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1 Schneckling und ein ? Asco *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7228 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

gestern war ich im Elsass im Wald und es ist eigentlich erstaunlich, dass sich nur wenige Pilze von diesem warmen Winter zum Wachsen provozieren lassen. Aber einer konnte es nicht lassen: Der Goldzahnschneckling (Hygrophorus chrysodon), am 13. Jan. absolut frisch, das gibt es wohl nur selten!
Es ist deutlich ersichtlich, warum diese Pilze Schnecklinge heissen, hier offensichtlich ein Gourmet, frisst nur die Lamellen!!
Wer genau schaut, am Stängel dahinter erkennt man noch den blauen Rindenpilz, Terrana cerulea

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Dann noch ein Becherling, auf Pappel oder Weide gefunden. Etwas gelblich, dann dunkel oliv, alt dann fast schwarz. Überall, Asci und Paraphysen, auch Exipulum mit dunkelbraunem Pigment überzogen. Keine amyloidität festgestellt. Da auch das Pigment mit starkem KOH löslich war, vermute ich Inomidotis fulvotingens. Da aber die Sporenmasse etwas gross sind, sezte ich ein massives ? dran. Aber es hat ja einige Spezialisten unter euch, da kommt sicher auch noch ein Tipp daher.

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Mit vielen Grüssen, Markus

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Re: 1 Schneckling und ein ? Asco

Seraph, (vor 7228 Tagen) @ Markus Wilhelm

hi Markus,

das dürfte Ionomidotis fulvotingens sein.

Gruß,
Kazuya

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Re: 1 Schneckling und ein ? Asco

Andreas ⌂, (vor 7227 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

ich würde auch an nichts anderes als Ionomidotis fulvotingens denken.
Ich nehme an, Du hast brav noch lebendiges Material in Wasser mikroskopiert. Da darfst Du Dich nicht wundern, dass Deine Sporen "zu groß" rauskommen. Die meisten Angaben in der Literatur sind aus Exsikkaten oder zumindest von totem Material, da ergeben sich bei inoperculaten Ascomyceten Unterschiede von 10-25%!

Hatte gerade aus Frankreich eine noch unbeschriebene orangescheibige Mollisia geschickt bekommen, die ich nun nach 2 Trockenbelegen das erste Mal vital untersuchen konnte. Die Sporen waren 8-11(12) x 2-2,5 µm. Aus demselben Apothezium, aber in KOH waren sie nur (5)6-8(9) x 1,2-1,8 µm! Das überlappt noch nicht mal, da könnte man glatt schon zwei Arten draus machen, gell ...

beste Grüße,
Andreas

Hallo Pilzfreunde,
gestern war ich im Elsass im Wald und es ist eigentlich erstaunlich, dass
sich nur wenige Pilze von diesem warmen Winter zum Wachsen provozieren
lassen. Aber einer konnte es nicht lassen: Der Goldzahnschneckling
(Hygrophorus chrysodon), am 13. Jan. absolut frisch, das gibt es wohl nur
selten!
Es ist deutlich ersichtlich, warum diese Pilze Schnecklinge heissen, hier
offensichtlich ein Gourmet, frisst nur die Lamellen!!
Wer genau schaut, am Stängel dahinter erkennt man noch den blauen Rindenpilz,
Terrana cerulea

Dann noch ein Becherling, auf Pappel oder Weide gefunden. Etwas gelblich,
dann dunkel oliv, alt dann fast schwarz. Überall, Asci und Paraphysen,
auch Exipulum mit dunkelbraunem Pigment überzogen. Keine amyloidität
festgestellt. Da auch das Pigment mit starkem KOH löslich war, vermute ich
Inomidotis fulvotingens. Da aber die Sporenmasse etwas gross sind, sezte
ich ein massives ? dran. Aber es hat ja einige Spezialisten unter euch, da
kommt sicher auch noch ein Tipp daher.

Mit vielen Grüssen, Markus

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Lebendmaterial

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7227 Tagen) @ Andreas

Danke euch beiden für die Bestätigung! Natürlich lebte der Pilz noch! Ich hatte kürzlich (auch hier?) etwas von O. Baral gelesen über die Unterschiede bei Exsikkata zu lebendem Material. Na ja, manchmal muss man eben doch das Trockenzeugs hervorholen, um etwas zu überprüfen. Aber ich arbeite viele lieber an Frischmaterial.
Aber das wird sicher nicht nur Ascomycen betreffen! Ich kann mir gut vorstellen, das ein nicht unerheblicher Teil von Unklarheiten und "neuen" Arten, aber auch komischen Synonymen auf das Konto solcher Untersuchungen an Herbarmaterial geht!

Mit vielen Grüssen, Markus