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Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit?

Thüringer-Holz, (vor 7108 Tagen)

Hallo,

aus aktuellem Anlaß:
Ich habe am Samstag einen kleinen Erdbeer-Spankorb frischer Maipilze verschenkt! Heute Morgen ruft mich die Person an und erzählt mir, das seine Frau gestern Nacht mehrfach erbrochen hat, ganz aufgeblasen und rot war - ja Schüttelfrost hatte sie auch. Das alles so 2-3 Stunden nach der Mahlzeit. Nun soll ein Giftpilz dazwischen gewesen sein. "Einer sah komisch aus, ..einer reicht ja..usw."
Ich lege meine Hand ins Feuer - Verwechslung mit dem Ziegelroten Risspilz ausgeschlossen (Der ist auch noch gar nicht da). Irgendwie fühle ich mich jetzt trotzdem schlecht und mach mir einen Kopf was die Ursache war. Ich habe ihm erzählt, dass es eine individuelle Unverträglichkeit sein muss. Übrigens: Er und seine Tochter zeigten keine Symptome.

Hat jemand ähnliche Erfahrung?

Grüße
Felix

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

coco, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

hallo felix,

ohne dich zur sau machen zu wollen: maipilze würde ich nicht verschenken und in der beratung auch nur unter grossem vorbehalt freigeben, wie hallimasch und nebelkappe. auch das abbrühen als erstbehandlung würde ich empfehlen, wenngleich das den letzten rest aroma auch noch tötet.

nimm die sache als hilfreiches warnschüsschen, nicht mehr, nicht weniger.

herzlich coco

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

thomyh2, (vor 7108 Tagen) @ coco

hallo felix,

ich will jetzt nicht über pilze verschenken usw. sagen.

ich will dir nur meinen magen erklären :-)))
er verträgt fast alle pilze - ausser champingnons.
fast alle menschen dieser erde essen champis - nur ich vertrage sie nicht.

ich glaube schon, dass die gute frau einfach nur deine pilze nicht vertragen hat.

also - kopf hoch
liebe grüße
ela

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X-mal...

Thüringer-Holz, (vor 7108 Tagen) @ coco

Hallo Coco,

X-mal zur Erscheinungszeit bekommen Hinz und Kunz Maipilze von mir, die Sammler in Thüringen sind auch wie die Wilden auf die Schönköpfe - ich habe noch nie von einer Unverträglichkeit gehört oder gelesen und habe sie immer mit guten Gewissen verschenkt oder selber gegessen. Auch die Person mit dem Vorfall hatte die letzten 2 Jahre keine Probleme.

Ich bin wirklich erschüttert!!!

Felix

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Re: X-mal...

phragmobasidie, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

mal vielleicht vom Geschmack abgesehen gilt der Maipilz doch als uneingeschränkter Speisepilz, soweit mir bekannt. Bei so ziemlich jeder Art können individuelle Unverträglichkeiten auftreten oder nicht ? Z.B. ja auch Steinpilze. Meine Kollegin (PSV) hat ein allergischer Schub nach einer Mahlzeit Samtfußrüblinge ereilt. Auch beim Butterpilz, wie ich gehört habe, gibt es nur ganz rare Fälle, die als sicher zu betrachten sind, von allergischen Reaktionen, wie mir gesagt wurde. Allerdings kapiere ich die Grenze zwischen individueller Unverträglichkeit und allergischer Reaktion oft nicht so ganz. Mal sehen, was bei Eurem Fall rauskommt und was die anderen sagen. Mein Mitgefühl erst einmal, ist natürlich schietig, so ein Vorfall.

schöne Grüße
Robin

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Waldschrat, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,
aufrichtiges Beileid, diesmal warst Du nicht der Glückliche und keiner von uns wird Dich beneiden. Pharisäerhaftes Brustklopfen indes ist völlig unangebracht, niemand ist gegen Mißgeschick gefeit. Selbstverständlich zieht man daraus Konsequenzen. Die geschilderte Vergiftungserscheinung deutet für mich ein wenig auf den Riesenrötling.
Gruß und Trost - Waldschrat

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

42, (vor 7108 Tagen) @ coco

Hallo coco,

ohne dich zur sau machen zu wollen: maipilze würde ich nicht verschenken und
in der beratung auch nur unter grossem vorbehalt freigeben, wie hallimasch
und nebelkappe.

Bei Hallimasch und vor allem bei der Nebelkappe kann ich Dich ja verstehen,
aber beim Maipilz? Ja, JEDER Pilz kann individuell unverträglich sein, aber
wenn Du davor Angst hast, darfst Du KEINEN Pilz freigeben - und dass der
Maipilz den Ruf haben soll, irgendwie besonders unverträglich zu sein
(abgesehen vom Geschmack, den die einen lieben und die anderen hassen), habe
ich noch nie gehört. Oder kurz: ich habe keinerlei Probleme damit, Maipilze
freizugeben bzw. zu verschenken - weshalb auch? Oder habe ich etwas verpasst
und muss zu einer Sachverständigen-Nachschulung? Andreeeeaaaas?

Beste Grüße
Thoms '42' Wallner

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

coco, (vor 7108 Tagen) @ Waldschrat

Die geschilderte Vergiftungserscheinung
deutet für mich ein wenig auf den Riesenrötling.

hallo waldschrat,

dein spruch mit dem riesenrötling grenzt für mich an rufmord. es geht nicht um eine verwechslung, auch nicht um eine fehlbestimmung, sondern um eine mögliche individuelle unverträglichkeit. ist dir klar, wie schnell solche unsachlichen spekulationen ins reale gebogen werden?

wir sind hier in einem öffentlichen gelände, in dem u.a. viele engagierte pilzsachverständige um den ruf und die staatliche und gesellschaftliche anerkennung und unterstützung ihrer arbeit und der mykologie an sich bemüht sind. das sollten wir nicht vergessen.

gruss coco

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

coco, (vor 7108 Tagen) @ 42

Bei Hallimasch und vor allem bei der Nebelkappe kann ich Dich ja verstehen,
aber beim Maipilz?

hallo thomas,

ehrlich gesagt: ich vertrage maipilze so wenig wie nebelkappen und safranschirmlinge, das mag meine vorsicht verstärken. hallimasch bekommt mir übrigens bestens.
möglicherweise ist es übertrieben von mir, maipilze nur eingeschränkt freizugeben. offiziell gelernt habe ich das tatsächlich nicht. allerdings hat mir eine toxikologin einmal berichtet, dass der maipilz in den blutzuckerhaushalt eingreift , was bei diabetikern problematisch sein könnte. belege für diese these habe ich keine.

beste grüsse von coco

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Andreas ⌂, (vor 7108 Tagen) @ coco

Die geschilderte Vergiftungserscheinung
deutet für mich ein wenig auf den Riesenrötling.

hallo waldschrat,
dein spruch mit dem riesenrötling grenzt für mich an rufmord. es geht nicht
um eine verwechslung, auch nicht um eine fehlbestimmung, sondern um eine
mögliche individuelle unverträglichkeit. ist dir klar, wie schnell solche
unsachlichen spekulationen ins reale gebogen werden?
wir sind hier in einem öffentlichen gelände, in dem u.a. viele engagierte
pilzsachverständige um den ruf und die staatliche und gesellschaftliche
anerkennung und unterstützung ihrer arbeit und der mykologie an sich bemüht
sind. das sollten wir nicht vergessen.
gruss coco

Hallo Coco, Waldschart und natürlich auch Felix und alle anderen,

soweit würde ich nicht gehen, gleich von Rufmord zu reden.
Aber dass die geschilderten Symptome auf Riesenrötling hindeuten finde ich nun gar nicht. "Aufgeblasen wirken" und "Gesichtsrötung" sowie "Schüttelfrost" sind für mich viel deutlichere Hinweise auf eine allergische Reaktion als auf eine Magen-Darm-Vergiftung.

Im übrigen finde ich persönlich überhaupt nichts dabei, Mai-Ritterlinge zu verschenken und ich nehme Felix absolut ab, dass er keiner Verwechslung aufgesessen ist. Nicht nur weil er bei mir die Prüfung gemacht hat, sondern weil ich ihn erstens dazu meine gut genug zu kennen, er zweitens recht hat, dass der Ziegelrote Risspilz noch gar nicht da ist, drittens dieser bei uns gar nicht so selten ist und ich weiß, dass Felix den kennt und viertens dann sicherlich ALLE beteiligten die gleichen Symptome haben müßten.

Für mich ist dies ein klarer Fall von persönlicher Unverträglichkeit oder Allergie, die zwar bedauerlich ist, in diesem Fall aber nicht vorausgesehen werden konnte.
Einen anerkannten Speisepilz, von dem bisher keine Unverträglichkeiten bekannt waren an Dritte weiterzugeben ist ein ganz normales Unterfangen, dass sicherlich viele von uns alljährlich praktizieren. Es gibt hier meiner Meinung nach überhaupt keinen Anlass zu Kritik an Felix.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Andreas ⌂, (vor 7108 Tagen) @ 42

[...]

Oder habe ich etwas verpasst
und muss zu einer Sachverständigen-Nachschulung? Andreeeeaaaas?
Beste Grüße
Thoms '42' Wallner

Ja mei, schaden kann's nie .... *geschäftstüchtiggrins*

beste Grüße,
Andreas

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Waldschrat, (vor 7108 Tagen) @ coco

Hallo Coco,
falls Du und vielleicht noch Andere es als Rufmord empfindest, bereue ich die Erwähnung dieses Pilzes sehr und bitte um Verzeihung. Auf ein und demselben Holz z.B. wurden schon Stockschwämmchen und Nadelholzhäublinge gefunden, die ob ihrer trauten Nähe selbst für erfahrene Mykologen eine Gefahr darstellen. Mir persönlich ist persönlich ist so ein Fall mit tragischem Ausgang bekannt. Zudem dachte in diesem Zusammenhang an ein einziges, noch sehr junges und wenig markantes Exemplar.
Gruß - reuiger Waldschrat

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Blausprödler, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix!

Ich denke dass dies nicht unbedingt eine Pilzvergiftung war.
Zum einen der Schüttelfrost – eine Magen-Darm-Erkältung könnte die gleichen Symptome auslösen – Fieber!
Zum anderen – Tochter und Mann zeigten keine Reaktion!?

Mich würde interessieren wie es ihr jetzt geht und ob sie zum Arzt gegangen ist oder ob die ganze Angelegenheit schon wieder vorbei ist.
Wenn ja, dann war es sicherlich eine Unverträglichkeit – muss nicht mal wegen der Pilze sein. Zu viel Fett oder auch eine andere Substands könnte nicht vertragen worden sein.
Mir war es nach einer Pilzmahlzeit auch schon mal nicht gut, weil ich einfach zuviel Knödeln dazu gegessen hatte!

Auf alle Fälle schließe ich eine Pilzvergiftung ziemlich aus, sonst würden auch die anderen erkranken!

LG

Wolfgang

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Re: X-mal...

Gernot Friebes, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo an alle,

Auch die
Person mit dem Vorfall hatte die letzten 2 Jahre keine Probleme.

das ist es, was mich verwundert. Denn wenn eine individuelle Unverträglichkeit vorliegen würde, müsste die Person ja auch schon in den 2 Jahren zuvor Symptome gezeigt haben, oder? Ich bin allerdings kein Spezialist auf dem Gebiet, also lasse ich mich gerne belehren.

Eine Pilzvergiftung kann ich auch ausschliessen, denn dann müssten wirklich alle Leute, die von dem Gericht gegessen haben, Vergiftungserscheinungen zeigen.

Schöne Grüsse
Gernot

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Ein einzelner Riesenrötling....

Thüringer-Holz, (vor 7108 Tagen) @ Waldschrat

....im Hexenring auf der Wiese zwischen Maipilzen? Und das Anfang Mai?
Erscheint mir nicht plausiebel.

Alles Gute Felix

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

coco, (vor 7108 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Coco,
falls Du und vielleicht noch Andere es als Rufmord empfindest, bereue ich die
Erwähnung dieses Pilzes sehr und bitte um Verzeihung. Auf ein und
demselben Holz z.B. wurden schon Stockschwämmchen und Nadelholzhäublinge
gefunden, die ob ihrer trauten Nähe selbst für erfahrene Mykologen eine
Gefahr darstellen. Mir persönlich ist persönlich ist so ein Fall mit
tragischem Ausgang bekannt. Zudem dachte in diesem Zusammenhang an ein
einziges, noch sehr junges und wenig markantes Exemplar.
Gruß - reuiger Waldschrat

hallo waldschrat,
bei mir gibt´s gar nichts zu verzeihen. es ist schlicht so, wenngleich es arrogant klingen mag: der felix verwechselt einfach keinen maipilz mit etwas anderem. auch kein stockschwämmchen mit einem gifthäubling, denn er würde den stiel jedes fruchtkörpers einzeln prüfen.
ansonsten ist leider jeder pilzfreund, der schon mal von presseorganen zitiert bzw. sinnentstellt wurde, vorsichtig mit öffentlichen pauschalaussagen...

die erwähnung eines pilzes bereuen zu müssen, das gibt´s nur in der diktatur.

gruss coco

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Georg, (vor 7108 Tagen) @ Waldschrat

Hi Waldschrat,
ich halte eine Verwechslung mit dem Riesenrötling auch für ausgeschlossen.
Denn erstens ist der Felix ein guter Pilzkenner, zweitens wachsen jetzt
noch keine Riesenrötlinge und drittens auch nicht an den selben Standorten
wie Maipilze.
Ich vermute auch eine Unverträglichkeitsreaktion, die sich ja auch erst
nach mehrfachem Genuss zeigen kann, was die symptomlosen Mahlzeiten der
vergangenen Jahre erklären würde.
Selbst der angeblich sehr gut verträgliche Schopftintling hat nachweislich
schon zu starken Reaktionen geführt (Übelkeit, Hautausschlag) und das obwohl
er zuvor jahrelang problemlos verzehrt wurde.

Georg

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

phragmobasidie, (vor 7108 Tagen) @ coco

Hallo coco,

dein spruch mit dem riesenrötling grenzt für mich an rufmord. es geht nicht
um eine verwechslung, auch nicht um eine fehlbestimmung, sondern um eine
mögliche individuelle unverträglichkeit. ist dir klar, wie schnell solche
unsachlichen spekulationen ins reale gebogen werden?
wir sind hier in einem öffentlichen gelände, in dem u.a. viele engagierte
pilzsachverständige um den ruf und die staatliche und gesellschaftliche
anerkennung und unterstützung ihrer arbeit und der mykologie an sich
bemüht sind. das sollten wir nicht vergessen.

ist doch eh noch einiges Spekulatius, mögliche Sekundärursachen müssen vermutlich noch weiter abgeklopft werden, auch wenn es schon Richtung allergische Reaktion klingt. Man braucht nicht gleich überzureagieren, wie Du schon sagst. Im übrigen hat Waldschrat es vielleicht nur gut gemeint, was ich hier erstmal allen Antwortenden unterstelle. Deine Nennung von Hallimasch, Nebelkappe und Maipilzen im selben Zusammenhang kann auch ein wenig irritieren.

schöne Grüße
Robin

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

AK_CCM, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Pilzfreunde,

Felix hat hier ein sehr interessantes Fass aufgemacht: Wie macht man einem Pilzlaien begreiflich, dass es neben echten Pilzvergiftungen auch individuelle Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen gibt bzw. geben kann - und zwar theoretisch mit jedem Speisepilz?

Schwierig wird es vor allem dann, wenn der Lebenspartner davon betroffen ist. Die nächste Reaktion eines Pilzlaien, kann ich mir vorstellen, ist eine Art Panik, da es in den Medien schon öfter mal Berichte über Verwechslungen durch Pilzkenner gab.

Felix habe ich deshalb geraten, einer neutralen Person, am besten ein Toxikologe von einer Giftnotrufzentrale, die Symptome und den Verlauf zu schildern und ggf. um Vermittlungshilfe zu bitten. Denn für den Pilzlaien hat der Pilzkenner wahrscheinlich seine Glaubwürdigkeit oder zumindest einen Teil davon verloren.

Aber selbst wenn man einen solchen Fall glaubhaft aufklären kann - ein Gefühl des Mißtrauens wird vermutlich bleiben.

Was würdet ihr bei einem solchen Fall tun?

Gruß, Andreas

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Hallo Andreas! Gute Idee!

Blausprödler, (vor 7108 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas! Gute Idee!
Es würde vielleicht schon genügen, Erbrochenes toxikologisch untersuchen zu lassen!

Gruß Wolfgang

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Meine Frage hat sich dank Georg schon erübrigt ! *oT*

Gernot Friebes, (vor 7108 Tagen) @ Gernot Friebes

- kein Text -

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Jupi, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

ich stimme Andreas voll und ganz zu. Aufgeblasen wirken, Gesichtsrötung und Schüttelfrost sind auch für mich deutliche Hinweise auf eine allergische Reaktion. Es kommt immer wieder vor das Personen bislang keine allergischen Reaktionen zeigten. Dies kann sich aber mit den Jahren ändern und man ist plötzlich gegen irgendwas allergisch was vorher ok war.Das kann übrigens auch jeden von euch treffen.
Eine Vergiftung durch einen Ziegelroten Rißpilz läßt auch nicht 2 Personen
ungeschoren davonkommen. Bei Rißpilzvergiftungen tritt auch immer nach kurzer Zeit eine völlige Blindheit ein, die aber wieder vergeht. Von solchen Symtomen war aber nicht die Rede.
Die Pilzschule von Andreas hat einen guten Ruf. Wenn Du durch diese gegangen bist, kannst Du einen Maipilz auch sicher erkennen. Lasse Dich nicht von manchen
Forumteilnehmern verunsichern. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit den Pilzen.

Gruß Jupi

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Klarstellung ->@Felix

Karl-Heinz ⌂, (vor 7108 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Felix,

nicht dass das in den falschen Hals kommt...

Mein Link sollte keine Belehrung für Dich bedeuten, sondern wie seinerzeit schon eine Information für die Anfänger und fortgeschrittenen Anfänger in diesem Forum. Das Du einen Maipilz und einen Risspilz auseinander halten kannst ist für mich nie in Frage gewesen.

Viele Grüße
Karl-Heinz

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Waldschrat, (vor 7108 Tagen) @ coco

hallo waldschrat,
bei mir gibt´s gar nichts zu verzeihen. es ist schlicht so, wenngleich es
arrogant klingen mag: der felix verwechselt einfach keinen maipilz mit
etwas anderem. auch kein stockschwämmchen mit einem gifthäubling, denn er
würde den stiel jedes fruchtkörpers einzeln prüfen.
ansonsten ist leider jeder pilzfreund, der schon mal von presseorganen
zitiert bzw. sinnentstellt wurde, vorsichtig mit öffentlichen
pauschalaussagen...
die erwähnung eines pilzes bereuen zu müssen, das gibt´s nur in der diktatur.
gruss coco

Hallo Coco,
ich hatte nicht behauptet, daß Felix den Maipilz mit dem Riesensrötling verwechselt hat und halte es auch für unwahrscheinlich. Ich habe lediglich als Ursache für eine Pilzmahlzeit mit dieser offensichtlich negativen Wirkung auch die Möglichkeit eines bestimmten giftigen Pilzes als Ursache eingeräumt. Dazu verleitete mich neben dessen Habitus u.a.:
Rymann/Holmasen: "Vorkommen Sommer bis Herbst, oft schon recht früh";
Dausien: "...selten schon im Mai"
Moser: "Auf Feldrainen, Waldwiesen etc";
Garnweidner: "in Reihen und Hexenringen";
Kosmos-Naturführer: "mit Steinpilzen(?), Maipilzen oder eßbaren Rötlingen verwechselt ..."
Dähnke: "Er hat unterschiedliche Erscheinungsformen" (auch helle).
und nicht zuletzt a. pp.: Geruch stark mehlig.
Zugegeben, es gibt auch viel, was gegen eine Verwechslung mit diesem Pilz spricht.
Mag sein, daß es PSV gibt, die gegen folgenschwere Irrtümer gefeit sind. Ich zähle mich früher selbst dazu. Heute gehe ich penibel vor und hoffe, nicht in Versuchung geführt zu werden.
Gruß - Waldschrat

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@Karl-Heinz

Thüringer-Holz, (vor 7108 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,

ich habe es auch als Information für unsere Anfänger und fortgeschrittenen Anfänger verstanden und finde es sehr gut, dass du nochmal darauf hinweist.
Dein Beitrag ist schon Kult und gehört jedes Frühjahr hierher!!

Beste Grüße
Felix

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Hermann, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hat jemand ähnliche Erfahrung?

Nicht mit Maipilzen - nein. Aber sehr wohl mit Anis-Champignons, Steinpilzen und Riesenschirmlingen. Bei letzterem ist eine Verwechslung ja nun auch nicht gerade sooo wahrscheinlich gewesen... Übelkeit, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Hautrötungen und Ausschlag, wobei der Rest ohne Symptome war.

Ich weise _immer_ alle "Mitesser" auf mögliche Unverträglichkeiten hin, vor allem bei Nebelkappen, Sonstwas-Röhrlingen, Hallimasch usw. Jedem rate ich auch dabei, von dem und dem eventuell erst mal ein kleines Stückchen zu essen, denn _jedes_ Lebensmittel kann allergische Reaktionen auslösen - und Pilze eben etwas häufiger als andere. Ein paar Freunde von mir werden nie wieder Pilze essen (sammeln aber gerne mit), weil sie beide mal vermutlich verdorbene Frischpilze ausgekotzt haben oder eben allergisch reagiert haben - läßt sich nachträglich nicht mehr genau sagen. Bei Maipilzen kenn ich die Chemie nicht, aber es würde mich nicht wundern, wenn da nicht auch genug Potential für allergische Reaktionen drin wäre. Viele Pilze enthalten unterschiedliche Mengen an Sesquiterpenen und anderen Stoffgruppen, die gerne mal Allergien oder starke Magen-Darm-Reizungen auslösen. Nicht wirklich giftig, aber halt recht unangenehm. Und da jeder Mensch unterschiedliche Reizschwellen hat und/oder auf solche Stoffe reagiert, muss man bei solchen Lebensmitteln immer mit derartigen unangenehmen Überraschungen rechnen. Die Symptome sind auch nicht so wirklich passend zum Riesenrötling, da dessen Gifte (ebenfalls Magen-Darm-spezifisch) recht flott wirken sollen und der Rißpilz mit Muscarin wirkt ebenfalls anders, die erwähnten Sehstörungen sind - zumindest der Literatur nach, ich bin kein Arzt - praktisch immer mit dabei.

Das mit dem Verschenken ist aber schon so eine Sache. Ich selbst verschenke nur "idiotensichere" Pilze wie "bekannte" Röhrlinge, Pfifferlinge, Semmelstoppel usw. Lamellenpilze nie, es sei denn sie sind auch absolut unverwechselbar (Reizker mit roter Milch, violette Lacktrichterlinge oder ähnliches buntes eindeutige(re)s, tellergroße Schirmlinge und Austernseitlinge im Winter). Zumindest nie welche, die potentielle, wenn auch unwahrscheinliche tödliche Doppelgänger haben könnten. Champignons zählen da btw. auch drunter, denn Karbolegerlinge oder Amanitas können Laien nicht erkennen. Und wenn ich die Pilze nicht selber geputzt und sortiert habe, bekomm ich schon vor dem Essen Bauchweh.. bin ja selber noch halber Laie.. ^^

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"Pilzvergiftungs"-Symptome

Stephan Weißer, (vor 7108 Tagen) @ Thüringer-Holz

das seine Frau gestern Nacht mehrfach erbrochen hat

KANN Pilzvergiftung sein, MUSS aber nicht... Virusinfekt kommt auch in Betracht. Ich hatte mal einen chinesischen Wirt im Verdacht, mir einen verdorbenen Fisch vorgesetzt zu haben, auf den ich nachts ein paar mal erbrochen habe. Wollte ihn schon verklagen. Heute bin ich mir sicher, dass das "nur" ein Kacka-Virus war.

ganz aufgeblasen und rot war

Diese Beschreibung sagt eigentlich nichts - was soll "aufgeblasen" sein? Sah der Bauch wie ein Ballon aus, oder war das Gesicht gedunsen/gerötet? Dem Vernehmen nach sollen bestimmte Tabletten und Pillen auch solche Nebenwirkungen haben, von den Wechselwirkungen mit Alkohol mal ganz abgesehen.

ja Schüttelfrost hatte sie auch.

Auch das kennt man von gewissen Viruserkrankungen.

Das alles so 2-3 Stunden nach der Mahlzeit.

Das ist vielleicht ein Zufall.

Nun soll ein Giftpilz dazwischen gewesen sein.

Na klar. An den würde ich vermutlich nichts mehr verschenken.

Irgendwie fühle ich mich jetzt trotzdem schlecht und mach mir einen Kopf was die Ursache war.

Ziel erreicht?

Felix

@ Felix
Ich denke, bewiesen ist da gar nichts.

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Armin Groß, (vor 7108 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Waldschrat,
Zum Thema Maipilz ist schon genug gesagt, aber mich interessiert deine Aussage zum Stockschwämmchen und Gifthäubling.

Du schreibst, dass dir persönlich ein Fall bekannt ist, bei dem es eine Vergiftung mit dem Gifthäubling gab, wenn ich deine Bemerkung "tragischer Ausgang" richtig verstehe.
Mich interessiert wann und wo das war, wie diese Vergiftung ausgegangen ist und gibt es eine ungefähre Mengenangabe der gegessenen Pilze.

Der Grund meiner Frage ist, dass mit Recht viel über die Gefahr der Verwechslung Gifthäubling- Stockschwämmchen geschrieben steht, jedoch über praktische Vergiftungsfälle man relativ wenig seriöses hört.
Gruß Armin

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Waldschrat, (vor 7107 Tagen) @ Armin Groß

Hallo Armin,
der Fall trug sich ca. 1970 südlich von Dresden zu und betraf den gemeinsamen Tod eines betagtes Rentnerehepaars. Ein Familienmitglied nannte mir Pilzvergiftung als Todesursache. Das Ehepaar ginge schon sehr lange und oft ´in die Pilze´. Der Vater kenne sich gut mit Pilzen aus, sie wären sein Hobby. Zur fraglichen Zeit habe das Ehepaar Stockschwämmchen verzehrt. Daraus schloß ich, daß wahrscheinlich Galerina marginata oder eine ihrer Verwandten die Todesursache war. Nähere und auch offizielle Angaben fehlen mir.
Gruß - Waldschrat

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Re: Aktueller Fall - Maipilz und Unverträglichkeit

Hermann, (vor 7107 Tagen) @ coco

allerdings
hat mir eine toxikologin einmal berichtet, dass der maipilz in den
blutzuckerhaushalt eingreift , was bei diabetikern problematisch sein
könnte. belege für diese these habe ich keine.

Naja, es sieht halt so aus:
Früher hat man - vor allem mangels geeigneter analytischer Methoden - nur nach den "Hauptbestandteilen" geschaut. Bei Pilzen waren das eben charakteristische Stoffe, die den Pilzen ja auch nicht selten die Namen gaben: Amanitine, Geruchsstoffe, Farbstoffe... Halt alles, was man auch mit den früheren Analysemethoden noch bestimmen konnte - wobei z.B. die Strukturaufklärung der Amanitine schon eine echte Leistung war, da das zyklische Polypeptide sind. Kleines Beispiel: Zur Bestimmung der Geruchsstoffe unreifer Kirschen haben die Forscher früher TONNENWEISE grüne Kirschen geerntet und dann mit Stickstoffgas umflutet - nur so bekam man überhaupt genug Material für eine Analyse und eine Idee, was man eventuell gegen die Kirschfliege machen könnte. Bei den Pilzen ist es halt ähnlich. Viele sind ja heute noch mit einem Fragezeichen bzgl. der Eßbarkeit versehen, da man eigentlich gar nicht so richtig weiß, was in manchen Arten so drinsteckt. Einen Schub bekam die Forschung erst, als auch die Naturstoffler mal an GC-MS-Geräte, NMRs und ähnliches drankamen - also so Ecke 70iger Jahre. Seit dieser Zeit hat man dann angefangen, auch die sogenannten "sekundären Wirkstoffe" zu erforschen bzw. überhaupt erst mal zu bestimmen. Und selbst da ist man noch ziemlich am Anfang. Viele der gastrointestinalen Toxine sind überhaupt nicht bekannt oder bestimmt, meist nur in etwa die ungefähren chemischen Grundeinordnungen (Sesquiterpene, Aromate, usw.). Täublinge sind da so ein Beispiel, da sind nur wenige Wirksubstanzen bekannt und man hilft sich weiterhin mit der Täublingsregel. Naja, eigentlich ist so eine Regel nicht gerade ungefährlich, denn Pilze ißt man nicht in dem Maße wie z.B. Früchte von Pflanze. Es wäre also durchaus auch denkbar, daß da Giftstoffe drin sind, die man bisher schlicht noch nicht erkannt hat und auch die Jahrhunderte alte Erfahrung fehlt, die man bei den heimischen Früchten besitzt. Noch viel problematischer sind dann Wirkstoffe, die schon in kleinsten Mengen Auswirkungen haben, weil sie entweder hormonell-ähnlich ansetzen oder Allergien auslösen. Da reichen dann Mengen, die man zwar heute bestimmen könnte - wenn man denn überhaupt wüßte, wonach man denn suchen soll..
Prinzipiell rate ich immer bei ALLEN Lebensmitteln, erst mal eine geringe Eßprobe zu nehmen. Egal ob das Früchte aus fernen Ländern oder Pilze aus dem Wald sind. Sehr schwere Allergien können z.B. auch von Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Nüssen und verschiedenen Kräutern ausgelöst werden. Bei Erdbeeren wird dann mit den Schultern gezuckt, bei Pilzen kommt es halt gleich in die Zeitung.. ;)