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Neue Serie: Täubling der Woche *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 7051 Tagen)

heute:

Russula pseudointegra - Ockerblättriger Zinnobertäubling

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Der wissenschaftl. Name ist eigentlich sehr unpassend, da er nix mit den Ledertäublingen zu tun hat bzw. das man ihn vermeintlich in diese Gruppe stecken kann. Vielmehr könnte er in die Ecke um die Graustiel-Täublinge passen, da der Stiel - besonders das Stielfleisch in der Basis - graut.

Diesen Täubling würde ich als ungenießbar einstufen. Er schmeckt irgendwie unangenehm - vielleicheicht etwa ein wenig wie der Harte Zinnober-T. - nach hinten raus leicht schärflich.

Die leuchtend roten Farben und die anfangs weißen Lamellen machen diesen Gelbsporer nicht immer leicht kenntlich. Man findet ihn meist zusammen mit dem Morgenrot-T. (R.velutipes) und dem Harten-Zinnobertäubling (R.lepida/rosea) in besseren Laubwäldern (Eiche, Buche) - hier auf Kalk.

Bis zum nächsten mal.

Euer Felix

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Re: Neue Serie: Täubling der Woche

Abt, (vor 7051 Tagen) @ Thüringer-Holz

Super Idee, Felix!
Bitte auch weiterhin mit so illustren Formulierungen wie
"nach hinten raus leicht schärflich"!
Schöne Grüße,
Marcel

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Dazu Mikrobild *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7051 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

schöne Präsentation eines doch nicht allzu bekannten Täublings! Die Grösse, die gelblichen Lamellen und der angesprochene unangenehme Geruch charakterisieren die Art sehr gut.
Die Art ist bei uns im Löss des Elsass nicht so selten und wächst gerne in alten Radspuren und Wegen, wo es immer etwas feuchter ist.
Aber eine Bestätigung durch das Mikroskop ist doch auch manchmal notwendig.
Und die Art hat etwas fast einmaliges bei den Täublingen: Zystiden, die mit einer Kalkartigen Masse wie ummantelt sind, meist ist die Spitze frei. Man sieht dies gut in Wasser, darf aber nicht zu sehr pressen, um diese Krusten nicht abzulösen.

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nochmals Dank für die schönen Bilder und viele Grüsse, Markus

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Danke für diese Doku , Felix und Markus !!! *oT*

Ufo, (vor 7051 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -

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Re: Neue Serie: Täubling der Woche

Andreas ⌂, (vor 7051 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo,

letzte Woche waren Tanja und ich auf Exkursion im Osten Ungarns und u.a. auch nahe der ukrainischen Grenze im Theiß-Tal unterwegs. Ein schöner Eichen-Hainbuchenwald aud sandigem, schwach saurem Boden. Pilze so gut wie keine, aber wir hatten etliche Kollektionen von mehr oder weniger roten und rosahütigen, auch weißhütigen Täublingen, teils mit hellen, teils mit ziemlich gelben Lamellen. Dass da manches dasselbe sein würde und dass die intensiv rothütigen mit den gelben Lamellen und der schönen weißen Hutrandbereifung die Russula pseudointegra sein würden, dachte ich mir schon. Aber sich dass ausnahmslos alle gesammelten Täublinge als diese Art entpuppen würden hätte ich dann doch nicht gedacht. Lediglich zwei Fruchtkörper mit glänzend tief schwärzlichroten Hüten mußte ich aufgrund der Mikromerkmale als Russula velutipes bestimmen (sehr ungewöhnluch Farbe, aber immerhin ....), ansonst etwa 30-40 Fruchtkörper R. pseudointegra!
Vermutlich wird die Art nicht immer erkannt, doch ist die Bestimmung durch die einzigartigen Hymenialzystiden mit einem einfachen Quetschpräparat auch bei jungen Exemplaren sehr schnell vorgenommen. Um Zeit und Deckgläschen zu sparen hatte ich immer gleich drei Lamellenschnipselchen von drei Fruchtkörpern in ein einziges Wasserpräparat gegeben und nur eben schnell nach den Zystiden geschaut. So waren die drei Dutzend Fruchtkörper schnell und sicher nahcgeschaut und wir konnten sicher sein, dass alles "nur" pseudointegra war.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Neue Serie: Täubling der Woche

Ingo, (vor 7051 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hi Felix,

hört sich vielversprechend an, die Überschrift. Wollen wir mal hoffen,
dass unsere kleinen Serien nicht zur Seifenoper verkommen. Übrigens sind
aus sandigen Kiefernwäldern auch so locker über 20 Täublingsarten berichtet
(s. westfählische Pilzbriefe).
Am hartnäckigsten plagt mich momentan wieder der grünliche aus meinem Bericht
vom Januar (Täublinge in Kiefernwäldern - Teil 1).
Kann es denn möglich sein, dass die grasgrünen Täublinge sich von ihrem
Lieblingspartner verabschieden, und massenhaft zu den Kiefern überlaufen?
Ich meine mal, bei über 100 m Abstand von der nächsten Birke kann doch keine
Rede mehr von Symbiose sein, oder?

Viele Grüße nach Hannover - Ingo

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Re: Neue Serie: Täubling der Woche

Andreas ⌂, (vor 7051 Tagen) @ Ingo

Hi Felix,
hört sich vielversprechend an, die Überschrift. Wollen wir mal hoffen,
dass unsere kleinen Serien nicht zur Seifenoper verkommen. Übrigens sind
aus sandigen Kiefernwäldern auch so locker über 20 Täublingsarten berichtet
(s. westfählische Pilzbriefe).
Am hartnäckigsten plagt mich momentan wieder der grünliche aus meinem Bericht
vom Januar (Täublinge in Kiefernwäldern - Teil 1).
Kann es denn möglich sein, dass die grasgrünen Täublinge sich von ihrem
Lieblingspartner verabschieden, und massenhaft zu den Kiefern überlaufen?
Ich meine mal, bei über 100 m Abstand von der nächsten Birke kann doch keine
Rede mehr von Symbiose sein, oder?
Viele Grüße nach Hannover - Ingo

Hallo Ingo,

im Fichtenwald können sie jedenfalls vorkommen, hab' ich selbst schon so gefunden.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Neue Serie: Täubling der Woche

Ingo, (vor 7050 Tagen) @ Andreas

Moin Andreas,

ab welchem Baumalter binden sich diese Täublinge eigentlich an ihre Birken?
Vielleicht gibt es in Pilznähe 1- bis 2-jährige Setzlinge. Die kann man
schon mal übersehen. Wenn diese Pilze allerdings erst mit ausgewachsenen Birken
koalieren, scheint mir eine möglicherweise Partnerschaft mit pinus immer
wahrscheinlicher zu werden.

Viele Grüße Ingo

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Re: Neue Serie: Täubling der Woche

Jochen Girwert, (vor 7050 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

bzgl. Täublingen kann ich da keine Aussage machen, aber es sind ja Mykorrhizapartner wie die Lärchenröhrlinge zum Beispiel auch. Und bei denen habe ich schon oft nach der Lärche gesucht. In einem Fall stand die Lärche direkt neben dem Pilz; ich suchte trotzdem lange, denn der Baum war vielleicht 40 cm hoch und noch vom Gras versteckt.

Ciao, Jochen.

Moin Andreas,
ab welchem Baumalter binden sich diese Täublinge eigentlich an ihre Birken?
Vielleicht gibt es in Pilznähe 1- bis 2-jährige Setzlinge. Die kann man
schon mal übersehen. Wenn diese Pilze allerdings erst mit ausgewachsenen
Birken
koalieren, scheint mir eine möglicherweise Partnerschaft mit pinus immer
wahrscheinlicher zu werden.
Viele Grüße Ingo

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Rückfrage zur pseudointegra - @ Felix

Stephan Weißer, (vor 7050 Tagen) @ Thüringer-Holz

Gehört zu den Merkmalen der R. pseudointegra auch, dass im voll ausgewachsenen Zustand der recht kompakte, dicke Stiel ein überraschend zartes, weiches Fleisch hat und der ganze Pilz auffallend leicht ist?

Wenn ja, dann hab ich ihn hier im Landkreis KÜN auch.

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@Stephan

Thüringer-Holz, (vor 7049 Tagen) @ Stephan Weißer

Hi Stephan,

das Fleisch im Stiel würde ich im Alter eher als bröselig-wattig-zerfallend und grauend beschreiben. Hast du ein Foto von deinem Fund?

LG
Felix