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Makroobjektiv, aber welches? *PIC*

Max, (vor 7089 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde

Nun habe ich nach Jahren endlich wieder einmal Nägel mit Köpfen gemacht, was meine Fotoausrüstung anbelangt. Ich habe mir eine Spiegelreflexkamera gekauft und zwar eine Nikon D80. Damit habe ich in den vergangenen Wochen (mit einem Normalobjektiv 18-70mm)gut tausend Fotos geschossen. Jetzt komme ich mit der D80 soweit zurecht, dass ich mich langsam an die Makrofotografie heran wagen kann. Am vergangenen Wochenende hat mir ein Arbeitskollege ein Makroobjektiv Nikkor Micro AF60mm /2.8 ausgeliehen. Mit diesem Objektiv habe ich am Wochenende bei sehr trüben Lichtverhältnissen und etwa acht Pilzarten mehrere Stunden lang üben können. Ich habe einen Fernauslöser benutzt und die Spiegelvorauslösung aktiviert. Dazu die üblichen Einstellungen wie grösstmögliche Blendenzahl usw, berücksichtigt.
Das Resultat ist aus meiner Sicht eher ernüchternd ausgefallen. Im Anhang seht Ihr ein Foto von einem ca 1,5cm hohen unbekannten Porling. Vielleicht ist es die kleine Form des Löwengelben Porlings. Das ist aber nicht meine Frage.
Meine Frage bezieht sich in diesem Fall viel mehr auf das Objektiv. Ich hätte gerne ein Objektiv ohne feste Brennweite, so eines mit einem Zoom. Nun interessieren mich Eure Erfahrungen und Meinungen zu geeigneten Makroobjektiven speziell für die Pilzfotografie, bevor ich mir dann endgültig ein eigenes Makroobjektiv anschaffe.
Ich bin Euch für jeden Tipp dankbar.

Mit freundlichen Grüssen
Max

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Re: Makroobjektiv, aber welches?

Hans-Jürgen, (vor 7089 Tagen) @ Max

Hallo Max,

was ernüchtert Dich an Deinen Resultaten? Das Micro Nikkor 60/2.8 ist eines der besten Objektive von Nikon überhaupt und nach meiner Einschätzung das beste Objektiv für die Pilzfotografie für Deine Kamera schlechthin. Du wirst mit Sicherheit kein Zoom-Objektiv finden, das im Makrobereich auch nur annähernd die Abbildungsleistung dieses Objektivs erreicht.

Die Spiegelvorauslösung ist bei den für Pilze üblicherweise notwendigen Abbildungsmaßstäben nicht ganz so wichtig (wohl aber am Mikroskop), einen Fernauslöser braucht man auch nicht unbedingt (Selbstauslöser mit 3/10 sec Zeitverzögerung tut's auch), aber ein stabiles Stativ braucht man durchaus. Dann Programm-Modus A (Aperture Priority = Zeitautomatik) wählen, sauber (am besten manuell) scharfstellen, das 60er auf Blende 16 bis 20 abblenden, für ordentliches Licht sorgen (Blitz? Aufheller? Reflektoren? Diffusoren?) - und dann kann schon fast nichts mehr schief gehen.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Nachtrag

Max, (vor 7089 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen

Herzlichen Dank für Deine Einschätzung dieses Objektivs. Wie gesagt ist dies mein erster Test mit einem Makroobjektiv und bei sehr schlechtem Licht.
Ich habe mit einem stabilen Manfrotto-Stativ fotografiert mit Blende 16 bis 18 ohne zusätzliche Lichtquelle. Die Schärfe habe ich manuell eingestellt, die automatische Schärfeneinstellung war nicht brauchbar.
Was mich am meisten erstaunt hat waren die riesigen Verschlusszeiten von bis zu 15 Sekunden und der sehr kleine Tiefenschärfe-Bereich. Dazu der vorgegebene Bildausschnitt, der ohne Zoom nicht gross beeinflussbar ist.
Ich habe die Bewertungen im Internet auch gesehen, meistens findet man aber nur Testfotos von Insekten und nur wenige von Pilzen. Im Bereich der Insektenfotografie liefert das Nikkor 60/2.8 Objktiv Superbilder ab. Wahrscheinlich aber auch nur wenn ein "Profifotograf" am Werk ist.
Es sieht so aus, dass man vor allem auch für die Pilzfotografie mit Spiegelreflex und Makroobjektiv sehr viel Fachwissen und eine lange Erfahrung mit unzähligen Versuchen benötigt.

Gruss Max

Nur für den Fall, dass Du mir nach Deinen eigenen Erfahrungen nicht recht
glauben magst: So urteilen andere über das Micro Nikkor 60/2.8:
http://www.imagepower.de/IMAGES/imgEQUIPMENT/D_AF60.htm
oder: http://www.photozone.de/8Reviews/lenses/nikkor_60_28/index.htm
Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Nachtrag

42, (vor 7089 Tagen) @ Max

Hallo Max,

Was mich am meisten erstaunt hat waren die riesigen Verschlusszeiten von bis
zu 15 Sekunden und der sehr kleine Tiefenschärfe-Bereich. Dazu der
vorgegebene Bildausschnitt, der ohne Zoom nicht gross beeinflussbar ist.

Die riesigen Verschlußzeiten ergeben sich selbstverständlich aus der
geschlossenen Blende - aber da Du natürlich mit Stativ arbeitetest, ist's doch
eigentlich völlig egal, oder?

Der kleine Tiefenschärfebereich ist ein Problem, mit dem jeder Makro-
fotograf zu kämpfen hat. Lösungsmöglichkeiten gibt's mehrere (z.B. Bild-
ausschnitt = weiter weg gehen). Oder google mal nach 'CombineZ'.

Zoom? Jedes Zoomobjektiv hat im Vergleich zu einer Festbrennweite Schwächen.
Also ich möchte für meine Makrofotografie niemals ein Zoom nutzen müssen -
noch dazu, wo es doch überhaupt kein Problem darstellt, die richtige Entfernung
vom Objekt (Pilz) zu wählen ...

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Nachtrag

Waldschrat, (vor 7088 Tagen) @ Max

Was mich am meisten erstaunt hat ... und der sehr kleine Tiefenschärfe-Bereich.;

Hallo Max,
ich fürchte, Deine Enttäuschung entspringt weniger dem Objektiv als dem Bildsensor. Spiegelreflex-Kameras haben wesentlich größere Bildsensoren als Kompaktkameras. Das ist meist von Vorteil, aber eben nur meist. Da die Tiefenschärfe, abgesehen von der Blende, nur vom Abbildungsmaßstab (Objektgröße auf dem Sensor/Objektgröße in Natura)abhängt und zwar im Quadrat, ist eine viel geringere Tiefenschärfe dieser Kameras physikalisch bedingt. Dieser Nachteil, der besonders bei Makroaufnahmen augenscheinlich wird, kann nur eine kleine Blende kaschieren. Für manche spezielle Sachen sind eben Nägel ohne Köpfe besser geeignet.
Gruß - Waldschrat

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Re: Nachtrag

Max, (vor 7088 Tagen) @ Waldschrat

Hallo Waldschrat

Genau so wird es sein.
Ich habe am Samstag das selbe Objekt auch immer noch mit meiner alten Nikon Coolpix 8700 fotografiert und dabei mit der Coolpix meistens, aber nicht immer das bessere Resultat erzielt. Einzig in den Farben ist die D80 bislang besser. Wenigstens habe ich das leidige Coolpix-Problem mit den Farbstichen nicht mehr.
Mit der Coolpix habe ich im Laufe der Jahre an die 50'000 Fotos gemacht und diese Erfahrung fehlt mir halt mit der D80 noch. Diesen Punkt darf man sicher auch nicht unterschätzen.

Gruss Max

Hallo Max,
ich fürchte, Deine Enttäuschung entspringt weniger dem Objektiv als dem
Bildsensor. Spiegelreflex-Kameras haben wesentlich größere Bildsensoren
als Kompaktkameras. Das ist meist von Vorteil, aber eben nur meist. Da die
Tiefenschärfe, abgesehen von der Blende, nur vom Abbildungsmaßstab
(Objektgröße auf dem Sensor/Objektgröße in Natura)abhängt und zwar im
Quadrat, ist eine viel geringere Tiefenschärfe dieser Kameras physikalisch
bedingt. Dieser Nachteil, der besonders bei Makroaufnahmen augenscheinlich
wird, kann nur eine kleine Blende kaschieren. Für manche spezielle Sachen
sind eben Nägel ohne Köpfe besser geeignet.
Gruß - Waldschrat

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Re: Nachtrag

Hans-Jürgen, (vor 7088 Tagen) @ Max

Das ist lustig, Max: Unsere Gerätebiographien ähneln sich. Ich habe auch mal mit der CP950 digital angefangen, bin dann zur CP8700 übergegangen (die mich unter anderem wegen der für Kompakte typischen, mäßigen Fokussierung geärgert hat), bin dann bei der D70 und schließlich bei der D200 gelandet. Lass Dich ermuntern: Mit einiger Übung und Erfahrung wirst Du mit Deiner D80 und einem guten Makroobjektiv die besseren Pilzbilder machen!

Gruß und Zuspruch
Hans-Jürgen

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Re: Nachtrag

Hans-Jürgen, (vor 7088 Tagen) @ Max

Hallo Max,

die Schärfentiefe ist, wie Waldschrat schon richtig bemerkt hat, bei der Kombination DX-Sensor/f60, in der Tat geringer als bei einer Kompaktkamera mit Zwergsensor, aber für die normale Pilzfotografie vollkommen ausreichend, im Allgemeinen auch ohne Hilfsmittel wie CombineZ, die vor allem bei winzigen Pilzchen im mm-Bereich ihre Stärken entfalten. Ich sehe in der selektiven Schärfe übrigens eher einen gestalterischen Vorteil ;-)

Großen Einfluss auf die Schärfentiefe hat auch die Aufnahmeposition (aber das weißt Du ja bestimmt schon), denn der Schärfentiefebereich verläuft ja (außer bei dem 85er Shift-and-Tilt-Nikkor) immer parallel zur Sensorebene. Da ist gelegentlich ein wenig Tüfteln notwendig, bis man einen Bildausschnitt hat, der sowohl von der Lage der Schärfentiefe als auch vom Bildaufbau überzeugt.

Dem Thema Licht solltest Du vielleicht noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken. Zusätzliches Licht erweitert Dein Spektrum enorm. Ich benutze den SB-800 entfesselt und angesteuert vom kameraeigenen Blitz. Bei Pilzen stelle ich den Blitz meistens in den Slow-Modus (weiß nicht, ob das die D80 auch kann), dann bekommt man wunderschön gleichmäßiges und dennoch konturierendes Licht (wenn man den Blitz seitlich plaziert).

Wenn Du Interesse an Pilzbildern mit dem 60/2.8 hast, schicke mir ne mail.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Nachtrag

Max, (vor 7088 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen

Besten Dank für die Tipps. Ich werde mit dem Licht sicher noch ausführlich tüfteln.

Gruss Max

Hallo Max,
die Schärfentiefe ist, wie Waldschrat schon richtig bemerkt hat, bei der
Kombination DX-Sensor/f60, in der Tat geringer als bei einer Kompaktkamera
mit Zwergsensor, aber für die normale Pilzfotografie vollkommen
ausreichend, im Allgemeinen auch ohne Hilfsmittel wie CombineZ, die vor
allem bei winzigen Pilzchen im mm-Bereich ihre Stärken entfalten. Ich sehe
in der selektiven Schärfe übrigens eher einen gestalterischen Vorteil ;-)
Großen Einfluss auf die Schärfentiefe hat auch die Aufnahmeposition (aber das
weißt Du ja bestimmt schon), denn der Schärfentiefebereich verläuft ja
(außer bei dem 85er Shift-and-Tilt-Nikkor) immer parallel zur Sensorebene.
Da ist gelegentlich ein wenig Tüfteln notwendig, bis man einen
Bildausschnitt hat, der sowohl von der Lage der Schärfentiefe als auch vom
Bildaufbau überzeugt.
Dem Thema Licht solltest Du vielleicht noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit
schenken. Zusätzliches Licht erweitert Dein Spektrum enorm. Ich benutze
den SB-800 entfesselt und angesteuert vom kameraeigenen Blitz. Bei Pilzen
stelle ich den Blitz meistens in den Slow-Modus (weiß nicht, ob das die
D80 auch kann), dann bekommt man wunderschön gleichmäßiges und dennoch
konturierendes Licht (wenn man den Blitz seitlich plaziert).
Wenn Du Interesse an Pilzbildern mit dem 60/2.8 hast, schicke mir ne mail.
Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Nachtrag

coco, (vor 7088 Tagen) @ Hans-Jürgen

hallo in die runde!

Ich sehe in der selektiven Schärfe übrigens eher einen gestalterischen Vorteil ;-)

volle zustimmung.

Großen Einfluss auf die Schärfentiefe hat auch die Aufnahmeposition (aber das
weißt Du ja bestimmt schon), denn der Schärfentiefebereich verläuft ja
(außer bei dem 85er Shift-and-Tilt-Nikkor) immer parallel zur Sensorebene.

da gibt es inzwischen wundervolle hilfsmittel, um die digitale spiegelreflex- zur fachkamera zu machen. ohne teure shift-/tilt-objektive. dafür bekommen altehrwürdige, oft brettscharfe mittelformatobjektive sowie vergrösserungs- und duplizierobjektive einen neuen verwendungszweck. ausserdem: endlich scharfe weitwinkelfotos mit d-slr per verschiebung und montage mehrerer bilder:

http://www.zoerk.com/pages/p_pshift.htm

Dem Thema Licht solltest Du vielleicht noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit
schenken. Zusätzliches Licht erweitert Dein Spektrum enorm. Ich benutze
den SB-800 entfesselt und angesteuert vom kameraeigenen Blitz. Bei Pilzen
stelle ich den Blitz meistens in den Slow-Modus (weiß nicht, ob das die
D80 auch kann), dann bekommt man wunderschön gleichmäßiges und dennoch
konturierendes Licht (wenn man den Blitz seitlich plaziert).

darf ich ketzern? fotografen-regel no. 3: wer blitzt, hat angst.

gruss von coco