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Trompetenpfiff., Mykorrhizapilze oder Saprobionten

Mycelio, (vor 6741 Tagen)

Hallo zusammen,

dies ist mein erster Beitrag hier, jedoch lese ich schon ein paar Monate heimlich mit. Finde die Diskussionen hier extrem interessant und denke, ich werde mich auch bald mal ans Pilzesammeln heranwagen.

Habe vor einem Jahr angefangen Speisepilze zu züchten, erstmal Austern, Pioppinos, Igel, etc, aber auch mal das unmögliche gewagt, nämlich die Zucht von Mykorrhizapilzen. Glücklicherweise scheint es mir gelungen zu sein, aus Sporen vom Trompetenpfifferling Mycel zu züchten. Nun versuche ich damit die Wurzeln kleiner Bäume zu beimpfen, aber auch das Mycel weiter am Leben zu erhalten, was gar nicht so einfach ist.

Dazu meine Frage:
Nach langer Suche im Netz bin ich auf Hinweise gestoßen, daß Pfifferlinge, insbesondere Trompeten auch manchmal auf Baumstümpfen wachsen. Kann das hier jemand bestätigen?
Sollte sich das als korrekt erweisen, könnte das die Zucht evtl. vereinfachen. Ich müßte nur herausbekommen, in welchem Zustand das Holz war, also eher frisch oder schon von anderen Pilzen vorverdaut und morsch.

Grüße aus Berlin,
Carsten

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Re: Trompetenpfiff., Mykorrhizapilze oder Saprobio *PIC*

Matthias, (vor 6741 Tagen) @ Mycelio

Hallo Carsten,
der Trompetenpfifferling ist ein Mykorrhizapilz, es kommt schon mal vor das solche Arten auch mal auf Holz wachsen, das kommt z.B. auch bei Gallenröhrlingen, Maronenröhrlingen und Kahlen Kremplingen vor, hier ein Beispiel dazu:
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viele Grüsse
Matthias

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Re: Trompetenpfiff., Mykorrhizapilze oder Saprobio *PIC*

Gernot, (vor 6741 Tagen) @ Mycelio

Hallo Carsten,

Dazu meine Frage: Nach langer Suche im Netz bin ich auf Hinweise gestoßen,
daß Pfifferlinge, insbesondere Trompeten auch manchmal auf Baumstümpfen
wachsen. Kann das hier jemand bestätigen?
Sollte sich das als korrekt erweisen, könnte das die Zucht evtl.
vereinfachen. Ich müßte nur herausbekommen, in welchem Zustand das Holz
war, also eher frisch oder schon von anderen Pilzen vorverdaut und morsch.

Trompeten-Pfifferlinge finde ich relativ oft an Holz, vor allem Baumstümpfen, die meist schon ziemlich vermorscht sind. Ob sie da allerdings ausschließlich saprob leben oder in irgendeiner Form vielleicht doch noch Mykorrhiza betreiben, kann ich nicht beantworten.

Wie Matthias schon ansprach, gibt es einige Mykorrhizapilze, die auf Holz vorkommen können. Meine persönliche Liste besteht aus Kahler Krempling (Paxillus involutus), Trompeten-Pfifferling (Craterellus cibarius), Täubling (Russula spec.), Milchling (Russula spec.), Gemeiner Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron), Bereifter Rotfußröhrling (Xerocomus pruinatus) und Maronen-Röhrling (Xerocomus badius), sofern ich jetzt nichts vergessen habe.
Hier übrigens noch 2 Bilder von Maronen-Röhrlingen, die ich letztes Jahr auf Holz fand (der kleine wuchs wirklich so).

[image]

[image]

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Trompetenpfiff., Mykorrhizapilze oder Saprobio

Mycelio, (vor 6741 Tagen) @ Gernot

Vielen Dank Matthias und Gernot!

Schon klar, daß man nicht sagen kann, ob die Mycelien jetzt nur vom morschen Holz leben, oder ob sie noch irgendwo mit einem Baum verbunden sind. Aber wenn ich lese, daß Trompetenpfifferlinge sogar oft an morschem (wahrscheinlich sehr feuchtem und mit Moos bewachsenen) Totholz vorkommen, hilft mir das schonmal weiter. Bisher hatte ich versucht, das Mycel mit frischen Buchen- und Fichtenspänen bei Laune zu halten, allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg. In Zukunft werde ich es dann mal mit älteren Holzresten oder verbrauchtem Holzsubstrat von Pilzkulturen versuchen, bzw. dieses in die Erde mischen, wenn ich mal wieder Sämlinge von Waldbäumen beimpfe.

Grüße, Carsten

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Re: Trompetenpfiff., Mykorrhizapilze oder Saprobio

Thomas Pruß, (vor 6740 Tagen) @ Mycelio

Moin Carsten,
also, das liest sich alles sehr ambitioniert, was du da so machst. Kannst du denn auch mal ein bebilderte Doku einstellen? Vor allem die Zucht der Mykorhiza-Pilze dürfte hier jeden ziemlich brennend interessieren. Welche Umweltbedingungen bietest du ihnen, sprich: Wie und wo ist deine Zucht aufgebaut, wie züchtest du die Mycelien heran usw.
Ich habe schon bei dem Versuch, Austernpilze heran zu ziehen, frustriert das Handtuch geworfen. Dabei sollen gerade die Zuchtstämme teilweise so agressiv sein, dass man aufpassen muss, sie sich nicht auf den Zehennägeln zu züchten ;-)
Mein sonst so grüner Daumen scheint sich nicht auf Pilze aus zu wirken …
Grüßlis
Thomas

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Bilder und Kurz-Doku *PIC*

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

muß mich sputen und kurzfassen, mehr Details heute abend...

Drauf gekommen war ich, als ich in einem Bonsaiforum eine Diskussion über Mykorrhiza-Präparate als Bodenzusatz las und Bilder von Pilzfuchtkörpern in den kleinen Bonsaischalen sah. Das war für mich der Beweis, das es möglich ist.
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=9852&postdays=0&postorder=asc&start=0
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=4665&postdays=0&postorder=asc&start=15

Ich bin aber noch ziemlich am Anfang meiner Experimente. Hatte mitte Dezember letzten Jahres mit einem Sporenabdruck eines Forenkollegen auf kulturpilz.de begonnen. Wider Erwarten keimten die Sporen auf Getreide und das Mycel ist heute immer noch am Leben, bloß nicht mehr ganz so vital wie am Anfang. Nun beimpfe ich die Wurzeln fünf kleiner Bäume mit dem Mycel, aber auch zusätzlich mit gemahlenen Pfifferlingen, Herbsttrompeten und Steinpilzen, weil ich mir nicht sicher bin, mit welchem Pilz die kleinen Bäume kompatibel sind. Das werde ich öfter wiederholen, bis ich hoffentlich eines Tages Verdickungen an den Wurzeln finde. Solange kultiviere ich die kleinen halbschattig und möglichst feucht auf meinem Balkon. Vier der fünf Sämlinge fand ich in Blumenkästen mit Kräutern, daher gehe ich davon aus, daß sie noch nicht von anderen Ektomykorrhizapilzen besetzt sind. Der fünfte stammt allerdings aus dem Wald, da sind die Erfolgsaussichten wahrscheinlich minimal.

Mehr später am abend, wer nicht solange warten möchte kann auch gern die Diskussion auf kulturpilz.de lesen:
http://kulturpilz.de/viewtopic.php?t=903

Hier ein paar Bilder zum Anklicken und vergrößern:

[image] http://img170.imageshack.us/my.php?image=641227trpsporen11bw3.jpg [image] http://img146.imageshack.us/my.php?image=680110trpmycel25lk5.jpg [image] http://img292.imageshack.us/my.php?image=800121trpmycel36vo2.jpg
1) auskeimende Sporen vom Trompetenpfifferling auf eingeweichtem und sterilisiertem Weizen mit Vermiculite (poröses Steingranulat aus der Pflanzenzucht, hatte ich zugesetzt, weil der Weizen zu feucht war)
2) zwei Wochen später
3) nochmal elf Tage später

[image] http://img504.imageshack.us/my.php?image=800206trpmycel52kk1.jpg [image] http://img143.imageshack.us/my.php?image=890224trpmycels70hk4.jpg [image] http://img232.imageshack.us/my.php?image=890224trpmycelo70dt7.jpg
4) abgekochte Buchenspäne wurden überwachsen
5 + 6) danach bildeten sich rhizomorphe (wurzelartige) Mycelstränge

[image] http://img216.imageshack.us/my.php?image=970516trpmycel2s151wh9.jpg [image] http://img340.imageshack.us/my.php?image=970516trpmycel3s151ko2.jpg
7 + 8) das Mycel heute, fängt gerade wieder an Rhizomorphen zu bilden

[image] http://img338.imageshack.us/my.php?image=960516baeume1uv5.jpg [image] http://img228.imageshack.us/my.php?image=960516baeume2eb6.jpg
9 + 10) die bisher beimpften Sämlinge, 2x Kiefer, 2x Eiche, 1x Haselnuss

Grüße, Carsten

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Gedanken zu den Mykorrhiza-Partnern

AK_CCM, (vor 6740 Tagen) @ Mycelio

Hallo Carsten,

die bevorzugten Mykorrhiza-Partner des Trompetenpfifferlings sind Fichte und Buche. Ich kenne die Art nahezu ausschließlich aus Fichtenforsten mit sandigen, sauren Böden, gerne auch etwas feuchter. In der Online-Kartierung wurde zudem ein Fund unter Kiefer festgehalten. Deshalb glaube ich, dass Du mit Eiche und Haselnuss keinen Erfolg haben wirst, wenngleich natürlich erst der Versuch bzw. die Versuche diesbezüglich Aufschluss geben können.

Gruß, Andreas

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Re: Gedanken zu den Mykorrhiza-Partnern

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

da wirst du wohl recht haben. Vielen Dank für den nützlichen Link!
Trotz endloser googelei hatte ich fast keine, bzw. nur wiedersprüchliche Infos über die Mykorrhiza-Partner gefunden und erstmal die Bäume genommen, die ich finden konnte. Da muß ich im Herbst wohl mal Bucheckern sammeln...

Grüße, Carsten

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Re: Gedanken zu den Mykorrhiza-Partnern

Gernot, (vor 6740 Tagen) @ Mycelio

Hallo zusammen,

ich kenne Trompeten-Pfifferlinge gleich wie Andreas aus sauren, am besten feuchten Fichtenwäldern, wo ich sie am häufigsten und oft in Massen finde. Seltener auch aus Buchenwäldern, aber auch da mögen sie es bei mir am liebsten feucht.

Was den Mykorrhiza-Partner anbelangt, zitiere ich mal aus "Die Großpilze Baden-Württembergs (Band 2)":

"Abies alba (16), Picea abies (110), Pinus (7; P. mugo 1; P. strobus 1; P. sylvestris 5), Pseudotsuga menziesii (2), indet. Nadelbaum (23).
Fagus sylvatica (13), Quercus spec. (1)"

Es gibt demnach doch einige verschiedene Partner, wobei Fichte natürlich der häufigste Mykorrhiza-Partner ist. Möglich ist es also mit Kiefer und Eiche, wie du es versuchst, auf jeden Fall!

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Gedanken zu den Mykorrhiza-Partnern

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ Gernot

OK, das beruhigt mich schonmal.
Wenn jetzt noch jemand Haselnuss findet, bin ich glücklich. *g*

Dann werde ich im Herbst auch noch Fichtenzapfen sammeln, auch wenn die Sporen aus der Nähe von Lübeck stammen und an Buchen gewöhnt sind. Könnte mir vorstellen, daß es lokale Stämme gibt, die bestimmte Bäume bevorzugen.

Grüße, Carsten

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Re: Bilder und Kurz-Doku

Thomas Pruß, (vor 6740 Tagen) @ Mycelio

Moin Carsten,
das ist ja hochinteressant! Vor allem, dass ihr auf euren Bonsais so munter echte Mykorhiza-Pilze züchtet, finde ich enorm. Hat das schon mal jemand mit trüffeln probiert? ;-)
Auf jeden fall halte uns auf dem Laufendem!
Grüßlis
Thom as

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Re: Gedanken zu den Mykorrhiza-Partnern

Andreas ⌂, (vor 6740 Tagen) @ Mycelio

OK, das beruhigt mich schonmal.
Wenn jetzt noch jemand Haselnuss findet, bin ich glücklich. *g*
Dann werde ich im Herbst auch noch Fichtenzapfen sammeln, auch wenn die
Sporen aus der Nähe von Lübeck stammen und an Buchen gewöhnt sind. Könnte
mir vorstellen, daß es lokale Stämme gibt, die bestimmte Bäume bevorzugen.
Grüße, Carsten

Hallo Carsten,

unter Laborbedingungen ist dazuhin noch manches möglich, was man in der Natur bisher nicht gefunden hat. Bei Deiner Zucht hat der Pilz mit keinen (oder kaum) anderen Konkurrenten zu tun und es ist durchaus möglich, dass er unter diesen bedingungen auch mit Bäumen Mykorrhiza bildet, mit denen er in der Natur eben noch nicht gefunden wurde. Oder- um es genauer auszudrücken - wo in der NAtur noch nicht Fruchtkörperbildungen beobachtet wurden. Denn ob das Myzel vielleicht an Hasel wachsen kann _ohne_ Fruchtkörper zu bilden - wer will das nachweisen?

Die gezeigten Beispiele im Bonsai-Forum sind jedoch allesamt Pilzarten, die bekannt sind für ihre Mykorrhizabindung an sehr junge Bäume und die gerade deshalb auch vom Forst für das Mykorrhizieren von Sämlingen verwendet werden. Erkennen konnte ich einen lacktrichterling und mehrmal irgendwelche Fälblingsarten, darunter auch der Braunscheibige. Diese Arten, und übrigens auch der Gelbe Knollenblätterpilz, bilden sehr leicht Mykorrhiza und sind daher in Baumschulen oft in Massen anzutreffen.
Beim Trompetenpfifferling würde ich das nicht unbedingt erwarten, das ist keine Art die zu den Primär-Mykorrhizabildnern gehört sondern die erst mit älteren Bäumen Symbiosen eingeht. Aber wie gesagt, dass sind die Beobachtungen in der Natur, unter den wesentlich idealeren Beidnungen die Du bieten kannst kann es auch anders aussehen.
Sicher ist aber, dass der Trompetenpfifferling ein eher saure Milieu benötigt.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Bilder und Kurz-Doku

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ Thomas Pruß

Naja, ich denke nur wenige Bonsaizüchter können solche Erfolge vorweisen. Da muß man schon die richtige Erde und den passenden PH-Wert haben. Mit dem Gießwasser muß man aufpassen, daß es nicht zu kalkhaltig ist und zuviel düngen darf man auch nicht...

Man kann übrigens im deutschsprachigen Internet Trüffel-infizierte Bäume bestellen. Zwei Beispiele:
http://www.vitroplant.at/hazelnut.html
http://www.trueffelgarten.at/fs_trueffelbaeumchen.htm
Ob man dann nach einigen jahren wirklich ernten kann, hängt auch wieder von der Bodenbeschaffenheit und dem lokalen Klima ab.

In Spanien gibt's noch mehr, z.B. bei
http://www.micofora.com/ Steinpilze an Kiefern und bei
http://www.hifasdaterra.com/ haben sie mykorrhizierte Bäume mit Steinpilzmycel, Edelreizker (Lactarius deliciosus) und scheinbar auch dem Frauentäubling( Russula cyanoxantha). Als Inokulum zusätzlich Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum)und Schwarzfaseriger Ritterling (Tricholoma portentosum).

Grüße, Carsten

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Re: Gedanken zu den Mykorrhiza-Partnern

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das ist sehr interessant! Als Wildpilz-Laie hatte ich natürlich keine Ahnung, was da in den Bonsaischalen wächst.

Von einer zeitlichen Abfolge von Pilzsorten in neuaufgeforsteten Wäldern hatte ich schonmal gelesen, aber leider keine genaueren Infos gefunden. Naja, vielleicht gelingt es ja trotzdem mit den Trompeten, wenn sowohl die Bäume als auch das Mycel keine andere Wahl haben. Ansonsten muß ich mir wohl ein einfacheres Testobjekt suchen.

Grüße, Carsten

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Ergänzung zur Kurz-Doku

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ Mycelio

Falls es jemand selbst versuchen möchte, noch ein paar Infos zur Pflanzenerde. Die sollte für die meisten Pilze leicht sauer sein, aber auch locker und gut belüftet. Wenn sie dicht ist und gegossen wird, entstehen schnell anaerobe Zonen und ohne Sauerstoff kann das liebe Mycel nicht überleben. Gießen sollte man am besten mit Regenwasser, hartes Leitungswasser mit viel Kalk ist für die meisten Pilze das pure Gift, ebenso wie chemischer Dünger.
Weiterhin sollten organische Reste im Boden vorhanden sein, z.B. Laub, Sägespäne, morsches Holz, etc, damit das Mycel auch was zum Verdauen hat.

Eigentlich müßte es ausreichen, getrocknete Pilze der gewünschten Art zu zerkleinern und mit passender Erde zu mischen. Die Trockenpilze dürften nicht nur Sporen bereitstellen, sondern auch nützliche Bakterien, die sogenannten MHBs (Mycorrhiza Helper Bacteria). Verrottende Pilzstücke sollten dann auch für das spätere Mycel genau die richtigen Nährstoffe freisetzen. Dann fehlen nur noch Samen eines passenden Baumes oder ein noch micht mykorrhizierter Sämling und ein wenig Glück. Stecklinge wären vielleicht auch ne Möglichkeit, bin mir aber nicht sicher, ob Waldbäume sich gut über Stecklinge vermehren lassen.

Grüße, Carsten

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Re: Trompetenpfiff., Mykorrhizapilze oder Saprobio

Mycelio, (vor 6740 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Carsten,

...

Ich habe schon bei dem Versuch, Austernpilze heran zu ziehen, frustriert das
Handtuch geworfen. Dabei sollen gerade die Zuchtstämme teilweise so
agressiv sein, dass man aufpassen muss, sie sich nicht auf den Zehennägeln
zu züchten ;-)
Mein sonst so grüner Daumen scheint sich nicht auf Pilze aus zu wirken …
Grüßlis
Thomas

Nun, die Pilzzucht ist am Anfang ein wenig knifflig. Man muß einfach ausprobieren, bis man ein Gefühl dafür bekommt, an welchen Stellen man sauber arbeiten muß und welche Feuchtigkeit und Belüftung nützlich ist. Gerade Austern sind aber recht einfach zu kultivieren und erfordern nicht unbedingt eine sterile Umgebung. Wenn Interesse besteht, kann ich gern in einem neuen Thread ein paar Methoden vorstellen und Tips geben.

Grüße, Carsten