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Täublingsfrage *PIC*

Roswitha, (vor 6633 Tagen)

Da mein Kenntnisstand bei den Täublingen doch recht verbesserungsbedürftig ist, habe ich am Wochenende versucht, einen Fund von Freitag Abend zu identifizieren.

Ich war mir dann auch ziemlich sicher, R. rosea, den Harten Zinnobertäubling gefunden zu haben.

Beschreibung:

Großer, sehr festfleischiger Fruchtkörper.
Hutfarbe mittelrot mit etwas orange, sehr intensive Farbe
Huthaut matt
Lamellen hell, beim Älterwerden gilbend
Sporenpulver sehr hell cremefarben
Stiel weiß, beim Älterwerden etwas grauend
Geschmack: Fleisch mild,
Lamellen etwas scharf mit seltsamer Komponente die ich durchaus als holzartig empfand

Heute Morgen habe ich in PdS noch mal nachgelesen und dachte, zur Sicherheit sollte ich doch die chemischen Reaktionen testen. Also Pilzhut noch mal aus dem Kompost geholt, Guajak, Phenol und FeSo4 aufgebracht.

So sah das Ergebnis aus:

[image]

Guajak sollte hell graugrün sein, Phenol hell weinbraun und FeSO4 schmutzig orangerot.

Jetzt seh’ ich ganz schön blöd aus. Habe aber sonst keinen rothütigen, milden Creme-Sporer gefunden.

Ich hoffe, die Täublingsexperten können mir weiterhelfen. Frischpilzfotos habe ich leider nicht.

Liebe Grüße

Roswitha

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Re: Täublingsfrage

Hermann, (vor 6633 Tagen) @ Roswitha

Guajak sollte hell graugrün sein, Phenol hell weinbraun und FeSO4 schmutzig
orangerot.

Also graugrün - mit etwas Phantasie und weniger Auftrag - ja, weinbraun (was für eine Farbe..) kommt am Rand ja hin und das Eisen - war das noch frisch? Eisen(II)-sufat geht gerne schnell kaputt (oxidiert zu Eisen(III)-sulfat).

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Re: Täublingsfrage

Jochen Girwert, (vor 6633 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswita,

wenn alle übrigen Merkmale passen, würde ich mich von den Farbreaktionen nicht aus der Bahn werfen lassen. Ich halte zwar viel von den Farbtests, aber muss schon zugeben, dass sie auch in die Irre führen können. Ich kratze immer etwas am Stiel und trage dann auf - da kann das Guajak schon verschieden reagieren, je nachdem obe es auf die Stielrinde oder das aufgekratzte Fleisch kommt. Phenol hilft mit einer auffälligen Reaktion nur bei wenigen Täublingen, ist fast immer irgendwie violettbraun. Ebenso FeSO4 mit mehrminder blassrosa - eben außer bei Heringstäublingen und den Frauentäublingen.

Alles Gute, Jochen.

Da mein Kenntnisstand bei den Täublingen doch recht verbesserungsbedürftig
ist, habe ich am Wochenende versucht, einen Fund von Freitag Abend zu
identifizieren.
Ich war mir dann auch ziemlich sicher, R. rosea, den Harten Zinnobertäubling
gefunden zu haben.
Beschreibung: Großer, sehr festfleischiger Fruchtkörper.
Hutfarbe mittelrot mit etwas orange, sehr intensive Farbe
Huthaut matt
Lamellen hell, beim Älterwerden gilbend
Sporenpulver sehr hell cremefarben
Stiel weiß, beim Älterwerden etwas grauend
Geschmack: Fleisch mild,
Lamellen etwas scharf mit seltsamer Komponente die ich durchaus als holzartig
empfand
Heute Morgen habe ich in PdS noch mal nachgelesen und dachte, zur Sicherheit
sollte ich doch die chemischen Reaktionen testen. Also Pilzhut noch mal
aus dem Kompost geholt, Guajak, Phenol und FeSo4 aufgebracht.
So sah das Ergebnis aus:
Guajak sollte hell graugrün sein, Phenol hell weinbraun und FeSO4 schmutzig
orangerot.
Jetzt seh’ ich ganz schön blöd aus. Habe aber sonst keinen rothütigen, milden
Creme-Sporer gefunden.
Ich hoffe, die Täublingsexperten können mir weiterhelfen. Frischpilzfotos
habe ich leider nicht.
Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Täublingsfrage

Stephan Weißer, (vor 6632 Tagen) @ Roswitha

Probier statt den bisher benutzten, wenig trennscharfen Reagenzien doch mal Sulfovanillin: im Gegensatz zu den vergleichbaren Rothütern derselben Sektion wäre KEINE Himbeerrot-Verfärbung, sondern ein trübes Blaugrau zu sehen. Bei Himbeerrot wäre es dann Russula aurora, minutula oder emeticicolor.

Freundliche Grüße
Stephan

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Re: Täublingsfrage

Andreas ⌂, (vor 6632 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

So sah das Ergebnis aus:
Guajak sollte hell graugrün sein, Phenol hell weinbraun und FeSO4 schmutzig
orangerot.

Guajak ist immer blaugrün, türkis, nie graugrün. Allerdings ist die Geschwindigkeit der Reaktion das entscheidende, nicht ob es reagiert. Nach 1 Stunde ist immer blaugrün, egal welcher Täubling (meiner Erfahrung nach jedenfalls). Beim langsamen Übergang der bräunlichen Guajaklösung in das tiefe Blaugrün kann natürlich schon mal ein graugrüner Farbton entstehen, aber das hat keine Bedeutung. Wichtig ist wie gesagt nur, wie schnell und intensiv der Farbumschlag kommt. Bei wenigen Sekunden ist es stark positiv, bei einer halben bis einer Minuten noch positiv, alles was mehr als ein paar Minuten hinausgeht wäre für mich negativ.

Phenol wie erwähnt nutzt nur in der Gruppe der Ledertäublinge, sonst meines Wissens gar nirgends.

FeSO4 ist diffiziel, weil es da auch sehr auf die Intensität und Farbschattierung ankommt - ähnlich wie bei den Raustielröhrlingen. Aber das ist wiederum recht stark auch vom Alter der Fruchtkörper und ihrem Entwässerungszustand abhängig. Ich benutze daher die FeSO4-Reaktion nicht besonders gerne.

beste Grüße,
Andreas

Ich hoffe, die Täublingsexperten können mir weiterhelfen. Frischpilzfotos
habe ich leider nicht.
Liebe Grüße
Roswitha

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Vielen Dank an alle "Helfer" *oT*

Roswitha, (vor 6631 Tagen) @ Andreas

- kein Text -