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Re: In flagranti erwischt habe ich heute...

Saftling, (vor 6652 Tagen) 232 Beiträge @ Christoph G

Hallo Christoph,

mycophage Arten sind aus ca. 20 Familien der Fliegen (Brachycera) bekannt. Die meisten Larven, die man in Pilzfruchtkörpern findet, gehören jedoch zu den Pilzmücken (v.a. Mycetophilidae). Untersuchungen - die meisten schon einige Jahrzehnte alt - gibt es zwar einige, v.a. von russischen Autoren, doch sind unsere Kenntnisse über die Wirtsbindung von Pilzmücken und -fliegen mit Problemen behaftet: 1) untersucht werden fast nur die Fruchtkörper, obwohl bekannt ist, dass viele Dipterenlarven Mycelien fressen; 2) die Bestimmung der Pilze ist oft fraglich, zumal die zur Zucht der Tiere eingetragenen Pilze oft nicht mehr in einem zur Bestimmung optimalen Zustand sind (man kann das auch weniger vornehm ausdrücken...); 3) auch die Taxonomie dieser Insekten in jüngerer Zeit große Fortschritte gemacht hat, mit zahlreichen neu becshriebenen Arten auch aus Mitteleuropa. Soweit ich das überblicke sind die meisten der Arten, von denen zahlreiche Zuchtergebnisse vorliegen, polyphag, wobei oft sogar Pilze aus verschiedenen Klassen befallen werden. Die meisten Arten der Pilzmücken und -fliegen werden aber selten gefunden und nur von einer Minderheit liegen überhaupt Kenntnisse über ihre Larven vor. Man kann aus einer einzigen oder wenigen Zuchtbefunden aber nicht auf Oligophagie schließen. Es bleibt noch viel zu erforschen!
Noch etwas zur Trüffelfliege: Im engeren Sinne ist damit Suillia tuberiperda gemeint, die m.W. nur aus dem Mittelmeerraum bekannt ist. Von den ca. 40 europäischen Suillia-Arten wurden aber bereits mehrere - darunter auch in Deutschland heimische - aus Trüffeln gezüchtet. Es ist also zum Trüffelsuchen wohl nicht erforderlich, die einzelnen Suillia-Arten unterscheiden zu können. Die Gattung hat durchaus einen charakteristischen Habitus, an dem man die Tiere schon mit bloßem Auge erkennen kann. Manche Suillia-Arten sind auch einigermaßen groß, so um 1cm, und daher auch relativ leicht zu sehen, wenn sie sich am Waldboden zu schaffen machen.

Ein Gallmücken-Professor? Doch nicht etwa der Dengler???

LG
Dieter

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