Hallo Dieter,
Na ja, das exotischste ist die sehr fremdartige Sprache - da versteht man
buchstäblich nichts
geschrieben sieht das auch ziemlich lustig aus, und die "deutsche Zunge" bekommt schnell einen Knoten beim Versuch, einen finnischen Text zu lesen. Es gibt sogar Verbindungen zum Ungarischen, ich bekomme die Geschichte aber aus der Erinnerung nicht mehr zusammen.
Ich bin hier am Zoologischen Museum (wo auch der beruehmte
Kauri Mikkola arbeitet), um mit einer Kollegin unter Einsatz eines
integrativen Ansatzes (Morphologie & DNA-Sequenzen) eine Artengruppe
der Schwebfliegen zu revidieren. Als Ergebnis gibt's ein paar Fliegenarten
mehr (die alle auch in Deutschland vorkommen). Ist viel spannender als die
langweiligen Schmetterlinge
)
Schwebfliegen, huah wie langweilig ;))
Mal im Ernst, das hört sich aber nach heftiger Detektivarbeit an. Bei den "Kleinschmetterlingen" dürfte auch noch sehr viel offen sein, und wer weiß, was sich noch bei den "Großen" verbirgt.....
Genetische Untersuchungen sind da auch schon angelaufen.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Finnland unterscheidet sich sehr von
Norwegen+Schweden. Hier gibt's ein paar Lebensraumtypen flächendeckend,
die in Deutschland höchstens auf ein paar Hektar vorkommen:
Sumpfporst-Kiefernwald, Flechten-Kiefernwäldern, wo ausser Flechten kaum
etwas wächst, usw.
Da muß unbedingt eine Leuchtanlage rein :)
Leider ist der Urwald fast komplett abgeholzt.
Ein ganz trauriges Kapitel, gut das wir hier nicht auf Papier schreiben...
Bei meiner Reise habe ich kaum auf Schmetterlinge geachtet. Doch auf einem
Berg unweit des Inari-Sees ist mir ein Melitaea (heisst die Gattung noch
so?)iduna vor die Fuesse geflogen.
Meines Wissens aktuell Euphydryas iduna - den Falter kenne ich persönlich nicht, aber es gibt ja ein paar Bilder im Netz.
Ein bischen schwierig ist halt das
Nachtfalter fangen, weil es in Lappland im Sommer nachts hell ist ->
Lichtfang funktioniert nicht!
Das Thema hatten wir vor kurzem diskutiert, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, düsen die Nachtfalter bei Helligkeit durch die Gegend, und müssen wie Tagfalter mit dem Netz zur Strecke gebracht werden.
Aber allein schon die Mitternachtssonne ist
eine Reise wert! Das ist eines der geilsten Reiseerlebnisse meines Lebens!
Das kann ich ansatzweise nachempfinden - wir waren dieses Jahr im Mai/Juni "nur" auf der Höhe von Bergen in Norwegen unterwegs, und hätten um 1.00 Uhr in der Nacht noch bequem draußen Zeitung lesen können. Man verliert schnell das Gefühl für "unseren" Tagesablauf - "gefühlte" 19.00 Uhr z.B. waren nach Blick auf die Handyuhr wirkliche 23.00 Uhr, und beim Angeln vergeht die Zeit sowieso im D-Zugtempo.
Die finnische Lepidopterologen-Gesellschaft
hat >1000 Mitglieder und das in einem Land mit kaum ueber 5 Mio. Einwohnern!
Das ist ja sehr beachtlich, wenn ich das mal auf Deutschland hochrechne.....
Beste Grüße,
Thomas.