Hallo Maren, Andreas und Peter,
Vielen Dank für Eure Antworten und Einschätzungen.
Das mit der Nomenklatur ist halt so eine Geschichte...
Mal so, mal so.
Peter, ich kenne auch die Arbeit von Andy Taylor et al.(X.subtomentosus) und weiß um das Schlamassel in der Gattungstaxonomie. Leider habe ich aber noch keine schöne Arbeit zur Übersicht in den Händen gehalten.
Hast Du Zugriff auf ein elektronische Version des Klofac-Aufsatzes? Bzw. könntest Du den einscannen? Ich habe Zugang zur ZfM der DGfM und evtl auf die Mycol.Bav. aber nicht auf die Österreichische Zeitschrift für Pilzkunde..
Auch über andere Literaturhinweise würde ich mich freuen!
Viele Grüße,
Sebastian
Hallo Sebastian
grundsätzlich muss man sich nicht zwingend irgendwelchen Meinungen zur
Einordnung oder Aufspaltung in oder von Gattungen anschließen. Der eine
meint so, der andere eben so. Und nicht immer ist die letzte propagierte
Meinung auch die einleuchtendste. Und gerade in der Online - Version des
Index fungorum gibt es weder immer den aktuellsten noch den immer
allgemein anerkanntesten Stand. Was nicht heißen soll, das alles dort etwa
falsch sei.
Ob sich die Natur immer an das von uns Menschen erdachte Ordnungsprinzip der
Klassifikation in Arten - Gattungen ...hält ist ebenfalls stark zu
bezweifeln.
Diese Systematik ist von uns erdacht, damit wir uns überhaupt zurecht finden.
Wenn ich die letzten molekulargenetischen Ergebnisse richtig verfolgt habe,
ist es aber so, dass Xerocomus aus 3 - 4 nicht eng miteinander verwandten
Gattungen bestehen könnte.
Dabei steht nun gerade der von dir angefragte X. badius ganz isoliert und
benötigt wahrscheinlich sogar eine eigene Gattung.
Auch der Schmarotzerröhrling gehört nicht zu den anderen - als Gattungsname
wohl künftig Pseudoboletus.
Eigentlich kristallisiert sich aber eine größere Gruppe um X. subtomentosus
als eigenständige Gattung heraus - Xerocomus sensu stricto und eine andere
um X. chrysenteron - Paraxerocomus.
Einen umfassenden Überblick über diese und auch andere Röhrlinge gibt es in
einem Aufsatz von Klofac in der letzten Österr. Zeitschrift für Mykologie
Grüße Peter