Pilze Pilze Forum
Erweitert

Muschelseitling/Testbericht

interhias ⌂, (vor 9474 Tagen)

Servus beieinander!

Gestern habe ich also zum ersten Mal den Gelbstieligen Muschelseitling verkostet, weil doch ziemlich Widersprüchliches über seinen kulinarischen Wert zu lesen war, sowohl im Forum als auch anderswo.

Meine Einschätzung:
Der Muschelseitling ist hocharomatisch und dem Austernseitling im Geschmack sehr ähnlich, erinnert also ein wenig an den Geschmack von Fleisch. Von Bitterkeit keine Spur. Allerdings habe ich nur ganz junge, frische Exemplare mit noch fast weißen Lamellen verwendet. Daß alte Trümmer bitter schmecken, kann ich nicht ausschließen.

Entscheidend ist die Zubereitung:
Wegen seiner Konsistenz eignet sich der Muschelseitling wohl nicht besonders für Suppen oder zum Dünsten. Ich empfehle folgende Zubreitung:
Die Muscheln unter fließendem Wasser gründlich waschen, gut abtropfen lassen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Am besten eine Zeitlang an der Luft nachtrocknen lassen. (Küchenkrepp nicht auf der Hutoberseite liegen lassen, es bleibt sonst kleben.) Die Muscheln dann mit etwas Mehl bestäuben und im ganzen in sehr heißem Olivenöl auf beiden Seiten goldbraun und knusprig braten. Zum Schluß ein wenig fein gehackten Knoblauch und etwas Petersilie darüberstreuen, salzen und pfeffern, sofort servieren. Die gebratenen Seitlinge passen wie Austernpilze hervorragend zu grünem Salat, eignen sich aber auch als separate Vorspeise mit Weißbrot oder als Beilage.

Vier Gäste, denen ich die Seitlinge gestern abend zum Salat serviert habe, waren durchweg angetan von ihrem Geschmack.
Es hat sich als sehr nützlich erwiesen, die Muschelseitlinge in gefrorenem Zustand zu ernten. Steifgefroren sind sie nämlich weder glitschig noch klebrig.

Mit besten Weiterempfehlungen
Hias

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Muschelseitling/Testbericht

Rumpelstilzchen, (vor 9474 Tagen) @ interhias

Servus beieinander!
Gestern habe ich also zum ersten Mal den Gelbstieligen Muschelseitling
verkostet, weil doch ziemlich Widersprüchliches über seinen kulinarischen
Wert zu lesen war, sowohl im Forum als auch anderswo.
Meine Einschätzung: Der Muschelseitling ist hocharomatisch und dem
Austernseitling im Geschmack sehr ähnlich, erinnert also ein wenig an den
Geschmack von Fleisch. Von Bitterkeit keine Spur. Allerdings habe ich nur
ganz junge, frische Exemplare mit noch fast weißen Lamellen verwendet. Daß
alte Trümmer bitter schmecken, kann ich nicht ausschließen.
Entscheidend ist die Zubereitung: Wegen seiner Konsistenz eignet sich der
Muschelseitling wohl nicht besonders für Suppen oder zum Dünsten. Ich
empfehle folgende Zubreitung: Die Muscheln unter fließendem Wasser
gründlich waschen, gut abtropfen lassen und mit Küchenkrepp trocken
tupfen. Am besten eine Zeitlang an der Luft nachtrocknen lassen.
(Küchenkrepp nicht auf der Hutoberseite liegen lassen, es bleibt sonst
kleben.) Die Muscheln dann mit etwas Mehl bestäuben und im ganzen in sehr
heißem Olivenöl auf beiden Seiten goldbraun und knusprig braten. Zum
Schluß ein wenig fein gehackten Knoblauch und etwas Petersilie
darüberstreuen, salzen und pfeffern, sofort servieren. Die gebratenen
Seitlinge passen wie Austernpilze hervorragend zu grünem Salat, eignen
sich aber auch als separate Vorspeise mit Weißbrot oder als Beilage.
Vier Gäste, denen ich die Seitlinge gestern abend zum Salat serviert habe,
waren durchweg angetan von ihrem Geschmack.
Es hat sich als sehr nützlich erwiesen, die Muschelseitlinge in gefrorenem
Zustand zu ernten. Steifgefroren sind sie nämlich weder glitschig noch
klebrig.
Mit besten Weiterempfehlungen
Hias

Habe im vorigen Jahr beim Samtfußrüblingsuchen ebenfalls diesen hübschen Pilz gesammelt und zubereitet, und war zunächst nicht sehr angetan von seinem tatsächlich bitteren Geschmack. Ich hatte sie mit den Rüblinen einfach kräftig in Olivenöl angebraten und später gewürzt.
Beim zweiten Versuch blanchierte ich sie extra lange in ExtraEssigwasser, anschließend in der Pfanne gebraten, mit dem Ergebnis etwas säurlich schmeckende Pilzteilchen auf dem Teller zu haben. Von dem bitteren Geschmack war nichts mehr vorhanden. Es waren tatsächlich viele ältere Exemplare dabei, die aber immer noch äußerst ansehnlich waren.
Was mich aber bei beiden Gerichten, mal abgesehen vom Geschmack, immer begeisterte, war die Konsistenz dieser Pilze. Schön fest, ähnlich dem Austernseitling, eher noch fester. Außerdem ist es ein Pilz, von dem man mal ruck zuck eine ordentliche Mahlzeit kriegt. Die Bitterkeit ist sicherlich, vielleicht genügt sogar einfaches Blanchieren ohne Essig, wegzubekommen.

Daher werde ich in diesem Jahr gewiß wieder darauf zurückkommen, und demnächst mal Dein Pilzrezept ausprobieren!

Nebenbei noch eine Frage: Bisher habe ich die Muschelseitlinge wie auch die Samtfußrüblinge (ich suche sie aber auch erst seit etwa 3 Jahren), lediglich an Flußufern vorwiegend, bei den Samtfußrüblingen sogar ausschließlich, auf Weiden und Schwarzerlen gefunden. Wo suchst Du/Ihr vorwiegend nach den genannten Gewächsen?

Gruß

Eintrag gesperrt
5 Aufrufe

Re: Muschelseitling/Testbericht

Doris Kreißl, (vor 9474 Tagen) @ Rumpelstilzchen

noch eine Frage: Bisher habe ich die Muschelseitlinge wie auch die
Samtfußrüblinge (ich suche sie aber auch erst seit etwa 3 Jahren),
lediglich an Flußufern vorwiegend, bei den Samtfußrüblingen sogar
ausschließlich, auf Weiden und Schwarzerlen gefunden. Wo suchst Du/Ihr
vorwiegend nach den genannten Gewächsen?

Hallo Rumpelstilzchen,

bei uns wachsen die Muschelseitlinge massenhaft an umgefallenen Buchen, das Rezept von hias werde ich auf jeden Fall auch einmal ausprobieren, als ich den Muschelseitling mal vor einigen Jahren probierte war er mir bitter vorgekommen, hatte allerdings auch damals soweit ich mich erinnere etwas ältere ( größere ) Exemplare dabei. Mal sehn ob ich meine Meinung über die Muschelchen noch revidiere.

Viele Grüße Doris

Eintrag gesperrt
6 Aufrufe

Re: Muschelseitling/Testbericht

interhias ⌂, (vor 9474 Tagen) @ Rumpelstilzchen

Nebenbei noch eine Frage: Bisher habe ich die Muschelseitlinge wie auch die
Samtfußrüblinge (ich suche sie aber auch erst seit etwa 3 Jahren),
lediglich an Flußufern vorwiegend, bei den Samtfußrüblingen sogar
ausschließlich, auf Weiden und Schwarzerlen gefunden. Wo suchst Du/Ihr
vorwiegend nach den genannten Gewächsen?
Gruß

Hallo Rumpelstilzchen!

Genau wie Doris finde ich die Muschelseitlinge ausschließlich an totem Buchenholz, egal ob Stämme oder Äste, egal ob liegend oder noch stehend.

Aus den Reaktionen auf meinen Testbericht schließe ich, daß ältere Exemplare wohl tatsächlich zu einem bitteren Geschmack neigen. Wenn die Muschelseitlinge aber überall so massenhaft auftreten wie zur Zeit in meinem Suchgründen, sollte es nicht viel Mühe machen, nur die allerfrischesten Exemplare auszusieben.

Gruß
Hias

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Jo mei

bleem, (vor 9474 Tagen) @ interhias

Hi Hias!

Da hast Du ja tatsächlich die Teile probiert-Glückwunsch! Ich werde also mal ein paar nach Deinem Rezept zubereiten wenn ich wieder fähig bin in den Wald zu gehen (krank). Man sollte ja eh von allen Pilzen wenn es geht relativ junge Exemplare holen und das mache ich auch. Wenn ich es auch hinter mir habe werde ich mich bei Dir melden.

ciao bleem