Re: Ein paar Blätterpilze der letzten Tage
Hallo zusammen,
darf ich euch wieder mit einigen Funden und Fragen nerven?
Vor den Pilzen gleich schon Fragen: Seit meinem Chemie-Untericht ist schon
einige Zeit vergangen, daher hab ich Probleme, zwischen "Chlor,
Ammoniak, nitrös, alkalisch" zu unterscheiden. Gibt es dazu
alltagstaugliche Vergleichsmöglichkeiten?
Chlor, o.k. nach Schwimmbad, das bekomme ich noch hin.
Nitrös wäre dann wie an ner Dose Nitro-Verdünner zu schnuppern, oder wie? Und
die beiden anderen? Oder ist das eher zusammengenommen als allgemein
chemische Geruchs-Richtung zu verstehen?
Grüße und vorab danke für eure Geduld...
Klaas
Nummer 1
Diese Helmlinge stammen von letzter Woche, auf vergrabenen Holzresten/Ästchen
im moosigen Nadelwald.
Milchen wollten sie nicht, die Nase meiner Begleitung meinte (schwach)
alkalisch. Ich bin bei Mycena abramsii - Voreilender Helmling
hängengeblieben - kommt das hin?
Kann sein, kenne ich nicht gut genug.
Nummer 2
Diese Rötlinge (ja, sie haben rosa Sporenpulver) hatte ich dummerweise schon
versucht, den wahrscheinlichen Schmutzigen Rötelritterlingen im letzten
Beitrag unterzujubeln...
Hut bis ca. 5 cm, jung glockig, alt flach mit Buckel, teils
radialfaserig/seidig, dunkelbraun, beim Trocknen beige-braun ausblassend.
Lamellen frei, beigebraun wie der Stiel. Stiel hohl, brüchig, teils gedreht,
teils plattgedrückt. Geruch kaum, etwas süßlich.
Entoloma vernum - Frühlings-Glöckling, Frühlings-Giftrötling?
Entoloma sericeum - Dunkler Rasenrötling, Seidiger Rötling?Hier noch ein paar aktuelle Fotos vom Standort auf einer Wiese. Kommt man
ohne Mikro näher an die Art ran?
Hier kannst du vernum ausschließen, wächst m.E. nicht auf Wiesen, ist dunkler und hat mindestens apikal einen bereiften Stiel.
Nummer 3
Diese Woche im Moos am Rand eines Fichtenwaldes übergehend zu einer kleinen
Wiesenfläche.
Etwa 5 Exemplare, der größte Hut kleiner als 1 Cent, dunkelbraun (Trocken
z.T. fast weiß gefleckt), zum Rand hin heller braun und gerieft. Lamellen
breit angewachsen, entfernt, die Lamellen auf dem Foto sind nur scheinbar
gegabelt. Stiel dunkel wie der Hut, längsfaserig. Geruch stark nach Mehl.
Da weiß ich noch nicht einmal, in welcher Familie und Gattung ich zu
suchen habe...
Sieht interessant aus. Dazu habe ich auch keinen Plan, vielleicht ein Graublatt?
Nummer 4
Ebensowenig kann ich mit denen hier von gestern anfangen, im
Kiefern-/Fichtenwald auf vergrabenen Holzstückchen.
Geruch würzig, etwas süßlich, erinnerte mich gestern abend irgendwie an
Stockschwämmchen?
Hut bis ca.2,5 cm, kegelig, braun, zum Rand hin weiß-seidig/filzig, Rand
leicht wellig, auf der Hutmitte fast alle mit einer stieldicken, dem Stiel
gleichfarbenen gelblichen Warze. Stiele hohl, faserig-brüchig. Lamellen
hellbraun, weißlich gefleckt.
Der sieht verdächtig nach einem Wurzelschnitzling (Phaeocollybia) aus!
Nummer 5
Helmlinge von gestern, bei Kiefern auf liegendem, morschen, (Kiefern-?)Stamm,
Geruch sehr stark nach Chlor(?),
Stiel gleichmäßig (heller) braun wie der Hut gefärbt. Irgendetwas um Mycena
alcalina/capillaripes/leptocephala/stipata/abramsii?
Gehts anhand der Bilder genauer?
Mein Tipp wäre hier Richtung Mycena stipata (Viersporiger Nitrathelmling), auf keinen Fall capillaripes oder leptocephala.
VG Ingo W
P.S.: Jetzt geht der Neid in die andere Richtung. Auf solche Pilze kann ich getrost noch einen Monat oder länger warten.