Hallo!
Ich komme aus Marburg (Nordhessen) und möchte mich in diesem Jahr zum ersten
Mal im Morcheln-Sammeln versuchen. Jedoch habe ich bisher immer nur von
Fundorten außerhalb Hessens gehört. Es stellt sich die Frage, ob man hier
zu dieser Jahreszeit überhaupt etwas findet.
Viele Grüße, Lütte
Hallo Lütte,
Harald hat Dir fast schon zuviel verraten. Ich bin der Meinung, dass man die seltenen Fundstellen in der Marburger Gegend nur an "vertrauenswürdige" Personen verraten sollte, die Morcheln mal "in natura" sehen oder fotografieren wollen; vor räuberischen Gourmets, wozu ich Dich sicherheitshalber zunächst einmal rechne, sollte man sie geheimhalten. Solltest Du mal zum Pilzstammtisch erscheinen und einen vertrauenswürdigen Eindruck machen, würde ich schon mal ein Auge zudrücken. Nur soviel kann ich jetzt schon verraten: Hier in Mittelhessen sind schon fast alle Arten des "Gemörchs", wenn auch z. T. äußerst selten, gesichtet worden: Spitzmorcheln, relativ häufig bis manchmal fast massenhaft an Rändern von Waldwegen, wo berindete Fichtenstämme gelagert waren, oder auf Rindenmulch, Speisemorcheln in Gebieten der Devonischen Riffkalke und Oberdevonischen Schiefer mit Kalkeinlagerungen, Käppchenmorcheln, Fingerhutverpeln, Böhmische Verpeln sowie Frühjahrslorcheln (tödl. giftig) und Bischofsmützen.
Wenn es Dir bei den Morcheln nur um den kulinarischen Genuß geht, kann ich Dir dringend empfehlen, im Herbst nach Krauser Glucke zu suchen, da wirst Du garantiert eher fündig; sie steht zumindest der Spitzmorchel geschmacklich um nichts nach und man wird sogar satt davon. Sie ist einer der wenigen Pilze, deren Genuß sich wirklich lohnt. (:>)
Gruß
Schnuffel