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Montagskino: Pilzsaison ohne Ende *PIC*

Ingo, (vor 7276 Tagen)

Hallo Leute,

die Weihnachtsmärkte öffnen nun so langsam und die Leute können wieder Glühwein
stürzen – wohl im T-Shirt – und in den Wäldern steht alles voller Pilze. Einmalig, dieses
Pilzjahr, wie ich finde. Allen Unkenrufen zum Trotz kann ich hier doch noch mal ein
Montagskino anbieten. Diesmal war ich wieder im alten, sturmgeprüften Buchenwald
unterwegs. Schaut mal, was es da noch so gab.

Die Hallimasch sollten normalerweise bereits seit mindestens sechs Wochen durch sein.
Bei diesen hier kam ich wohl gerade mal eine Woche zu spät:

[image]

An einigen Stellen kamen aber immer noch junge Exemplare in Büscheln zum Vorschein;
Wahnsinn!

[image]

Dunkler Hallimasch – Armillaria ostoyae

Auch andere Arten, die ich bisher noch nie so spät angetroffen habe, stießen nun wieder
in Massen. Diese Tintlinge konnte man allerorten in allen Altersstadien bewundern:

[image]

Glimmertintling – Coprinus micaceus
Hinweis: hier erfolgte keine weitere makroskopische Bestimmung. Laut Dähncke könnte auch
noch C. saccarinus, der Überzuckerte Tintling, in Frage kommen.

Auch die Vertreter der Schwefelköpfe ließen sich nicht lumpen. An vielen Stümpfen erschienen nun
wieder frische Büschel der grünblättrigen Vertreter.
Es gab sogar noch Exemplare der größten Art dieser Gattung zu bewundern:
Die Hutdurchmesser erreichten gut die 10 cm.

[image]

Ziegelroter Schwefelkopf – Hypholoma sublateritum

Auch die wohl größte Porlingsart konnte bewundert werden:

[image]

Riesenporling – Meripilus giganteus

Etwas rar waren die Violetten Rötelritterlinge – Lepista nuda. Nicht, dass denen die Bedingungen
nicht gepasst hätten. Allerdings waren etliche Pilzjäger unterwegs, die den lila Leckerlingen nachstellten.
Für ein Foto hat es aber zum Glück noch gereicht:

[image]

Neben den Rötelritterlingen wurden hauptsächlich die reichlich vorhandenen Rotfußröhrlinge
gesammelt.
Hier wie gestern versprochen ein Bild mit Stiel. Vielleicht kann Matthias den Filzröhrling ja identifizieren.
Eine Schnittaufnahme habe ich davon nicht gemacht. Gut geschmeckt hat er aber im Mischgericht.

[image]

(Herbst) Rotfußrührling – Xerocomus spez.
Eigentlich erstaunlich, dass es davon so spät im Jahr noch makellose und junge Exemplare gibt.

Auf den Baumsümpfen tummelten sich noch zahlreiche, andere Pilzarten.
Eigentlich sollte nun der große Moment für die Seitlinge gekommen sein. In rauen Mengen gab es
allerdings nur die Gelbstieligen Muschelseitlinge – Panellus serotinus.
(der hat mittlerweile einen anderen Vornamen, ich kann ihn aber gerade nicht auffinden)

Irgendwann habe ich sie dann aber doch noch gefunden – die Elefantenohren.
Hier fruktizieren beide Arten einträglich nebeneinander an einem Buchenstamm:

[image]

[image]

Erstaunlicherweise kamen vielerorts erst sehr junge Fruchtkörper zum Vorschein - obwohl ich
bereits Anfang Oktober ausgewachsene Exemplare gefunden hatte.

Nach einigem Suchen konnte ich dann aber auch noch ein paar Bilderbuchexemplare
ausfindig machen. Hier thronen sie nun, die Könige der Winterpilze:

[image]

Mittlerweile sind sie aber umgezogen - in meinen Kühlschrank. Da haben sie es immer schön
kalt und könne in aller Ruhe auf die heiße Bratpfanne warten.

Tja, ist schon irre, dieses Pilzjahr. Mit einem Abgesang halte ich mich nun besser zurück.
Man weiß ja nie. Zumindest für das kommende Wochenende sollten nochmal beste Bedingungen
herrschen.

Auf ein Neues dann und eine schöne Woche.

Beste Grüße aus Berlin – Ingo

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Großes Kino

Thomas Pruss, (vor 7275 Tagen) @ Ingo

Moin Ingo,
wirklich eine große Auswahl – großes Kino!
Auch bei uns ist noch ’ne Menge los. Die Stockschwämmchen wuchern, und im Truppenübungsgebiet steht noch alles voller Täublinge. Faltentintlinge legen ebenso noch „ein Brikett auf“ wie etliche Fälblingsarten. Die Hallimasch allerdings hatten es dieses Jahr nicht so sehr mit dem Wachstum. Wenn, dann standen sie vereinzelt rum. Auch die Austernseitlinge zeigen sich (noch) nicht. Mal das WE abwarten.
Grüßlis
Thomas

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Re: Großes Kino

Ingo, (vor 7275 Tagen) @ Thomas Pruss

N'abend Thomas,

ich denke schon, dass die Elefantenohren bei euch noch kommen.
Wenn die jedes Jahr da waren, kommen sie in der Regel auch wieder.
Wie gesagt - bei uns sind jetzt erst mal die Jungpilze dran.
Was die Hallimasch angeht, da sehe ich schwarz. In MV sind sie auch so
vor zwei Wochen gekommen. Und da war das Wetter mit eurem vergleichbar.
Vielleicht warst du gerade zum rechten Zeitpunkt mal nicht zur Stelle.

Nebenbei, vor zwei Wochen hatte ich ja bemerkt, dass die Laubfärbung
im Norden etwas später einsetzte als bei uns.
Das habe ich am vergangenen Wochenende erneut beobachtet.
Nach deiner Ansicht sollte das vor allem etwas mit dem abnehmenden
Tageslichtvolumen zu tun haben.

Ganz so kann es nicht sein. Ich sage da nur "Indian Summer".
In Nordamerika setzt die Laubfärbung, je nach Region, bereits im September
ein. Und das in Gegenden, die weit südlicher liegen als Mitteleuropa.
Das Phänomen wird wohl in erster Linie von den ersten Nachtfrösten
ausgelöst. Ich hatte mal beobachtet, dass die Laubfärbung bei uns
erst Anfang November einsetzte. Das war im Jahr 1999. In jenem Jahr war der
Spätherbst ähnlich mild wie in diesem. Nur dass in diesem Jahr in unseren
Breiten zum Novemberanfang an drei Tagen deutliche Nachtfröste auftraten.
Die einzigen bisher in diesem Herbst.

Einen schönen Tag in der Redaktion noch! Ingo

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Re: Montagskino: Pilzsaison ohne Ende

tari, (vor 7275 Tagen) @ Ingo

hallo ingo,

naja für glühwein find ichs zumindest bei uns in köln noch viel zu warm, aber für die pilze ists ja gut... ;)

hat spass gemacht, deinen beitrag zu lesen, wirklich schöne fotos!
am wochenende waren wir im bergischen land sammeln, da gab es auch schon die ersten austernpilze :)

viele grüße,
rita

Hallo Leute,
die Weihnachtsmärkte öffnen nun so langsam und die Leute können wieder
Glühwein
stürzen – wohl im T-Shirt – und in den Wäldern steht alles voller Pilze.
Einmalig, dieses
Pilzjahr, wie ich finde. Allen Unkenrufen zum Trotz kann ich hier doch noch
mal ein
Montagskino anbieten. Diesmal war ich wieder im alten, sturmgeprüften
Buchenwald
unterwegs. Schaut mal, was es da noch so gab.
Die Hallimasch sollten normalerweise bereits seit mindestens sechs Wochen
durch sein.
Bei diesen hier kam ich wohl gerade mal eine Woche zu spät:
An einigen Stellen kamen aber immer noch junge Exemplare in Büscheln zum
Vorschein;
Wahnsinn!

Dunkler Hallimasch – Armillaria ostoyae
Auch andere Arten, die ich bisher noch nie so spät angetroffen habe, stießen
nun wieder
in Massen. Diese Tintlinge konnte man allerorten in allen Altersstadien
bewundern:
Glimmertintling – Coprinus micaceus
Hinweis: hier erfolgte keine weitere makroskopische Bestimmung. Laut Dähncke
könnte auch
noch C. saccarinus, der Überzuckerte Tintling, in Frage kommen.
Auch die Vertreter der Schwefelköpfe ließen sich nicht lumpen. An vielen
Stümpfen erschienen nun
wieder frische Büschel der grünblättrigen Vertreter.
Es gab sogar noch Exemplare der größten Art dieser Gattung zu bewundern: Die
Hutdurchmesser erreichten gut die 10 cm.

Ziegelroter Schwefelkopf – Hypholoma sublateritum
Auch die wohl größte Porlingsart konnte bewundert werden:
Riesenporling – Meripilus giganteus
Etwas rar waren die Violetten Rötelritterlinge – Lepista nuda. Nicht, dass
denen die Bedingungen
nicht gepasst hätten. Allerdings waren etliche Pilzjäger unterwegs, die den
lila Leckerlingen nachstellten.
Für ein Foto hat es aber zum Glück noch gereicht:
Neben den Rötelritterlingen wurden hauptsächlich die reichlich vorhandenen
Rotfußröhrlinge
gesammelt.
Hier wie gestern versprochen ein Bild mit Stiel. Vielleicht kann Matthias den
Filzröhrling ja identifizieren.
Eine Schnittaufnahme habe ich davon nicht gemacht. Gut geschmeckt hat er aber
im Mischgericht.

(Herbst) Rotfußrührling – Xerocomus spez.
Eigentlich erstaunlich, dass es davon so spät im Jahr noch makellose und
junge Exemplare gibt.
Auf den Baumsümpfen tummelten sich noch zahlreiche, andere Pilzarten.
Eigentlich sollte nun der große Moment für die Seitlinge gekommen sein. In
rauen Mengen gab es
allerdings nur die Gelbstieligen Muschelseitlinge – Panellus serotinus.
(der hat mittlerweile einen anderen Vornamen, ich kann ihn aber gerade nicht
auffinden)
Irgendwann habe ich sie dann aber doch noch gefunden – die Elefantenohren.
Hier fruktizieren beide Arten einträglich nebeneinander an einem Buchenstamm:

Erstaunlicherweise kamen vielerorts erst sehr junge Fruchtkörper zum
Vorschein - obwohl ich
bereits Anfang Oktober ausgewachsene Exemplare gefunden hatte.
Nach einigem Suchen konnte ich dann aber auch noch ein paar
Bilderbuchexemplare
ausfindig machen. Hier thronen sie nun, die Könige der Winterpilze:
Mittlerweile sind sie aber umgezogen - in meinen Kühlschrank. Da haben sie es
immer schön
kalt und könne in aller Ruhe auf die heiße Bratpfanne warten.
Tja, ist schon irre, dieses Pilzjahr. Mit einem Abgesang halte ich mich nun
besser zurück.
Man weiß ja nie. Zumindest für das kommende Wochenende sollten nochmal beste
Bedingungen
herrschen.
Auf ein Neues dann und eine schöne Woche.
Beste Grüße aus Berlin – Ingo

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Re: Vielen Dank euch Beiden...

Ingo, (vor 7275 Tagen) @ Ingo

...für die Blumen. Ich bin ja auch entzückt, dass noch solch ein Artenreichtum
herrscht. Wenn ich mal bedenke, wie mau das Ganze zur Hauptsaison Mitte September
bei uns ausgesehen hat. Da habe ich schon Verzweiflungsbeiträge verfasst, um
hier überhaupt etwas veröffentlichen zu können. Den einen oder anderen davon
würde ich nachträglich am liebsten löschen, wenn ich denn könnte.

Andererseits spiegelt es aber auch genau den Saisonverlauf in unserer Region
wieder. Und über den wollte ich hier ja primär berichten.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass die Saison doch recht gut verlaufen ist.
Obwohl - Blumentopftintlinge und Tiefkühlhallimasch als Aufhänger in einem Septemberbeitrag??!!
(grrr - schüttel)

@Rita:
klappt es denn nun mit dem Einbinden der Bilder?
Du wolltest doch auch noch welche posten. Starte doch einfach mal einen Versuch.
Wenn es nicht auf Anhieb klappen sollte - macht nichts. Dir wird bestimmt geholfen werden.

Beste Grüße Ingo