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Ein paar Blätterpilze der letzten Tage *PIC*

Klaas, (vor 6796 Tagen)

Hallo zusammen,

darf ich euch wieder mit einigen Funden und Fragen nerven?

Vor den Pilzen gleich schon Fragen:
Seit meinem Chemie-Untericht ist schon einige Zeit vergangen, daher hab ich Probleme, zwischen "Chlor, Ammoniak, nitrös, alkalisch" zu unterscheiden. Gibt es dazu alltagstaugliche Vergleichsmöglichkeiten?
Chlor, o.k. nach Schwimmbad, das bekomme ich noch hin.
Nitrös wäre dann wie an ner Dose Nitro-Verdünner zu schnuppern, oder wie? Und die beiden anderen? Oder ist das eher zusammengenommen als allgemein chemische Geruchs-Richtung zu verstehen?

Grüße und vorab danke für eure Geduld...
Klaas

Nummer 1
Diese Helmlinge stammen von letzter Woche, auf vergrabenen Holzresten/Ästchen im moosigen Nadelwald.
Milchen wollten sie nicht, die Nase meiner Begleitung meinte (schwach) alkalisch. Ich bin bei Mycena abramsii - Voreilender Helmling hängengeblieben - kommt das hin?
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Nummer 2
Diese Rötlinge (ja, sie haben rosa Sporenpulver) hatte ich dummerweise schon versucht, den wahrscheinlichen Schmutzigen Rötelritterlingen im letzten Beitrag unterzujubeln...
Hut bis ca. 5 cm, jung glockig, alt flach mit Buckel, teils radialfaserig/seidig, dunkelbraun, beim Trocknen beige-braun ausblassend.
Lamellen frei, beigebraun wie der Stiel. Stiel hohl, brüchig, teils gedreht, teils plattgedrückt. Geruch kaum, etwas süßlich.
Entoloma vernum - Frühlings-Glöckling, Frühlings-Giftrötling?
Entoloma sericeum - Dunkler Rasenrötling, Seidiger Rötling?
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Hier noch ein paar aktuelle Fotos vom Standort auf einer Wiese. Kommt man ohne Mikro näher an die Art ran?
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Nummer 3
Diese Woche im Moos am Rand eines Fichtenwaldes übergehend zu einer kleinen Wiesenfläche.
Etwa 5 Exemplare, der größte Hut kleiner als 1 Cent, dunkelbraun (Trocken z.T. fast weiß gefleckt), zum Rand hin heller braun und gerieft. Lamellen breit angewachsen, entfernt, die Lamellen auf dem Foto sind nur scheinbar gegabelt. Stiel dunkel wie der Hut, längsfaserig. Geruch stark nach Mehl. Da weiß ich noch nicht einmal, in welcher Familie und Gattung ich zu suchen habe...
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Nummer 4
Ebensowenig kann ich mit denen hier von gestern anfangen, im Kiefern-/Fichtenwald auf vergrabenen Holzstückchen.
Geruch würzig, etwas süßlich, erinnerte mich gestern abend irgendwie an Stockschwämmchen?
Hut bis ca.2,5 cm, kegelig, braun, zum Rand hin weiß-seidig/filzig, Rand leicht wellig, auf der Hutmitte fast alle mit einer stieldicken, dem Stiel gleichfarbenen gelblichen Warze. Stiele hohl, faserig-brüchig. Lamellen hellbraun, weißlich gefleckt.
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Nummer 5
Helmlinge von gestern, bei Kiefern auf liegendem, morschen, (Kiefern-?)Stamm, Geruch sehr stark nach Chlor(?),
Stiel gleichmäßig (heller) braun wie der Hut gefärbt. Irgendetwas um Mycena alcalina/capillaripes/leptocephala/stipata/abramsii?
Gehts anhand der Bilder genauer?
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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage

Ingo Wagner, (vor 6796 Tagen) @ Klaas

Hallo zusammen,
darf ich euch wieder mit einigen Funden und Fragen nerven?
Vor den Pilzen gleich schon Fragen: Seit meinem Chemie-Untericht ist schon
einige Zeit vergangen, daher hab ich Probleme, zwischen "Chlor,
Ammoniak, nitrös, alkalisch" zu unterscheiden. Gibt es dazu
alltagstaugliche Vergleichsmöglichkeiten?
Chlor, o.k. nach Schwimmbad, das bekomme ich noch hin.
Nitrös wäre dann wie an ner Dose Nitro-Verdünner zu schnuppern, oder wie? Und
die beiden anderen? Oder ist das eher zusammengenommen als allgemein
chemische Geruchs-Richtung zu verstehen?
Grüße und vorab danke für eure Geduld...
Klaas
Nummer 1
Diese Helmlinge stammen von letzter Woche, auf vergrabenen Holzresten/Ästchen
im moosigen Nadelwald.
Milchen wollten sie nicht, die Nase meiner Begleitung meinte (schwach)
alkalisch. Ich bin bei Mycena abramsii - Voreilender Helmling
hängengeblieben - kommt das hin?

Kann sein, kenne ich nicht gut genug.


Nummer 2
Diese Rötlinge (ja, sie haben rosa Sporenpulver) hatte ich dummerweise schon
versucht, den wahrscheinlichen Schmutzigen Rötelritterlingen im letzten
Beitrag unterzujubeln...
Hut bis ca. 5 cm, jung glockig, alt flach mit Buckel, teils
radialfaserig/seidig, dunkelbraun, beim Trocknen beige-braun ausblassend.
Lamellen frei, beigebraun wie der Stiel. Stiel hohl, brüchig, teils gedreht,
teils plattgedrückt. Geruch kaum, etwas süßlich.
Entoloma vernum - Frühlings-Glöckling, Frühlings-Giftrötling?
Entoloma sericeum - Dunkler Rasenrötling, Seidiger Rötling?

Hier noch ein paar aktuelle Fotos vom Standort auf einer Wiese. Kommt man
ohne Mikro näher an die Art ran?

Hier kannst du vernum ausschließen, wächst m.E. nicht auf Wiesen, ist dunkler und hat mindestens apikal einen bereiften Stiel.

Nummer 3
Diese Woche im Moos am Rand eines Fichtenwaldes übergehend zu einer kleinen
Wiesenfläche.
Etwa 5 Exemplare, der größte Hut kleiner als 1 Cent, dunkelbraun (Trocken
z.T. fast weiß gefleckt), zum Rand hin heller braun und gerieft. Lamellen
breit angewachsen, entfernt, die Lamellen auf dem Foto sind nur scheinbar
gegabelt. Stiel dunkel wie der Hut, längsfaserig. Geruch stark nach Mehl.
Da weiß ich noch nicht einmal, in welcher Familie und Gattung ich zu
suchen habe...

Sieht interessant aus. Dazu habe ich auch keinen Plan, vielleicht ein Graublatt?

Nummer 4
Ebensowenig kann ich mit denen hier von gestern anfangen, im
Kiefern-/Fichtenwald auf vergrabenen Holzstückchen.
Geruch würzig, etwas süßlich, erinnerte mich gestern abend irgendwie an
Stockschwämmchen?
Hut bis ca.2,5 cm, kegelig, braun, zum Rand hin weiß-seidig/filzig, Rand
leicht wellig, auf der Hutmitte fast alle mit einer stieldicken, dem Stiel
gleichfarbenen gelblichen Warze. Stiele hohl, faserig-brüchig. Lamellen
hellbraun, weißlich gefleckt.

Der sieht verdächtig nach einem Wurzelschnitzling (Phaeocollybia) aus!

Nummer 5
Helmlinge von gestern, bei Kiefern auf liegendem, morschen, (Kiefern-?)Stamm,
Geruch sehr stark nach Chlor(?),
Stiel gleichmäßig (heller) braun wie der Hut gefärbt. Irgendetwas um Mycena
alcalina/capillaripes/leptocephala/stipata/abramsii?
Gehts anhand der Bilder genauer?

Mein Tipp wäre hier Richtung Mycena stipata (Viersporiger Nitrathelmling), auf keinen Fall capillaripes oder leptocephala.

VG Ingo W

P.S.: Jetzt geht der Neid in die andere Richtung. Auf solche Pilze kann ich getrost noch einen Monat oder länger warten.

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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage

Ingo Wagner, (vor 6796 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo nochmal!

Thema Geruch: ich denke, dass damit immer die gleiche Geruchrichtung gemeint ist, nitrös zumindest ist genau der Geruch, den du beim letzten Helmling gerochen hast.

Zum ersten Helmling würde nach Wuchsweise in der Nadelstreu, dem Geruch und dem nicht büscheligem Wachstum auch gut Mycena capillaripes (Filzstieliger Helmling) passen. Seine Lamellenschneiden sind rotbraun gepunktet, der nitröse Geruch m.E. nach schnell vergänglich.

Übrigens würde ich mich vom Habitus her nicht unbedingt auf das Bild in PdS verlassen, das stellt meiner Meinung nach Mycena sanguinolentum (Purpurschneider Helmling) dar ---> ist aber nur meine Meinung.

VG Ingo W

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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage

Klaas, (vor 6796 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

zum PdS-Bild hab ich keine Meinung, Bücher in diesem Format besitze ich leider noch nicht.
An ein Graublatt dachte ich auch schon, bin aber wie so oft mangels Angebot in meinen Büchern nicht weiter gekommen.
Beim Rötling würde mir auch noch E. hirtipes gefallen, etwas Fischiges oder Traniges konnte ich aber nicht erriechen.
Wurzelschnitzlinge finde ich nur im Bon ganze 3 Stück, die mir alle nicht gefallen, muss allerdings nichts heißen.
Ich suche weiter, vielleicht fällt mir noch was ein.

Vielen Dank und Grüße,
Klaas

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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6795 Tagen) @ Klaas

Hallo Ingo,
zum PdS-Bild hab ich keine Meinung, Bücher in diesem Format besitze ich
leider noch nicht.
An ein Graublatt dachte ich auch schon, bin aber wie so oft mangels Angebot
in meinen Büchern nicht weiter gekommen.
Beim Rötling würde mir auch noch E. hirtipes gefallen, etwas Fischiges oder
Traniges konnte ich aber nicht erriechen.
Wurzelschnitzlinge finde ich nur im Bon ganze 3 Stück, die mir alle nicht
gefallen, muss allerdings nichts heißen.
Ich suche weiter, vielleicht fällt mir noch was ein.
Vielen Dank und Grüße,
Klaas

Hallo Klaas!

Bei der Phaeocollybia dachte ich an arduennensis, ich glaube aber Vorschlag "ebenfalls Rötling" wird wohl realistischer sein.

Den Entoloma hirtipes (Traniger Rötling) kannst du ausschließen. Neben dem sehr auffälligen Geruch ist auch seine extreme Langstieligkeit sehr bezeichnend.
Hier mal einen Fund:

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Das Habitat ist übrigens bei meinen Funden immer das gleiche gewesen: Vorkommen locker verstreut, gesellig, lange fragile Stiele, freies Plätzchen bei Fichten z. B. am feuchten Waldrand, Buschwindröschen-Biotop (das Rückseitenbild von PdS Bd.4 könnte ich unterschreiben).

Jetzt noch zwei Bilder von vor 2 Jahren von Entoloma vernum (Frühling-Rötling)
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Gefunden an lichter Stelle bei Fichten auf Kalk. Bei ihm fiel mir seine Dunkelheit auf, ihn habe ich aber bisher nur einmal gefunden, das kann also auch auf seine Jugend zurückzuführen sein.

Schnuffels Vorschlag für den letzten Helmling Mycena silvae-nigrae (Zweisporiger Nitrathelmling) hat was für sich. Auch bei mir wächst er früher als der viersporige.
Dass die letzte Helmlings-Art mit der ersten identisch ist, glaube ich aber nicht.

VG Ingo W

P.S.: Bei Entolomen wirst du dich ohne Mikroskop wahrscheinlich kaum sicher auf einen Namen festlegen können, bei Mycena wird´s ähnlich.
Zumindest braucht man solange ein Mikroskop bis man die Arten kennt, vielleicht auch ein bisschen länger :-))

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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage

interhias ⌂, (vor 6795 Tagen) @ Klaas

Servus,

bei dem Rötling Nr. 2 würde ich E. vernum nicht ganz ausschließen, den habe ich letztes Jahr auf einer Waldwiese - allerdings nicht weit vom Waldrand entfernt - gefunden. E. hirtipes riecht meiner Erfahrung nach immer auffallend tranig-ranzig - während E. vernum geruchlos ist.

Der Pilz Nr. 4 erinnert mich auch an einen Rötling und zwar an E. cuneatum, der öfters mit E. cetratum synonymisiert wird, aber häufig komplett anders aussieht als letzterer. Die von Ingo vorgeschlagenen Wurzelschnitzlinge kenne ich leider nicht, das ist natürlich auch eine Möglichkeit.

Zu den Helmlingen sage ich nichts ohne meinen Anwalt.

Gruß aus München
Hias

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Nr. 4 - Entoloma cuneatum

Klaas, (vor 6795 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

zu cuneatum habe ich leider nichts in meinen Büchern. Von den gefundenen Abbildungen in Büchern und Netz wäre ich niemals nicht auf Entoloma cetratum gekommen.

Aber: zum Glück hast Du ja auf Deiner Seite Bilder und Beschreibung von Entoloma cuneatum - passt wunderbar, herzlichen Dank!

Gibts dafür auch eine dt. Bezeichnung, oder wenn synonymisiert, genau wie E. cetratum, Scherbengelber Rötling, Ockerblättriger R.? (der Name gefällt mir irgendwie nicht zu meinem Fund...)

Grüße,
Klaas

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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage

Schnuffel, (vor 6795 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

darf ich euch wieder mit einigen Funden und Fragen nerven?
Vor den Pilzen gleich schon Fragen: Seit meinem Chemie-Untericht ist schon
einige Zeit vergangen, daher hab ich Probleme, zwischen "Chlor,
Ammoniak, nitrös, alkalisch" zu unterscheiden. Gibt es dazu
alltagstaugliche Vergleichsmöglichkeiten?
Chlor, o.k. nach Schwimmbad, das bekomme ich noch hin.
Nitrös wäre dann wie an ner Dose Nitro-Verdünner zu schnuppern, oder wie? Und
die beiden anderen? Oder ist das eher zusammengenommen als allgemein
chemische Geruchs-Richtung zu verstehen?

Zu den "chemischen Gerüchen" der Pilze habe ich folgende Meinung:

Chlor riecht stechend und unangenehm. Echten Chlorgeruch gibt es aber nicht bei Pilzen. Der "Chlorgeruch" der Pilze ist der typische Geruch nach Schwimmbad, d. h. der Geruch nach Hypochloriger Säure, die beim Einleiten von Chlor ins Schwimmbadwasser entsteht.

Der Geruch von Nitroverdünner ist angenehm und keinesfalls nitrös. Nitrös ist der Geruch von konzentrierter Salpetersäure, der auf das in den braunen Dämpfen enthaltene Stickstoffdioxid zurückzuführen ist. Dieser Geruch ist ähnlich wie der Schwimmbadgeruch. Einen Nitratgeruch gibt es überhaupt nicht. Nitrate, die Salze der Salpetersäure sind geruchlos. Namen wie Nitrat-Helmling und Nitrat-Saftling sind also völlig falsch, da es sich bei diesen Pilzen um einen nitrösen Geruch handelt.

Ammoniakalisch ist ein Geruch nach Ammoniak = Salmiakgeist. Auch diesen Geruch gibt es bei Pilzen nicht. Der Ausdruck ammoniakalisch wird aber oft fälschlich gebraucht, wenn ein nitröser Geruch vorliegt.

Aminartig sind Gerüche nach Aminen, den organischen Abkömmlingen des Ammoniaks. Dazu gehören der fischartige Geruch nach Heringslake und der spermatische Geruch der Risspilze.

Die Bezeichnung "alkalischer Geruch" lasse ich mir gefallen, wenn damit der Waschküchengeruch nach Seifenlauge gemeint ist. (Natronlauge oder Kalilauge sind aber geruchlos.) Völlig abwegig ist diese Bezeichnung aber beim Alkalischen Rötling, bei dem ein nitröser Geruch vorliegt.

Auch einen Kampfergeruch habe ich bei Pilzen noch nie wahrgenommen. Der Kampfer-Milchling riecht nach Maggi und noch nicht einmal entfernt nach Kampfer. (Als Entschuldigung mag gelten, dass bei Vergabe des Namens noch niemand ahnen konnte, dass es mal eine Würze namens Maggi mit diesem Geruch geben könnte.)

Nummer 1
Diese Helmlinge stammen von letzter Woche, auf vergrabenen Holzresten/Ästchen
im moosigen Nadelwald.
Milchen wollten sie nicht, die Nase meiner Begleitung meinte (schwach)
alkalisch. Ich bin bei Mycena abramsii - Voreilender Helmling
hängengeblieben - kommt das hin?

Dann doch lieber nitrös, da ich den Pilz für den Zweisporigen Nitrat-Helmling (Mycena silvae-nigrae) halte. Den voreilenden Helmling gibt's meines Wissens nur im Laubwald.

Nummer 2
Diese Rötlinge (ja, sie haben rosa Sporenpulver) hatte ich dummerweise schon
versucht, den wahrscheinlichen Schmutzigen Rötelritterlingen im letzten
Beitrag unterzujubeln...
Hut bis ca. 5 cm, jung glockig, alt flach mit Buckel, teils
radialfaserig/seidig, dunkelbraun, beim Trocknen beige-braun ausblassend.
Lamellen frei, beigebraun wie der Stiel. Stiel hohl, brüchig, teils gedreht,
teils plattgedrückt. Geruch kaum, etwas süßlich.
Entoloma vernum - Frühlings-Glöckling, Frühlings-Giftrötling?
Entoloma sericeum - Dunkler Rasenrötling, Seidiger Rötling?

Hier noch ein paar aktuelle Fotos vom Standort auf einer Wiese. Kommt man
ohne Mikro näher an die Art ran?

Vom Bild her spricht nichts gegen den zweiten.

Nummer 3
Diese Woche im Moos am Rand eines Fichtenwaldes übergehend zu einer kleinen
Wiesenfläche.
Etwa 5 Exemplare, der größte Hut kleiner als 1 Cent, dunkelbraun (Trocken
z.T. fast weiß gefleckt), zum Rand hin heller braun und gerieft. Lamellen
breit angewachsen, entfernt, die Lamellen auf dem Foto sind nur scheinbar
gegabelt. Stiel dunkel wie der Hut, längsfaserig. Geruch stark nach Mehl.
Da weiß ich noch nicht einmal, in welcher Familie und Gattung ich zu
suchen habe...

Mir fällt dazu gar nichts ein. Ich glaube aber, Ingo liegt hier mit seiner Vermutung richtig.

Nummer 4
Ebensowenig kann ich mit denen hier von gestern anfangen, im
Kiefern-/Fichtenwald auf vergrabenen Holzstückchen.
Geruch würzig, etwas süßlich, erinnerte mich gestern abend irgendwie an
Stockschwämmchen?
Hut bis ca.2,5 cm, kegelig, braun, zum Rand hin weiß-seidig/filzig, Rand
leicht wellig, auf der Hutmitte fast alle mit einer stieldicken, dem Stiel
gleichfarbenen gelblichen Warze. Stiele hohl, faserig-brüchig. Lamellen
hellbraun, weißlich gefleckt.

Ich tippe hier auf einen Rötling. Seit Jahren finde ich etwas Ähnliches regelmäßig im Herbst in Fichtenwäldern auf vergrabenen und selten auch auf freiliegenden Ästchen. Bei der Bestimmung mit dem Moser lande ich stets im Nichts, nur wenn ich mir die spärlichen Cheilozystidenden weg- und eine ausgeprägte Papille dazudenke, komme ich zu Entoloma cuneatum, wenn ich mir aber den fehlenden Mehl- oder Trangeruch dazudenke (der bei dem Pilz aber immer fehlt), komme ich bei völliger Übereinstimmung der Mikromerkmale stets zu Entoloma hirtipes. Mit der Abbildung in PdS hat er keine Ähnlichkeit, aber von der Abbildung im Ryman/Holmasen ist er nicht zu unterscheiden. Eine Bestimmung mit dem Horak oder Gröger habe ich noch nicht versucht. Diese wird mir dann hoffentlich des Rätsels Lösung bringen.
Die rotbraune Färbung des Pilzes auf dem 4. Bild passt jedoch schlecht zu den 3 anderen Bildern und meiner Vermutung. Aber an Ingos Vorschlag (Phaeocollybia) glaube ich hier nicht.

Nummer 5
Helmlinge von gestern, bei Kiefern auf liegendem, morschen, (Kiefern-?)Stamm,
Geruch sehr stark nach Chlor(?),
Stiel gleichmäßig (heller) braun wie der Hut gefärbt. Irgendetwas um Mycena
alcalina/capillaripes/leptocephala/stipata/abramsii?
Gehts anhand der Bilder genauer?

Siehe Nr. 1

Viele Ostergrüße und ein lustiges Eiersuchen für alle, die beim Lesen bis hierher durchgehalten haben.

Schnuffel

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Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage

Wolfgang P., (vor 6795 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas,

der erste Rötling kann von Standort, Jahreszeit und Aussehen gut sericeum sein. Ein weiterer Hinweis ohne Mikro wäre, wenn er beim Austrocknen auffällig radialgestreift hygrophane Huthaut zeigen würde.

Den zweiten Rötling hätte ich (in Unkenntnis von cuneatum) für pallescens oder lanuginosipes gehalten. Makroskopisch mag cuneatum makroskopisch am besten passen.

Inwieweit sich hier wirklich drei Arten -mit identischen Mikros, nur mit verschieden stark bereiftem Stiel und etwas unterschiedlicher Färbung - rechtfertigen lassen, wird wohl erst ein Gentest erweisen können. E.Ludwig geht noch einen Schritt weiter, und synonymisiert die 2-sporige Art ohne Schnallen (cetratum) mit allen drei obigen 4-sporigen Arten mit Schnallen.

Gruß,

Wolfgang

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Vielen Dank - schöne Ostern euch allen! *oT*

Klaas, (vor 6795 Tagen) @ Wolfgang P.

- kein Text -