Pilze Pilze Forum
Erweitert

Tour mit Lichtblicken *PIC*

Jochen Girwert, (vor 6683 Tagen)

[image]
[image]
Von dieser Art (auf Kalk, bei Hainbuche + Linde) hätte ich gerne eine gute Kollektion. Die Schnecken vergönnen es mir nie. Frühere Funde wurden wegen der speziellen Huthautstruktur zu pseudoaeruginea gesteckt, die nicht immer Grüntöne haben muss. Ganz wohl ist mir dabei nicht.
[image]
Milchtrüffel (auf Kalk bei Eiche + Linde + Rotbuche). Man sieht mit etwas Anstrengung auch die Flüssigkeit auf der Schnittstelle.
[image]
Irgendwelche Schildborstlinge. Hier wächst im Frühjahr der Bärlauch flächendeckend. Reichlich Totholz im Umkreis; für Stöckchendreher wäre hier das Paradies gewesen.
[image]
Den meine ich schon öfters gesehen zu haben. Markant genug, dass jemand einen Namen zu nennen wagt?
[image]
[image]
[image]
Insgesamt habe ich nicht den Eindruck, dass die Pilzsaison in Schwung kommt. Ich sah noch Helmlinge, Mürblinge, Pfeffermilchling und einen Trichterling (c.f. gibba).

Alles Gute, Jochen

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Lichtblicke und eine Frage

Frank H., (vor 6683 Tagen) @ Jochen Girwert

Lichtblicke gab es heute auch hier an der oberen Lahn.

Die ersten Buchenwaldpfifferlinge von recht stattlicher Größe haben sich gezeigt. Außerdem sind die Täublinge im Kommen.

Desweiteren noch einen verramponierten Sommersteinpilz, Gallenröhrling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Stinkmorchel, Perlpilz, Grauer Wulstling gesichtet. Zwar immer noch nicht sehr viel, aber die Pilze werden doch von Mal zu Mal häufiger.

Dann habe ich noch eine Frage an die Experten:
Ich finde schon seit Jahren beständig, so auch heute, Pfifferlinge von stattlicher Größe unter einer bestimmten Buche und zwar in einem Halbkreis mit Radius von ca. 3-4 Meter. Auf der anderen Seite des Baumes und auch bei den benachbarten Buchen (reiner Buchenwald) habe ich noch nie auch nur ein Exemplar gefunden. Ist das normal und woran kann das liegen, das sich die Pfifferlinge so auf diese eine, bestimmte Stelle konzentrieren ?

Gruss an alle von Frank

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Tour mit Lichtblicken

Piwo, (vor 6683 Tagen) @ Jochen Girwert

Den meine ich schon öfters gesehen zu haben. Markant genug, dass jemand einen
Namen zu nennen wagt?

hallo Jochen ich wage es mal (ggg): Humaria hemisphaerica

Gruß

Piwo

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Tour mit Lichtblicken

Jochen Girwert, (vor 6683 Tagen) @ Jochen Girwert

So schnell passiert es: Der angefressene Frk hatte doch noch etwas Huthaut - rote nämlich. Außerdem ist er noch Phenol-positiv. Degleichen treibt einen dann beim Exsikkat in den Wahnsinn.

Jochen.

Von dieser Art (auf Kalk, bei Hainbuche + Linde) hätte ich gerne eine gute
Kollektion. Die Schnecken vergönnen es mir nie. Frühere Funde wurden wegen
der speziellen Huthautstruktur zu pseudoaeruginea gesteckt, die nicht
immer Grüntöne haben muss. Ganz wohl ist mir dabei nicht.

Milchtrüffel (auf Kalk bei Eiche + Linde + Rotbuche). Man sieht mit etwas
Anstrengung auch die Flüssigkeit auf der Schnittstelle.

Irgendwelche Schildborstlinge. Hier wächst im Frühjahr der Bärlauch
flächendeckend. Reichlich Totholz im Umkreis; für Stöckchendreher wäre
hier das Paradies gewesen.

Den meine ich schon öfters gesehen zu haben. Markant genug, dass jemand einen
Namen zu nennen wagt?

Insgesamt habe ich nicht den Eindruck, dass die Pilzsaison in Schwung kommt.
Ich sah noch Helmlinge, Mürblinge, Pfeffermilchling und einen Trichterling
(c.f. gibba).
Alles Gute, Jochen

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Tour mit Lichtblicken

Jochen Girwert, (vor 6683 Tagen) @ Piwo

Danke Piwo,

das scheint sehr gut hinzukommen. Es gibt sogar nicht nur glatte Sporen, sondern schon die reifen mit punktierter Auflage. Die Sporen sind allerdings oft größer als in meiner Literatur angegeben mit max. Länge von 32 Mikrometern

Jochen.

hallo Jochen ich wage es mal (ggg): Humaria hemisphaerica
Gruß
Piwo

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Lichtblicke und eine Frage

Gábor, (vor 6683 Tagen) @ Frank H.

Hallo Frank!

Ich denke mal, da haben sich ganz einfach zwei fürs Leben gefunden und bleiben sich treu.
Und das zeugt doch von wahrer Liebe :-)

Wie oft stehe ich im schönsten aller Traumwälder und denke mir insgeheim:
also wenn ICH ein Steinpilz wäre, dann würde ich mich genau hier dermassen wohl fühlen - aber Pustekuchen ist...

Ernst beiseite, höchstwahrscheinlich hat es mit der Bodenbeschaffenheit zu tun, die manchmal so ohne weiteres gar nicht ersichtlich ist.
Es sei denn, es stehen genau hier ein Paar Pilz-Prachtexemplare herum, die dann als Indikatoren fungieren :-))

LG, Gábor

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Lichtblicke und eine Frage

Marco, (vor 6683 Tagen) @ Frank H.

Hallo Frank,

Wenn du die Fruchtkörper nur in einem bestimmten (Halb)-Radius findest, wird das zuständige Mycel im Boden einfach nicht größer und das einzige Mycel in der näheren Umgebung sein. Soetwas beobachte ich regelmässig bei Kiefernsteinpilzen, die aufgrund nur eines vorhandenen Mycels entsprechend nur in einen kleinen Umkreis ihre Fruchtkörper bilden.
Waren die Pfifferlinge zufällig auch blasser als Nadelwaldpfifferlinge? Wenn ja, dann könnte das Cantharellus cibarius var. pallidus (Cantharellus pallens) gewesen sein.

Beste Grüße,
Marco

Dann habe ich noch eine Frage an die Experten: Ich finde schon seit Jahren
beständig, so auch heute, Pfifferlinge von stattlicher Größe unter einer
bestimmten Buche und zwar in einem Halbkreis mit Radius von ca. 3-4 Meter.
Auf der anderen Seite des Baumes und auch bei den benachbarten Buchen
(reiner Buchenwald) habe ich noch nie auch nur ein Exemplar gefunden. Ist
das normal und woran kann das liegen, das sich die Pfifferlinge so auf
diese eine, bestimmte Stelle konzentrieren ?
Gruss an alle von Frank

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Tour mit Lichtblicken

Schnuffel, (vor 6679 Tagen) @ Jochen Girwert

Hallo Jochen,

den auf dem letzten Foto gezeigten Pilz halte ich für ein uraltes Exemplar des Hellen Leder-Fältlings (Meruliopsis corium).

Die rote Färbung hat möglicherweise die gleiche Ursache wie bei der Reihigen Tramete (Antrodia serialis), bei der eine solche nicht selten zu beobachten ist. Bei dieser wird sie durch einen parasitierenden Ascomyceten, Hyphodiscus hymeniophilus, hervorgerufen der gelegentlich auch seine winzigen Becherchen ausbildet.

Auch beim Krausen Adernzähling (Plicatura crispa) habe ich eine solche Rotfärbung schon festgestellt.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Korrektur der Betonung

Schnuffel, (vor 6678 Tagen) @ Schnuffel

Hallo allerseits,

obwohl es vermutlich nur Waldschrat gemerkt hätte, will ich den Fehler bei der Anzeige der Betonung doch korrigieren.

Es muss natürlich Hyphodiscus hymeniophilus betont werden.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
24 Aufrufe

Re: Korrektur der Betonung

Waldschrat, (vor 6678 Tagen) @ Schnuffel

Schwein gehabt, Schnuffel! Den hatte ich bislang gar nicht auf meiner Liste. Aber jetzt hab´ich ihn - und sogar mit Betonung!:-)
Danke und Gruß - Waldschrat

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Re: Korrektur der Betonung

Der Juergen, (vor 6678 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

... hymeniophilus ...

Hmm, da gibt es verschiedene Ansichten, ohne dass man verbindlich klären könnte, ob die Betonung hier "richtig" ist. Fritz Cl. Werner ist z.B. gegen die Betonung von Bindevokalen, wie es hier bei Deinem Beispiel vorliegt. Außerdem ist das _i_ in philus ein langer Vokal, da gilt dann die "drittletzte-Silbe-Regel" nicht.

"Durch die formalen Regeln erhalten viele Wörter eine unzweckmäßige Betonung auf dem Bindevokal, d.h. dem unwichtigsten Element, z.B. Clad_o_cera, Cycl_o_rrhapha und Sarc_o_phaga; und es ist kaum vermeidbar, dass der kurze Bindevokal dadurch eine unrichtige Dehnung erhält."

Fritz Cl. Werner, "Wortelemente lateinisch-griechischer Fachausdrücke in den biologischen Wissenschaften"

Grüßle
Juergen

Eintrag gesperrt
22 Aufrufe

Re: Korrektur der Betonung

Schnuffel, (vor 6676 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Schnuffel,
Hmm, da gibt es verschiedene Ansichten, ohne dass man verbindlich klären
könnte, ob die Betonung hier "richtig" ist. Fritz Cl. Werner ist
z.B. gegen die Betonung von Bindevokalen, wie es hier bei Deinem Beispiel
vorliegt. Außerdem ist das _i_ in philus ein langer Vokal, da gilt dann
die "drittletzte-Silbe-Regel" nicht.
"Durch die formalen Regeln erhalten viele Wörter eine unzweckmäßige
Betonung auf dem Bindevokal, d.h. dem unwichtigsten Element, z.B.
Clad_o_cera, Cycl_o_rrhapha und Sarc_o_phaga; und es ist kaum vermeidbar,
dass der kurze Bindevokal dadurch eine unrichtige Dehnung erhält."
Fritz Cl. Werner, "Wortelemente lateinisch-griechischer Fachausdrücke in
den biologischen Wissenschaften"
Grüßle
Juergen

Hallo Juergen,

dass "philus" ein langes "i" haben soll, ist mir völlig neu. Auch im "Abbildungsverzeichnis" waren alle Zusammensetzungen mit "...philus" bisher immer richtig auf der drittletzten Silbe betont.

Die Gefahr, dass ein kurzer Bindevokal durch die Betonung der drittletzten Silbe eine unrichtige Dehnung erhält, halte ich durchaus für recht groß. Man muss sich den betreffenden Namen aber nur 3-mal oder, falls nötig, noch viel öfter laut vorsagen, dann ist diese Gefahr, allerdings nur für diesen Namen, endgültig gebannt.

Das Buch von F. C. Werner war mir nicht bekannt. Ich habe es umgehend bei Amazon für 14 € bestellt.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

@Juergen

Schnuffel, (vor 6674 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Schnuffel,
Hmm, da gibt es verschiedene Ansichten, ohne dass man verbindlich klären
könnte, ob die Betonung hier "richtig" ist. Fritz Cl. Werner ist
z.B. gegen die Betonung von Bindevokalen, wie es hier bei Deinem Beispiel
vorliegt. Außerdem ist das _i_ in philus ein langer Vokal, da gilt dann
die "drittletzte-Silbe-Regel" nicht.
"Durch die formalen Regeln erhalten viele Wörter eine unzweckmäßige
Betonung auf dem Bindevokal, d.h. dem unwichtigsten Element, z.B.
Clad_o_cera, Cycl_o_rrhapha und Sarc_o_phaga; und es ist kaum vermeidbar,
dass der kurze Bindevokal dadurch eine unrichtige Dehnung erhält."
Fritz Cl. Werner, "Wortelemente lateinisch-griechischer Fachausdrücke in
den biologischen Wissenschaften"
Grüßle
Juergen

Hallo Juergen,

habe heute das Taschenbuch von F. Cl. Werner erhalten, habe aber auch darin keinen Hinweis gefunden, dass das "i" in "philus" ein langer Vokal sei.

Seinen Wunsch "nach einer Betonung, die der Bedeutung der Elemente und des ganzen Fachwortes gerecht wird", und damit die formale Betonung aufzugeben, wollte Werner "andernorts vorschlagen". Der Vorschlag fand vermutlich kein Gehör und in Anbetracht von Werners Geburtsjahrs (1896) wird wohl auch die Idee gestorben sein.

Gruß - Schnuffel

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: @Juergen

Der Juergen, (vor 6674 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

Da hast Du wahrscheinlich Recht, Philus ist zwar griechisch, wird aber formal so betont (ohne langen Vokal), wie Du es schriebst. WERNER beklagt auch an einer Stelle, dass diese Fachwörter trotz vieler griechischer Wortbestandteile, gnadenlos latinisiert werden, und es eben zu solchen 'komischen' Betonungen kommen kann.

Seinen Wunsch "nach einer Betonung, die der Bedeutung der Elemente und
des ganzen Fachwortes gerecht wird", und damit die formale Betonung
aufzugeben, wollte Werner "andernorts vorschlagen". Der
Vorschlag fand vermutlich kein Gehör und in Anbetracht von Werners
Geburtsjahrs (1896) wird wohl auch die Idee gestorben sein.

Ja, das ist sicherlich so:-) Ich werde mich jedoch zukünftig, rein aus gefühlten ästhetischen Gründen, hüten, CLADOCERA so auszusprechen: CLADOCERA. Das klingt irgendwie nicht schön. Den Bindevokal von mir erkennbaren Wortbestandteilen, werde ich nicht betonen, und kenne ein, zwei philologische Zünglein, die das auch ablehnen *g*

Grüßle
Juergen