Hallo,
Wie du schreibst Rote Liste - neue Auflage durch die Bearbeitung durch Walter
Pätzold stimme natürlich auch ich zu - wenn sie erscheint - aber nicht die
Liste vom Bundesartenschutzgesetz welches Pilze schützt, die teilweise in
Massen auftreten.
Andreas hat es ebenfalls in seinem Beitrag richtig erwähnt, zum einen
Steinpilze schützen und zum anderen gewerbliche Sammelgenehmigungen
erteilen - irgendwie widersprüchlich - oder?
Nicht unbedingt. Es ist natürlich auffällig, das auch die Arten geschützt sind, die zwar nicht überall selten, aber sehr begehrt sind. Das ist z.B. bei den Insekten (ich befasse mich auch mit Schmetterlingen) nicht anders. Hier wird auch ganz gezielt verboten, bestimmte Arten zusammeln, die auch komerziell interessant sind. Ein seltener Mürbling oder Häubling ist dagegen kaum zu schützen, da schon die Bestimmung nur von wenigen erfolgen kann. Allerdings schütz das Sammelverbot ja auch indirekt das Biotop (kein rumtrampeln, keine umgetretenen Pilze ect.) Ich will mich hier nicht als verfechter unserer Umwelschutzgesetzte darstellen, aber soo unsinnig ist es vielleicht auch nicht.
Und es sollte auch nicht vergessen werden, dass es durch eine Schweizer
Langzeitstudie erwiesen wurde, dass Sammelverbote wenig Sinn bringen.
Es sollte bei sehr seltenen Pilzarten eher das Biotop geschützt werden als
der Pilz selbst.
Das ist sicher richtig, in der Praxis aber wesentlich schwieriger. Hier gibt es natürlich Interessenskonflikte: Naturschutz gegen Bewirtschaftung. Man kann natürlich auch auf die Bewirtschaftung unserer Umwelt nicht verzichten. Also kann man nur kleine Teile unter Schutz stellen, hier dürfen dann die Amphibien mit den Vögeln und Insekten und Pilzen und so weiter konkurrieren und es egibt sich eine nicht ganz leicht Aufgabe, was denn nun Naturschutzgebiet sein soll. Denke dabei auch an die Konsequenzen für dein Hobby. In Naturschutzgebieten darfst du dann garnichts mehr aufsammeln und die Wege nicht verlassen usw.
Leider führen die Gesetze teilweise dazu, das die Leute, die sich mit soetwas beschäftigen, stark beschränkt werden. Die Feldarbeit der Laien stellt aber ein ganz wichtige Quelle für die Profis dar. Es ist eben leider nicht alle so schön schwarz-weiss wie man es vielleicht gern hätte.
Ich weiß: Lt. Walter Pätzold aussagen ist die Gefahr der Ausrottung einer
Pilzart immer dann gegeben, wenn diese Pilzart nur noch in geringer
Stückzahl auftritt. Da hat er sicherlich recht!
Doch in dieser Hinsicht sollte jedoch von Region zu Region unterschieden
werden!
Die polnischen Pfifferlinge in den Supermärkten kosten trotz intensiven
Sammelns immer noch nicht wesentlich mehr als vor einigen Jahren, was
bedeutet, dass sie nicht weniger wurden!
Übrigens, wenn da drauf steht: Herkunftsland Polen, heisst das nur, das sie da verpackt wurden.
Pilzliche Grüße auch wenn manche Meinungen oft unterschiedlich sind!
Gruß
berthold