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Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen)

Hallo zusammen,
durch Eure letzten Antworten und weitere Recherchen (incl. Mikrofibel) bin ich nun zu der Überzeugung gelangt, mir doch ein Markengerät gebraucht zu kaufen/ersteigern. Und natürlich mehr Geld investieren zu müssen :-(((

Meine 1. Frage: Wie ich in der Mikrofibel gelesen habe, sollen sich Phasenkontrast-Objetive nicht besonders gut für normales Hellfeld eignen.
Wie handhabt Ihr das? 2 Mikroskope? Unterschiedliche Objektive(z.B. 40er Phase und 40er achro)? Immer mit Phasenkontrast arbeiten?

Meine 2. Frage: Ist Phasenkontrast mit dem 100er Öl erst sinnvoll (Sporenornamente) oder benötigt man auch ein 40er Phase (für z.B. Basidien)?

Meine 3. Frage: Haben Will(Hund) oder Zeiss Mikroskope grundsätzlich Köhlersche Beleuchtung oder muß ich da jedesmal nachfragen?

In gespannter Erwartung und mit vielen Grüßen aus dem Ruhrpott,

Jens

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Werner, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo,

durch Eure letzten Antworten und weitere Recherchen (incl. Mikrofibel) bin
ich nun zu der Überzeugung gelangt, mir doch ein Markengerät gebraucht zu
kaufen/ersteigern. Und natürlich mehr Geld investieren zu müssen :-(((

Dann paß aber gut auf, daß Du auch was Gescheites kriegst. So viel Geld würde ich bei Ebay z.B. nur dann riskieren, wenn ich a) das Mikroskop vorher ansehen kann und b) jemand mitnehmen kann, der das auch fachgerecht begutachten kann oder c) wenn ich ein Rückgaberecht vom Verkäufer kriege (ist wohl bei Ebay meist eher nicht der Fall). Beim Fachhändler o.ä. ist das natürlich gefahrloser, dafür teurer.

Meine 1. Frage: Wie ich in der Mikrofibel gelesen habe, sollen sich
Phasenkontrast-Objetive nicht besonders gut für normales Hellfeld eignen.
Wie handhabt Ihr das? 2 Mikroskope? Unterschiedliche Objektive(z.B. 40er
Phase und 40er achro)? Immer mit Phasenkontrast arbeiten?

Na, Du springst jetzt aber ganz schön. Vom Bresser gleich zum Phako. Es gibt hier andere Meinungen, aber alle "Experten", die ich persönlich kenne, haben keinen Phasenkontrast und in Hornberg wird für Pilze davon auch eher abgeraten. Einen Vorteil hättest Du nur bei relativ flachen Dingen - also Sporen. Nachteile hast Du dafür bei den bei uns Hobbymykologen nicht zu vermeidenden dicken Schnitten - also bei allen Lamellen- und Huthautschnitten z.B.

In Hornberg habe ich schon viele Leute mit Mikroskopen gesehen, Phako hatte jedoch dort niemand. Walter Pätzold selbst auch nicht. Ich denke auch, Andreas Gminder und Christoph Hahn arbeiten mit normalen Mikroskopen - wenn mich nicht alles täuscht. Es ist also nur eine Minderheit, die sowas für Pilze benutzt.

Ich würde sehr davon abraten, denn Du kannst NICHT die Objektive mischen! Lies den Abschnitt über Phako in der Mikrofibel noch mal genau durch: Du brauchst nämlich auch einen Phako-Kondensor, und den müßtest Du dann jedes Mal austauschen, wenn Du mit Hellfeld-Objektiven arbeitest. Wenn, dann würde ich mir später sowas mal als Zweitmikroskop zulegen, aber für jetzt würde ich es komplett vergessen.

Meine 2. Frage: Ist Phasenkontrast mit dem 100er Öl erst sinnvoll
(Sporenornamente) oder benötigt man auch ein 40er Phase (für z.B.
Basidien)?

Genau für die Basidien ist es eben eher schlechter geeignet. Und nur wegen der Sporenornamente ist das doch ein teures Vergnügen. Wenn Du schon jetzt mehr Geld investieren möchtest, lege es lieber in bessere Objektive an (Apochromaten, Planapochromaten). Ich würde das trotzdem lassen und bei einem normalen, guten Mikroskop mit Achromaten, Fototubus usw. bleiben. Sonst kommst Du preislich in Regionen, die von einem Bresser meilenweit entfernt sind. Alle Pilzler die ich persönlich kenne, arbeiten mit "normalen" Mikroskopen. Wert legt man normalerweise höchstens auf Markenmikroskope. Aber es sind auch viele der von Walter Pätzold angebotenen Windaus-Mikroskope in den Händen von Leuten, die damit praktisch alles erreichen, was man mit einem Lichtmikroskop in der Pilzmikroskopie erreichen kann. Ich selbst habe ein Will (heute Hund) und bin damit bestens zufrieden. Den Fototubus möchte ich nicht missen, wenn das Geld knapp wäre, würde ich aber auch ohne auskommen. Ich habe auch mal an Phako gedacht, diesen Gedanken aber wieder restlos verworfen und werde - wenn dann - mal in richtig gute Objektive investieren.

Meine 3. Frage: Haben Will(Hund) oder Zeiss Mikroskope grundsätzlich
Köhlersche Beleuchtung oder muß ich da jedesmal nachfragen?

Soweit ich weiß, haben das die neueren schon alle. Aber 100% sicher bin ich mir nicht, ob es nicht da auch mal billige Schülermikroskope gegeben hat. Wie gesagt, kaufe sowas nur vom Fachmann oder zusammen mit jemandem, der sich wenigstens etwas auskennt. Ich möchte Dir auch aufgrund Deiner Fragestellung hier trotzdem noch mal wärmstens empfehlen, einen Mikroskopierkurs z.B. in Hornberg (beim Andreas Gminder und Christoph Hahn gibt es m.W. auch Anfängerkurse) zu machen. In Hornberg hast Du den Vorteil, daß dort immer viele Teilnehmer mit ihren Mikroskopen sind und daß Du mal durch mehrere durchschauen kannst (häufig sind z.B. Olympus-Mikroskope, aber auch Zeiss, Windaus u.a.).

Abschließend möchte ich Dir nun doch den Rat geben, es nicht in die andere Richtung zu übertreiben (erst Bresser, jetzt Phako und aller möglicher Schnickschnack). Bleibe bei einem vernünftigen normalen Binokular evtl. mit Fototubus und Du kannst da schon recht viel Geld dafür hinlegen. Hebe Dir das übrige Geld für "Pilze der Schweiz" auf, denn ohne dieses Grundlagenwerk wirst Du auch keine rechte Freude mit den mikroskopischen Sichtungen haben. Später wirst Du Dir dann eh noch viele teure Monographien zulegen wollen ... also an Geldverbrauch ist kein Mangel.

Gruß,

Werner

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

der Phako wurde mir von Heinz Ebert in meinem ersten Miroskop-Thread ans Herz gelegt und da hatte keiner widersprochen.

Ich würde sehr davon abraten, denn Du kannst NICHT die Objektive mischen!
Lies den Abschnitt über Phako in der Mikrofibel noch mal genau durch: Du
brauchst nämlich auch einen Phako-Kondensor, und den müßtest Du dann jedes
Mal austauschen, wenn Du mit Hellfeld-Objektiven arbeitest. Wenn, dann
würde ich mir später sowas mal als Zweitmikroskop zulegen, aber für jetzt
würde ich es komplett vergessen.

Laut Mikrofibel (S. 86 Antwort auf die erste Frage, letztes Drittel), steht geschrieben, dass man den Kondensorring auf Nullstellung drehen kann und dann mit Hellfeld-Objektiven arbeiten kann.
Dann müsste man sie doch auch mischen können?

Genau für die Basidien ist es eben eher schlechter geeignet. Und nur wegen
der Sporenornamente ist das doch ein teures Vergnügen. Wenn Du schon jetzt
mehr Geld investieren möchtest, lege es lieber in bessere Objektive an
(Apochromaten, Planapochromaten). Ich würde das trotzdem lassen und bei
einem normalen, guten Mikroskop mit Achromaten, Fototubus usw. bleiben.
Sonst kommst Du preislich in Regionen, die von einem Bresser meilenweit
entfernt sind. Alle Pilzler die ich persönlich kenne, arbeiten mit
"normalen" Mikroskopen. Wert legt man normalerweise höchstens
auf Markenmikroskope. Aber es sind auch viele der von Walter Pätzold
angebotenen Windaus-Mikroskope in den Händen von Leuten, die damit
praktisch alles erreichen, was man mit einem Lichtmikroskop in der
Pilzmikroskopie erreichen kann. Ich selbst habe ein Will (heute Hund) und
bin damit bestens zufrieden. Den Fototubus möchte ich nicht missen, wenn
das Geld knapp wäre, würde ich aber auch ohne auskommen. Ich habe auch mal
an Phako gedacht, diesen Gedanken aber wieder restlos verworfen und werde
- wenn dann - mal in richtig gute Objektive investieren.

Ich hoffe, ich habe es recht verstanden: Sinn macht also nur Phako beim 100er zur Sporenbestimmung.

Soweit ich weiß, haben das die neueren schon alle. Aber 100% sicher bin ich
mir nicht, ob es nicht da auch mal billige Schülermikroskope gegeben hat.
Wie gesagt, kaufe sowas nur vom Fachmann oder zusammen mit jemandem, der
sich wenigstens etwas auskennt. Ich möchte Dir auch aufgrund Deiner
Fragestellung hier trotzdem noch mal wärmstens empfehlen, einen
Mikroskopierkurs z.B. in Hornberg (beim Andreas Gminder und Christoph Hahn
gibt es m.W. auch Anfängerkurse) zu machen. In Hornberg hast Du den
Vorteil, daß dort immer viele Teilnehmer mit ihren Mikroskopen sind und
daß Du mal durch mehrere durchschauen kannst (häufig sind z.B.
Olympus-Mikroskope, aber auch Zeiss, Windaus u.a.).

Leider liegt Hornberg sehr weit weg.
Bad Laasphe liegt da schon erheblich näher, dort werden aber leider keine Mikro-Kurse angeboten.

Abschließend möchte ich Dir nun doch den Rat geben, es nicht in die andere
Richtung zu übertreiben (erst Bresser, jetzt Phako und aller möglicher
Schnickschnack). Bleibe bei einem vernünftigen normalen Binokular evtl.
mit Fototubus und Du kannst da schon recht viel Geld dafür hinlegen. Hebe
Dir das übrige Geld für "Pilze der Schweiz" auf, denn ohne
dieses Grundlagenwerk wirst Du auch keine rechte Freude mit den
mikroskopischen Sichtungen haben. Später wirst Du Dir dann eh noch viele
teure Monographien zulegen wollen ... also an Geldverbrauch ist kein
Mangel.

Ja, das an Geldverbrauch kein Mangel entsteht, ist mir auch bewußt geworden.

Vielen Dank für Deine Antwort und viele Grüße aus dem Pott,

Jens

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Oktober, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

wie bereits von Werner gesagt, ist Phako hauptsächlich bei der Sporenanalyse brauchbar, aber da ist es durchaus vorteilhaft.
Wenn Du Phako nutzen willst, dann ist das nur mit mit einem Wechselkondensor sinnvoll, bei dem man meist Hellfeld, Phako 1/2/3 und Dunkelfeld durch Drehung auswählen kann (Gibt`s für alle Labor- und Forschungsmikroskope).

Gruß
Oktober

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen) @ Oktober

Hallo Jens,
wie bereits von Werner gesagt, ist Phako hauptsächlich bei der Sporenanalyse
brauchbar, aber da ist es durchaus vorteilhaft.
Wenn Du Phako nutzen willst, dann ist das nur mit mit einem Wechselkondensor
sinnvoll, bei dem man meist Hellfeld, Phako 1/2/3 und Dunkelfeld durch
Drehung auswählen kann (Gibt`s für alle Labor- und Forschungsmikroskope).
Gruß
Oktober

Hallo Oktober,

ich dachte, dass man erst bei 100er Öl die Ornamente der Sporen gut unterscheiden kann, der Jürgen schrieb aber gerade, dass 100er Phako Blödsinn sei.
Wie muß ich das denn jetzt verstehen?

Gruß,
Jens

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Oktober, (vor 7228 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

dass Sporen in der Regel nur im 100er richtig beurteilt werden können ist richtig.
Warum allerdings Phako mit 100er Objektiv nicht gehen soll weiß ich nicht.
Es ist mir jedoch bekannt, dass verschiedene Abbildungsverfahren hauptsächlich wegen der Beleuchtung Probleme machen können.
Aber diese Themen tragen nur zur allgemeinen Verwirrung bei.

Für „Erstausrüster“ ist es m.E. sinnvoll, erst einmal mit einem Leihmikroskop einen Mikroskopierkurs zu belegen (z.B. in Hornberg). Dort kann man auch bei den Kollegen einen Blick durchs fremde Okular werfen und sich so einen Überblick verschaffen.
Nach einem solchen Kurs kann man sich in der Regel gut im Markt zu Recht finden, zumal dort auch alle gängigen Marken vertreten sind.

Gruß
Oktober

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Der Juergen, (vor 7228 Tagen) @ Oktober

Hallo Oktober,

Warum allerdings Phako mit 100er Objektiv nicht gehen soll weiß ich nicht.

Gehen tut das schon, es gibt ja schließlich 100x Phako zu kaufen:-) Es fragt sich nur, ob es sehr sinnvoll ist, weil man ja mit einem 100x Öl auch Phasenobjekt sehen kann (vielleicht nicht so kontrastreich wie mit Phako). Ich bleibe bei meinem Rat: Wenn Phako, dann nur ein 40x, das reicht dicke (wenn unbedingt ein Phako dabei sein muss). Die Vergleichfotos weiter oben von Artur, sind ja nicht mit 100x Phako gemacht, sondern auch nur mit einem 40x.

Grüßle
Juergen

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7228 Tagen) @ Oktober

Hallo Oktober,
Hornberg ist ziemlich weit weg und bei mir in der Nähe wird kein Mikroskopierkurs angeboten.(Ruhrgebiet)
Dazu kommt, dass die angebotenen Kurse erst im Spätsommer stattfinden und ich eigentlich vorhabe, mich in den hoffentlich noch kommenden kalten Wintermonaten mit dem Mikroskop vertraut zu machen.
Ich weiß ja jetzt auch schon sehr genau, was ich brauche und möchte.
Für mich käme dann trotzdem ein Mikroskopierkurs in Frage, wenn ich nicht selber weiterkomme. Und dann würde ich den natürlich auch gerne mit eigenem Mikro machen.
Ich bin zwar schon ganz von Pilzen verzaubert, aber bisher habe ich mir alles selbst beigebracht und das ist für mich auch ein guter Weg, da ich mir nicht immer Zeit für mein Hobby nehmen kann (Von wegen "Selbst und das ständig").
Um so dankbarer bin ich für solch ein tolles Forum, in dem mir bisher vom Allerfeinsten weiter geholfen wurde.
Vielleicht werde ich ja mal den einen oder anderen irgendwo kennenlernen.
Z.b. hat heute die Arbeitsgenmeinschaft Pilzkunde Ruhr bei mir in der Ecke eine Exkursion unternommen. Aber auch dafür hatte ich leider keine Zeit. Das wird aber meine erste öffentliche Aktion (Internet nicht miteingerechnet) sein, dort einmal vorstellig zu werden.
Übrigens hatte hier doch irgendwer geschrieben, das die Tiefenschärfe mit Phako dermaßen gering ist, dass mit dem 100er selbst Sporen zu dick sein könnten.

Viele Grüße,
Jens

Hallo Jens,
dass Sporen in der Regel nur im 100er richtig beurteilt werden können ist
richtig.
Warum allerdings Phako mit 100er Objektiv nicht gehen soll weiß ich nicht.
Es ist mir jedoch bekannt, dass verschiedene Abbildungsverfahren
hauptsächlich wegen der Beleuchtung Probleme machen können.
Aber diese Themen tragen nur zur allgemeinen Verwirrung bei.
Für „Erstausrüster“ ist es m.E. sinnvoll, erst einmal mit einem Leihmikroskop
einen Mikroskopierkurs zu belegen (z.B. in Hornberg). Dort kann man auch
bei den Kollegen einen Blick durchs fremde Okular werfen und sich so einen
Überblick verschaffen.
Nach einem solchen Kurs kann man sich in der Regel gut im Markt zu Recht
finden, zumal dort auch alle gängigen Marken vertreten sind.
Gruß
Oktober

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Der Juergen, (vor 7228 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

Übrigens hatte hier doch irgendwer geschrieben, das die Tiefenschärfe mit
Phako dermaßen gering ist, dass mit dem 100er selbst Sporen zu dick sein
könnten.

Genau genommen sind ja Sporen für ein normales 100x Öl schon zu dick; man muss auch ein wenig per Feintrieb "abtasten", bis man sich ein räumliches Bild von der Spore machen kann (oval, würstchenförmig, mit Delle oder ohne usw.), ein Phasenkontrast bringt einen 3-D-Effekt rein, der natürlich bei 1000facher Vergrößerung die "Tiefen-Unschärfe" subjektiv steigert; der Lichtrand um das Objekt (Halo) wird auch dicker.

Grüßle
Juergen

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Danke Juergen! Hab keine Fragen mehr ;-) *oT*

Krötenhocker, (vor 7227 Tagen) @ Der Juergen

- kein Text -

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

tomate, (vor 7227 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jens,
Genau genommen sind ja Sporen für ein normales 100x Öl schon zu dick; man
muss auch ein wenig per Feintrieb "abtasten", bis man sich ein
räumliches Bild von der Spore machen kann (oval, würstchenförmig, mit
Delle oder ohne usw.), ein Phasenkontrast bringt einen 3-D-Effekt rein,
der natürlich bei 1000facher Vergrößerung die "Tiefen-Unschärfe"
subjektiv steigert; der Lichtrand um das Objekt (Halo) wird auch dicker.
Grüßle
Juergen

Hallo,
der Punkt ist, dass es ab einer bestimmten Objektdicke schlicht keinen Phasenkontrast mehr gibt, d.h. keine brauchbare Wirkung, keinen Informationsgewinn. Dieser Eindruck ist nicht subjektiv, sondern hängt mit den physikalischen Eigenschaften des Phasenkontrastes zusammen (z. B. Mikrofibel lesen). Hübsch aussehen kann solch ein Bild natürlich trotzdem. Man könnte auch sagen, dass die Durchschlagskraft des Phako nicht besonders hoch ist, dass die eigentliche Wirkung im Objekt steckenbleibt. Wäre Phako ein Verfahren, das auch bei dicken Objekten noch gut funktioniert, könnte man tatsächlich jegliches Anfärben von Sporen etc. unterlassen, leider ist das aber nicht so. Sicher gibt es Einsatzgebiete in der Mykologie, Gallertpilze z. B. lassen sich damit wunderbar mikroskopieren, auch Hyphen und anderes, und die Frage: Ist der Sporenrand glatt oder nicht, lässt sich damit auch leichter entscheiden. All das lässt sich aber auch anders lösen.

Alles Gute

Tomate

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Waldschrat, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,
Melde dich im www.mikroskopie-forum.de unter ordentlichem Namen an. Dort wird dir geholfen. Die Herren sind kompetend und hilfreich, pflegen aber einen konservativen Umgang ("Herr; Sie"). Irgendwann stehst du vor einem neuen Mikroskop-Problem und dann ist es gut, von dort qualifizierte Auskunft zu erhalten. Schildere deine Situation kurz und stelle Fragen präzis. Erwähne unbedingt, daß du die Mikrofibel schon gewälzt hast.
Gruß - Waldschrat

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Jens,
Melde dich im www.mikroskopie-forum.de unter ordentlichem Namen an. Dort
wird dir geholfen. Die Herren sind kompetend und hilfreich, pflegen aber
einen konservativen Umgang ("Herr; Sie"). Irgendwann stehst du
vor einem neuen Mikroskop-Problem und dann ist es gut, von dort
qualifizierte Auskunft zu erhalten. Schildere deine Situation kurz und
stelle Fragen präzis. Erwähne unbedingt, daß du die Mikrofibel schon
gewälzt hast.
Gruß - Waldschrat

Hallo Waldschrat,
Ich habe hier meine Fragen gestellt, weil es doch relativ pilzbestimmungsrelevante Fragen sind und die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass hier jemand vor gleichen Problemen stand, oder sie schon gelöst hat.

Viele Grüße,
Jens

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Peter, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

ich finde es sehr vernünftig, dass Sie sich erst gründlich informieren, bevor Sie in ein Mikroskop investieren. Die Ratschläge der Forumsteilnehmer werden Sie teilweise verwirren und sind wirklich nicht immer eine Hilfe.

Der Ratschlag, den mir Frau Dr. Maser, die wohl fähigste Pilzmikroskopiererin, die ich kenne (dürfte vielen von ihren veröffentlichten Zeichnungen, z. B. in der Zeitschrift für Mykologie her bekannt sein), vor vielen Jahren gab, hat heute noch Gültigkeit: "Kaufen Sie sich ein Markengerät, Binokular, ein 100er Öl-Objektiv muss dabei sein, Okularmikrometer, Kreuztisch, gute Beleuchtung. - Und lassen Sie allen "Schnick-Schnak" weg."

Ich kann Ihnen nur empfehlen, was ich selbst(!) aus meiner Praxis der Pilzmikroskopie als positiv kennengelernt habe - und ich habe mit vielen Mikroskopen arbeiten dürfen.

- Ein gebrauchtes Markengerät (Olympus, Nikon, Zeiss..) wird sicher gute Dienste leisten. Mit etwas Glück können Sie für ca. 500 Euro ein komplettes Gerät erwerben. Sollten Sie in einigen Jahren tatsächlich den Wunsch nach etwas noch besserem hegen, lässt sich das dann auch wieder ohne viel Verlust veräußern.

- Lassen Sie Phasenkontrast weg, für die Pilzmikroskopie ohne Bedeutung! Um bestimmte Zellen oder Ornamente sehen zu können sind dagegen Färbungen mit Reagenzien unerlässlich. (Ich habe Phasenkontrast, setze ihn aber nicht bei Pilzen ein, sondern bei ganz anderen Objekten, wo es auch Sinn macht).

- Ein Phasenkontrastobjektiv kann auch im normalen Hellfeld eingesetzt werden. Der theoretische Qualitätsverlust ist selbst bei direktem Vergleich aber nicht sichtbar. Nur sind solche Objektive deutlich teurer.

Demnächst wird aus dem Nachlass eines Vereinsmitglieds wieder ein Mikroskop frei, aber ich weiß noch nicht, um was für ein Gerät es sich handelt. Falls Sie Interesse haben, können Sie sich an mich wenden.

Freundliche Grüße

Peter Reil

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen) @ Peter

Hallo Peter,
Ohne Ihnen jetzt auf den Schlips treten zu wollen, möchte ich Sie ab jetzt duzen, da diese Umgangsform hier gebräuchlich ist.
Also erst mal möchte ich Dir für Deine ausführliche Antwort danken.
Bzg. des Phako lese ich jetzt gerade die unterschiedlichsten Meinungen.
Die einen sind dafür, die anderen dagegen.
Was m.E. auch eine Rolle spielt, ist dass das Einfärben womöglich hier und da unterbleiben könnte.
Da werden ja genug Erfahrungen vorliegen.
Natürlich bin ich an einem guten Markengerät aus guter Quelle interessiert, aber es ist natürlich auch alles eine Frage der Ausstattung und des Preises.
Vielen Dank für Dein Angebot, meine E-Mail Adresse ist ja oben sichtbar.

Freundliche Grüße auch an Dich,

Jens

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Der Juergen, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

Meine 1. Frage: Wie ich in der Mikrofibel gelesen habe, sollen sich
Phasenkontrast-Objetive nicht besonders gut für normales Hellfeld eignen.
Wie handhabt Ihr das? 2 Mikroskope? Unterschiedliche Objektive(z.B. 40er
Phase und 40er achro)? Immer mit Phasenkontrast arbeiten?

Phasenkontrast als 40er könnte sinnvoll sein. Hellfeld ist kein Problem, ebenso der Kondensor (da handelt es sich eh nur um eine Ringblende, die zentriert wird).

Meine 2. Frage: Ist Phasenkontrast mit dem 100er Öl erst sinnvoll
(Sporenornamente) oder benötigt man auch ein 40er Phase (für z.B.
Basidien)?

Phako 100er Öl ist ziemlicher Unsinn! Aber wenns "schön" macht!:-))

Meine 3. Frage: Haben Will(Hund) oder Zeiss Mikroskope grundsätzlich
Köhlersche Beleuchtung oder muß ich da jedesmal nachfragen?

Frag lieber immer nach! Nicht jede Baureihe ist gleich.

Grüßle
Juergen

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Phasenkontrast als 40er könnte sinnvoll sein. Hellfeld ist kein Problem,
ebenso der Kondensor (da handelt es sich eh nur um eine Ringblende, die
zentriert wird).
Phako 100er Öl ist ziemlicher Unsinn! Aber wenns "schön" macht!:-))

Ich dachte, dass man die genaue Ornamentation erst im 100er sieht und dann womöglich nicht einfärben muß?
Irgenwie herrschen hier unterschiedliche Meinungen oder ich habe etwas falsch verstanden.

Danke und Grüße zurück,

Jens

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Der Juergen, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

Ich dachte, dass man die genaue Ornamentation erst im 100er sieht und dann
womöglich nicht einfärben muß?
Irgenwie herrschen hier unterschiedliche Meinungen oder ich habe etwas falsch
verstanden.

Phasenkontrast macht sogenannte "Phasenobjekte" sichtbar; dabei handelt es sicht um durchsichtige Objekte. Mit 1000facher Vergrößerung sieht man selbst durchsichtige Objekte, vor allem wenn man eine Köhler'sche Beleuchtung hat und damit etwas "spielt" (Schiefe Beleuchtung!). In mikrobiologischen Labors sind die Mikroskope z.B. nur mit 40er Phako bestückt, der Rest sind normale Apochromate oder Planapochromate. Bei 1000fach sieht man je nach Beleuchtung auch schon mal Ornamentation ohne Färben zu müssen. Am Besten ist meines Erachtens die allseits beliebte "Farbpanscherei" *g* Es gibt da aber auch andere Meinungen dazu.

Grüßle
Juergen

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Wolfgang P., (vor 7229 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jens,
Phasenkontrast macht sogenannte "Phasenobjekte" sichtbar; dabei
handelt es sicht um durchsichtige Objekte. Mit 1000facher Vergrößerung
sieht man selbst durchsichtige Objekte, vor allem wenn man eine
Köhler'sche Beleuchtung hat und damit etwas "spielt" (Schiefe
Beleuchtung!). In mikrobiologischen Labors sind die Mikroskope z.B. nur
mit 40er Phako bestückt, der Rest sind normale Apochromate oder
Planapochromate. Bei 1000fach sieht man je nach Beleuchtung auch schon mal
Ornamentation ohne Färben zu müssen. Am Besten ist meines Erachtens die
allseits beliebte "Farbpanscherei" *g* Es gibt da aber auch
andere Meinungen dazu.
Grüßle
Juergen

Mir fällt da spontan die Frage nach der Zahl der Zellkerne in den Sporen von Sklerotiniaceen ein (Schlüssel von Baral). Ohne 100xPhaKo finde ich das ein ziemliches Gerate, allerdings habe ich mit dem Anfärben von Zellkernen keine Erfahrung.

Es gibt also durchaus Fälle, in denen man sich über ein 100xPhaKo freut. Aber letztlich ist es eine Frage des Komforts und des Geldbeutels, ein Muß ist es sicher nicht. Aber ich würde auch niemandem vom Kauf eines Mercedes abraten, nur weil man dasselbe Ziel auch mit einem Golf erreichen kann.

Und auch wenn die Mikrofibel abrät, PhaKo-Objektive im Hellfeld einzusetzen, sehe ich im Hellfeld keinen Unterschied zwischen dem 100x und dem 100xPh -Objektiv, weshalb ich ersteres gar nicht mehr benutze.

Für Sporenornamente habe ich PhaKo aber noch nie eingesetzt, eher für die Suche nach Schnallen in gelifizierten Hyphen, die sich nicht gescheit mit Kongo anfärben lassen. Hängt also auch immer ein wenig von den Gattungen ab, mit denen man sich 'rumärgert.

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

Der Juergen, (vor 7228 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

Du hast sicher Recht; mit entsprechendem Budget ist diese Kontrasteinrichtung (oder andere; z.B. Interferenzkontrast) hilfreich, vor allem wenn man es mit speziellen Fällen zu tun hat. Mit einem 40x Phako hätte man wahrscheinlich Schwierigkeiten Zellkerne auszuzählen. Fürs kleine Budget allerdings ... muss dann halt eine Giemsa-Lösung her:-)

Grüßle
Juergen

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Re: Noch 3 Fragen zum Mikroskop

tomate, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo,
ich würde die Anschaffung des Phasenkontrastes auf später verschieben.
Achte einfach darauf, dass das anvisierte Mikroskop in dieser Hinsicht ausbaufähig ist.
Die Beurteilung der Sporenornamentation im Phasenkontrast ist nicht unproblematisch und in vielen Fällen schlecht bis gar nicht möglich (vom Sporenrand einmal abgesehn).Selbst Sporen sind oft zu dick für den Phasenkontrast und zwingen ihn in die Knie. Du versprichst Dir viel zu viel davon. Bestimmte Färbemethoden, z. B. Melzers Reagenz für Täublinge oder Baumwollblau bei Ascomyzeten, sind dadurch nicht zu ersetzen und dem Phasenkontrast haushoch überlegen.
Lern doch erst einmal die einfachen klassischen Kontrastverfahren wie z. B. Dunkelfeld oder schiefe Beleuchtung kennen. Und dann kann man weitersehn.

Alles Gute

Thomas

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Endkommentar

Krötenhocker, (vor 7229 Tagen) @ Krötenhocker

Lieben Dank Euch allen,

Ich fasse zusammen:

Phasenkontrast ist in der Pilzmikroskopie gar nicht so wichtig, wie ich dachte. Ich werde also wohl ums Färben nicht herumkommen.
Sollte mein zukünftiges Mikroskop Phako mit dranhaben, so ist es egal, denn ich kann damit ganz normal im Hellfeld oder mit Schräglicht arbeiten, was ich sowieso als erstes getan hätte, um klassisch zu mikroskopieren.

Viele liebe Grüße an alle, denen ich hoffentlich nicht zu sehr mit meinen Mikroskop-Fragen auf den Zeiger gegangen bin,

Jens

PS: Vielleicht hat ja sogar der eine oder andere gestandene Mikroskopierer hieraus etwas lernen können.