (vor 7297 Tagen) @ Andreas

Andreas hat recht, denn auch den "Gesamteindruck" kann man wirklich nicht "in Worte fassen", denn meistens treffen wir G. marginata nur in Einzelfruchtkörpern an, aber es gibt natürlich Ausnahmen.
Ich kenne einen Baumstumpf, an dem Stockschwämmchen und Gifthäubling beide zusammen vorkommen.
Ich hatte in diesem Jahr ein Massenvorkommen vom Gifthäubling auf kleinstem Raum auf herumliegenden Ästen (wenige Quadratmeter).
Der Gifthäubling hatte in diesem Fall auch überdimensionale Größen (Hutdurchmesser bis zu 6 cm),
Diese Kollektion von fast 100 Fruchtkörpern des Gifthäublings gaben reichlich Material her für die PSV-Prüfung diesen Jahres in der Eifel (grüne Knollis gab's zu dem Zeitpunkt nicht).
Die Verwechslung mit dem geselligen Schwefelkopf ist verständlich, aber auf Grund der Lamellenfarbe, der Sporenfarbe und vor allem der (makroskopisch erkennbaren) Stielbereifung vermeidbar.
Natürlich weiß ich, dass Erfahrungen eine große Rolle spielen beim Bestimmen mit Hilfe von lapidaren Fotos, die nicht wirklich alle artbestimmenden Merkmale zeigen.
Aus diesem Grund lehne ich prinzipiell auch Artbestimmungen an dieser Stelle ab, was mich aber nicht davon zurückhält, mich dann zu äußern, wenn etwas erkennbar falsches mitgeteilt wurde.
Und wenn hier ein Experte wie im speziellen Falle der Axel Schilling angezweifelt wird, dann frage mich, wie das weiterlaufen soll.
Ich denke jedenfalls, dass die "Neulinge" etwas vorsichtiger sein sollten mit ihren Äußerungen, damit nicht die "alten Hasen" die Lust zur Teilnahme an diesem Forum verlieren.
Und das betrifft nicht nur diesen harmlosen konkreten Fall.
WOLLT IHR LERNEN, ODER WOLLT IHR RECHTHABEN ???
Beste Grüße an ALLE, Heinz Ebert

Hallo Felix,
das is schon Hypholoma marginatum, kannste glauben.
Die Lamellenfarbe passt überhaupt nicht zu den rostfarbenen Galerinen und der
Stiel ist zwar mit weißem Velum behaftet, aber GENATTERT und nicht
LÄNGSFASERIG und zudem fehlt der faserringartige Abschluss zwischen Velum
und Stielspitze. Dazu auch noch die teilweise am Hutrand sichtbaren
zahnradartigen Velumreste, ähnlich Hypholoma lateritium, die bei galerina
nie vorhanden sind. Eher noch bei Trompetenschnitzlingen.
Dazu der Gesamteindruck, den man allerdings nicht in Worte fassen kann.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Werner, (vor 7297 Tagen) @ Heinz Ebert

Andreas hat recht, denn auch den "Gesamteindruck" kann man wirklich
nicht "in Worte fassen", denn meistens treffen wir G. marginata
nur in Einzelfruchtkörpern an, aber es gibt natürlich Ausnahmen.
Ich kenne einen Baumstumpf, an dem Stockschwämmchen und Gifthäubling beide
zusammen vorkommen.

So einen kenne ich hier auch. Bei dem stimmt es sogar, daß leider nur 2 marginatas drauf waren, während unzählige Stockschwämmchen sich drauf breit machten. Deshalb habe ich auch das gute Foto verpaßt, denn als ich ungläubig die beiden marginatas ausgerupft hatte, war es schon zu spät ... Muß mal wieder hinschauen, vielleicht finde ich ihn ja wieder.

Allerdings finde ich G. marginata hier oft ähnlich gesellig wie Stockschwämmchen auf einzelnen Baumstümpfen. Insofern kann ich es nicht nachvollziehen, daß die meistens in Einzelfruchtkörpern fruktifizieren. Hier ist das eher die Ausnahme, auch unter 10 Fk. ist nicht die Regel.

Die Verwechslung mit dem geselligen Schwefelkopf ist verständlich, aber auf
Grund der Lamellenfarbe, der Sporenfarbe und vor allem der (makroskopisch
erkennbaren) Stielbereifung vermeidbar.

Gut, den hielt ich auch für ausgeschlossen, aber ich habe mich ja mit einem anderen Schnellschuß blamiert. Allerdings hauptsächlich deswegen, weil ich die Bilder weder genau angesehen hatte noch mich mit vermeintlichen Psilos allzulang aufhalte - da ich ja weiß, daß der OP in dem Moment das Interesse verloren hat, als es kein Rauschpilz mehr ist.

Natürlich weiß ich, dass Erfahrungen eine große Rolle spielen beim Bestimmen
mit Hilfe von lapidaren Fotos, die nicht wirklich alle artbestimmenden
Merkmale zeigen.

Allerdings. Und ich bin nicht sonderlich gut im Beurteilen von Fotos - das weiß ich. Und das, obwohl ich einige der Arten, die ich auf Fotos schlecht erkenne, in der Hand sicher bestimmen kann.

Und wenn hier ein Experte wie im speziellen Falle der Axel Schilling
angezweifelt wird, dann frage mich, wie das weiterlaufen soll.
Ich denke jedenfalls, dass die "Neulinge" etwas vorsichtiger sein
sollten mit ihren Äußerungen, damit nicht die "alten Hasen" die
Lust zur Teilnahme an diesem Forum verlieren.
Und das betrifft nicht nur diesen harmlosen konkreten Fall.
WOLLT IHR LERNEN, ODER WOLLT IHR RECHTHABEN ???

Sorry, aber das finde ich harten Tobak. Auch Experten liegen immer wieder mal daneben und es ist Sinn und Zweck eines Forums, auch mal widersprechen zu dürfen. Wenn man danebenliegt, ist die Korrekturfunktion ja gegeben. Und auch wenn jemand nicht recht hat, hat er das Recht, seine irrige Meinung noch mal zu vertreten. Gerade aus der resultierenden Diskussion ergibt sich ja Lernstoff - zumindest für die Mitleser. Ein hingeklatschtes - das ist Pilz xy hat diesen Effekt nicht oder zumindest seltener.

Insofern finde ich Deinen "Maulkorberlaß" für Neulinge daneben.

Gruß,

Werner

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Re: Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Andreas ⌂, (vor 7297 Tagen) @ Heinz Ebert

Hallo Heinz,

prinzipiell stimme ich Dir ja zu, aber deinen letzten Absatz kann ich nicht unterschreiben:

Und wenn hier ein Experte wie im speziellen Falle der Axel Schilling
angezweifelt wird, dann frage mich, wie das weiterlaufen soll.
Ich denke jedenfalls, dass die "Neulinge" etwas vorsichtiger sein
sollten mit ihren Äußerungen, damit nicht die "alten Hasen" die
Lust zur Teilnahme an diesem Forum verlieren.
Und das betrifft nicht nur diesen harmlosen konkreten Fall.
WOLLT IHR LERNEN, ODER WOLLT IHR RECHTHABEN ???

Eines der Dinge die mir an meinem Lehrmeister Hans Haas sehr imponiert haben war seine Aufforderung, immer kritisch zu bleiben. Auch und gerade Koryphäen gegenüber. Natürlich geht es nicht um Widersprechen um des Widerspruch willen. Aber Zweifel müssen immer und überall erlaubt sein. Und gerade dadurch lernt der Zweifelnde auch besser einprägsam, besser als durch reine Authoritätsgläubigkeit und Abnicken aller Aussagen.

Ich habe nun den Vorteil, dass ich Thüringer-Holz persönlich kenne und dadurch weiß, dass er erstens schon länger kein Neuling mehr ist, und nicht nur letztes Jahr die PSV-Prüfung bestanden hat sondern deutlich über dieses Niveau hinaus sich mit Pilzen beschäftigt und zweitens mit Sicherheit kein streitsüchtiger Möchtegern-Besserwisser ist. Natürlich fehlt einem jungen Mykologen/Pilzberater/Pilzinterssierten immer die Erfahrung eines 100-jährigen. Aber gerade durch Diskussion kriegt er die doch erst. Und da sind diese Pilzbilderratereien hier auf PilzePilze übrigens auch eine sher gute Übung.

Ich hoffe nicht, dass Axel durch Einwände zu seiner Aussage die Lust am Forum verliert. Würde mich ehrlich gesagt sehr überraschen. Und dass der Ton in einem Internetforum etwas "direkter" ist als "man" es vielelicht von tagungen her gewohnt ist, das liegt einfach am Medium als solchen.

Ich persönlich würde mir jedenfalls weiterhin Einwände auf meine Bestimmungsversuche hier wünschen, denn dadurch bin auch ich dann oft gezwungen, argumentativ über den Pilz nachzudenken, was durchaus zu Überraschungen in der eigenen Gedankenwelt führen kann.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Und warum sollte der nicht in Frage kommen?

Matthias, (vor 7296 Tagen) @ Heinz Ebert

Andreas hat recht, denn auch den "Gesamteindruck" kann man wirklich
nicht "in Worte fassen", denn meistens treffen wir G. marginata
nur in Einzelfruchtkörpern an, aber es gibt natürlich Ausnahmen.
Ich kenne einen Baumstumpf, an dem Stockschwämmchen und Gifthäubling beide
zusammen vorkommen.
Ich hatte in diesem Jahr ein Massenvorkommen vom Gifthäubling auf kleinstem
Raum auf herumliegenden Ästen (wenige Quadratmeter).
Der Gifthäubling hatte in diesem Fall auch überdimensionale Größen
(Hutdurchmesser bis zu 6 cm),
Diese Kollektion von fast 100 Fruchtkörpern des Gifthäublings gaben reichlich
Material her für die PSV-Prüfung diesen Jahres in der Eifel (grüne Knollis
gab's zu dem Zeitpunkt nicht).
Die Verwechslung mit dem geselligen Schwefelkopf ist verständlich, aber auf
Grund der Lamellenfarbe, der Sporenfarbe und vor allem der (makroskopisch
erkennbaren) Stielbereifung vermeidbar.
Natürlich weiß ich, dass Erfahrungen eine große Rolle spielen beim Bestimmen
mit Hilfe von lapidaren Fotos, die nicht wirklich alle artbestimmenden
Merkmale zeigen.
Aus diesem Grund lehne ich prinzipiell auch Artbestimmungen an dieser Stelle
ab, was mich aber nicht davon zurückhält, mich dann zu äußern, wenn etwas
erkennbar falsches mitgeteilt wurde.
Und wenn hier ein Experte wie im speziellen Falle der Axel Schilling
angezweifelt wird, dann frage mich, wie das weiterlaufen soll.
Ich denke jedenfalls, dass die "Neulinge" etwas vorsichtiger sein
sollten mit ihren Äußerungen, damit nicht die "alten Hasen" die
Lust zur Teilnahme an diesem Forum verlieren.
Und das betrifft nicht nur diesen harmlosen konkreten Fall.
WOLLT IHR LERNEN, ODER WOLLT IHR RECHTHABEN ???
Beste Grüße an ALLE, Heinz Ebert

Hallo Heinz,
ich sehe es wie Werner und Andreas, man kann sich hier im Forum viel Wissen aneignen und ich sehe es nicht als Problem an erfahrenen Mykologen zu wiedersprechen.
Wir kochen alle nur mit Wasser und es ist niemand fehlerfrei, das erfahren Leute meist richtig liegen ist ja gut und schön. Nur muss man das auch Hinterfragen oder auch Anzweifeln dürfen, das Fotobestimmungen nie sicher sind sollte hier ja jedem bewusst sein,
viele Grüsse
Matthias

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Nun gut, Ihr habt nicht ganz unrecht ...

Heinz Ebert ⌂, (vor 7296 Tagen) @ Andreas

... und einen "Maulkorb" wollt ich auch niemandem verpassen. Andreas hat wahrscheinlich recht, dass der "Ton" in so einem Forum anders ist, als auf Tagungen.
Ich besuchte 1983 erstmals eine Tagung (damals in Coburg), und ich erinnere mich, dass ich mir ständig Notizen gemacht habe, wenn bei Exkursionen oder Besprechungen Leute wie Haas, Stangl, Schwöbel, Runge, Engel, Krieglsteiner, Enderle usw. etwas erklärten. Und wenn dies der Fall war, dann hat alles andächtig gelauscht und es wurde höchstens mal eine Frage an die gerichtet, wenn einem nach entsprechendem Handzeichen das Wort erteilt wurde, die dann auch beantwortet wurde. Aber niemals wurde eine Aussage dieser Leute öffentlich angezweifelt. Man wusste um gewisse Empfindlichkeiten in diesem Zusammenhang (Andreas kennt sicher die Haas-Schwöbel-Geschichte), und war damit sehr vorsichtig.
Ich selbst habe bei einem meiner ersten Seminare (um 1980) erlebt, wie peinlich für einen selber so ein Widerspruch sein kann. Ich hatte damals den Seminarteilnehmern die "Blätterpilz"-Gattungen erklärt, die zu den Röhrlingsartigen gehören (Afterleistlinge, Gelbfüße, Krämplinge), und einer der Teilnehmer spielte sich dann groß auf, berief sich auf Frau Runge, bei der er wohl irgend etwas falsch verstanden hatte, und behauptete groß und breit, dass diese zu der Familie der Pfifferlinge gehören, was natürlich falsch war. Aber der Mann war so selbstsicher und vorwurfsvoll aufgetreten, dass ich im ersten Moment wirklich hilflos war. Der hat sich zwar - nachdem das richtiggestellt war - nachträglich entschuldigt, und ich hab ihm gesagt, dass er die besten Chancen hatte, aus dem Seminar hinauskomplimentiert zu werden, aber davon habe ich abgesehen.
Ich war aber damals vor dem Plenum der anderen Seminarteilnehmer richtig bloßgestellt und in einer sehr unangenehmen Situation.
An diese Dinge erinnerte ich mich, als ich meine Meinungsäußerung (!) hier schrieb.
Übrigens: ich beneide den Andreas um "seinen" Lehrmeister Hans Haas. Ich hatte zwar auch mehrere Lehrmeister, aber keinen, den ich ständig hätte kontaktieren können. Insoweit waren mir die Süddeutschen immer "Voraus". Und Herr Haas, den ich auch noch kennen durfte, war eben eine der erfahrenen Kapazitäten.
Leider konnte ich nie Hermann Jahn und Helmut Derbsch kennenlernen, obwohl letzterer nur 5 km von meinem Wohnort entfernt wohnte. ER war halt sehr zurückhaltend, wollte mit Speisepilzsammlern überhaupt nichts zu tun haben, und bei einem Kontaktversuch in meiner Anfangszeit kam ich einfach nicht an ihn "ran".

Soviel möchte ich hier erlären zu meinem Standpunkt zum Umgang miteinander, den ich hier geäußert habe, und für den ich um Verständnis bitte. Ich bedenke natürlich auch, wer alles NICHT an DIESEM Forum teilnimmt.

In diesem Sinne möchte ich meine Meinung nicht übelgenommen wissen, aber eben auch überdacht und - wenn auch nicht der eigenen entsprechend - akzeptiert.

Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Heinz,
prinzipiell stimme ich Dir ja zu, aber deinen letzten Absatz kann ich nicht
unterschreiben: Eines der Dinge die mir an meinem Lehrmeister Hans Haas
sehr imponiert haben war seine Aufforderung, immer kritisch zu bleiben.
Auch und gerade Koryphäen gegenüber. Natürlich geht es nicht um
Widersprechen um des Widerspruch willen. Aber Zweifel müssen immer und
überall erlaubt sein. Und gerade dadurch lernt der Zweifelnde auch besser
einprägsam, besser als durch reine Authoritätsgläubigkeit und Abnicken
aller Aussagen.
Ich habe nun den Vorteil, dass ich Thüringer-Holz persönlich kenne und
dadurch weiß, dass er erstens schon länger kein Neuling mehr ist, und
nicht nur letztes Jahr die PSV-Prüfung bestanden hat sondern deutlich über
dieses Niveau hinaus sich mit Pilzen beschäftigt und zweitens mit
Sicherheit kein streitsüchtiger Möchtegern-Besserwisser ist. Natürlich
fehlt einem jungen Mykologen/Pilzberater/Pilzinterssierten immer die
Erfahrung eines 100-jährigen. Aber gerade durch Diskussion kriegt er die
doch erst. Und da sind diese Pilzbilderratereien hier auf PilzePilze
übrigens auch eine sher gute Übung.
Ich hoffe nicht, dass Axel durch Einwände zu seiner Aussage die Lust am Forum
verliert. Würde mich ehrlich gesagt sehr überraschen. Und dass der Ton in
einem Internetforum etwas "direkter" ist als "man" es
vielelicht von tagungen her gewohnt ist, das liegt einfach am Medium als
solchen.
Ich persönlich würde mir jedenfalls weiterhin Einwände auf meine
Bestimmungsversuche hier wünschen, denn dadurch bin auch ich dann oft
gezwungen, argumentativ über den Pilz nachzudenken, was durchaus zu
Überraschungen in der eigenen Gedankenwelt führen kann.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Nun gut, Ihr habt nicht ganz unrecht ...

Matthias, (vor 7296 Tagen) @ Heinz Ebert

... und einen "Maulkorb" wollt ich auch niemandem verpassen.
Andreas hat wahrscheinlich recht, dass der "Ton" in so einem
Forum anders ist, als auf Tagungen.
Ich besuchte 1983 erstmals eine Tagung (damals in Coburg), und ich erinnere
mich, dass ich mir ständig Notizen gemacht habe, wenn bei Exkursionen oder
Besprechungen Leute wie Haas, Stangl, Schwöbel, Runge, Engel,
Krieglsteiner, Enderle usw. etwas erklärten. Und wenn dies der Fall war,
dann hat alles andächtig gelauscht und es wurde höchstens mal eine Frage
an die gerichtet, wenn einem nach entsprechendem Handzeichen das Wort
erteilt wurde, die dann auch beantwortet wurde. Aber niemals wurde eine
Aussage dieser Leute öffentlich angezweifelt. Man wusste um gewisse
Empfindlichkeiten in diesem Zusammenhang (Andreas kennt sicher die
Haas-Schwöbel-Geschichte), und war damit sehr vorsichtig.
Ich selbst habe bei einem meiner ersten Seminare (um 1980) erlebt, wie
peinlich für einen selber so ein Widerspruch sein kann. Ich hatte damals
den Seminarteilnehmern die "Blätterpilz"-Gattungen erklärt, die
zu den Röhrlingsartigen gehören (Afterleistlinge, Gelbfüße, Krämplinge),
und einer der Teilnehmer spielte sich dann groß auf, berief sich auf Frau
Runge, bei der er wohl irgend etwas falsch verstanden hatte, und
behauptete groß und breit, dass diese zu der Familie der Pfifferlinge
gehören, was natürlich falsch war. Aber der Mann war so selbstsicher und
vorwurfsvoll aufgetreten, dass ich im ersten Moment wirklich hilflos war.
Der hat sich zwar - nachdem das richtiggestellt war - nachträglich
entschuldigt, und ich hab ihm gesagt, dass er die besten Chancen hatte,
aus dem Seminar hinauskomplimentiert zu werden, aber davon habe ich
abgesehen.
Ich war aber damals vor dem Plenum der anderen Seminarteilnehmer richtig
bloßgestellt und in einer sehr unangenehmen Situation.
An diese Dinge erinnerte ich mich, als ich meine Meinungsäußerung (!) hier
schrieb.
Übrigens: ich beneide den Andreas um "seinen" Lehrmeister Hans
Haas. Ich hatte zwar auch mehrere Lehrmeister, aber keinen, den ich
ständig hätte kontaktieren können. Insoweit waren mir die Süddeutschen
immer "Voraus". Und Herr Haas, den ich auch noch kennen durfte,
war eben eine der erfahrenen Kapazitäten.
Leider konnte ich nie Hermann Jahn und Helmut Derbsch kennenlernen, obwohl
letzterer nur 5 km von meinem Wohnort entfernt wohnte. ER war halt sehr
zurückhaltend, wollte mit Speisepilzsammlern überhaupt nichts zu tun
haben, und bei einem Kontaktversuch in meiner Anfangszeit kam ich einfach
nicht an ihn "ran".
Soviel möchte ich hier erlären zu meinem Standpunkt zum Umgang miteinander,
den ich hier geäußert habe, und für den ich um Verständnis bitte. Ich
bedenke natürlich auch, wer alles NICHT an DIESEM Forum teilnimmt.
In diesem Sinne möchte ich meine Meinung nicht übelgenommen wissen, aber eben
auch überdacht und - wenn auch nicht der eigenen entsprechend -
akzeptiert.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Heinz,
es wird dir sicher niemand deine Meinung übelnehmen, du hast dich halt nur unglücklich ausgedrückt, mir ist das hier sicher auch schon passiert und ich würde es nicht überbewerten. Ich freue mich auch in Zukunft Beiträge hier von dir zu lesen.
Zu den Lehrmeistern muss ich sagen das ich froh bin das ich hin und wieder das Vergnügen habe auf Exkursionen mit deinem Namensvetter aus Weidhausen dabeisein zu dürfen was mir bisher immer neue Erkenntnisse gebracht hat,
viele Grüsse
Matthias

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Re: Nun gut, Ihr habt nicht ganz unrecht ...

Werner, (vor 7296 Tagen) @ Heinz Ebert

Lieber Heinz,

auch ich will Dir sicherlich nicht Deine Meinung streitig machen und schließe mich Matthias voll an, daß es mich weiterhin freut, von Dir zu lesen.

Meine bisherigen Kurs-Lehrer waren Walter Pätzold und Andreas Gminder Hier im Verein diskutiere und lerne ich von Leuten wie Christoph Hahn (leider selten), Robert Tardino, Werner Edelmann, Edmund Garnweidner u.a.

Ich fand es allerdings sehr angenehm, daß z.B. Walter Pätzold Widerspruch in seinen Kursen durchaus nicht schlecht findet und verschmitzt lächelnd den "Widerspruchsgeist" ans Mikroskop schickt. In 98% der Fälle hat er natürlich auch recht - ist ja auch noch dazu sein eigenes Revier. Trotzdem gönnt er es einem auch mal, wenn man mal entgegen seiner Meinung recht behält - 2-3 Mal ist mir das auch gelungen. Daß Andreas in seinen Kursen genauso souverän verfährt, dürfte eh klar sein.

Natürlich kann ich verstehen, daß es Leute gibt, die um des Widerspruchs oder "Recht-Haben-Wollens" willen für den Kursleiter oder die "Koryphäe" Ärger bereiten und daß es auch nicht schön ist, wenn so einer einen noch "frischen" Kursleiter in Nöte bringt. Aber das gehört halt wohl auch zum "Geschäft", so wie ich es immer wieder erlebe, daß mir "Stammtischbrüder" ihre Handyfotos präsentieren und nicht davon zu überzeugen sind, daß z.B. ihre Kahlen Kremplinge keine Trichterlinge sind - einfach deswegen, weil ich 20-30% ihrer hundsmiserablen Aufnahmen gar nicht kommentieren will.

Hier im Forum ist das aber fast nie der Fall.

Ich jedenfalls fand viele Diskussionen hier sehr hilfreich, bei denen jemand nicht gleich alles abhakte und ohne Nachfrage oder Zweifel schluckte. Ich erinnere mich z.B. nur zu gut an die vielen Röhrlingsanfragen an Jürgen Schreiner und dessen eigentlich immer sehr kompetente Antworten darauf. Einiges an Wichtigem wäre mir nie so bewußt geworden, hätte Jürgen da nicht vieles mehrfach für uns runtergebetet. Und oft war ich ja auch nur stiller Mitleser und -lernender. Manches an Anfragen fand auch ich hanebüchen, trotzdem verstehe ich immer das Anliegen des Fragestellers und derjenigen, die noch auf einem anderen Niveau sind.

Ein oder zwei Male habe ich auch empfindliche "Koryphäen" erlebt, die Widerspruch wohl schlecht verkraftet haben. In den Gesprächen nach solchen "Zusammenstößchen" mit den anderen Anwesenden konnte ich jedoch immer erkennen, daß die diskussionsbereiten "Koryphäen" wie z.B. Heinz Clemencon viel höher geschätzt und anerkannt wurden, als diejenigen, die ein Gespräch eher im "basta-Stil" beendeten. Und jemand, der eigene Fehler auch mal zugeben kann, ist immer höher geschätzt als ein "Pilzgott". Denn spätestens im guten Fortgeschrittenenstadium merkt jeder (zumindest auf dem Niveau eines fortgeschrittenen PSV), daß selbst die größten Koryphäen nur mit Wasser kochen. Dazu reicht es, bei kritischen Arten nur mal alle zugänglichen Bücher zu studieren und die teils schon haarsträubenden Widersprüche darin aufzudecken.

In diesem Sinne sollte man das Forum m.E. sehen. Und in diesem Sinne verstehe ich auch Dein letztes Statement und bedanke mich dafür bei Dir. Die Eifel ist zwar recht weit von hier, aber vielleicht schaffe ich es ja auch mal zu Euch "rauf".

Viele Grüße aus München,

Werner