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Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

AK_CCM, (vor 7291 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

die Ostthüringer Zeitung hat Dr. Helmut Hentschel des Giftinformationszentrums Erfurt interviewt, vielleicht ganz interessant zu lesen.

Gruß, Andreas

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Heinz Ebert ⌂, (vor 7291 Tagen) @ AK_CCM

Es ist eigentlich erschreckend, dass die Pilzberatung immer noch nicht öffentlich gefördert wird. Im Hinblick auf die immensen Kosten bei einer Vergiftung eine absolute Dummheit "unsrer" Politiker, die mal wieder an falscher Stelle "einsparen".
Warum werden DIE eigentlich noch gewählt?
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Pilzfreunde,
die Ostthüringer Zeitung hat Dr. Helmut Hentschel des
Giftinformationszentrums Erfurt interviewt, vielleicht ganz interessant
zu lesen .
Gruß, Andreas

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Andreas ⌂, (vor 7291 Tagen) @ Heinz Ebert

Es ist eigentlich erschreckend, dass die Pilzberatung immer noch nicht
öffentlich gefördert wird. Im Hinblick auf die immensen Kosten bei einer
Vergiftung eine absolute Dummheit "unsrer" Politiker, die mal
wieder an falscher Stelle "einsparen".
Warum werden DIE eigentlich noch gewählt?
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo,

ich finde den Ansatz falsch. Ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass der Staat ein Pilzberaternetz wegen Geldeinsparung finanzieren sollte. Wenn, dann weil es einfach eine Art "Bürgerservice" ist - und davon kann sich der Staat immer weniger leisten.

Meiner Meinung nach gehören die Kosten für eine Pilzvergiftung aus der Krankenversicherung rausgenommen. Jeder muss die entsprechenden Kosten selber tragen. Und die Pilzberatungsstellen wären dann eben kostenpflichtig. Möglich, dass das Pilzesammeln dann stark zurückgehen würde. Möglicherweise aber auch nicht.
Jedenfalls denke ich, dass man sich den Gedanken (oder den Traum) von einer staatlichen Anerkennung der Pilzberater und damit verbunden der Finanzierung eines Pilzberaternetzes abschminken kann. Außer es würde zwei Jahre mit massiv vielen (auch tödlichen) Vergiftungsfällen kommen, so dass auch von seitens der Presse ein lauter Aufschrei käme, der nicht einfach für die paar Wochen Saison ausgesessen werden könnte. Aber sowas wollen wir uns ja nicht wirklich wünschen, gelle ;-) Somit führt auch hier wohl kein Weg an der Privatisierung vorbei, wie fast überall im ehemals staatichen Dienstleistungsbereich

beste Grüße,
Andreas

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

winerius, (vor 7290 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ist glaube ich eine ganz schlechte Idee, die Leistung für eine medizinische Behandlung einer Pilzvergiftung aus den Kassenleistungen zu nehmen. Erstens könnte, bis auf wenige Ausnahmen, sicher niemand die horrenden Kosten die z.B. bei einer Knollenblätterpilzvergiftung entstehen privat bezahlen. Zweitens was glaube ich noch wesentlich mehr dagegen spricht ist die Frage: Wo soll man die Grenze ziehen was selbstverschuldet und somit nicht von der Allgemeinheit sprich Krankenkasse bezahlt werden soll und was nicht? In der Politik wurden ja in letzter Zeit wieder Stimmen laut die fordern, dass z.B. der abgestürzte Bergsteiger seine Behandlung privat bezahlen soll, da er ein Risikosport betreibt und die daraus entstehenden Kosten nicht der Allgemeinheit zumuten kann. Bei den Pilzvergiftungen könnte man ja ähnlich argumentieren keiner muss heute, um nicht zu verhungern Pilze sammeln oder auf Bergen rumklettern, aber auch hier wieder: Wo ist die Grenze zu ziehen? Die Kosten die durch die Behandlung von Fußballspielern entstehen die sich jedes Wochenende die Schienbeine oder Knie lädieren sind mit Sicherheit um einiges höher als alle Pilzvergiftungen und Bergunfälle zusammen und Fußballspielen muss auch keiner also selbstverschuldet, zahlen wir nicht mehr.
Und ein ganz bösartig (wie ich es bin) könnte ja fordern Herzinfarkt und Apoplex sollen auch privat bezahlt werden denn die Risikofaktoren Rauchen, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind alle selbstverschuldet und wieso sollte ich einen rauchenden Pizza und Hamburger vertilgenden Bewegungsmuffel seinen Krankenhausaufenthalt bezahlen? OK manchmal trifft es auch ein sportlichen Vegetarier der hat dann halt Pech gehabt.
Ich befürchte das die oben genannten Beispiele, wenn auch nicht in so drastischer Form, bald Wahrheit werden könnten und das alles trotz Kassenbeiträgen um die 14Prozent, Tendenz steigend, und Zuzahlung hier Privat vorsorge da usw.………..

Mit freundlichen Grüßen
Werner

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Beate Mittmann, (vor 7290 Tagen) @ winerius

Ich bin mit dem Beitrag von Werner sehr einig, denn es ist doch grotesk, dass uns einerseits die letzten Gelder, die man noch für angenehme und nützliche Dinge verwenden könnte, in Form von die Steuergeldern weiter und weiter aus der Tasche gestohlen werden, so dass man wirklich nur noch vom Raubstaat Deutschland sprechen kann, andererseits aber in einem rasanten Tempo alle Sozialleistungen abgebaut werden (Staaten wie Schweden haben zwar auch eine sehr hohe Steuer (sind, oder leider waren bis vor kurzen) noch echte Sozialstaaten, in denen niemand existenzielle Angst haben musste). Wie es mit unseren Renten aussieht, weiss in Wirklichkeit jeder, dazu muss man nicht erst lesen, dass die "Rente der Zukunft eine Handbreite über Hartz IV" liegen wird. Und wenn man gleichzeitig bedenkt, was für ungeheure Steuersummen einerseits für so einen Schweinkram wie deutsche Soldaten in Afganisthan oder den amerikanischen Imperialismus, bspw. im Irak ausgegeben werden, dann fragt man sich doch wirklich, warum man dann wegen einer so harmlosen Sache - was die Kosten angeht, nicht das Krankheitsbild - wie einer Pilzvergiftung AUCH noch selber zahlen soll. Die ganzen Ueberstunden, die jeder einzelne malochen muss, um glücklicher "Arbeitsplatzbesitzer" zu bleiben, sind im Durchschnitt zehntausenfach gesundheitsschädigender als jede Pilzvergiftung. Und noch ein ein Gedanke zum Thema: Was mich masslos empört ist, dass Menschen mit so herausragenden Fähigkeiten wie Heinz Ebert und viele andere Spezialisten beispielsweise bei den Tintlingskennern nicht für diese Fähigkeiten auf staatlichen Stellen finanziert werden, sondern sich auch noch auf irgendeine andere Weise ihren Unterhalt zusammenracken müssen. Wofür sind die Unis oder andere Lehrstätten eigentlich da, wenn nicht für Forschung und Lehre?

Und so kann ich Herrn Ebert nur zustimmen: Wer wählt sie eigentlich noch?
Der ist auf jeden Fall selber Schuld...

Viele Grüsse und einen schönen Abend

Beate

Hallo Andreas,
ist glaube ich eine ganz schlechte Idee, die Leistung für eine medizinische
Behandlung einer Pilzvergiftung aus den Kassenleistungen zu nehmen.
Erstens könnte, bis auf wenige Ausnahmen, sicher niemand die horrenden
Kosten die z.B. bei einer Knollenblätterpilzvergiftung entstehen privat
bezahlen. Zweitens was glaube ich noch wesentlich mehr dagegen spricht ist
die Frage: Wo soll man die Grenze ziehen was selbstverschuldet und somit
nicht von der Allgemeinheit sprich Krankenkasse bezahlt werden soll und
was nicht? In der Politik wurden ja in letzter Zeit wieder Stimmen laut
die fordern, dass z.B. der abgestürzte Bergsteiger seine Behandlung privat
bezahlen soll, da er ein Risikosport betreibt und die daraus entstehenden
Kosten nicht der Allgemeinheit zumuten kann. Bei den Pilzvergiftungen
könnte man ja ähnlich argumentieren keiner muss heute, um nicht zu
verhungern Pilze sammeln oder auf Bergen rumklettern, aber auch hier
wieder: Wo ist die Grenze zu ziehen? Die Kosten die durch die Behandlung
von Fußballspielern entstehen die sich jedes Wochenende die Schienbeine
oder Knie lädieren sind mit Sicherheit um einiges höher als alle
Pilzvergiftungen und Bergunfälle zusammen und Fußballspielen muss auch
keiner also selbstverschuldet, zahlen wir nicht mehr.
Und ein ganz bösartig (wie ich es bin) könnte ja fordern Herzinfarkt und
Apoplex sollen auch privat bezahlt werden denn die Risikofaktoren Rauchen,
falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind alle selbstverschuldet und
wieso sollte ich einen rauchenden Pizza und Hamburger vertilgenden
Bewegungsmuffel seinen Krankenhausaufenthalt bezahlen? OK manchmal trifft
es auch ein sportlichen Vegetarier der hat dann halt Pech gehabt.
Ich befürchte das die oben genannten Beispiele, wenn auch nicht in so
drastischer Form, bald Wahrheit werden könnten und das alles trotz
Kassenbeiträgen um die 14Prozent, Tendenz steigend, und Zuzahlung hier
Privat vorsorge da usw.………..
Mit freundlichen Grüßen
Werner

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Ich versteh' Euch ja ......

Andreas ⌂, (vor 7290 Tagen) @ Beate Mittmann

.... aber andererseits bin ich der Meinung, dass eine Pilzvergiftung IMMER UND AUSNAHMSLOS vermeidbar wäre. Man isst einfach nix was man nicht sicher kennt. Das weiss jedes Kind. Nur die Erwachsenen scheinen das wieder vergessen zu haben. Und da gibt es auch keine Fälle von höherer Gewalt oder sonst irgendeine Entschuldigung.
Wer giftige Pilze isst, der ist ganz alleine selber schuld.

Bei Bergsteigen oder sonstigen (Risiko-)Sportarten sieht das meiner Meinung nach anders aus, da kann man nicht immer eine klare Grenzen zwischen Selbstverschulden und unvermeidbar ziehen.

Daher meine Ansicht, und die habe ich auch weiterhin.
Ganz klar, der Staat haut ungleich größere Summen für wesentlich schwachsinnigere Sachen raus, da ist das bischen Pilzvergiftungs-Kosten vermutlich im Mikrobereich dagegen anzusiedeln. Aber das ist eigentlich kein Argument deshalb nicht auch "Kleinigkeiten" zu überdenken.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Huperzia ⌂, (vor 7290 Tagen) @ Beate Mittmann

Ich bin mit dem Beitrag von Werner sehr einig, denn es ist doch grotesk, dass
uns einerseits die letzten Gelder, die man noch für angenehme und
nützliche Dinge verwenden könnte, in Form von die Steuergeldern weiter und
weiter aus der Tasche gestohlen werden, so dass man wirklich nur noch vom
Raubstaat Deutschland sprechen kann, andererseits aber in einem rasanten
Tempo alle Sozialleistungen abgebaut werden (Staaten wie Schweden haben
zwar auch eine sehr hohe Steuer (sind, oder leider waren bis vor kurzen)
noch echte Sozialstaaten, in denen niemand existenzielle Angst haben
musste). Wie es mit unseren Renten aussieht, weiss in Wirklichkeit jeder,
dazu muss man nicht erst lesen, dass die "Rente der Zukunft eine
Handbreite über Hartz IV" liegen wird. Und wenn man gleichzeitig
bedenkt, was für ungeheure Steuersummen einerseits für so einen
Schweinkram wie deutsche Soldaten in Afganisthan oder den amerikanischen
Imperialismus, bspw. im Irak ausgegeben werden, dann fragt man sich doch
wirklich, warum man dann wegen einer so harmlosen Sache - was die Kosten
angeht, nicht das Krankheitsbild - wie einer Pilzvergiftung AUCH noch
selber zahlen soll. Die ganzen Ueberstunden, die jeder einzelne malochen
muss, um glücklicher "Arbeitsplatzbesitzer" zu bleiben, sind im
Durchschnitt zehntausenfach gesundheitsschädigender als jede
Pilzvergiftung. Und noch ein ein Gedanke zum Thema: Was mich masslos
empört ist, dass Menschen mit so herausragenden Fähigkeiten wie Heinz
Ebert und viele andere Spezialisten beispielsweise bei den
Tintlingskennern nicht für diese Fähigkeiten auf staatlichen Stellen
finanziert werden, sondern sich auch noch auf irgendeine andere Weise
ihren Unterhalt zusammenracken müssen. Wofür sind die Unis oder andere
Lehrstätten eigentlich da, wenn nicht für Forschung und Lehre?
Und so kann ich Herrn Ebert nur zustimmen: Wer wählt sie eigentlich noch?
Der ist auf jeden Fall selber Schuld...
Viele Grüsse und einen schönen Abend

Hallo Beate,

Ich finde man zieht sich zu leicht mit einem Rundumschlag auf alle Politiker aus der Verantwortung. Jedem steht frei es irgendwie besser zu machen, bzw. auch die Politiker zu wählen, die es am wenigsten falsch machen - wenn man nicht wählt ist man selber schuld.
Man kann nicht erwarten, daß man rundum versorgt wird und jegliche Tendenz zu mehr Eigenverantwortung abzulehnen, haltze ich auch für falsch, auch wenn es immer groteske Beispiele aufzuzählen gibt. Aber die gibt es immer.

Die Idee, Kosten für Pilzvergiftungen - zumindest für grob leichtsinnige - auf die Verursacher zurückzuführen, halte ich für so falsch nicht, wenigstens aber einen bestimmten Prozentsatz, der vielleicht vor dem Genuß schon etwas abschreckt. Und dann bezahlen die Krankenkassen die Pilzberatung *träum*... ;-)

Viele Grüße,
Tanja

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Saftling, (vor 7290 Tagen) @ Huperzia

Hallo,

Wer selbst gesammelte Pilze verzehrt trägt ganz automatisch eigene Verantwortung, weil nämlich im Falle einer Vergiftung die körperlichen Folgen subjektiv wahrscheinlich gravierender sind als die Behandlungskosten. Außer Lebensmüden riskiert doch niemand absichtlich seine Gesundheit. Daß es viele Menschen dennoch tun liegt daran, daß Menschen generell dazu neigen, Risiken zu unterschätzen (Phobiker ausgenommen).
Das Argument, der Staat könne sich die rundum-Versorgung der Bürger nicht mehr leisten, wird leider gerne dazu mißbraucht, wertvolle Errungenschaften abzuschaffen, z.B. die Pilzberatung (die m.W. inzwischen auch in den neuen Bundesländern weitgehend ehrenamtlich geleistet wird). Ich finde es bemerkenswert, daß viele Pilzkundige sich auf eigene Kosten zum geprüften Pilzberater ausbilden lassen, um dann ehrenamtliche Beratung zu leisten. Stiehlt sich da nicht der Staat aus der Verantwortung??? Angesichts der sog. "Aufwandsentschädigungen", "Sitzungsgelder" und was sonst noch alles sich unsere Volkstreter, äh... -vertreter in die eigene Tasche scheffeln ist es sachlich nicht nachvollziehbar, weshalb sich unser Staat die gesamtwirtschaftlich gesehen völlig belanglosen Kosten für öffentlich geförderte Pilzberatung angeblich nicht leisten kann. Das ist nur eine Frage des fehlenden politischen Willens. Bürgerschaftliches Engagement ist für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft von unschätzbarer Bedeutung. Die ohnehin geringen Zuwendungen weiter zu kürzen ist an der falschen Stelle gespart.
Außerdem ist der deutsche Weg, mit den Herausforderungen durch die veränderte Bedingungen der Weltwirtschaft umzugehen, ja keineswegs der einzig richtige (falls überhaupt). In Dänemark z.B. gibt es keine Krankenversicherung, da zahlt der Staat, wenn jemand ärztliche Hilfe braucht. Dafür sind dort die Steuern viel höher als bei uns. Deutsche Politiker halten hohe Steuern ja für Gift für die Wirtschaft. Warum hat Dänemark eine Arbeitslosenquote von 3,5% und wir über 10%? Glaubt den Politikern kein Wort; ihre Lügen werden auch durch ständige Wiederholung nicht wahr!
Die Pilzberatung ist eine wertvolle Errungenschaft, die nicht kampflos aufgegeben werden sollte! Schon gar nicht wegen falscher Argumente, v.a. daß dafür kein Geld da sei.

Liebe Grüße
Dieter

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Huperzia ⌂, (vor 7289 Tagen) @ Saftling

Glaubt den
Politikern kein Wort; ihre Lügen werden auch durch ständige Wiederholung
nicht wahr!

....ich finde solche Aussagen reichlich polemisch, weil auch Verbesserung nur durch Politiker möglich werden kann.

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OT: Politiker und Politik

Werner, (vor 7289 Tagen) @ Huperzia

....ich finde solche Aussagen reichlich polemisch, weil auch Verbesserung nur
durch Politiker möglich werden kann.

Nunja, theoretisch hast Du recht. In der Praxis sieht es so aus, daß die uns vor jeder Wahl das Blaue vom Himmel runterlügen. Beispiel MwSt-Erhöhung. SPD: kommt nicht in Frage, CDU: 2 Prozent. Oder war's anders rum - ist mir inzwischen schon schietegal, weil ich zwischen Regen und Traufe nicht mehr unterscheide. Was es geworden ist, wissen wir selber. Es wäre zu schön, wenn man die auf jede Lüge hin auf Schadensersatz verklagen könnte. Dann würden die endlich Hartz IV beziehen und wissen, wie glänzend es sich mit 300+ Euro in München und Berlin davon leben läßt.

Als nächstes würde ich alle "einsatzgeilen" Parteimitglieder mal nach Afghanistan zum Dienst an der Front schicken, wo sie uns unter Verbiegung des Grundgesetzes hingebracht haben. Und die Steuergeschenke an die Industrie, die davon ja so viele Arbeitsplätze schaffen, sollte man bei Nichterreichen höherer Beschäftigung von den Politikern und Lobbyisten ebenfalls einklagen können. Gut fand ich auch das Statement unseres Verteidigungsministers, daß der Kongo ein Land mit "essenziellen Rohstoffen" ist und daß wir deswegen dort die BW hingeschickt haben. Wir kommen jedoch nie drauf, essentielle Lebensrechte im Sudan zu verteidigen, denn in Darfur gibt es ja nun mal keine "essentiellen Rohstoffe", nur arme N*****, was wir natürlich nicht mehr aussprechen dürfen und dafür auch gehörig gestraft werden. Daß wir die gleichen N***** immer noch wie solche behandeln, ist natürlich völlig legal.

Von Kriegsverbrechern wie Bush, Olmert, Putin u.a. will ich gar nicht anfangen, wir haben dafür ja stellvertretend Saddam, Noriega und Milosevic bestraft. Dafür kann man mit Dubya ja schön Grillparties für zweistellige Millionenbeträge feiern http://www.netzeitung.de/deutschland/landtagswahlen2006/434758.html .

Richtig toll finde ich das Schweigen zu jedem neuen Rechtsbruch der Israelis. Die Bombardierung von terroristischen Brücken, Wohnhäusern, Fluchtstraßen, UN-Posten, Zivilflughäfen sowie kleine Provokationen der "Nazi-Flotte" unter Umgehung sämtlicher UN-Resolutionen sind alle nicht der Rede wert. Wichtig ist, daß wir den verbrecherischen Iran und Syrien demnächst etwas bombardieren, damit wieder Frieden verbreitet wird. Nordkorea können wir uns sparen, da gibt es eh bloß hungernde Menschen und weit und breit keine "essentiellen Rohstoffe".

Ich halte schlicht und einfach die Menschheit nicht für gescheit genug, genügend gescheite Politiker hervorzubringen. Mit gescheiten Leuten verfährt man lieber wie mit Martin L. King, Mahatma Gandhi, Salvador Allende, Che Guevara und Camillo Torres.

Wenn man dann die Schnauze richtig voll hat, wählt man NPD. Bravo! Sorry, ich hab' ja nicht davon angefangen, aber nun muß ich auch mal etwas Luft ablassen. Aber meine Begeisterung für die Menschheit sinkt von Jahr zu Jahr und Polemik gegen die momentanen Zustände in den Demokratien dieser Welt halte ich für ein echt mildes Mittel - die Polemik seitens unserer Volkszertreter (oh, Entschuldigung, mein "v" klemmt grade) ist doch um einiges ausgeprägter als alles, was wir hier schreiben können.

Disclaimer: wer alles oben geschriebene wörtlich nimmt, ist selber schuld.

Gruß,

Werner

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Re: OT: Politiker und Politik

Huperzia ⌂, (vor 7289 Tagen) @ Werner

Dann
würden die endlich Hartz IV beziehen und wissen, wie glänzend es sich mit
300+ Euro in München und Berlin davon leben läßt.

+ Miete + Krankenkasse + noch ein paar Kleinigkeiten ...sollte man auch dazuschreiben, denn auch mit einem Job haben einige nicht mehr.

Ich finde es schade, daß man bei so einem Thema nicht wirklich weiter diskutieren kann. Ich kenne keine Politiker, bin selbst weit davon entfernt, aber es ist sehr vereinfacht, einfach denen, die wir wählen (oder durch Nichtwählen wählen lassen) die Schuld für jeden Mißstand zu geben. Die Politiker, die die Pilzberatung in der Hand hätten, haben mit Afghanistan nicht viel zu tun. Vielleicht sollte man einfach mal klar gucken, was auf Kommunaler- und was auf Landesebene und was "ganz oben" entschieden wird. Da steht sich einiges im Wege und es sind einfach nicht DIE Politiker, die immer lügen, es sind nicht selten die Umstände, die anderes nicht erlauben, als anders zu entscheiden, als sich die Politiker (und Wähler) erträumen. Und die Wähler wollen ja auch belogen werden, denn wer hört schon gerne ehrlichen Politikern zu? Hier belügt sich jeder selbst und es ist ja dan so einfach alles den Politikern zuzuschreiben.

Tanja

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Re: OT: Politiker und Politik

Werner, (vor 7289 Tagen) @ Huperzia

+ Miete + Krankenkasse + noch ein paar Kleinigkeiten ...sollte man auch
dazuschreiben, denn auch mit einem Job haben einige nicht mehr.

+ Ausziehen aus einer Wohnung, weil die 3 qm mehr als behördlich verordnet hat
+ Arbeitslosigkeit nach teils 20-30 Jahren Arbeit, weil ein vorher subventionierter Konzern feststellt, daß man im Osten billiger produzieren kann
+ Faulpelze will ich hier gar nicht verteidigen, denen würde ich bloß noch Essensmarken geben - trotzdem trifft es allzu viele, die nichts dafür können - erinnere bloß mal beispielhaft an AEG, Siemens BenQ etc.

Ich finde es schade, daß man bei so einem Thema nicht wirklich weiter
diskutieren kann. Ich kenne keine Politiker, bin selbst weit davon
entfernt, aber es ist sehr vereinfacht, einfach denen, die wir wählen
(oder durch Nichtwählen wählen lassen) die Schuld für jeden Mißstand zu
geben.

Ich "kenne" dummerweise einige, weil die in unserem jedes Jahr wieder ihre glorreichen Reden schwingen. Und die allermeisten davon sind sowas von Dampfplauderern, daß einem schlecht wird. Die wagen es jedes Jahr wieder, die gleichen Plattitüden und Unwahrheiten aufzutischen und die treuen CSU/SPD-Anhänger klatschen jedes Jahr neu - obwohl sie schon letztes Jahr belogen und betrogen wurden. Nein - die Wähler sind nicht besser als ihre Politiker.

Die Politiker, die die Pilzberatung in der Hand hätten, haben mit
Afghanistan nicht viel zu tun.

Naja, nicht direkt. Aber sie sind doch meist Vertreter jener Parteien, die für das verantwortlich sind. Und einem "Mitläufer" der NSDAP wirft man das ja auch heute noch meist zurecht vor. Also sehe ich auch ein Mitläufertum bei CDU/CSU, SPD usw. Wenn ich Mandatsträger einer Partei bin, muß ich das auch persönlich verantworten können, was die machen. Es sei denn, ich versuche lautstark mich innerhalb der Partei dagegen zu wehren - ein paar wenige Beispiele fallen einem dazu ja ein - z.B. Leutheusser-Schnarrenberger, die wegen Ihrer Haltung zum "Großen Lauschangriff" damals bös abgestraft wurde und alles was sie damals dagegen hatte, hat sich heute als wahr erwiesen.

Vielleicht sollte man einfach mal klar
gucken, was auf Kommunaler- und was auf Landesebene und was "ganz
oben" entschieden wird.

Das ist schon richtig. Aber als Mitglied einer Partei bin ich auch stellvertretend für die Bundespolitik verantwortlich - siehe oben. Und kommunal läuft ja auch so einiges schief - ich will bloß mal beispielhaft die Bauskandale in den Großstädten oder auch die kleineren Verschwendungen in den Kommunen Jahr für Jahr anführen - der Bundesrechnungshofbericht wird offensichtlich für die Toilettenhäuschen aus Marmor produziert, die jener bemängelt. Sicher ist das nicht in jeder Gemeinde so, trotzdem ist es weitverbreitet.

Da steht sich einiges im Wege und es sind
einfach nicht DIE Politiker, die immer lügen, es sind nicht selten die
Umstände, die anderes nicht erlauben, als anders zu entscheiden, als sich
die Politiker (und Wähler) erträumen.

Also bitte: aus jeder Partei, die anschließend an die Macht gekommen ist, gibt es dafür genügend Beispiele. Bleiben wir bei der MwSt. Ich kann mich noch gut dran erinnern, mit welchen Schwüren man zu Schröders Zeiten damals jegliche Erhöhung vehement ablehnte und auf der anderen Seite 2% Erhöhung forderte. Die Wahl war durch, prompt stritt man sich, ob es 3 oder 4% werden. Da frage ich mich doch.

Ich suche immer noch nach Beispielen von Politikern, die uns vor den Wahlen nicht belügen. Das sind dann meist diejenigen, die heute im Ruhestand sind oder welche, die von ihrer Partei gar nicht aufgestellt werden. Und es ist doch schon so: wenn meine Partei vor der Wahl a sagt, nachher b macht - wo bleibt dann der Widerstand der vielen ehrlichen Politiker. Weder vorher noch nachher kann ich davon viel erkennen.

Und die Wähler wollen ja auch
belogen werden, denn wer hört schon gerne ehrlichen Politikern zu? Hier
belügt sich jeder selbst und es ist ja dan so einfach alles den Politikern
zuzuschreiben.

Das ist allerdings wahr. Ich sag es ja - die Menschheit ist so dumm, daß sie brummt. Nur hält sie sich ja für so viel höherstehend als beispielsweise die Tierwelt. Mir fällt dazu nur ein alter Spruch ein: "technisch-wissenschaftlich sind wir auf dem Stand 2006, moralisch-ethisch im Mittelalter".

Gruß,

Werner - desillusionierter Spät-68er

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Re: OT: Politiker und Politik

Ingo, (vor 7289 Tagen) @ Werner

So viel Idealismus hier!

Da muss man sich eigentlich wundern; handelt es sich doch hier
um ein Forum, welches ein Teilgebiet der Biologie betrifft.

Staatliche Zuschüsse für Pilzberatung oder Aufwandsentschädigung
durch die Krankenkassen! Wo leben wir denn? Ich kann die Leute verstehen,
die das liebste Hobby zum Beruf machen wollen und damit ihren Lebensunterhalt
verdienen wollen. Wer wollte das denn nicht?

Allein, ich fürchte, Pilzsachverständige werden hierzulande keine Fürsprecher
finden. Jedenfalls nicht solche, die für so etwas Gelder ausgeben würden.
Dafür müsste nämlich mindestens eine der beiden nachfolgenden
Voraussetzungen erfüllt sein:

1.)
Ein Fürsprecher muss davon überzeugt werden, dass er persönliche Vorteile
aus einer derartigen Unterstützung gewinnt. Das können direkte materielle
Vorteile sein oder indirekte Vorteile, wie die Zusicherung eines Extra-Paketes
Wählerstimmen, welche zu einer weiteren Amtszeit und damit zum weiteren Verbleib
im Selbstbedienungsladen führen könnten. Oder die Maximierung von Gewinnen,
wenn die Vergiftungen abnehmen. An die Pharmaindustrie sollte man sich damit
allerdings nicht wenden.

2.)
Ein Fürsprecher muss davon überzeugt werden, dass er direkt oder indirekt
Schaden nimmt, wenn er keine Unterstützung leistet. Dies könnte im Weitesten
Sinne aber auch unter Punkt 1 laufen. Zum Beispiel wenn dem Nicht-Unterstützer
ein PSV -unterstützender Gegenkandidat mit einer geschickten Kampagne die
Stimmenmehrheit abzujagen droht. Weitere denkbare Nachteile: Der Nichtfürsprecher
wird gezwungen, ein buntes Pilzmischgericht aufzuessen, welches von einer
Kindergartengruppe wahllos zusammengesammelt und anschließend mangels
Pilzsachverständigen keiner Kontrolle unterzogen wurde. Welch ein Spass! ;-))

Sicher ist auch richtig, dass die für eine solche Unterstützung nötigen Mittel,
verglichen mit anderen Subventionen, verschwindend gering wären.
Allerdings würden sich die Leute am Geldhebel jeden noch so geringen Etat
lieber in die eigene Tasche stecken, als diesen ohne Gegenleistung zu
verpulvern.

Denn wir sind nun mal immer noch Bestandteil der Fauna unseres Planeten und
auch für uns gilt nach wie vor Naturgesetz Nummer 1:

"Lieber REICH UND GESUND als arm und krank!"

Guten Appetit - Ingo

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Re: OT: Politiker und Politik

Werner, (vor 7289 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Deinen Beitrag fand ich herzerfrischend und stimme ihm zu. Allerdings wäre ein "richtiger Ansprechpartner" nicht die Politik - bei denen ist eh Hopfen und Malz verloren (wie Du so schön ausgeführt hast) - sondern die Krankenkassen. Das Blöde am System ist nur, daß die ja auch nicht dran interessiert sind - weil sie einfach gestiegene Kosten auf uns umlegen können. Ein eindringlicheres Beispiel wäre z.B. die effektive Kontrolle der betrügerischen Ärzte, die ein gewaltiges Einsparpotential brächte. Nur wird das sowas von halbherzig verfolgt, daß alles zu spät ist. Wie soll dann ein mit genauen Zahlen schwer nachvollziehbares Einsparpotential bei der Finanzierung von Pilzberatern durch geringere Vergiftungszahlen jemals auf was anderes als taube Ohren stoßen.

Die einzige Möglichkeit, sowas zu ändern, wäre es, Schäden, die von Politikern/Krankenkassen etc. vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht werden, auch von denen einklagbar zu machen. Da die Herren aber ja die Gesetze selbst machen, ist es damit auch Essig.

Nur muß ich mal ganz ehrlich anmerken: die Pilzberatung ist eines der geringsten Probleme, die da angepackt werden müßten. Trotzdem sehe ich auch da Einsparpotentiale für die Kassen.

Gruß,

Werner

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Re: OT: Politiker und Politik

Waldschrat, (vor 7289 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,
geht mir runter wie Öl. Meine Resignation bröckelt, dennn nicht alle Menschen verblöden in stummer, Schleimsuppe Political correctnesia löffelnder Kotaustellung. Vielleicht kann das dritte deutsche Fiasko doch noch vermieden werden.
Danke und Gruß - Waldschrat

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Re: OT: Politiker und Politik

Saftling, (vor 7289 Tagen) @ Werner

Lieber Werner,

Deine Einstellung zu vielen Dingen unserer Gesellschaft findet bei mir in vielen Punkten Symphatie. Nur nützt es nichts, sich über Zustände nur zu beklagen. Ist es nicht sinnvoller darüber nachzudenken, wie der einzelne Mensch dazu beitragen kann, daß etwas besser wird? Nach über 20 Jahren ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz sind mir Frustrationen über nicht erreichte Ziele bestens vertraut. Andererseits stelle ich mir manchmal vor wie es wäre, die ganze Umweltschutzbewegung hätte nicht statt gefunden. Da sind mir die kleinen Erfolge allemal lieber als gar nix! Z.B. haben wir heute wieder sehr viel weniger Schwefelverbindungen in der Abluft als noch vor 20 Jahren (was z.B. vielen Pilzen sehr zugute kommt!). Mein Beitrag dazu ist zwar nicht erkennbar, aber zusammen mit Millionen anderen wurde soviel Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt, daß wenigstens in diesem Punkt (wie in einigen anderen) etwas besser wurde. Für eigene Überzeugungen einzustehen ist m.E. auch dann wichtig, wenn man den Erfolg nicht sehen kann.
Das gleiche könnte man für viele andere gesellschaftliche Bereiche anführen. Damit will ich nichts schönreden, die Negativposten bleiben bestehen. Nur sollte eine kritische Haltung gegenüber Mißständen nicht dazu führen, sich nur über alles mögliche aufzuregen und dabei bequem die Hände in den Schoß zu legen. Das ist m.E. auch eine Form von Mitläufertum und eher noch schlimmer als der Opportunist, der bestehende Verhältnisse zu seinem Vorteil nutzt (wozu der Mensch von Natur aus neigt).

@Tanja: stimmt, die von Dir beanstandete Formulierung ist polemisch. Ich meinte damit - und das ist vielleicht konsensfähig - daß man nicht viel darauf geben sollte, was Politiker SAGEN. Schließlich nötigt "der Wähler" ja die Politiker zum lügen. Aber die TATEN sind es wert, ernst genommen zu werden. Ich habe gerade meine rosarote Brille verlegt, daher kann ich zumindest bei den großen Themen auch nicht übermäßig viele tolle Leistungen entdecken. Vielleicht schaue ich einfach zu viel dort hin, wo was schief läuft ;-/

LG
Dieter

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Re: OT: Politiker und Politik

Werner, (vor 7289 Tagen) @ Saftling

Lieber Dieter,

Deine Einstellung zu vielen Dingen unserer Gesellschaft findet bei mir in
vielen Punkten Symphatie. Nur nützt es nichts, sich über Zustände nur zu
beklagen. Ist es nicht sinnvoller darüber nachzudenken, wie der einzelne
Mensch dazu beitragen kann, daß etwas besser wird?

Damit hast Du sicher recht. Nur, ich habe meinen Teil dazu sicherlich auch beigetragen. Ich war vor vielen Jahren an einigen Protesten beteiligt. Vor ca. 10 Jahren war ich - auf einem ganz anderen Gebiet - in der Gewerbepolitik aktiv. Leider konnte ich dort nur erkennen, daß sich Dummheit und Vetternwirtschaft immer gegen die "guten" Gewerbepolitiker durchgesetzt haben. Meine letzte Illusion raubte mir der von mir als Gründungsmitglied mit aufgebaute Bundesverband (Taxigewerbe) erst letztes Jahr. Auch hier setzte sich Unanständigkeit, Ehrgeiz, Schwafelei und Egomanentum vor Anstand, Arbeitseifer und selbstloser Kärrnerarbeit durch. Leute, die vor vielen Jahren mit den Idealisten zusammen den Verband gegründet hatten halten heute das Heft in der Hand, benehmen sich auf Versammlungen grob daneben, beschimpfen und verunglimpfen ihre ehemaligen Mitstreiter usw. Und das nur, weil 2 davon mit einer 2:1 Mehrheit im Vorstand mal Dinge korrigieren wollten, die der Egomane - wie immer - partout durchsetzen wollte. Der Egomane stört mich dabei am allerwenigsten (so wie ich Hitler als Einzelfigur auch uninteressant finde) - schlimm sind die Ja-Sager, die mehrheitlich zwar vielleicht etwas angeekelt sind, aber aus verschiedensten Gründen niemals laut ihre Meinung vertreten (so wie mich am 3. Reich auch die Mitläufer viel mehr stören als die paar Wahnsinnigen oben).

Ich jedenfalls werde in Zukunft weiterhin "mein Maul aufreißen", aber das große Engagement kommt von mir nicht mehr. Dazu habe ich allzuviel Energie in den Sand gesetzt und gedankt hat mir das niemand - im Gegenteil, ich wurde dafür mit Dreck beworfen. Auch hier ist wieder das Schlimme, daß die schweigende Mehrheit dabei zusieht und keine Miene verzieht - die "Dreckwerfer" würden mich alleine nicht stören. Noch vor 10 Jahren habe ich das anders gesehen. Heute lebe ich größtenteils mein Leben so wie ich es will und versuche, es zu genießen. In der Politik u.ä. werde ich mich allerdings nicht mehr aufreiben, denn dazu ist mein Leben zu kurz. Mein Wahlkreuz mache ich immer bei der mir am wenigsten schlimm erscheinenden Alternative, allerdings würde ich einen ausgiebigen Pilzausflug wegen einer Wahl nicht mehr unterbrechen. Die Beine reiße ich mir deswegen nicht mehr aus.

Ich spende noch für Tierschutz - so z.B. für das "Schwarzwaldhof" genannte Tierheim in Hornberg - das ich selbst besuchte und für gut befand.

Nach über 20 Jahren
ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz sind mir Frustrationen über
nicht erreichte Ziele bestens vertraut. Andererseits stelle ich mir
manchmal vor wie es wäre, die ganze Umweltschutzbewegung hätte nicht statt
gefunden. Da sind mir die kleinen Erfolge allemal lieber als gar nix! Z.B.
haben wir heute wieder sehr viel weniger Schwefelverbindungen in der
Abluft als noch vor 20 Jahren (was z.B. vielen Pilzen sehr zugute kommt!).
Mein Beitrag dazu ist zwar nicht erkennbar, aber zusammen mit Millionen
anderen wurde soviel Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt, daß
wenigstens in diesem Punkt (wie in einigen anderen) etwas besser wurde.
Für eigene Überzeugungen einzustehen ist m.E. auch dann wichtig, wenn man
den Erfolg nicht sehen kann.

Ok. Es mag ja auch nicht überall gleich frustierend sein.

Das gleiche könnte man für viele andere gesellschaftliche Bereiche anführen.
Damit will ich nichts schönreden, die Negativposten bleiben bestehen. Nur
sollte eine kritische Haltung gegenüber Mißständen nicht dazu führen, sich
nur über alles mögliche aufzuregen und dabei bequem die Hände in den Schoß
zu legen.

Das tue ich nicht. Aber ich habe den "Glauben an die Menschheit" verloren. Ich sehe, wir wir sehenden Auges ins Verderben rennen (Stichworte: Klimaschutz, Rohstoffausbeutung, Kriege, Fanatisierung, Atomwaffenverbreitung, Materialismus) und bin froh, daß ich keine 20 mehr bin.

Das ist m.E. auch eine Form von Mitläufertum und eher noch
schlimmer als der Opportunist, der bestehende Verhältnisse zu seinem
Vorteil nutzt (wozu der Mensch von Natur aus neigt).

Deine Meinung. Ich jedenfalls sehe meine Aufgabe darin, nicht das Maul zu halten aber mich auch nicht sinnlos mehr aufzuarbeiten um dann mit 80 (so ich je so alt werde) als verbitterter Mensch abzutreten. Ich gehe in meinen Hobbies (Pilze, Eisenbahn, historische Flugzeuge usw.) und meiner unmittelbaren menschlichen Umgebung auf und beziehe daraus meine Lebensenergie. Kämpfe gegen Windmühlen bringen mir immer nur Frust. Und den gönne ich mir nach nun ca. 20 Jahren nur noch in bescheidenen Dosen.

Viele Grüße,

Werner

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Re: OT: Politiker und Politik

Huperzia ⌂, (vor 7289 Tagen) @ Saftling

Hallo Dieter,

Im Grunde sehe ich es ja auch nicht anders, nur bringt es eben wirklich nicht weiter nur dahin zu schauen, wo alles schief läuft und einen ohnmächtigen Seufzer über die Politik loszulassen - damit ging die Diskussion hier ja los.
Angenehmer wäre es, man könnte fern ab von seinem Groll auf diese und jene Mißstände und Personen darüber diskutieren, was sinnvoll sein könnte und was nicht. Nur so bekommt man eine eigene Meinung und kann vielleicht bei Gelegenheit diese auch mal äußern - manchmal bekommen dann selbst Politiker mit, was die Leute sagen, aber zumindest doch ein paar Wähler.

Bei einer Diskussion über Wasauchimmer sollte es immer darum gehen die eigene Meinung zu einem Sachthema in die Arena zu schmeißen, dort zu erproben und gegebenenfalls zu optimieren für den nächsten Kampf ;-).
Irgendwann schaut vielleicht auch mal jemand zu.

Viele rüße,
Tanja

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

Waldschrat, (vor 7289 Tagen) @ Huperzia

Hallo Beate,
Ich finde man zieht sich zu leicht mit einem Rundumschlag auf alle Politiker
aus der Verantwortung. Jedem steht frei es irgendwie besser zu machen,
bzw. auch die Politiker zu wählen, die es am wenigsten falsch machen -
wenn man nicht wählt ist man selber schuld.
Man kann nicht erwarten, daß man rundum versorgt wird und jegliche Tendenz zu
mehr Eigenverantwortung abzulehnen, haltze ich auch für falsch, auch wenn
es immer groteske Beispiele aufzuzählen gibt. Aber die gibt es immer.
Die Idee, Kosten für Pilzvergiftungen - zumindest für grob leichtsinnige -
auf die Verursacher zurückzuführen, halte ich für so falsch nicht,
wenigstens aber einen bestimmten Prozentsatz, der vielleicht vor dem Genuß
schon etwas abschreckt. Und dann bezahlen die Krankenkassen die
Pilzberatung *träum*... ;-)
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Tanja,
1. Es ist ebenso unmöglich, gute Politiker zu wählen wie es unmöglich ist, weiße Schafe aus einer schwarzen Herde zu separieren.
2. Nur Politiker und Asoziale erwarten, rundum ohne Gegenleistung versorgt zu werden.
3. Wenn Raucher, Giftpilzesser etc. im medizinischen Kontext zur Kasse gebeten werden, hätten sie logischerweise Anspruch auf höhere Rente, denn deren Rentenbezug ist um Jahre verkürzt.
Gereizter Waldschrat

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Re: Zeitungsinterview mit Giftinfo.zentrum Erfurt

MrKern, (vor 7290 Tagen) @ AK_CCM

Zitat:
"Manche Großpilzarten sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste. Dazu gehören leider auch beliebte Arten wie der Steinpilz. Deshalb sollte nur in Maßen gesammelt werden."

Steinpilze auf der Roten Liste? Nach dem diesjährigen August musste ich da ein wenig lächeln. Naja, so kann man die Leute auch davon abhalten, in den Wald zu gehen. Motto: "Die Chance etwas essbares zu finden ist sehr gering". Werde ich mir merken...