Re: Gyromitrin/Helvellasäure
Hallo Interhias,
Offenbar enthalten alle Gyromitra-Arten Gyromitrin, das im menschlichen
Körper in das sehr toxische Methylhydrazin umgewandelt wird.
Im Zusammenhang mit Lorcheln und Morcheln taucht immer wieder die
Helvellasäure auf, in den meisten Fällen auch explizit vom Gyromitrin
unterschieden. (Die Formel habe ich leider nirgends gefunden.) In vielen
Veröffentlichungen wird die Helvellasäure den Lorcheln zugeordnet.
In Rußland hält sich hartnäckig das Gerücht, daß Morcheln Helvellasäure
enthalten
In meinem "Mitteleuropäische Giftpflanzen und ihre Wirkstoffe" von Habermehl/Ziemer steht zu Helvellasäure: "Die seit 1885 in der Literatur immer wieder erwähnte Helvellasäure gibt es nicht. Neuerer Untersuchungen haben gezeigt, daß für die Giftwirkung...N-Methyl-N-fomylacetaldehyd-hydrazon verantwortlich ist, das...Gyromytrin genannt wurde".
Weiter/vielleicht kannst Du damit was anfangen, bei mir hörts da auf: "Hydrazinderivate wirken hemmend auf die pyridoxalabhängige Enzymsynthese, in deren Folge die Synthese von GABA und der Abbau von biogenen Aminen gehemmt wird. Hydrazinderivate vermögen darüberhinaus Nukleinsäuren zu alkylieren; das Gyromitrin ist somit als potentiell kanzerogen und teratogen einzustufen".
Formel Gyromitrin: CH3-CH=N-N-CHO-CH3 (letzterer Methylrest ist am N gebunden)
Ansonsten steht da noch einiges über Dosis und Wirkung bei Mensch und Tier usw. drin.
Grüße,
tom