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Re: Was soll das denn?

Lothar, (vor 9371 Tagen) 2.294 Beiträge @ Wolfgang F.

Also Wolfgang,
jetzt aber mit Deinem moralischen Zeigefinger mal halblang. Zunächst: Leber- und Nierenschäden wegen Psilocybin sind definitiv nicht zu befürchten. Aus toxikologischer Sicht ist Psilocybin ungiftig. In der Klapse wiederfinden: gut, das kann vielleicht bei labilen Personen nicht völlig ausgeschlossen werden. In der Literatur gibt es aber nur ganz wenige Berichte über negative Erfahrungen mit Psilocybin. Das muß m. E. auch einmal gesagt sein. Ich bin auch dagegen, daß jeder dahergelaufene meint, er muß sich seine Psilos sammeln. Trotzdem sollten auch keine unrealistischen Horrorgeschichten in die Welt gesetzt werden.
Euer aller
Lothar

P.S. Panaeolus cinctulus enthält wie Psilocybe semilanceata Psilocybin. Andere Giftstoffe (wohl) nicht. Es ist bisher aus keiner Psilocybin-haltigen Pilzart ein anderer Giftstoff nachgewiesen worden. So enthalten z. B. auch Inocybe corydalina und I. aeruginascens nachweislich kein Muscarin und Galerina steglichii kein Amanitin.
P.S. Daß Du schreibst, man könne sich den Horizont mit Psilos nicht erweitern, beweist nur, daß Du noch nie welche genommen hast.

Hi Georg,
meine Reaktion war recht heftig, das stimmt. Grund dafür ist tatsächlich vor
allem die Tatsache, daß Du jemanden, der gesagt hat, daß er KEINE
Vorkenntnisse hat, mit Infos versorgt hast, die nur von jemanden MIT
Vorkenntnissen richtig gelesen werden können.
Im Moment werden reihenweise Kids in Krankenhäuser eingeliefert, weil sie
Datura und ähnliche gefährliche Giftpflanzen zu sich genommen haben. In
dem Maße, wie der Psilo-Boom weitergeht, wird gleichzeitig von totalen
Pilz-Ignoranten ein gigantischer Feldversuch zur Giftigkeit von kleinen
braunen Pilzen gestartet, um die sich bisher kein Speisepilzsammler oder
Wissenschaftler gekümmert hat.
Wenn Du sagst, es gibt keinen giftigen Wiesenpilz mit violettschwarzem
Sporenpulver, ist das falsch. Richtig ist, dass wir heute keinen kennen
. Kannst Du mir z.B. eine wissenschaftliche Untersuchung nennen, die
Organschäden bei Genuss von Panaeolus cinctulus (Dunkelrandiger
Düngerling) ausschließt? Der gefährlichste Pilz ist aber sicher P.
semilanceata selbst, da (Psilo-)Trips ein auslösender Faktor für
psychische Störungen wie Schizophrenie sein können, sofern entsprechende
Anlagen (genetische und/oder psychische) vorhanden sind.
Kurz gesagt - das eine oder andere Versuchskaninchen wird sich in der Klapse
wiederfinden, andere werden mit unheilbaren Leber- oder Nierenschäden
"davonkommen".
Ich denke, daß Du als Betreiber der meistgelesenen Pilz-Webseite Deutschlands
(Europas??) in einer besonderen Verantwortung stehst, noch Schlimmeres zu
verhindern.
Gleichzeitig birgt der Naturdrogen-Boom auch die Chance, dass sich ein
Personenkreis, der sonst mit Natur, Pflanzen, Pilzen wenig am Hut hätte,
intensiv mit den Merkmalen von bestimmten Arten befasst und dann
wahrscheinlich von unserer Artenvielfalt überrascht ist. Dieses
Wissenserlebnis erweitert den Horizont wahrscheinlich mehr als der
darauffolgende Konsum der "Beute".
Genau wie Du bin ich der Ansicht, daß gezielte Information besser ist als
Verschleierung. Vielleicht schaffen wir es mit dem geballten Knowhow im
Forum, eine wirklich informative Zusammenstellung der häufigsten kleinen
braunen Wiesenpilze zu machen und möglichst objektiv die Risiken der
Selbstversuche zusammenzufassen.
Wolfgang Finckh

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