Hallo Uschi,
Allerdings ist es nicht immer einfach gerade die passig seitlich liegenden
Sporen am Mikroskop zu messen da sie nicht immer „stillhalten“. Weitaus
leichter gestaltet sich die Sporenvermessung am PC denn dort kann man
entspannt z. B. bei einer Tasse Kaffee passende Sporen vermessen 
Das ist wahr. Ich messe daher meist nicht aus einem Abwurfpräparat sndern aus einem präparat von der Stielspitze oder der Lamelle, dann halten die Sporen schön still. Allerdings muss man dann unreife von reifen Sporen unterscheiden können und gerät leicht in die Versuchung, nur die größten Sporen zu messen.
Andreas, mal ganz unter uns ….. misst du tatsächlich nur auf der Seite
liegenden Sporen oder rutscht auch mal ne „flache“ wie z. B. in der
folgenden Übersicht gezeigten nicht mit Sternchen gekennzeichneten
Sporen in die Meßserie?
Je nachdem, wie problematisch es ist, überhaupt Sporen zu finden, bin ich mir selbst gegenüber manchmal etwas toleranter. Z.B. würde ich auf dem rechten Bild der oberen Reihe die oberste Spore auch mitmessen. Und selbst die unten rechts im selben Kästchen, wenn ich wirklich probleme mit Sporenfinden hätte. Da würde ich dann einfach ein halbes µm in der Länge draufschlagen.
Ist natürlich für Puristen vielleicht alles nicht exakt genug. Ich denke schon, man sollte es so genau wie möglich machen, andererseits es aber auch nicht übertreiben. Mann kann eh nur auf max. 0,2 µm genau messen und ist somit auf eine gewisse Schätzung von Länge und Breite angewiesen, was wiederum eine Ungenauigkeit ergibt (beim Messen im Mikroskop direkt, nicht am Bildschirm).
ich denke aber, dass ein und dasselbe Präparat, einmal am Computer und einmal am Mikroskop direkt vermessen, bei 30 Sporen keine signifikanten Unterschied geben würde.
Die angefügte Übersicht zeigt mit Sternchen gekennzeichnete seitlich liegende
Sporen (Bilder oben) darunter sind zwei Sporenbilder auf denen kein
Apikulus sichtbar ist. In solchen Fällen kann ich halt jede Spore
vermessen gell?
Also das linke Bild scheint irgendwas Pholiotiges oder Bolbitiges zu sein, vielleicht auch eine Simocybe. Da hat man bisweilen Arten, die ihren Apikulus gut verstecken. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als nur die Sporen zu messen, die rundherum scharf sind, unabhängig davon ob Seitenlage oder Frontlage.
Das rechte Bild zeigt wohl Helvella - Ascomyceten haben eh nie einen Apikulus. Trotzdem gibt es da bisweilen Fälle von etwas gebogenen Sporen, die man nur seitlich messen kann. Extrembeispiel hierfür sind wohl die nierenförmigen Sporen von Orbilia delicatula (in Pilze der Schweit noch als Orbilia xanthostigma).
Weiterhin habe ich ein Scan aus dem BLV Handbuch Pilze von E. Gerhardt
angefügt auf dem diese Maßgeschichte beschrieben ist.
Ja, aber GERHARDT misst im Gegensatz zu allgemein üblichen Vorgehensweise offenbar Länge und dazu die Breite in Frontansicht. Und nur bei Tintlingen/Düngerlingen noch zusätzlich die Seitenlage. Alle mir bekannten Mykologen machen es anders, nämlich Länge + Breite in Seitenlage. Und dann zusätzlich noch Frontlage wenn es nötig ist.
beste Grüße,
Andreas