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Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

Gábor, (vor 7017 Tagen)

…habe ich am WE mit einem befreundeten Pilzsammler in großen Mengen im Deister gefunden.
Und zwar ausschließlich an meinen "Steinpilzstandorten". Lediglich zwei überalterte und bereits von Schnecken zu 2/3 zerfressene Steinpilze zeugten von einem Schub, den wir leider verpasst hatten.
Es handelte sich hier ohne Ausnahme um Stellen mit alten Buchenbeständen ohne nennenswertes Unterholz.

Generell habe ich folgende Erfahrung gemacht: in Norddeutschland, hier sogar im Deister und auch im Harz sind Steinpilze stets Buchen- oder seltener auch Eichenbegleiter. In der Heide habe ich sogar mehrmals den in der Literatur erwähnten - jedoch nicht gänzlich unumstrittenen - Birkensteinpilz gefunden. Dieser war jedesmal sehr typisch mit sehr langem Stiel ohne ausgeprägte Netzzeichnung und ausschließlich im Birkenwald ohne sichbare Buchen, Eichen, Kiefern oder Fichten anzutreffen. Natürlich lässt sich nicht zur Gänze ausschließen, dass da im Boden noch die Reste einer alten Buche oder dergleichen vorhanden waren...

Hingegen habe ich den Eindruck, dass ab einer gewissen Höhe über dem Meeresspiegel Steinpilze auch ohne Buchen (und hier stattdessen in Begleitung von Fichten) auskommen. Dies habe ich z.B. im Schwarzwald und auch im Tirol um Innsbruck herum erfahren. Es handelte sich hier ausschließlich um Steinpilze in reinen Fichtenwäldern.
Interessant wäre hier für mich, ob es da evtl. einen Zusammenhang gibt zw. Vorkommen unter Buchen, Eichen usw... im Flachland und dem Vorkommen unter Fichten in höheren Lagen.
Vielleicht hat da jemand bereits Erfahrungen diesbezüglich...

LG Gábor

p.s.: ich möchte noch ein kleines und einfaches, jedoch feines Rezept anfügen - nur für den Fall, dass jemand wie wir damals mehrere große Steinpilze, Parasole und einen Hügel voller Herbsttrompeten findet:

PANIERTE STEINPILZE UND PARASOLHÜTE MIT EINEM PILZRAGOUT AUS FRISCHEN HERBSTTROMPETEN

Die Steinpilze in recht dicke Scheiben schneiden. Diese mit den Parasolhüten 'a la parisienne' panieren, also in Mehl-Ei-Mehl wälzen und anschließend bei kleiner Flamme goldgelb panieren. Dadurch bleiben auch die Steinpilzscheiben innen sehr saftig. Wer dies nicht möchte, kann diese auch einfach nur von beiden Seiten ohne Panade goldgelb braten und anschließend mit Salz und frischem Pfeffer würzen.
Die frischen Herbsttrompeten einfach wie Pfifferlinge zubereiten: mehrere Schalotten in Butter andünsten und anschließend die frischen Herbsttrompeten dazugeben (hierbei sollte man sich vom ungemein würzigen Duft der Herbsttrompeten nicht ablenken lassen - ich weiss leider bis heute nicht, wieso in vielen Büchern Herbsttrompeten ausschließlich als getrockneter Würzpilz empfohlen werden. Und Achtung: es ist auf den bereits desolaten Zustand alter Herbsttrompeten zu achten! Hier ist es manchmal etwas schwer zu erkennen, wenn die Pilze bereits das 'Rentenalter' überschritten haben - im Zweifel einfach den Riechkolben dranhalten:))
Anschließend das Ganze mit einem Schuß süßer Sahne aufgießen und etwas gehackte frische Petersilie dazugeben. Wer möchte kann auch noch einen Löffel saure Sahne und/oder einen Schuß trockenen Rotwein dazugeben. Anschließend mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
Dazu passen sowohl Nudeln als auch Reis. Mein Favorit jedoch ist Kartoffenpüree oder nur einfach frisches Fladenbrot.
Und natürlich die bereits angebrochene Flasche Rotwein dazu nicht vergessen...

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge... *PIC*

elfi ⌂, (vor 7016 Tagen) @ Gábor

Hallo Gabor,
Ich finde hier (Allgäu) meine Steinpilze zwischen 600 und 800 NN in Fichtenwäldern.
Einen einzigen Buchenwald habe ich da wachsen sie auch, aber in diesem Jahr noch nicht!
Dort gibt es, ich hoffe in diesem Jahr in den nächsten 14 Tagen, massenweise Herbsttrompeten.
Mitte Juni war ich in der Umgebung von Wolfsburg unterwegs. In einem Kiefernwald mit eingestreuten Fichten,
standen bei den Fichten die Steinpilze!
Zur Herbsttrompete: Wenn sie beim Anfassen einen seifigen Eindruck macht, dann ist sie alt! Und stinkt auch so!
Super wenn Du Birkensteinpilze findest, ein Bild davon wäre klasse.
Zurück zu den Herbstrompeten. Sicher sind sie getrocknet eine gute Würze, aber frisch einfach unverschämt gut!
Koche die frischen mit halbe-halbe Gemüsebrühe und einem halbtrockenen Weißwein,
bis sie nur noch eine leichte Feuchtigkeit besitzen.
Schmeckt unverschämt gut zu schmalen Bandnudeln und dann noch Pfiffis oder Steinis in Sahnesoße dazu
und Du denkst, Du isst wie Gott in Frankreich...
Grüße
elfi [image]

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

Gábor, (vor 7016 Tagen) @ elfi

Hallo Elfi,

zu meinen bisher drei "Birkensteinpilz"-Funden habe ich leider keine Fotos.
Sie liegen auch bereits mehrere Jahre zurück. Zwei der Steinis habe ich im Moor bei Mardorf nördlich des Steinhuder Meeres mit Birkenpilzen zusammen gefunden.
Da diese "Birkensteinpilze" wohl nur mikroskopisch eindeutig bestimmt werden können, könnten es natürlich auch durchaus unter Birken wachsende, sehr hellhütige, extrem lang- und geradestielige B. edulis statt B. betulicola gewesen sein :-)

Wie dem auch sei: sie sahen der bereits vielzitierten Abbildung von Frau Dähncke zum Verwechseln ähnlich.
Schließlich soll B. betulicola ja vorrangig in Skandinavien und Osteuropa vorkommen - und falls überhaupt, dann in Deutschland nur extrem selten...

Und mit den Herbsttrompeten gebe ich Dir recht: für überalterte Exemplare muss man hier, wenn schon kein gutes Auge, dann zumindest eine feine Nase haben.
Ich mache es stets so: wenn sich die Frk. bereits an vereinzelten Stellen (meist am Hutrand oder am Hymenium) dunkel verfärben, sortiere ich diese aus. Die Schnupperprobe bei den restlichen Pilzen beseitigt dann weitere Unklarheiten.
Und wann immer ich genügend finde, ziehe ich es stets vor, diese auch frisch zuzubereiten.

Ich habe da bezüglich des würzigen Duftes eine Assoziation aus meiner Kindheit, die allerdings bei Vegetariern eher Entsetzen auslösen dürfte: der Duft erinnert mich irgendwie an frisches, mit Zwiebeln gebratenes Geflügelblut :-)

LG Gábor

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

Ingo, (vor 7016 Tagen) @ Gábor

Hallo Gabor,

hier im nordostdeutschen Flachland kommen die Edulen in den
verschiedensten Forstgesellschaften vor.
In reinen Kiefernwäldern, auf sandigen und armen (sauren) Böden findet
man die langstieligen Vertreter der Art. Die langen Stiele haben
sie, weil sie fast immer durch eine dicke Moosschicht durch müssen,
ehe sie das Licht erblicken können.
In den Buchenwäldern findet man die kompakten Vertreter, wie man sie
hier überall im Forum bewundern kann.
Die Formen, die ich aus den mecklenburgischen Fichtenbeständen kenne,
ähneln eher denen aus den Buchenwäldern.
Die Steinis, die ich vor Jahren bei Birken fand, sind in der Tat
auch eher hochwachsend. Ich habe die aber immer als Form von B. edulis
abgetan.

Die besondere Wachstumsform der Kiefernwaldsteinis hat aus meiner Sicht
einen großen Nachteil. Die Pilze bestehen, wenn sie noch jung sind,
aus 80% Stiel. Da langgestreckt, ist dieser schon bei jungen Exemplaren
innen etwas wattig und nicht so festfleischig, wie bei den Kugelsteinis.
Sind sie dann ausgewachsen, haben sie oft schon hyperaktiven Besuch.

Aus dem Bergland kann dir sicher noch jemand seine Erfahrungen zum Thema mitteilen.

Grüsslis Ingo

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

Gábor, (vor 7016 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

vermutlich hast Du recht mit B. edulis.
Die stark abweichende Wuchsform der Frk. unter Birken jedoch kann ich in der Tat bestätigen.
Allerdings was den späteren Geschmack anbetraf, gab es zumindest hier keinen großen Unterschied zu meinen bekannten Buchensteinis :-)

LG Gábor

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

rowi, (vor 7016 Tagen) @ Gábor

…

Hallo Gabor,
mein Revier ist gleich nebenan vom Deister, im Osterwald. Hier hab ich leider
noch keine einzige Herbsttrompete dieses Jahr gefunden. Auch die Steinpilze machen sich zur Zeit noch sehr rar, nachdem mal vor paar Wochen einige schöne Exemplare die Saison ankündigten.

Steinpilze und Flockies finde ich im Osterwald überwiegend in alten offenen Buchenbeständen, und an den gleichen Stellen waren in den letzten Wochen auch häufig Pfifferlinge zu finden, zum Teil sogar als Hexenringe angeordnet.

Bisschen weiter weserabwärts habe ich eine Fichtenschonung in Beobachtung, in
der zur Zeit viele Pfiffi-Babys den Nadelboden durchstossen. Gelegentlich
gibt es dort auch noch Gallenröhrlinge, die ja wohl dieses Jahr überall ein Übersoll erfüllt haben.

Aber: für diese Fichtenschonung erwarte ich -wie alle Jahre -
ein sehr lohnendes Steinpilzvorkommen. Und in den angrenzenden alten Buchenbeständen tut sich dort in der gleichen Zeit wahrscheinlich gar nichts.

Deine Vermutung, dass es mit der Höhenlage zu tun hat: Steinpilze unter Buchen im niedrigen Milieu - unter Fichten im höheren, kann ich jedenfalls nicht bestätigen.

Der Rede langer Sinn: Irgendwie ist das alles nicht auf eine Formel zu bringen,
und das ist es, was bisschen Spass macht...
Gruss Rolf

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

Gábor, (vor 7016 Tagen) @ rowi

Hallo Rolf,
so eine generelle Aussage wollte ich nun auch wieder nicht treffen.
Dann schon eher so: in Mitteleuropa (nördlich der Alpen) bis ca. xxx m ü.M. bevorzugt B. edulis Buchen, in höher gelegenen Regionen werden jedoch gerne Fichten bevorzugt.
Oder so ähnlich...

LG Gábor

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Re: Herbstrompeten und Graue Leistlinge...

psittacus, (vor 7015 Tagen) @ Gábor

Hallo Rolf,
so eine generelle Aussage wollte ich nun auch wieder nicht treffen.
Dann schon eher so: in Mitteleuropa (nördlich der Alpen) bis ca. xxx m ü.M.
bevorzugt B. edulis Buchen, in höher gelegenen Regionen werden jedoch
gerne Fichten bevorzugt.
Oder so ähnlich...
LG Gábor

Hallo Ihr herbsttrompetensammler!
Sie lassen sich ausgezeichnet ernten und putzen mit einer entsprechenden Schere!Angetrocknete Ränder lassen sich so schon im Wald entfernen. Zur Zubereitung bevorzuge ich einen trockenen Cherry, Sahne und das übliche...
Viele grüße
Psittacus