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zwei Ritterlings-Probleme, bitte um Hilfe, 200kb *PIC*

phragmobasidie, (vor 7277 Tagen)

Hallo miteinander,

Diese guten Stücke haben Thomas und ich letztens am Mittellandkanal gefunden

Erstens:
[image]

auf Pionierflächen unter Birken über Mergelkippe, am Wegesrand und im Gebüsch
Geruch und Geschmack deutlich mehlig, bitter

Einige Gruppen waren ziemlich hell bis fast weißlich und fast nicht beschuppt, andere dunkel grauschwarz,
einige auch mehr braun wie z.B. Exemplar hinten links

Sporen: elliptisch, mit Tropfen, 4,5-6 x 3,5-4,5, durchschnittl. 5,5 x 4

Fazit: keiner von den Grauschuppigen Ritterlingen passt richtig -
erst dachte ich: geleimt, Seifenritterling.
Geruch und Geschmack stimmen nicht gerade damit überein,
Röten tut er auch nach 4 Tagen nicht, nur ein wenig rosaschimmrig unter der
Hutbeschuppung, nach Tagen vergilben die Lamellen, also doppelt geleimt,
also argyraceum / scalpturatum ?; Verfärbung jedoch nicht so fahlgelb
wie ich das bisher von dieser Art kannte und auch nicht an verletzten Lamellen, Stiel gilbt überhaupt nicht.
Trotzdem mglw. diese Art, weils immer noch am Besten passt (Stichwort mehlig) ?
Kennt jemand dermaßen schwaches Verfärbungsverhalten von argyraceum ?

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Zweitens:
[image]

am Wegrand im Gras, dahinter Pappeln und dann auch andere Laubbäume. Sie fühlten sich
wohl mit Lactarius controversus zusammen, der ein Pappel-Begleiter ist.

Hut braun, etwas schmierig
Lamellen creme / hellocker, lehmbraun fleckend (die rötenden Stellen beim umgedrehten FK auf dem
Foto haben viellicht eine andere Ursache (?))
Stiel an der Spitze flockig-schuppig; zur Basis z.T. knollig verdickt und dann zugespitzt, schön braunrot,
sieht man auf dem Foto nicht gänzlich.
Geruch und Geschmack mehlig-gurkig-wanzig, im Prinzip so wie die erste Art, aber noch intensiver,
Geschmack zudem im alten und jungen FK reichlich bitter. Geschmacksprädikat: eklig

Sporen: elliptisch, mit Tropfen, 4,5-6 x 3,2-4,5, durchschnittl. 5,2 x 3,9

Fazit: Der Standort schreit egtl. nach der Bestimmung als Pappel-Ritterling, T.populina
Er wird allerdings stets als mild, mehlig und höchstens ein wenig bitter im Geschmack angegeben.
Hat den schon mal jemand probiert ? Die schuppige Beflockung der Stielspitze scheint auch nicht
unbedingt erwähnt.

Wenn jemand in dem einen oder anderen Fall einen Hinweis hat, wäre ich sehr dankbar.

schöne Grüße
Robin

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Re: zwei Ritterlings-Probleme, bitte um Hilfe, 200

Andreas ⌂, (vor 7277 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

beide Pilze hast Du meiner Meinung nach richtig erkannt.
Das Gilben beim Gilbenden Erdritterling ist oft auf den Hutrand beschränkt. Auf Druck habe ich sowieso noch nie einen gilben sehen, mir gilbten die immer nur beim Vergammeln oder wenn sie mal ein paar Stunden rumliegen.
Der Pappelritterling ist durch die etwas fleischfarbene Tönung ganz gut zu erkennen. Wie eklig "bitterlich" ist, das ist sicherlich auch persönliche Empfindung. Mir schmecken die braunen alle nicht bitter. Aber eklig finde ich alles was nach Mehl schmeckt und einen großen Geschmacksunterschied zwischen Mai-Ritterling und Pappel-Ritterling kann ich (also ich persönlich) da nicht feststellen. Die schülferige Stielspitze ist nicht typisch, aber sowas kommt gerne mal vor und dürfte wohl eher witterungsbedingt sein. Vielleicht sind die relativ großen Temperaturunterschiede zwischen Nacht und Tag schuld dran, zumindest wenn sie tagsüber Sonneneinstrahlung haben.

beste Grüße,
Andreas

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Re: zwei Ritterlings-Probleme, bitte um Hilfe, 200 *PIC*

phragmobasidie, (vor 7277 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das ist ja mal wieder viel mehr, als ich erwarten durfte -schnelle Hilfe und ich liege auch noch mglw. richtig :)

beide Pilze hast Du meiner Meinung nach richtig erkannt.
Das Gilben beim Gilbenden Erdritterling ist oft auf den Hutrand beschränkt.
Auf Druck habe ich sowieso noch nie einen gilben sehen, mir gilbten die
immer nur beim Vergammeln oder wenn sie mal ein paar Stunden rumliegen.

Dito, so kannte ich das auch nur. Was ich meinte war, dass die zwar nach Stunden,
aber dann ganz gerne an den verletzten Lamellen gilben. Muss ich nochmal beobachten, ob es mir
vielleicht nur so schien, weil die gelben Stellen immer so gammelig aussehen
und die Schneiden gekerbt sind.

Der Pappelritterling ist durch die etwas fleischfarbene Tönung ganz gut zu
erkennen. Wie eklig "bitterlich" ist, das ist sicherlich auch
persönliche Empfindung. Mir schmecken die braunen alle nicht bitter. Aber
eklig finde ich alles was nach Mehl schmeckt und einen großen
Geschmacksunterschied zwischen Mai-Ritterling und Pappel-Ritterling kann
ich (also ich persönlich) da nicht feststellen. Die schülferige
Stielspitze ist nicht typisch, aber sowas kommt gerne mal vor und dürfte
wohl eher witterungsbedingt sein. Vielleicht sind die relativ großen
Temperaturunterschiede zwischen Nacht und Tag schuld dran, zumindest wenn
sie tagsüber Sonneneinstrahlung haben.

Aha, interessant.
Ich habe den Tag schon ständig mehlig-ranzige Trichterlinge, Gurkenschnitzlinge usw. unter der Nase gehabt,
dann diese beiden Ritterlinge und dann abends auch noch die Kostprobe - igitt, das hat mich verfolgt.
Mai-Ritterlinge habe ich noch nicht probiert.
Besonders im ersten Fall freue ich mich ja sehr über die vielleicht richtige Bestimmung :) Vielen Dank!

Hier noch der Lactarius controversus vom Pappel-Standort:
[image]

Robin