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Pfifferlinge zum Advent *PIC*

Ingo, (vor 6905 Tagen)

Hallo Forum,

der Titel mag auf den ersten Blick irreführend erscheinen. doch lest erst mal weiter.

Am Wochenende musste ich erkennen, dass der Sommer in diesem Jahr wohl nicht mehr
wieder kehren wird. Biathlon live im Fernsehen! Ich habe daher, kurz entschlossen, den Tatort
für meine Pilzbegehung in eines meiner Winterquartiere verlegt.
Wie nennt es sich bei Eurosport treffend? Korrekt - WINTERPARK !

Wie im Sport der Slalom und der schon genannte Skilauf mit Flinte, hat auch das Reich der
Pilze so seine Stammdisziplinen aufzuweisen. Oder besser, um den eher albernen Vergleich hier
auf die Spitze zu treiben, seine Stars.

Hier sieht man schon einige meiner Favoriten:

[image]

Geweihförmige Holzkeule - Xylaria hypoxylon

Auch sehenswert, diese Vertreter aus dem Reich der Myxomyceten:

[image]

offensichtlich beim Watteball-Weitwurf.

Der Gernot hatte vergangene Woche schon den Anfang mit den Teilen gemacht. Was soll’s, zur
Morchelsaison sieht man hier Hunderte Bilder von M. elata, von mindestens 10 verschiedenen Autoren.

Diese Extremsportler traten gleich in Massen an:

[image]

die berüchtigten Winterhelmlinge – Mycena tinntunabulum.

Die nächsten Vertreter scheinen einer noch unbekannten Mannschaftssportart zu frönen:

[image]

Hexenbutter (Exidia plana) und Fleischroter Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides).
Spielen die Eishockey?

Bei den folgenden Exemplaren schien es sich um Zuschauer zu handeln. Sie machten einen eher
durchgefrorenen Eindruck:

[image]
[image]

Bei diesen Schüpplingen sollte es sich um die berühmten Stockschwämmchen handeln.
Dass sich jetzt niemand über meine Vorsicht lustig macht. Die Teile sind in meinen Hauswäldern
eigentlich nicht zu finden, zumal ich ja ansonsten im Kiefernwald umherirre. Der Geruch war angenehm
pilzig, keinesfalls mehlartig, und die Schüppchen an den Stielen waren auch noch erkennbar.

Nun ist es aber an der Zeit, dem leidigen Thema endgültig den Rücken zu kehren und zum eigentlichen
Betreff zurück zu kommen. Nicht nur im schönen Hönnetal, sondern auch im Berliner Umland gibt es sie
noch - die Pfifferlinge:

[image]

Könnt ihr sie sehen, ganz rechts? Sie hatten sich in den Schutz der großen, alten Henne begeben.
So konnten sie dem frostigen Wochenstart Paroli bieten. Bis ich des Weges kam, und die Cantharellen
ihrer Obhut beraubte:

[image]

Unweit vom Gluckennest fand ich auch noch ein paar Nachzügler des echten Pfifferlings:

[image]

Die haben damit das Kunststück fertig gebracht, nahezu ein halbes Jahr zu fruktizieren.
So kommen sie zwar nicht ganz an die Parasole heran, aber immerhin.

Als ich meine kleine Pilztour begann, hatte ich eigentlich wenig Hoffnung, dass ich noch ein paar
"vernünftige“ Funde machen würde. Nach einer kleinen Einlaufzeit im noch ungewohnten Winterquartier
wurde es aber immer besser. So traf ich im Anschluss noch auf alte Bekannte, die ich bisher nur aus der
Gegend um den Campingplatz kannte:

[image]

Riesenbecherling – Peziza varia

Um einer Diskussion über den Artrang der verschiedenen Groß- Becherlinge zuvor zu kommen.
Ich folge der Ansicht der modernen Taxonomie, welche Arten wie P. repanda und P. varia als
eine einzige Art führt.

Von Seiten der Ascoexperten wird nun sicher auch der völlig berechtigte Einwand kommen, wie ich darauf
komme, die oben gezeigten Gallertbecher als Fleischrote anzusprechen. Hier meine Begründung:

[image] [image]

Links die Sporen von Peziza varia, von einem ausgereiften Exemplar, und rechts die vom Gallertbecher.
Leider waren sie scheinbar noch nicht ausgereift. Der direkte Vergleich zeigt aber, dass die Sporen in Etwa
gleich lang sind. Etwa im Bereich von 15 my, wenn ich mit Peziza varia richtig liege. Die Sporen vom
Großsporigen Gallertbecher sollten wesentlich länger sein.
Ein, zugegeben, laienhafter Versuch einer Artbestimmung. Mangels einer sicheren Möglichkeit
zur Sporenmessung momentan die einzige Chance für mich.

Zum Abschluss noch was ganz Feines:

[image]

Keine Pilzexkursion ohne meine Maria. Ich wage dennoch mal einen optischen Schnellschuss, und
spreche sie als Steife Koralle - Ramaria stricta an.
@Josef – keine Sorge, sie trocknet gerade.

So, das war’s fast mit dem Montagskino. Einen habe ich dann doch noch:

[image]

Die Fliege wird nun wissen, warum der Hörnling seinen Beinamen trägt.

Viele Grüße ins Sendegebiet – Ingo

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Re: Pfifferlinge zum Advent

Ingo Wagner, (vor 6904 Tagen) @ Ingo

Hallo Forum,
der Titel mag auf den ersten Blick irreführend erscheinen. doch lest erst mal
weiter.
Am Wochenende musste ich erkennen, dass der Sommer in diesem Jahr wohl nicht
mehr
wieder kehren wird. Biathlon live im Fernsehen! Ich habe daher, kurz
entschlossen, den Tatort
für meine Pilzbegehung in eines meiner Winterquartiere verlegt.
Wie nennt es sich bei Eurosport treffend? Korrekt - WINTERPARK !
Wie im Sport der Slalom und der schon genannte Skilauf mit Flinte, hat auch
das Reich der
Pilze so seine Stammdisziplinen aufzuweisen. Oder besser, um den eher
albernen Vergleich hier
auf die Spitze zu treiben, seine Stars.
Hier sieht man schon einige meiner Favoriten:
Geweihförmige Holzkeule - Xylaria hypoxylon
Auch sehenswert, diese Vertreter aus dem Reich der Myxomyceten:
offensichtlich beim Watteball-Weitwurf.

Hallo Ingo!

Wunderbare Ein- und Anblicke, und das zu dieser Zeit! Danke für´s Zeigen!

Gruß Ingo W

Der Gernot hatte vergangene Woche schon den Anfang mit den Teilen gemacht.
Was soll’s, zur
Morchelsaison sieht man hier Hunderte Bilder von M. elata, von mindestens 10
verschiedenen Autoren.
Diese Extremsportler traten gleich in Massen an:
die berüchtigten Winterhelmlinge – Mycena tinntunabulum.
Die nächsten Vertreter scheinen einer noch unbekannten Mannschaftssportart zu
frönen:
Hexenbutter (Exidia plana) und Fleischroter Gallertbecher (Ascocoryne
sarcoides).
Spielen die Eishockey?
Bei den folgenden Exemplaren schien es sich um Zuschauer zu handeln. Sie
machten einen eher
durchgefrorenen Eindruck:

Bei diesen Schüpplingen sollte es sich um die berühmten Stockschwämmchen
handeln.
Dass sich jetzt niemand über meine Vorsicht lustig macht. Die Teile sind in
meinen Hauswäldern
eigentlich nicht zu finden, zumal ich ja ansonsten im Kiefernwald umherirre.
Der Geruch war angenehm
pilzig, keinesfalls mehlartig, und die Schüppchen an den Stielen waren auch
noch erkennbar.
Nun ist es aber an der Zeit, dem leidigen Thema endgültig den Rücken zu
kehren und zum eigentlichen
Betreff zurück zu kommen. Nicht nur im schönen Hönnetal, sondern auch im
Berliner Umland gibt es sie
noch - die Pfifferlinge:
Könnt ihr sie sehen, ganz rechts? Sie hatten sich in den Schutz der großen,
alten Henne begeben.
So konnten sie dem frostigen Wochenstart Paroli bieten. Bis ich des Weges
kam, und die Cantharellen
ihrer Obhut beraubte:
Unweit vom Gluckennest fand ich auch noch ein paar Nachzügler des echten
Pfifferlings:
Die haben damit das Kunststück fertig gebracht, nahezu ein halbes Jahr zu
fruktizieren.
So kommen sie zwar nicht ganz an die Parasole heran, aber immerhin.
Als ich meine kleine Pilztour begann, hatte ich eigentlich wenig Hoffnung,
dass ich noch ein paar
"vernünftige“ Funde machen würde. Nach einer kleinen Einlaufzeit im noch
ungewohnten Winterquartier
wurde es aber immer besser. So traf ich im Anschluss noch auf alte Bekannte,
die ich bisher nur aus der
Gegend um den Campingplatz kannte:
Riesenbecherling – Peziza varia
Um einer Diskussion über den Artrang der verschiedenen Groß- Becherlinge
zuvor zu kommen.
Ich folge der Ansicht der modernen Taxonomie, welche Arten wie P. repanda und
P. varia als
eine einzige Art führt.
Von Seiten der Ascoexperten wird nun sicher auch der völlig berechtigte
Einwand kommen, wie ich darauf
komme, die oben gezeigten Gallertbecher als Fleischrote anzusprechen. Hier
meine Begründung:
Links die Sporen von Peziza varia, von einem ausgereiften Exemplar, und
rechts die vom Gallertbecher.
Leider waren sie scheinbar noch nicht ausgereift. Der direkte Vergleich zeigt
aber, dass die Sporen in Etwa
gleich lang sind. Etwa im Bereich von 15 my, wenn ich mit Peziza varia
richtig liege. Die Sporen vom
Großsporigen Gallertbecher sollten wesentlich länger sein.
Ein, zugegeben, laienhafter Versuch einer Artbestimmung. Mangels einer
sicheren Möglichkeit
zur Sporenmessung momentan die einzige Chance für mich.
Zum Abschluss noch was ganz Feines:
Keine Pilzexkursion ohne meine Maria. Ich wage dennoch mal einen optischen
Schnellschuss, und
spreche sie als Steife Koralle - Ramaria stricta an.
@Josef – keine Sorge, sie trocknet gerade.
So, das war’s fast mit dem Montagskino. Einen habe ich dann doch noch:
Die Fliege wird nun wissen, warum der Hörnling seinen Beinamen trägt.
Viele Grüße ins Sendegebiet – Ingo

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Re: Pfifferlinge zum Advent

Michael Schneider, (vor 6904 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Vielen Dank für die Suuper "Weinachts-Geschichte", Toll was du zu dieser Jahreszeit noch so alles findest ! !
Gratuliere dir !!!
freundliche Grüsse michi

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tolle Story mit genialen Bildern. Danke! *oT*

Marc, (vor 6904 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: Pfifferlinge zum Advent

phragmobasidie, (vor 6904 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

ich würde Dir bei allen Bestimmungen recht geben (außer Peziza weil ich da null Ahnung habe). Ok, der Pfifferling könnte dieser subpruinatus sein. Meine Bestimmungsversuche von Gallertbechern dieses Jahr haben mich ganz dusselig gemacht - hätte ich mal eine Kollektion mit einheitlich großen Sporen gehabt, sich mit Angaben in der Lit. deckend, häte ich sie auch benannt, das war aber kaum der Fall. Die Stockschwämmchen sind welche (bitte nicht essen, nur streicheln) und bei der Ramaria würde ich auch nichts anderes als stricta sehen wollen. Ich mache das dann immer an den Mycel-Schnüren fest. Weiß nicht genau, ob das erlaubt ist.

schöne Grüße
Robin

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Re: Pfifferlinge zum Advent

Josef Christan, (vor 6904 Tagen) @ Ingo

Hi Ingo

Keine Pilzexkursion ohne meine Maria. Ich wage dennoch mal einen optischen
Schnellschuss, und
spreche sie als Steife Koralle - Ramaria stricta an.
@Josef – keine Sorge, sie trocknet gerade.

Ja das ist sicherlich R. stricta.

Grüße
Josef

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Super Ingo!Danke für die Info.LG Hans *oT*

Hans hurter, (vor 6904 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: Pfifferlinge zum Advent

Ingo, (vor 6904 Tagen) @ phragmobasidie

Die Stockschwämmchen sind welche
bitte nicht essen, nur streicheln)

Moin Robin,

vielleicht hätte ich sie auch noch zur Glucke rübertragen sollen?

:o)

Zum Essen war da eh nichts bei. Wer weiß, wie lange die Teile da
schon standen. Mit Kühlkettendauerunterbrechung - was für ein Wort!

Grüsslis Ingo

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Re: Pfifferlinge zum Advent

phragmobasidie, (vor 6903 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

vielleicht hätte ich sie auch noch zur Glucke rübertragen sollen?

ich denke, das wär angebracht gewesen :)

Zum Essen war da eh nichts bei. Wer weiß, wie lange die Teile da
schon standen. Mit Kühlkettendauerunterbrechung - was für ein Wort!

In Kühlkettendauerunterbrechungsunkenntnis habe ich vor Jahren mal einen winterlichen Seitling verspeist.
Das war ein Fehler.

schöne Grüße
Robin

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Re: Pfifferlinge zum Advent

Ingo Wagner, (vor 6903 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Ingo,
ich denke, das wär angebracht gewesen :)
In Kühlkettendauerunterbrechungsunkenntnis habe ich vor Jahren mal einen
winterlichen Seitling verspeist.
Das war ein Fehler.
schöne Grüße
Robin

Hallo Robin!

Ist das echt ein Problem? Ich denke, wenn die Seitlinge gut aussehen, können die doch auch noch nicht verdorben sein. Die Zersetzung des Pilzes kann doch im Frost gar nicht so wild sein. Ich hätte theoretisch mit einem gut aussehenden Seitling auch keine Probleme, den zu essen. Schließlich sind die doch auch so aufgebaut, dass sie im Winter leben können. Ich habe mal gelesen, dass die ohne weiteres ihre Sporulation nach einer Frostperiode wieder aufnehmen, also leben sie, und wenn sie leben können sie doch auch nicht verdorben sein, oder liege ich falsch?

VG
Ingo W

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Re: Pfifferlinge zum Advent

Ingo, (vor 6903 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Namensvetter,

die Seitlinge kann man wohl nicht so einfach über einen Kamm scheren.
Vom Austernseitling hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass er Frost abkann.
Das mit der Winterhärte konnte ich so aber noch nicht beobachten.
Im vergangenen Jahr kam der erste Schub in meiner Region bereits Anfang Oktober.
Der hatte somit Sommernächte zu seiner Geburt (Sept/Okt 2006!).
Die Elefantenohren gediehen danach prächtig bis an Weihnachten heran. Danach
war Ende. Trotz relativ warmer Temperaturen.
Nun habe ich am vergangenen WE auch welche von denen angetroffen. Die sahen
aber recht mitgenommen aus. Ich denke, es hängt davon ab, wie weit die Temperaturen
in den Keller gehen. Leichte Nachtfröste können sie wohl ab. Wo da die Grenze ist,
habe ich aber noch nicht herausbekommen.
Wenn dann aber noch Rillstielige Seitlinge zugegen waren, wird es kritisch.
Diese von Austernseitlingen auseinander zu halten, ist wohl nur bei linden Temparaturen
einfach. Nach einem Kälteeinbruch sollte man vielleicht doch die Finge davon lassen.
Wie von allen "Speisepilzen".

Grüsslis Ingo K

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Austern- / Rillstielige Seitlinge *PIC*

Andreas ⌂, (vor 6902 Tagen) @ Ingo

Hallo,

Ingo hat völlig recht, der Austernseitling ist keineswegs frostresistent und ehemals gefrorene und wiederaufgetaute Austernseitlinge sind genausowenig zu Verwenden wie andere gefroren gewesene Pilze auch.

Im übrigen kann auch der Austernseitling rillige Stiele bekommen, aber dennoch hatte ich noch nie Schwierigkeiten die beiden Arten auseinanderzuhalten. Muss allerdings zugeben, dass ich den Rillstieligen nur vom Frühjahr-Sommer aus Auwäldern kenne, den Austernseitling nur vom Winterhalbjahr aus Buchenwäldern. Das Sporenpulver des Rillstieligen ist blass violett, das des Austernseitlings weiß. Rillstielige sind immer weißlich bis cremefarben, Austernseitlinge meistens dunkler.

Hier ein Bild von Austernseitlingen mit stark am Stiel herablaufenden Lamellen:

beste Grüße,
Andreas

[image]

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Re: Pfifferlinge zum Advent

phragmobasidie, (vor 6902 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Ist das echt ein Problem? Ich denke, wenn die Seitlinge gut aussehen, können
die doch auch noch nicht verdorben sein. Die Zersetzung des Pilzes kann
doch im Frost gar nicht so wild sein. Ich hätte theoretisch mit einem gut
aussehenden Seitling auch keine Probleme, den zu essen.

in dem Fall war es reine Blödheit bzw. Gier. Ich wusste, dass es gefroren hatte und der Seitling sah nicht mehr gut aus, er wäre auch ohne Frost schon einigermaßen grenzwertig gewesen. Damals habe ich halt auch noch matschige Röhrlinge gegessen und vertragen.

In einem anderen Fall hatte ich wirklich frische Austernseitlinge nahe meines damaligen Wohnortes gesehen, es gab eine Frostperiode von ein paar Tagen, nach welcher ich direkt einige Exemplare problemlos aß.

Das maßlos Blöde im ersten Fall: in meiner unmittelbaren Umgebung ging ein recht heftiger Magen-Darm-Virus um, so dass ich leider nicht einmal weiß und berichten könnte, in welchem Maße der Pilz nun genau zugeschlagen hat. Im zweiten Fall weiß ich zumindest, dass die FK nur genau einmal wieder aufgetaut sind. Sie wirkten...lebendig - ob man die von Nicht-gefroren-gewesenen hätte unterscheiden können ? Ich vermute, kaum jemand. Das war, wie gesagt, eine richtige Frostperiode und die Dinger waren zuvor ganz frisch gewachsen. Wenn es jedoch nachts immer mal wieder unter null geht und tagsüber darüber, was ja meist der Fall ist, frieren die mehrmals an und tauen auf, ich schätze, dann kann es richtig übel werden.

Waren zwei relativ extreme Fälle, aber der erste geschilderte war so daneben, dass ich mir den zweiten nicht einmal mehr selber zur Nachahmung empfehlen würde. Summa summarum werde ich keine mehr anrühren, wenn kurz zuvor unter null Grad gewesen sind, ist mir zu heikel. Soweit meine Erfahrungen mit Frost-Seitlingen.

schöne Grüße
Robin