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Re: Täublingsfrage

Jochen Girwert ⌂, (vor 6642 Tagen) 582 Beiträge @ Roswitha

Hallo Roswita,

wenn alle übrigen Merkmale passen, würde ich mich von den Farbreaktionen nicht aus der Bahn werfen lassen. Ich halte zwar viel von den Farbtests, aber muss schon zugeben, dass sie auch in die Irre führen können. Ich kratze immer etwas am Stiel und trage dann auf - da kann das Guajak schon verschieden reagieren, je nachdem obe es auf die Stielrinde oder das aufgekratzte Fleisch kommt. Phenol hilft mit einer auffälligen Reaktion nur bei wenigen Täublingen, ist fast immer irgendwie violettbraun. Ebenso FeSO4 mit mehrminder blassrosa - eben außer bei Heringstäublingen und den Frauentäublingen.

Alles Gute, Jochen.

Da mein Kenntnisstand bei den Täublingen doch recht verbesserungsbedürftig
ist, habe ich am Wochenende versucht, einen Fund von Freitag Abend zu
identifizieren.
Ich war mir dann auch ziemlich sicher, R. rosea, den Harten Zinnobertäubling
gefunden zu haben.
Beschreibung: Großer, sehr festfleischiger Fruchtkörper.
Hutfarbe mittelrot mit etwas orange, sehr intensive Farbe
Huthaut matt
Lamellen hell, beim Älterwerden gilbend
Sporenpulver sehr hell cremefarben
Stiel weiß, beim Älterwerden etwas grauend
Geschmack: Fleisch mild,
Lamellen etwas scharf mit seltsamer Komponente die ich durchaus als holzartig
empfand
Heute Morgen habe ich in PdS noch mal nachgelesen und dachte, zur Sicherheit
sollte ich doch die chemischen Reaktionen testen. Also Pilzhut noch mal
aus dem Kompost geholt, Guajak, Phenol und FeSo4 aufgebracht.
So sah das Ergebnis aus:
Guajak sollte hell graugrün sein, Phenol hell weinbraun und FeSO4 schmutzig
orangerot.
Jetzt seh’ ich ganz schön blöd aus. Habe aber sonst keinen rothütigen, milden
Creme-Sporer gefunden.
Ich hoffe, die Täublingsexperten können mir weiterhelfen. Frischpilzfotos
habe ich leider nicht.
Liebe Grüße
Roswitha

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