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August - Tiefschlaf hier und Lichtblicke dort

Klaas, (vor 6648 Tagen) 1.095 Beiträge

Nabend zusammen,

meine Stammwälder im Hessischen Spessart befinden sich wohl noch im Tiefschlaf, im August gab
es bisher nicht viel Aufregendes zu entdecken. Aber immerhin ein paar Pilze, die ich noch nicht kannte
- ich war ja schon glücklich, überhaupt irgendetwas zu finden.
Naja, seht selbst, Hinweise jedweder Art sind wie immer erwünscht.
(Und ja, es sind wieder zu viele Bilder, aber wenn ich schon so viel (für mich) Interessantes finde,
fällts schwer, auszuwählen.)

1. Ende Juli die ersten Blutroten Filzröhrlinge - Xerocomus rubellus, inzwischen an zig Stellen gefunden,
ich glaube aber, sie lassen langsam nach:
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2. Stockschwämmchen - Kuehneromyces mutabilis - nicht sehr häufig, aber wenn, dann richtig:
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3. Das sollten Stinkschirmlinge - Lepiota cristata sein:
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4. Zierlicher Mehlschirmling - Cystolepiota seminuda
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5. Blutblättriger Zwergschirmling, B. Bunt-Körnchenschirmling - Melanophyllum haematospermum
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6. Ganz sicher bin ich nicht, da sie eigentlich ganz angenehm und nach frischem Kohl rochen, ich glaube aber
an Blätter-Stinkschwindlinge - Micromphale brassicolens:
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7. Zwei Löwengelbe Dachpilze - Pluteus leonius (rechts oben) hatten vergeblich versucht, sich unter
Behangenen Faserlingen zu tarnen, das musste auffallen:
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8. Diese beiden 1-Cent-großen, bläulich-schwarze Pilze auf im Inneren völlig zerfallenen Buchenast kann ich
nicht zuordnen, vielleicht eine Entoloma (nitidum)?
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Ansonsten gabs noch massenhaft Behangene Faserlinge, einige Samtfußkremplinge und Krause Glucken,
ordentliche Riesen-Porlinge, wenige Herbst-Rotfußröhrlinge und ein paar Täublinge, vor allem R. violepes
und einige R. virescens, inzwischen wachsen die Rotfüße, Goldröhrlinge und anderes Kleinzeugs, aber alles
recht zerstreut und wenig abwechslungsreich.

Aber jetzt zu den Lichtblicken (manchmal lohnt es sich sogar, mal über den Tellerrand hinaus zu schauen):
Etwas gefrustet mit wenig Zuversicht im Gepäck fuhr ich vorletztes Wochenende mal ein Stückchen näher an
die Bayrische Grenze (von dort zieht normalerweise das schlechte Wetter zu uns rüber...;-)) und war vergangenes
Wochenende gleich wieder dort.
Nur 10 km weiter entfernt - verglichen mit meinem üblichen Suchgebiet - ein wahres Dorado:

9. Das müssten Kupferrote Gelbfüße - Chroogomphus rutilus gewesen sein:
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10. Direkt gegenüber Gebänderte Dauerporlinge - Coltricia perennis:
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11. Etwas weiter weg, Fichtenreizker - Lactarius deterrimus:
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12. Da bin ich nicht wirklich sicher, hänge aber am Reifpilz - Cortinarius caperatus (Rozites caperatus)?
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13. Ganz unsicher: Weinrötlicher Zwergchampignon - Agaricus semotus?
Der süße, anisartige Geruch war da:
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14. Neben ein paar Becherlingen und Langfüßlern gabs noch diese Unbekannten,
vielleicht Öhrlinge/Otidea spec.:
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15. Perlpilze gabs überall, oft waren sie aber schon weg, bevor sich die Maden darum kümmern konnten:
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- Täublinge:
Massenhaft, inzwischen versuche ich, einen kleinen Bogen um die Gattung zu machen,
da ich sie ohnehin nicht bestimmen kann, dort fiel es schwer.

16. Für die reichts vielleicht gerade noch, Speise-Täubling - Russula vesca:
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17. Bei denen wirds schon eng, Orangeroter Graustiel-Täubling - R. decolorans?:
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18. Da hörts bereits auf, auf dem Weg zwischen versch. Laub- und Nadelhölzern, bereift, scharf:
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- Pfiffis:
19. Zerstreut ein paar davon:
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20. Ein großes Gebiet voll mit jungen Trompeten-Pfifferlingen - Cantharellus tubaeformis:
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21. Wo ich eine Woche zuvor nur eine handgroße Fläche entdeckt habe, wachsen die
Krausen Leistlinge - Pseudocraterellus undulatus großflächig an einem Hang nach:
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- Röhrlinge:
Sehr viele. Eigentlich stand alle paar Schritt ein Grüppchen oder wenigstens Einzelne rum.
Zwar nichts wirklich Berauschendes, aber über einen hab ich mich sehr gefreut.

22. Auf dem Hinweg übersehen, auf dem Rückweg fiel er sofort zwischen den Goldröhrlingen auf,
Hohlfuß-Röhrling, Hohlfuß-Schuppenröhrling - Boletinus Cavipes:
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23. Mit denen habe ich immer Probleme, vielleicht Brauner Filzröhrling - Xerocomus ferrugineus,
vielleicht auch X. subtomentosus o.ä.:
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24. Der rote Hut verunsichert mich etwas, wird aber wohl ein Netzstieliger Hexen-Röhrling - Boletus luridus
sein (in näherer und weiterer Umgebung gabs einige, deren Hutfarbe mir besser dazu gefällt, zudem hielt
ich mich letztes Jahr noch von den Rotporigen fern, daher die Unsicherheit):
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25. Zwischendurch mal ab und zu ein Düsterer Röhrling, Porphyr-Röhrling - Porphyrellus porphyrosporus:
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26. Auch hier Blutrote Filzröhrlinge - Xerocomus rubellus, meistens am Wegrand im Gras, dieser hats
mal woanders versucht:
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27. Auch etwas unsicher, wäre mein erster (bewusst wahrgenommener) Schönfußröhrling - Boletus calopus,
gelbe Poren, schwach blauend:
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28. Die kennt man ja inzwischen ausreichend aus anderen Beiträgen, aber so viele wie an diesen 2 Wochenenden
hatte ich in gesamt 2007 nicht gefunden - das Sammeln lohnt allerdings nicht, die Maden sind schon in den Kleinsten:
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29. Zu Sammelzwecken sind mir die vielen Flockis lieber, in denen habe ich noch keine einzige Made gesehen:
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Die jungen Maronen sehen auch ganz ordentlich aus, ebenso die Goldröhrlinge, die Birkenpilze sind dort auch schon
am Kommen und Gehen.

Was ich aber im Vorbeilaufen mit ein paar Blicken in die Körbe einiger (inzwischen häufiger anzutreffenden) Sammler
erhaschen konnte, war erschreckend: Die Körbe randvoll gefüllt mit halbvergammelten Rotfüßen, ausgelutschten Maronen,
Falschen Pfifferlingen, ein paar Gallenröhrlinge waren bestimmt auch dabei. Dem ersten Sammelwütigen mit solcher
Fracht wollte ich noch einen Hinweis dazu geben, der ergriff aber gleich die Flucht, wohl aus Angst, ich könnte ihn seiner
Kostbarkeiten berauben.
Ein seltsames Völkchen, diese Pilzesammler - im Geschäft würden sie, schätze ich, Pilze solchen Aussehens dem
Verkäufer um die Ohren hauen, aber die Befriedigung des Selber-Pflückens macht blind und die Qualität offenbar
zur Nebensache. Naja, hoffentlich befand sich nicht noch Schlimmeres in den Körben...

Was mich aber richtig sauer macht, ist, dass jetzt schon (bisher zwar nur entlang der Hauptwege) viele Pilz-Leichen den Weg pflastern.
Hauptsächlich die, an denen scheinbar was dran ist, die man vielleicht in die Pfanne hauen könnte. Nicht nur Einzelne oder ein
paar, nein, man muss erst alle der Gruppe rausreißen, um dann zu kapieren, dass man sie wirklich nicht kennt und daher vielleicht
besser nicht eintüten sollte.
Pilzen, die nicht unbedingt so aussehen, als könnte man sie essen, ergeht es nicht besser: Pilz-Fußball, Pilz-Golf, Pilze-Überfahren
und Pilze-Zertrampeln scheinen auch beliebte Saisonsportarten zu sein.
Nächstens gehe ich mit nem Knüppel in den Wald - ich denke, damit kann ich meinen Standpunkt zu dieser Sache recht einfach und
schnell vermitteln...

Viele Grüße,
Klaas

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