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Sinn Roter Listen

AK_CCM, (vor 6658 Tagen) 2.821 Beiträge @ 42

Hallo in die Runde,

Nur wozu brauchen wir bei Pilzen dann noch eine Rote Liste für bedrohte
Arten?
DAS ist eine sehr gute Frage ... weiterführend: wozu irgendwelche
Sammelbeschränkungen?
[Provokationsmodus on]
Damit Neider den Erfolgreichen irgendwie doch noch irgendwie eine
'reinwürgen' können?
[Provokationsmodus off]

Rote Listen stellen ein wichtiges Instrument zum Biotopschutz dar. Bei entsprechenden Zahl an Raritäten kann beispielsweise versucht werden, für ein bestimmtes Gebiet einen Schutzstatus zu erwirken. Davon profitieren nicht nur die Pilze, sondern auch die dort beheimatete Flora und Fauna. Ohne argumentative Grundlage wäre dies schlicht unmöglich.

Darüber helfen Rote Listen bei der Öffentlichkeitsarbeit: Zwar kommen die Pilze immer noch nicht gegen Schützenvereine & Co. an, was die Berichterstattung in der Presse anbelangt, aber Medien berichten bisweilen recht gerne über Schutzgebiete und seltene Funde. Letztes Jahr konnten wir z.B. einen Artikel über die Pilzflora der Königsbrunner Heide überregional platzieren. Dabei geht es nicht darum, in der Zeitung zu stehen um sich zu profilieren, sondern eine breite Leserschaft zu informieren. Denn nur was man kennt, kann man auch schützen. Das gilt auch für bestehende Schutzgebiete und den dort heimischen Lebewesen.

Abschließend möchte ich noch kurz auf die Schweizer Studie zu sprechen kommen: Die Untersuchung betraf eine einzige Art aus der Pfifferlingsverwandtschaft (ich meine der Trompetenpfifferling). Daher halte ich es für gewagt, von dem Ergebnis auf die übrige Pilzflora zu schließen.

Eins muss ich noch klarstellen: Ich gönne jedem seine "Beute". Aber man muss ja nicht unbedingt geschützte Arten für den Kochtopf sammeln. Meiner Meinung nach gibt es etliche Alternativen, die vielleicht sogar besser schmecken.

Gruß, Andreas

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