Re: Hmmm,
Hallo Andreas,
dass ich mir nicht zu hundert Prozent sicher bin, habe ich ja angedeutet. Aber so ganz aus der Hüfte geschossen habe ich meinen Vorschlag auch wieder nicht. Die Zweifel, die Du vorträgst, glaube ich jedenfalls ganz leicht zerstreuen zu können.
Für mich sind das Spiralleisten, keine isolierten Stacheln.
Da ist, denke ich, wenig Raum für Interpretation. Unverkleinert sieht die Aufnahme so aus:
![[image]](http://www.logos-marketing.de/DivData/Myko/Hoehfeld01/Ao_a3.jpg)
Das sind selbst bei viel Fantasie keine spiralig umlaufenden, ununterbrochenen, stegartigen Leisten, wie sie Trichia kennzeichnen (siehe Neubert e.a. 1, 296ff), sondern eindeutig Stacheln.
Di Form der Fruchtkörper sieht auch nicht gerade nach Arcyria
aus, die deutlicher walzenförmige Sporocarpien haben (meiner Erinnerung
nach). Aber nachschauen hab ich zugegebenermaßen auch noch nicht können.
Im Prinzip hast Du da schon recht. A. obvelata (früher nutans), die wahrscheinlich gängigste und bekannteste Vertreterin, hat in der Tat wie manche andere Arcyrien walzenförmige Sporocarpien. A. orstedtioides aber hat "eirunde bis birnförmige" (Neubert 190) - wie Trichia decipiens eben - und genau das habe ich vorliegen.
Das entscheidende Merkmal, das (jedenfalls nach Neubert...) Trichiaceae und Arcyriaceae unterscheidet, habe ich damals noch gar nicht untersucht, zwischenzeitlich aber überprüft: Bei Trichiaceae leuchtet das Capillitium im polarisierten Licht, bei Arcyriaceae nicht. Meine Fruchtkörper leuchten übrigens nicht.
Vielleicht liest ja Spinne mit und meldet sich noch zu Wort.
Oder Du stellst es ins DGfM-Forum, da ist auch Ulla Täglich angeschlossen,
die wird Dir sicher auch kompetent Auskunft geben.
In die Höhle der echten Experten trau' ich mich immer nicht so recht ...
Dank und Gruß
Hans-Jürgen