Moin Mäxle,
Sicher erinnerst Du Dich noch an meine Füchsli-Beiträge.
Jaja, sehr vergnüglich und gut beobachtet.
Gestern unternahm
ich wieder einmal einen Erkundungsgang im Fuchsbauten-Wald, wo ich im
Herbst vergangenen Jahres feststellen musste, dass sämtliche
Höhleneingänge mit dicken Holzpfropfen zugestopft waren, die in der
Zwischenzeit aber wieder entfernt wurden.
????? Wäää??? Ich habe mal gerade die gesammelte Jägerschaft des Verlages begfragt (und das sind nicht wenige
) Und jeder sagte mir, dass das Kinderkram ist. Einer meiner Kollegen gestand, dass er als Kind mit Kumpels tatsächlich so etwas gemacht hat. Dem Fuchs allerdings ist das allerherzlichst egal – der gräbt sich außen rum und hat einen neuen Eingang. Also: Keine Ahnung, was das soll – es ist sinnfrei
. Hinter dem
bereits bestehenden Hochsitz (ca. 10-12m von den Höhlen entfernt) wurde
nun eine mobile Schiessbude aufgestellt, vermutlich, um der kommenden
Jungschar den Garaus zu machen oder die ganze Familie aus dem Weg zu
räumen (wie es seinerzeit bereits der Fall war, wo von 4 Jungen nur noch
eines lebte). Hier das Foto:
Hm, hm, nach „Schießbude“ sieht mir das aber nicht aus. Wäre auch irgendwie komisch, sich so’n Teil am Fuße eines Hochsitzes hin zustellen: Von der Kanzel aus hat man ja einen wesentlich besseren Überblick, kann besser zielen, und eine Schuss geht in den Boden, sollte er fehlen.Mir scheint das wg. der Größe, eine mobile „Waldhütte“ für die Brotzeit zu sein.
Wenn ich mich an meine vielen Begegnungen mit den Füchsli zurück erinnere,
die ich aus heutiger Sicht wohl als einmaliges Erlebnis bezeichnen darf,
tut mir ein solches Vorgehen besonders weh. Und nun meine Frage: Müssen
Jäger solch schweres und für die Jungen wohl endgültiges Geschütz
auffahren? Gibt es keine andere Lösung (evtl. Antibabypille für
Muttertier)? In meiner Naivität glaubte ich beim ersten Anblick der
Neuinstallation noch an Bienenstöcke!
Nee, leider klappt das mit der Antibabypille bei Füchsen nicht. Aber du schreibst, dass von dem Geheck ein Tier überlebt hat. Das wäre auch bei einer natürlichen Selektion passiert – in der Regel und unter natürlichen Verhältnissen sterben von einem Wurf bis auf ein oder zwei Tiere fast alle in den ersten 2 Lebensjahren. Also hat da die Jägerschaft nur regulativ eingegriffen, denn natürliche Verhältnisse findet man bei uns ja nicht mehr. Im Gegenteil: Durch anthropogene Einflüsse geht es dem Fuchs als Art so blendend, dass er sich immer stärker vermehrt. Du weißt ja, dass die „scheuen Räuber“ mittlerweile in jeder größeren Stadt durchaus heimisch sind.
Wie auch immer - ich wäre Dir dankbar, wenn Du mir auf diesen Beitrag eine
Antwort geben könntest. Man traut sich ja schon bald nicht mehr in den
Wald, wenn ständig neue Hochsitze aufgestellt und nun auch noch solche
hinterhältigen Installationen vorgenommen werden. Dagegen hat ein Tier ja
gar keine Chance mehr.
Mehr Chancen als du denkst. Aber bitte tue mir einen Gefallen: Füchse, ob jung oder alt mögen elegante und auch niedliche Tiere sein. Ich gebe zu, dass man dem Charme eines Gehecks, das im Wald herum tollt, durchaus erliegen kann. Dennoch: Es sind Wildtiere, es sind Raubtiere, deren Überhandnehmen auf Kosten von Kanin, Hase oder Fasan geht. Sie sind Krankheitsüberträger (Tollwut) und damit eine nicht zu unterschätzende Gefahr für andere Wildtiere und auch für Haustiere und Menschen. Aus all’ diesen Gründen ist eine vermenschlichende Betrachtungsweise zwar verständlich, doch wenig hilfreich.
Die Jäger wollen und müssen in den Fuchsbestand regulierend eingreifen, Wollen? Aber ja: Der Fuchsbalg ist eine wertvolle Resource bei der es nicht einzusehen ist, warum man sie nicht nutzen sollte. Sie „wächst nach“, ist umweltneutral und wird NICHT aus Erdöl hergestellt wie z. B. Klamotten aus Gore Tex oder Sympatex.
Grüßlis
Thomas